Deutschlands Linkspopulismus über alles

Schlaglicht

Populist (Bild: shutterstock.com/Von Aaron Amat)

Ein dubioses, von seiner Herkunft unbekanntes und vermutlich mit rund einer Million  Euro bezahltes Video bringt eine europäische Regierung zum Stürzen. Es soll alles nichts mit Manipulation zu tun haben vor der Europawahl? Soviel Naivität kann man eigentlich nur von Linkspopulisten erwarten, denen diese – in diesem Fall österreichische Regierung – wohl ein Dorn im Auge war.

Eine rechts-konservative Regierung, die in ihrer Amtszeit deutliche Erfolge zu verzeichnen hat. Sichere Renten, strikte Einwanderungspolitik, gesunde Wirtschaft und ein Ende der jahrelangen SPÖ-Skandale, etwa das unglaubliche Spiel mit dem AKH, den Gewerkschaftswohnungen und vieles andere mehr. Korruption, die im Vergleich zu einem Strache-Video nicht unter Alkoholeinfluss behauptet, sondern kühl begangen wurde und schließlich zur Atomisierung der Linken in Österreich führte.

Dass nun ausgerechnet die Täter von einst sich wieder zu großen Worten aufschwingen, nachdem sie aus dem deutschsprachigen Ausland mit einer Videobotschaft beglückt wurden, ist der eigentliche Skandal. Dass sich deutsche Medien, die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel und möglicherweise auch der NDR in einem so genannten Recherche-Verbund vor einer Wahl instrumentalisieren lassen und vermutlich neben eigenem Geld auch noch das der Fernsehzuschauer für ein dubioses Video ausgaben, wurde zwar von verantwortungslosen Verantwortlichen dementiert. Aber das fällt wohl schwer zu glauben. Oder ist schon wieder Weihnachten, wie ein großer Fußballpoet fragen würde?

Wien wäre nicht Wien, wenn es nichts zu verbergen hätte und der Schmäh nicht wie die österreichischen Großmannssucht weithin ausgeprägt wären. Da muss sich ein Mitfünfziger, der zur Verjüngung seiner Partei antrat und landesweit hunderte alter Parteikämpfer entsorgte, gegen einen konfirmantenartigen Emporkömmling einer Nachbarpartei den Jugendschneid abkaufen lassen. Der fast halb so alte Basti macht das Rennen bis zum nächsten Mistrauensantrag, der ihm bald alles kosten kann.

Bislang wurde seine Mitterechtskoalition von zwei Dritteln aller Österreicher samt Strache im Vizekanzlerschrank akzeptiert; im Ausland gelobt. Und dann kam der Schreiber Daniel Kehlmann und beleidigte den Basti als Verräter. Dann das Video, die Intrige vor der Wahl, gesteuert aus dem Ausland. Während die SPIEGEL-Investigativabteilung noch rätselt, wer der Regisseur des von ihm selbst veröffentlichten Videos ist und an wen man das angeblich nichtvorhandene Geld gezahlt hat, bringt es eine österreichische Zeitung („Österreich“) unter Wolfgang Fellner auf den Punkt. Sascha Wandl, ein dauerkaugummikauender Sicherheitsexperte mit gegeltem Haar erkannte seinen vorbestraften, ehemaligen Aushilfs-Detektiv seiner Firma, und nennt vor laufender Kamera Namen: Julian Hessenthaler und ein ebenfalls ihm bekannter Rechtsanwalt mit iranischen Wurzeln aus Wien. Menschen, die solche Fallen angeblich schon oft bauten und Geld dafür nahmen. Das war der eigentliche  Medien-Hype in Österreich, während man bei Illner im ZDF noch weitgehend moralisierte und diese wirklich wichtigen Erkenntnisse ignorierte. Aber nicht umsonst ist Deutschland zu einem moralisauerem Medienkrisenland geworden. Lauter Dichter und Denker, nur leider zuwenig Aufklärer.

Kurz hatte die mittlerweile vier Ministerposten, die nach dem Platzen der ÖVP-FPÖ-Koalition frei geworden waren, durch seiner Partei nahe Experten ersetzt. Und muss jetzt bangen, denn das Volk liebt den Verrat, aber nicht den Verräter. Ein Misstrauensantrag hängt wie ein Damoklesschwert über ihm. Er kann nur auf die zerstrittene FPÖ und die SPÖ hoffen.

Unterdessen dient der unbewiesene, im Suff angedeutete Bestechungsapparat um Strache in Deutschland als Blaupause für eine ungelenke, von illegalen Parteispenden an die Macht gekommene Partei und wird gegen die AfD im eigenen Land aufgeblasen. Bewiesen ist nichts, aber  spekuliert wird viel. Bis die Blase platzt. Und dies vornehmlich von jenen, die Quasselrunden im deutschen Staatsfernsehen für investigativen Journalismus halten.

Der Österreichische Journalist Wolfgang Fellner dagegen hat etwas getan. Er ist selber kein Strache-Fan und fern der rechten Parteilichkeit. Aber er hat es gewagt zu recherchieren und hatte Erfolg. Er brachte so ein wenig mehr Licht ist miefige Dunkel, dass viele linke Deutsche nur gerne weiter als Erklärungsmuster für rechten Populismus und den Untergang der Menschheit halten. Vielleicht sollte man es genauso machen wie Fellner: Recherchieren, bevor man als Medienschaffender in Deutschland die Rechnung zahlt: Vertrauensverlust bei den Lesern, sinkende Auflagen, verspielte vierte Macht, Medienkrise. Doch für diese Investigativ-Künstler  gilt offensichtlich immer noch ein schlimmes Motto: Deutschland über alles, Linkspopulismus ist Trumpf, über alle Wahrheiten und Grenzen hinweg.

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