AfD-Rheinland-Pfalz: Meister sollen mehr verdienen

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Mainz – Von wegen „Ein-Thema-Partei“. Die AfD hat auch zu arbeitsmarktpolitischen Fragen interessante Vorschläge zu machen, die erfreulicher Weise auch von der Mainstreampresse wie Wiesbadener Kurier veröffentlicht werden und scheinbar sogar der CDU gefallen. Einer davon ist der Vorstoß Handwerksberufe attraktiver zu machen und den Verdienstprofilen von Akademikerberufen anzugleichen. Ein Schritt wäre den Aufstiegsbonus von bisher 1000 Euro auf 4000 Euro zu erhöhen. Eine weitere Forderung: Meisterausbildung und berufliche Aufstiegsfortbildung müssen kostenfrei sein!

Die AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz bringt in dieser Woche den Antrag „Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in die Praxis umsetzen – Für kostenfreie Meisterausbildung und Aufstiegsfortbildung“ ins Plenum ein. In diesem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, den Aufstiegsbonus I als Erfolgsprämie von bisher 1000 Euro auf 4000 Euro zu erhöhen. Mit einer Initiative im Bundesrat soll Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden, damit die Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz („Aufstiegs-BAföG“) endlich verabschiedet wird und zwar mit dem Ergebnis, dass Gebühren für erfolgreich abgelegte Meisterprüfungen und Aufstiegsfortbildungen zu 100 Prozent übernommen werden.

Dazu Joachim Paul, bildungspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz: „Die Ministerpräsidentin und der Wissenschaftsminister reden zwar ständig von der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung, ziehen aber nur sehr halbherzig die Konsequenzen daraus. Wir wollen das Problem nicht nur abmildern, sondern lösen. In dieser so wichtigen Angelegenheit können wir nicht länger auf den Bund warten. Wir brauchen dringend eine kurzfristige Landeslösung. Mit der Erhöhung des Aufstiegsbonus‘ I würde der Eigenanteil der Betroffenen weitgehend ausgeglichen werden. Die Kosten für das Land wären mit höchstens fünf Millionen Euro überschaubar.“

Paul weiter: „Die Ungleichbehandlung von beruflicher und akademischer Bildung muss schleunigst beendet werden. Meisterausbildung und Aufstiegsfortbildung müssen wie das akademische Äquivalent des Bachelors komplett kostenfrei gestellt werden. Wir müssen angesichts des Fachkräftemangels auf der einen Seite und der Überakademisierung auf der anderen Seite die berufliche Bildung deutlich aufwerten.“

Wie auch der Wiesbadener Kurier schreibt, fordert auch die CDU „in einem eigenen Antrag von der Landesregierung ein Konzept, «wie bis zu einer bundesweiten Regelung der Aufstiegsbonus I und II, auch Meisterbonus genannt, zu einer Vollkostenerstattung weiterentwickelt werden kann“.

Paul zum CDU-Antrag „Berufliche Bildung gleichstellen – Gebühren für Meister-, Fachwirt-, Technikerausbildung streichen“: „Es ist bemerkenswert, dass die CDU nun eine AfD-Forderung übernimmt, die wir schon in unserem Landtagswahlprogramm erhoben haben. Es wäre allerdings besser, die CDU würde im Bund endlich die Weichen dafür stellen, dass wir im Land gar nicht handeln müssen.“ (AfD-RLP/KL)

 

 

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5 Kommentare

  1. Statt schon wieder alles als „kostenlos“ anzubieten (zahlt in Wirklichkeit der Steuerzahler) – wie wäre es wenn wir stattdessen Studiengebühren erheben würden? Dann würden immerhin die ganzen Gendergagas ihre Zukunft auf eigene Kosten ruinieren. Der Staat hat sich aus Bildung (ja auch aus der Schule) komplett herauszuhalten. Aber anscheinend bin ich der einzige Nicht-Kommunist im ganzen Lande.

  2. Die Aussage „Fachkräftemangel auf der einen Seite und der Überakademisierung auf der anderen Seite“ stimmt so nicht. Wir haben z.Z. bei Akademikern 2,6% und bei Fachkräften 3,1% Arbeitslosigkeit. Das scheint recht ausgewogen zu sein. Aber dass der Staat Ausbildungskosten im Erfolgsfall übernimmt, ist zu begrüßen.

  3. Das passt aber gar nicht in die Agenda der links Grünen. Die wollen doch Abi und Gaga Studium für alle.

  4. Ein Meister zu machen war der größte Fehler,außer ein eigenen Betrieb aufzumachen will den auch keiner.Dafür braucht man Dank der Merkel und seiner Paten auch kein Meister mehr.

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