„Maria 2.0“ – Feministische Update-Maria läutet das Ende ein

Klaus Lelek

Foto: Von Immaculate/Shutterstock

Münster – Kaum ein Tag vergeht, an dem Domradio aber auch andere christliche Medienplattformen nicht über eine hauptsächlich um die linke Achse drehende „Kirchliche Frauenbewegung“ namens „Maria 2.0“ schreiben, die vor allem bei konservativen Katholiken, teilweise aber auch bei kirchlichen Würdenträgern Kopfschütteln auslöst. 1000 Gruppen soll es inzwischen geben, die kräftig auf die Pauke hauen. Auch die ZEIT und sogar die „Emma“ haben auf einmal die feministischen Betschwestern aus Münster entdeckt und feiern die zornigen Frauen – meist ehrenamtliche Gemeindemitglieder und Pfarrgemeinderäte – als mutige Tabubrecher.

Besonders das Maskottchen dieser „Berufskatholikinnen-Bewegung“ hat es in sich. Es ist MARIA, die zumindest von tiefgläubigen Katholiken als „Gottesmutter“ verehrt wird. Eine himmlische Frau, besser gesagt „Himmelskönigin“, allem Irdischen enthoben. Nach dem dreifaltigen Gott, die Nr. 2 im katholischen und orthodoxen Himmel (Auch Putin verehrt sie). Fast alle großen gotischen Kathedralen Frankreichs tragen ihren Namen, nämlich „Notre Dame“. Eine spirituelle archetypische Kraft, die in den Antiken Religionen machtvolle Vorgängerinnen, ja Wegbereiter hat, wird nun als Update-Maria profaniert, zum feministischen Rammbock gemacht um den „männlichen Machtmissbrauch“ in der katholischen Kirche aufzubrechen.

Hauptforderung ist die totale Gleichstellung der Geschlechter in Bezug auf so genannte Weiheämter. Eine Form, die es in der evangelischen Kirche längst gibt, aber bei den traditionalen Ostkirchen, die direkt auf die Urkirchen zurückgehen für Befremden sorgt. Hier käme niemand auf die Idee an der uralten Tradition samt ihrem Ritus zu rütteln. Kirche und die mit ihr verbundene christliche Religion sind getrennt vom Alltagsleben, wo natürlich Gleichberichtigung herrscht. Warum also diese Welten vermischen? In diesem Geiste haben auch die Ostkirchen nie an ihren antiken Kulten entnommenen Gottesdiensten gerüttelt, in denen der Priester als Vermittler zwischen der hiesigen und jenseitigen Welt fungiert, und darum symbolisch am Altar der Gemeinde den Rücken zudreht, wenn er das Gebet gen Himmel richtet.

Was haben die Frauen vor, die seit geraumer Zeit sogar in einen „Kirchenstreik“ getreten sind und die ohnehin bei Gottesdiensten spärlich besuchten Kirchen noch leerer machen? Dazu findet man auf der Homepage, auf der eine Frauenfigur eine Kirche mit einem Venuszeichen statt Kreuz küsst, folgenden aufschlussreichen Text, der eigentlich für sich selbst spricht, ebenso die Tatsache, dass die Erweckungs-Bewegung ausgerechnet in Münster – Sitz der ersten Islam-Uni – aus dem Ei geschlüpft ist:

„Angefangen hat alles mit einem Lesekreis. Menschen aus der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster haben gemeinsam Abschnitt für Abschnitt das Evangelii gaudium (das erste Apostolische Schreiben von Papst Franziskus) gelesen und darüber gesprochen. Meist nur Frauen und meistens auch nicht sehr viele. An einem Abend war dann alles etwas anders. Wir haben darüber gesprochen, wie sehr uns die aktuelle Situation in der Kirche beschäftigt. Wie schwierig es manchmal ist, Menschen, die fern der Kirche stehen, zu erklären warum man überhaupt noch dabei ist, bei all dem Grauen, das da in den letzten Jahren immer und immer wieder und immer mehr zu Tage getreten ist und tritt und wie sehr uns der Umgang der meisten Amtsinhaber mit den Tätern, den Mittätern und den Opfern entsetzt. Dass seit Jahren die immer gleichen Fragen diskutiert werden und dass trotz der allseits beteuerten Reformbereitschaft die Abschaffung bestehender männerbündischer Machtstrukturen nicht in Sicht ist.“

Wie man aus den Zeilen herauslesen kann, geht es einerseits um den sexuellen Missbrauch mutmaßlich pädophiler Priester, gleichzeitig aber auch darum über die jetzt schon diskutierte Abschaffung des Zölibates, die „männerbündischen Machtstrukturen“ abzuschaffen. Also weitaus mehr, als selbst reformfreudige Bischöfe wollen. Dazu rufen die Frauen in einer Petition zu einem Kirchenstreik auf und holen „Maria von ihrem Sockel“. Wortwörtlich heißt es: „Da steht sie. Und darf nur schweigen. Holen wir sie vom Sockel! In unsere Mitte. Als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut, wie wir.“

Interessant ist, dass hier die linken Berufskatholkinnen ausgerechnet Martin Luther – „hier stehe ich“ – mit einer profanierten Maria verbinden, die von ihren Altären herabsteigt. Allein das zeigt die theologische Unkenntnis der „Reformerinnen“. Denn genau die Reformation mit ihrem Hang alles zu vermenschlichen und zu profanieren, hat mit dem einhergehenden Bildersturm so manche Maria nicht nur vom Sockel geholt, sondern auch gleich als „Götzenfigur“ verbrannt. Damit nicht genug: Der Aufruf soll auch nach dem Schema der „Wittenberger Thesen“ an die „Kirchentüren“ genagelt werden. „Wir handeln. Wir hängen diesen Brief an alle Kirchentüren und rufen alle Frauen auf zur Aktion MARIA 2.0“

Was dann folgt ist so eine Mischung aus linksgrünem Happening und Workshop; so ein bisschen Anarchie für Anfänger, die Rio Reiser von Ton-Steine-Scherben gerne besungen hat. Kirche von ganz unten. Die gab es schon mal in Münster unter den „Wiedertäufern“, die übrigens ihre Frauen tauschten und ganz im Sinne von „Wir sorgen für Leib und Seele“ bedingt durch den Frauenüberschuss die Polygamie einführten und wahre Orgien feierten. (WELT) So viel missverstandenes „Urchristentum“ mit protokommunistischer Gütergemeinschaft, will man dann in Münster doch nicht wagen. Es bleibt beim Lockruf der Aufbruchstimmung, der sich so liest:

„Wir bleiben draußen!

Wir feiern die Gottesdienste auf den Kirchplätzen, vor den Kirchentüren.

Wir tanzen, singen, beten, finden neue Worte und neue Ausdrucksformen!

Wir sorgen für Leib und Seele und heißen auch die Männer willkommen!

Wir bringen weiße Betttücher mit. Wir bedecken die Plätze mit dem Weiß der Unschuld, mit dem Weiß der Trauer und des Mitgefühls. Die weißen Tücher können beschrieben, bemalt, besudelt werden. Sie können verknotet werden zu langen Ketten und riesigen Buchstaben… Es gibt bestimmt noch viel mehr Ideen!

Umgeben wir unsere Kirchen mit der Farbe des Neuanfangs !!“

Also doch ein bisschen Hauch von Wiedertäufer und Reformation. Kurz gesagt: Die Frauen, die sich unter dem Banner „Maria 2.0“ versammelt haben, wollen eigentlich aus der angeschlagenen katholischen Kirche, die wenigstens noch ein wenig „Restspiritualität“ hat, eine evangelische Kirche machen, die vielerorts trotz seit Martin Luther abgeschafften Zölibat fast nur noch Immobilienverwalter ist. Man könnte die Situation auch mit dem Gleichnis von den beiden Blinden vergleichen, die einander führend in die gleiche Grube fallen (Math.15,14). Auch das Ende vom Märchen „Der Fischer und seine Frau“ passt gut zur Situation. In der Plattdeutschen Erzählung, erfüllt ein Fisch einem Fischer aller Wünsche. Treibende Kraft ist jedoch die Frau, die von ihrem Mann verlangt immer größere Wünsche an den Fisch heranzutragen. Die Geschichte endet laut Wikipedia wie folgt:

„Als sie schließlich fordert, wie der liebe Gott zu werden, wird sie wieder zurück in die armselige Hütte versetzt, wie am Anfang. („Ga man hen. Se sitt all weder in’n Pissputt.“)

 

 

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Ich halt diese katholischen Weiber ja für total bekloppt

    ALLES was sie fordern ist in der evangelischen Kirche schon längst realisiert, man könnte also einfach dorthin wechseln.

    Oder diesem religiösen Schmonzes, der eh‘ keinen Mehrwert bringt, ganz Adieu sagen, und fröhliche Atheistin werden.

  2. Scheinbar werden die gehirnschädigenden Medikamente weiter unter die Bevölkerung gemischt. Zum Glück sind wir resistent dagegen. Mir fällt nichts anderes mehr ein, wenn ich auf den kompletten Verfall der Gesellschaft blicke. Lieber Gott, falls du da bist, schütze uns vor den Zombies in unserer Gesellschaft. Amen.

  3. Finde ich auch nicht falsch. Geschlechtsspezifische Arbeit leisten ist wohl nicht mehr attraktiv. Noch mehr falsche Heilige
    braucht man nicht. Bei steten Unfrieden empfehle
    ich absolute Trennung.
    Das gilt auch fuer die vereinnahmten Kinder.
    Was haben die in diesen subventionierten
    Kerker zu suchen?

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