Wohin zieht die Bundeswehr? Eine Armee ohne Seele

Foto: Von Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock

Es bedarf keiner Wissenschaft, um die fehlende Präsenz und Bedeutung der deutschen Streitkräfte in der Gesellschaft zu erkennen. Die Bundeswehr ist eine unerwünschte Armee. Sie wird in der Regel mit «freundlichem Desinteresse» bedacht und von der Politik seit Jahren schon nicht mehr nur stiefmütterlich behandelt. Dafür, daß die CDU sich selbst gerne den Namen des «Anwalts der Soldaten» gibt, vollzog sich unter der Führung von CDU/CSU-Verteidigungsministern eine moralische und materielle Abwrackung der Truppe, wie sie unter Inhabern desselben Amtes mit SPD-Parteibuch wie Helmut Schmidt oder Georg Leber nicht vorstellbar gewesen wäre. Es war der Unionspolitiker Karl-Theodor zu Guttenberg, der die Wehrpflicht aussetzte und die Bundeswehr auf ihren langen und schmerzhaften Weg in Richtung international orientierter Polizeitruppe schickte. Der Sparkurs der folgenden Jahre sorgte dafür, daß die letzten Kalten Krieger zusammen mit ihrem Waffengerät in den Ruhestand und auf den Schrotthaufen verabschiedet wurden.

Führung ohne Verantwortung

Nachdem die materielle Zerstörung mit Guttenberg einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, führte mit Ursula von der Leyen die denkbar ungeeignetste Person, die je das Amt des Verteidigungsministers bekleiden durfte, die moralische Dekonstruktion der Truppe durch. Von der kämpfenden Truppe des Kalten Krieges über die Armee der Einheit, die immer einem deutschen Vaterland verpflichtet war, ging es fortan in Richtung postnationaler Arbeitgeber mit Karrierechancen. Junge Menschen mit Pathos und alte Krieger mit Traditionsbewußtsein waren nicht mehr erwünscht – ebenso wenig Widerspruch und selbstständiges Denken.

Als sich die vormals noch als Mustersoldatin gefeierte Wencke Sarrach, Hauptmann im Heer, im Sommer 2017 mit kritischen Worten über die Verteidigungsministerin in der WELT äußerte, war es um sie geschehen. Sie hatte es gewagt, das eklatante Führungsversagen von Ursula von der Leyen und ihres Beraterstabes deutlich auszusprechen. Im Grunde tat sie genau das, was das Ethos des Staatsbürgers in Uniform von ihr verlangte. Sie gestattete sich eine eigene Meinung und verweigerte sich dem blinden Kadavergehorsam, der so typisch für einen Großteil der Generalität geworden ist und der alles mögliche, aber nicht preußisch ist.

Frau Ministerin und die Bundeswehr quittierten die aufrecht gesprochenen Worte mit einem schnöden Brief, der kurze Zeit später bei Frau Sarrach eintrudelte. Das Landeskommando Baden-Württemberg teilte ihr mit, daß man „absehbar keinen Bedarf an den Dienstleistungen von Frau Hauptmann der Reserve Wencke Sarrach“ haben werde. Und das, obwohl akuter Mangel an qualifizierten Soldaten besteht und Frau Sarrach qualifizierter kaum sein könnte. Der Deutsche Bundeswehrverband behandelt ihren und ähnliche Fälle, bei denen das Ministerium von Frau von der Leyen gegen politisch unliebsame Soldaten aktiv geworden ist. Unter der Regie der Verteidigungsministerin gibt es kein Pardon für Kritiker aus dem Inneren. Das gilt auch für Generäle wie Walther Spindler und andere, die keine hohe Meinung von der Ministerin haben. Es scheint so, als ob die politische Führung nicht daran erinnert werden möchte, daß sie gegenüber ihren Soldaten eine Verantwortung hat.

Entkernung der Soldatenseele

Die Sünden der Ministerin enden nicht mit dem Fall Wencke Sarrach, der unmittelbar auf die Verwirrungen um den Soldaten Franco A. und seine bis heute nicht nachgewiesenen Terrorabsichten folgte. Frau Ministerin von der Leyen hatte der gesamten Truppe ein «Haltungsproblem» unterstellt und daraufhin den Militärischen Abschirmdienst auf die Kasernen und Einheiten der Bundeswehr losgelassen, um klar Schiff zu machen. In Nacht-und-Nebel-Aktionen wurden Vitrinen von „Wehrmachtsdevotionalien“ gesäubert. Diesen ideologischen Bilderstürmern in Uniform und ohne Namensschild fielen auch solche Dinge wie Wandtattoos von Gebirgsjägern, Rotkreuzfahnen aus dem Zweiten Weltkrieg und alte Karabiner zum Opfer. Sogar ein Foto, das Altkanzler Helmut Schmidt in seiner Wehrmachtsuniform zeigte, wurde an der Bundeswehruniversität in Hamburg in vorauseilendem Gehorsam abgehängt. Denn er hatte posthum das Haltungsverbrechen begangen, als deutscher Soldat im Zweiten Weltkrieg gedient zu haben.

Diese Säuberungen hinterließen Kasernen, die schon vorher recht steril wirkten, nun aber die Atmosphäre von sowjetischen Krankenhäusern ausstrahlen. Daß die Soldaten in einer deutschen Armee dienen, fällt ihnen nur noch auf, wenn sie rechts an ihrer Uniform herunterschauen.

Weder «Treue um Treue» noch ein würdevoller Umgang mit der eigenen Militärgeschichte ist den Soldaten der Bundeswehr noch vergönnt. Sie sind angehalten, das macht der neue Traditionserlaß unmißverständlich klar, sich nicht mehr als Soldaten im Kontinuum einer deutschen Geschichte zu sehen. Vielmehr sollen sie ihren Sinn und Zweck in der internationalen «Wertegemeinschaft», der NATO sowie jenen Institutionen finden, die von den Bürokraten im BMVg als ideologisch einwandfrei eingestuft werden.

Was Tradition ist, wird befohlen. Wer offen widerspricht, wird entfernt. Wer so führt, erhält jedoch keine schlagkräftige Truppe, die vom Eros an ihre Nation und ihren Staat getragen wird. Wer so führt, der schafft eine Armee ohne Seele.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com

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4 Kommentare

  1. Die Soldat*innen der Bundeswehr gehören einer besonderen Truppe an. Seit 2005 sorgen militärische Gleichstellungsbeauftragte (GleiBmil) dafür, dass das Soldatengleichstellungsgesetz (SGleiG) umgesetzt wird. Insgesamt gibt es ca. 40 Gleichstellungsbeauftragte und ebenso viele Stellvertreterinnen, also fast so viele wie Kampfschwimmer. Man kann sagen, daß die Bundeswehr in dieser Hinsicht wohl allen Armeen überlegen ist.

    Inzwischen leisten ca. 20.000 Soldatinnen ihren Dienst in der Bundeswehr (10 Prozent der Streitkräfte). Rund zwei Prozent sind im Durchschnitt schwanger und bekommen nun auch Umstandsuniformen.

    Mehr als 1600 Muslime und Muslimas sind inzwischen in der Bundeswehr. Die fünf Gebete am Tag werden nach Dienstschluss nachgeholt. Aus Gründen der Extremismusprävention wird seit langem gefordert, muslimischen Seelsorger einzuführen.

    Die lustige Truppe ist also politisch korrekt aufgestellt. Nur mit der Bewaffnung hapert es: Nach einem Bericht des Verteidigungsministeriums von 2018 waren von 244 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 im Schnitt nur 95 einsatzbereit. Naja, immerhin zwei Bataillone. Die Einführung des Schützenpanzers Puma wird sich wohl um fünf Jahre verzögern. Die Insassen dürfen nicht größer als 1,84 Meter sein. Von den sechs U-Booten der Marine war 2017 kein einziges einsatzbereit. Von den 53 Kampfhubschraubern vom Typ Tiger waren nur 12 flugtauglich. Die Liste ist noch lang, aber es ist schon spät und ich habe keine Lust mehr noch viel zu schreiben.

    Natürlich gibt es immer noch fähige Spezialverbände wie Fallschirmjäger, Waffentaucher und Fernspäher etc. Was die Seele der Bundeswehr anbelangt, kann man sagen, sie ist zerrüttet und vergrämt, zerrüttet wie der Rest unserer Gesellschaft im neuen linksliberalen multiethnischen Helldeutschland.

  2. 1)Wer von der Wehrpflicht schwärmt,
    sollte sich nicht an solchen Fragen vorbeidrücken wie,
    a) wie lange die denn zu dauern hat für alle Männer (und Frauen?) – und ob in dieser Zeit die Beherrschung des modernen Kriegsgeräts überhaupt erreicht wird

    b) ob denn überhaupt genügend Kasernen und Ausbilder für jeden neuen Jahrgang vorhanden sind
    c) ob das Zusmmenleben mit immer mehr Moslems in der Truppe überhaupt funktionieren kann
    d) ob es sich das demographisch kollabierende D überhaupt leisten kann, die wenigen Abiturienten vom Studium fernzuhalten und sie Soldatenlieder singend herummarschieren zu lassen.

    2) Wer darauf hinweist, daß die heutige Bundeswehr eine international operierende Truppe ist, der sollte sich nicht verkneifen, daß die Bundeswehr in bereits 15 islamischen Ländern zig Steuergedmilliarden dafür verjubelt, um dortzulande die einen Koranverwirrten vor anderen Koranverwirrten zu beschützen ( statt die deutschen Grenzen zu schützen)

  3. Wir werden schon noch sehen, was die Bunte Wehr so kann, spätestens wenn das Volk erwacht wird es Arbeit für die Truppe geben.,…

  4. Die von der Leine des Grauens hat die Bunteswehr lächerlich gemacht. Schwangerschaftsuniformen, Gendergerecht, überflüssig und kaputt gewirtschaftet.

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