Steve Bannon: Wir befinden uns im Krieg mit China

Steve Bannon am Dienstag mit Jörg Meuthen in Weimar

Steve Bannon ist diese Woche in Berlin bei der AfD zu Besuch. Der Trump-Vordenker und Chefstratege beschäftigt sich aktuell nicht nur mit Europa und den neuen Medien, sondern in erster Linie mit der größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts: China.

Zusammen mit Frank Gaffney hat Steve Bannon eine Institution des Kalten Krieges wiederbelebt, das „Komitee gegen die ständige Bedrohung“ (Committee on the Present Danger), das in den 50er Jahren begründet wurde, um Strategien im Kampf gegen die Sowjetunion zu entwickeln. Die Neuauflage in den 70er Jahren spielte eine Schlüsselrolle bei Ronald Reagans Sieg über den Kommunismus.  

Die aktuelle Neuauflage „Committee on the Present Danger: China“ beschäftigt sich mit der größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts: China.  Bei einer Tagung am 25.4. in New York hielt Bannon folgende Rede:

 

„Das Wichtigste hier heute sind nicht die Teilnehmer von der Wall Street, die Sicherheitsexperten und die Medien, sondern die Liveübertragung nach China durch Guo Media. Das wichtigste Publikum ist nämlich das chinesische Volk. Unser „Komitee gegen die ständige Bedrohung“ richtet sich nicht gegen das chinesische Volk. Es richtet sich gegen die radikalen Kader der Kommunistischen Partei Chinas, die China auf einen sehr gefährlichen Weg führen.

Es geht um hier zwei unterschiedliche Systeme: Einerseits haben wir das System des Westfälischen Friedens in Europa, das die Souveränität der Staaten anerkennt, und andererseits das Chinesische, das das nicht tut. Diese beiden Systeme sind unvereinbar. Nur eines kann überleben. Unser gemeinsames Haus ist gespalten: Halb versklavt und halb frei. Die Sklaven sind das ehrenwerte, großartige, fleißige Chinesische Volk, die alten Hundert Familiennamen. Das Rückgrat Chinas. Sie sind versklavt worden durch die radikalen Kader von Präsident Xi Jinping, Wang Qishan und andere ihres Schlages.

Finanziert werden sie zu 100% durch den westlichen Kapitalismus: Durch diese Stadt, New York, durch die Londoner City und die Bankenmetropole Frankfurt. Die Technik liefert ihnen ebenfalls der Westen. Es ist schockierend, dass so etwas hier und jetzt, im April 2019, passiert. Die Geschichte wird uns richten, danach wie wir uns jetzt verhalten. Das Ganze ist ein abgekartetes Spiel, und wir fallen darauf rein.

Das neue „Komitee gegen die ständige Bedrohung“ wurde eingerichtet, weil wir das Ziel aus dem Auge verloren haben, nach der Bedrohung der 60er und 70er durch die Sowjetunion. Damals hat man uns erzählt, die Sowjetunion wäre die aufstrebende Macht, wir wären die absteigende Macht. Wir bräuchten eine Wiederannährung, Ostpolitik, Abrüstung, sagte man uns. Ihr System sei besser, sie wären besser organisiert, sie würden langfristig gewinnen.

Es brauchte erst das Engagement von Patrioten wie das Team B und dem „Komitee gegen die ständige Bedrohung“, von beiden Parteien, Demokraten und Republikanern. Leute wie William Casey und Andrew Marshall haben in den 60er Jahren die Finanzdaten angeschaut und gesagt: Der CIA irrt sich. Die Wirtschaft der Sowjetunion ist nur halb so groß wie wir gedacht haben. Sie waren nicht die unaufhaltsam aufstrebende Macht, wie man gedacht hat. Wir waren nicht zum Niedergang verdammt. Das haben wir uns nur eingeredet. Leute wie Henry Kissinger und Allison Graham haben uns das eingeredet, die an die Thukydides-Falle glauben.

Das ist heute genau dieselbe Masche. China ist nicht die aufstrebende Macht, wir sind nicht die absteigende Macht. Unser Westfälisches System der souveränen Nationalstaaten funktioniert. Die Freiheit funktioniert.

Was könnte ein besseres Beispiel sein als Hongkong und Taiwan, und alles, was die chinesischen Amerikaner geleistet haben. Gib den Menschen die Freiheit – die Meinungsfreiheit, die Gedankenfreiheit, die Religionsfreiheit – und sie können alles schaffen. Aber wenn wir ein Gulag finanzieren, dann bekommt man ein weltweites Gulag. Und genau das ist der Plan der radikalen Kader in der KP China.

Was mich am meisten ärgert ist, dass das alle wissen. Denken Sie, die Leute an der Wall Street und in der City in London wissen das nicht? In der dritten Januarwoche 2017 gab es zwei wichtige Reden: Präsident Xi Jinping sprach in Davos und Donald Trump vor dem US Kapitol. In Davos wurde Xi als Held und Eroberer gefeiert, der Retter des Globalismus. Er war auf dem Titel der Financial Times. Er sprach über die Gefahren, die von diesen ganzen Populisten und Nationalisten auusgehen. Er wurde dafür von den größten Investmentbanken und Hedgefonds gelobt, von Menschen, die die besten Abschlüsse von den besten Universitäten haben. Glauben Sie eine Sekunde, dass die nicht wissen, was los ist? Natürlich tun sie das. Aber sie folgen einem anderen Herrn: Dem Geld.

In derselben Woche sprach Donald Trump vor dem US-Kapitol bei seiner Amtseinführung, und ich durfte meinen bescheidenen kleinen Teil dazu beitragen. Er sprach diesen falschen Gedanken an, dass wir uns in Niedergang befinden, und endete mit der Aussage: ‚Nun ist es Zeit, anzupacken.‘ Trump hat das Problem China bei den Hörnern gepackt: Was wir jetzt begonnen haben, ist nicht ein Handelsabkommen, sondern ein Waffenstillstand. Denn das ist ein Krieg.

Es gibt ein Buch aus den 90er Jahren von zwei Obersten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee, Totaler Krieg von Qiao Liang  und Wang Xiangsui, da steht das alles schon drin. Das ist das wichtigste strategische Werk seit Clausewitz. Sie haben 1999 genau beschrieben, wie sie die westlichen industriellen Demokratien besiegen werden. Es gibt dabei drei Arten der Kriegsführung: Wirtschaftlich, technologisch und militärisch. Das Letzte, was China will ist eine militärische Auseinandersetzung, denn das können wir ganz gut.

Sie konzentrieren sich also auf den Informationskrieg, den Medien- und Cyberkrieg, und die wirtschaftliche Kriegsführung. Das betreiben sie seit 20 Jahren gegen den Westen. Und erst Präsident Trump hat das erkannt und umgedreht. Ich gehörte zum Team, das die Verhandlungen begonnen hat. Ich glaube, wir müssen anfangen, mit harten Bandagen zu kämpfen. Will müssen jetzt Vollkontakt spielen. Diese radikalen Kader verstehen nur diese eine Sprache.

Fragen Sie die Chinesen. Fragen Sie Guo Medien, die heute hier versuchen, mit ihrem Livestream die chinesische Mauer zu durchbrechen – eine Firewall, die nicht nur mit westlicher Technologie gebaut wurde, sondern von westlichen Firmen! Warum muss das so sein? Sie versuchen, die Information zu kontrollieren. Als die „One Belt One Road“ Initiative kontrovers wurde, wurde sie sofort aus der öffentlichen Diskussion verbannt. Dasselbe mit der „Made in China 2025“ Initiative.

Jede Erwähnung der Verbindung zwischen Huawei und der Volksbefreiungsarmee ist verschwunden. Huawei und die Volksbefreiungsarmee sindein und dasselbe. Und wenn die Manager von Huawei mich verklagen wollen, bitte sehr. Ich würde das sehr gerne vor Gericht sehen. Ihr seid die Volksbefreiungsarmee.

Hier ist unser Dilemma: Nicht nur wir Bürger tragen die Verantwortung, sondern unser ganzes System. Warum ist unser System so robust? Weil wir dafür Verantwortung tragen. Deshalb ist das „Pack“ so wütend, deshalb haben sie Trump gewählt: Sie wissen, dass ihre Jobs und ihre Fabriken nach China verlagert werden. Bei Trumps Strafzöllen geht es nicht um irgendeine Steuer, es geht um die Selbstachtung und den Respekt der Bürger. Es geht darum, unsere Jobs im produzierenden Gewerbe zurückzuholen.

Was noch schlimmer ist, wenn man sich das ganz genau ansieht: Das „Pack“ hat das Ganze noch mit ihren Rentenfonds und Sparkonten finanziert. Es ist wie eine griechische Tragödie. Die arbeitende Bevölkerung der größten Wirtschaftsmacht der Welt, die ihre Kinder zum Baseball fahren und Sonntags in die Kirche gehen, die für ihr Land in den Krieg in den Wüsten von Irak und Afghanistan ziehen, haben das finanziert. Derweil haben die Chinesen Flugzeugträger gebaut, um unsere Freiheit und die Freiheit unserer Verbündeten in Japan und Korea zu bedrohen.

Der Demokrat Joe Biden hat heute seine Präsidentschaftskandidatur erklärt, mit den Worten, „Amerika ist eine Idee“. Amerika ist keine Idee, Amerika ist ein Land, mit Grenzen und einer Bevölkerung. Klar, es basiert auf sehr inspirierenden Ideen, die es von der christlich-jüdischen Zivilisation geerbt hat. …

Joe Biden wird versuchen, die Arbeiterschicht für die Demokraten zurückzugewinnen, die Donald Trump seinen grandiosen Sieg beschert hat. Was Joe Biden als Erstes den Gewerkschaftern und den Stahlarbeitern offenlegen muss, sind alle Kontakte seiner Familie zur KP Chinas. 2013 ist er mit seinem Sohn nach China hingeflogen, und 10 Tage später haben sie einen Deal über Milliarden Dollar für seinen privaten Hedgefonds unterschrieben. Wir müssen alles über Bidens Verbindungen zur KP Chinas, der Bank of China und allen chinesischen Banken wissen.

Biden muss den Stahlarbeitern sagen, dass es Trump war, der ihre Jobs zurückgeholt hat. Als er die Stahlzölle erhoben hat, hat man sich über ihn lustig gemacht. Biden und Obama haben 8 Jahre lang nichts gemacht. Sie haben zugelassen, dass China diese künstlichen Inseln ins Meer gebaut haben, um ihr Territorium auszudehnen. Präsident Xi kam ins Weiße Haus, hat ihnen die Hand geschüttelt und ihnen versprochen, die Cyberangriffe einzustellen, und es ist nichts passiert. Es ist nur schlimmer geworden. Ich will von Joe Biden ganz genau wissen, wieviel Geld seine Familie vom mörderischsten Regime des 21. Jahrhunderts genommen hat. Vielen Dank.“

 

Hier die ganze Tagung des CPDC.

 

Lesen Sie auch:

Is this Sparta? Trump, China und der peloponnesische Krieg

NZZ: Steve Bannon – «Nach der Wahl wird jeder Tag in Brüssel Stalingrad sein»

Washingtion Post: Steve Bannon – „Wir sind im Wirtschaftskrieg mit China“ (Paywall)

 

 

 

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9 Kommentare

  1. Na ja, haltet den Dieb, ruft der Dieb!

    Welche Souveränität von welchem Staat hat die USA geachtet in den letzten 120 Jahren?

    Haben sie nicht bis 2011 immer und überall bombardiert, wo sie wollten?

    Haben sie nicht Europa zu den Veruneinigten Vasallen von Amerika gemacht?

    Haben sie nicht drei Viertel der Welt medial gleichgeschaltet?

    Sind es nicht die 400, weitestgehend US-amerikanischen Familien, denen die internationalen Konzerne, und so bisher die Weltherrschaft gehörte?

    Und jetzt bekommen sie endlich ein bisschen Konkurrenz, und schon sind sie am Jammern!

    Chinas Erstarken und Russlands fleißig wiedererlangte Verteidigungsfähigkeit ist in Wahrheit eine Riesenchance für Europa:
    Nämlich zur Wiedererlangung
    UNSERER SOUVERÄNITÄT.

    Leider erleben wir bis heute eine Art vorweggenommener Konterrevolution, nämlich die von den US-amerikanischen Globalisten ausgeheckte, zusammen mit ihren europäischen Polit-Zombies ins Werk gesetzte
    ZERSTÖRUNG EUROPAS.

  2. Die amerikanische Intervention gegen den Aufstieg Chinas kommt viel zu spät. Schon der Expräsident Nixon hat die Wirtschaftsdominanz Chinas vorausgesehen und ein Buch darüber geschrieben. Der Erwerb bzw. die Pacht von ausländischen Seehäfen, wie auch der Ausbau der Neuen Seidenstraße wird den chinesischen Handel endgültig konsolidieren. Das vielfach gefürchtete Platzen der chinesischen Immobilienblase wird auf Grund des großen Binnenmarktes und auf Grund des Fleißes der Bevölkerung mittelfristig überwunden werden. Der von Steve Bannon vorausgesagte chinesisch-amerikanische Krieg ist unwahrscheinlich, da er inzwischen für beide Seiten die Selbstvernichtung bedeuten würde.

    Das Reich der Mitte hatte sich bisher selbst genügt und sah die Ausländer lediglich als Barbaren an. Das alte Kaiserreich war durch seine besondere Geographie bis zum 19. Jahrhundert von allen Seiten geschützt. Im 15. Jahrhundert wäre China schon damals beinahe zur Weltmacht geworden, als Admiral Zheng He mit einer riesigen Flotte den Pazifischen Ozean befuhr. Die nachfolgenden Kaiser stellten jedoch aus Kostengründen den Überseehandel ein und die großen Schiffe wurden stillgelegt. Zur gleichen Zeit begann mit Heinrich dem Seefahrer die christliche Seefahrt und Vasco da Gama fand bald den Seeweg nach Indien. So eroberte in der Folge der Weiße Mann die neue Welt und nicht der gelbe Mann.

    Im zweiten Weltkrieg halfen die USA den Chinesen von der japanischen Besatzung frei zu kommen. Im anschließenden Bürgerkrieg vertrieben die Kommunisten unter Mao Tse-tung die nationale chinesische Armee unter Chiang Kai-shek. Im daraus resultierenden Taiwan-Konflikt wurden die USA zum Gegner. Diese Gegnerschaft wird nun durch die wirtschaftliche und militärische Rivalität verstärkt und entwickelt sich zum Hauptfaktor der Weltpolitik. Da Rußland weiterhin eine nukleare Supermacht bleiben wird, erwächst aus der zweipoligen Welt eine dreipolige Welt. Indien und Brasilien werden in naher Zukunft nicht aufschließen können. Europa gelang es bis heute nicht, sich von Amerika zu emanzipieren und wird auch in Zukunft kein geopolitisches Machtzentrum sein.

    China hält sich klugerweise alle Bündnisoptionen offen, das betrifft besonders das Abkommen von Shanghai , also die Gründung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). In diesem sind die asiatischen Staaten (ohne Japan) zu einem NATO-Gegenpol vereint. Bannon wird also nichts anderes übrig bleiben, als diese Entwicklung zähneknirschend zu akzeptieren.

  3. Der innere Feind die Kulturmarxisten sind noch gefährlicher als die Islamisten. Sie leiten das Merkel Regime.

  4. Er hat ja nicht ganz unrecht!

    Nur… der Krieg gegen den Islam ist wesentlich gefährlicher! Wie der geführt wird erkennt man am Kosowo. Erst fast ausschließlich serbisch, christlich. Dann unterwandert durch die islamischen albaner. Jetzt fast ausschließlich islamisch.

    Deren Waffen sind die Toleranz der Europäer, der Gutgläubigkei, die Fruchtbarkeit, …

    • Wollen Sie ernsthaft behaupten, die Amis hätten nicht gewusst, was sie in Jugoslawien tun?

    • Aber selbstverständlich wussten sie das: denen ging es immer um ihre eigene Macht und den Reibach, nie um Demokratie, Freiheit.

    • Muslime, selbst in grosser Zahl, sind ungefährlich, weil sie nicht analytisch/wissenschaftlich denken können.

      Gefährlich für Schland ist, dass niemand einen Kampf aufnehmen kann, wenn sich 86% der Bevölkerung unterwerfen möchte.

    • Machen Sie nicht diesen Gedankenfehler. Musels können sehr planmäßig und logisch denken! Das zeigt ihr „Schlachtplan“ zur Unterwerfung Europas.

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