Ökostrom ist 4-mal teurer als Kraftwerkstrom

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Fake-Strom (Foto: Durch mikeledray/shutterstock)
Fake-Strom (Foto: Durch mikeledray/shutterstock)

Um diese Aussage zu überprüfen, braucht man nur die Grundrechnungsarten.

 Nach Angaben des Energievergleichsportal Verivox ist der Strompreis von 14 Cent je Kilowattstunde (Ct/kWh) im Jahr 2000, also vor Beginn der Energiewende, auf 31 Ct/kWh im Jahr 2018 gestiegen. Im gleichen Zeitraum erreichte die Einspeisung aus Wind-, Solar- und Biogasanlagen rund ein Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland. Mit diesen Angaben lassen sich die Kosten für Ökostrom leicht ausrechnen.

Es gilt die einfache Gleichung:  14 Ct/kWh x 2/3 + x Ct/kWh x 1/3 = 31 Ct/kWh

Ökostromkosten: x = 65 Ct/kWh.

Das ist 4,5-mal mehr als die Stromversorgung mit konventionellen Kraftwerken. Bei dieser Berechnung braucht die Inflation seit dem Jahr 2000 nicht berücksichtigt werden. Die Preise an den Strombörsen waren weitgehend konstant. Das Ergebnis korrespondiert auch mit den Angaben der ehemaligen Umweltministerin Barbara Hendricks, die verkündete, im Ökostrombereich gäbe es pro erzeugte Kilowattstunde 5-mal mehr Arbeitsplätze als in der konventionellen Stromerzeugung.

Ökostrom ist Fakepower

Woher kommen diese hohen Kosten? Ökostrom wird doch immer preiswerter, erfahren wir von Politikern und aus den Medien.  Die Vergütungskosten sollen zum Teil bereits unter den Erzeugungskosten der Kohlekraftwerke liegen. Damit würde Ökostrom wettbewerbsfähig. Diese Aussage ist jedoch falsch, weil der vom Wetter gesteuerte Ökostrom nicht mit dem planbaren und regelbaren Kraftwerkstrom vergleichbar ist. Bei Starkwind und Sonnenschein haben wir schon heute zu viel Ökostrom, der kostenpflichtig entsorgt werden muss, um die Netze nicht zu überlasten. Zuletzt mussten Ostern für eine solche Entsorgung wieder 5 Millionen Euro aufgewendet werden. Mit Ökostrom gibt es keine sichere Stromversorgung. Er ist teurer Zufallsstrom mit geringem Wert, der dennoch von der Politik und den Profiteuren der Energiewende als Zukunftsenergie angepriesen wird. Der Stromverbraucherschutz NAEB bezeichnet diesen Strom zu Recht als Fakepower.

Eine sichere Stromversorgung ist nur mit konventionellen Kraftwerken möglich. Kohle-, Gas-, Wasser und Kernkraftwerke mit der dazu nötigen Leistung sind heute in Deutschland noch vorhanden. Die schwankende Fakepower stört die Netzstabilität. Das Einspeisen von Fakepower schafft technische Probleme und damit zusätzliche Kosten, da die Schwankungen durch Regelkraftwerke ausgeglichen werden müssen. Technisch und wirtschaftlich ist die Einspeisung unsinnig. Dazu musste Zwang ausgeübt werden. Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wurde eine Vorrang-Einspeisung mit einer festen Vergütung eingeführt, die weit über den Erzeugungskosten der Kohlekraftwerke liegt. Die hohen Vergütungskosten werden auf unserer Stromrechnung als EEG-Umlage ausgewiesen. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der Fakepower-Kosten.

Ökostrom-Einspeisung führt zu vielen weiteren Kosten

Mit der Zwangseinspeisung von Fakepower wird eine wahre Kostenlawine losgetreten. Die Auslastung der Kraftwerke sinkt und damit steigen die Erzeugerkosten. Die Leistung der Wind- und Solaranlagen schwankt mit jeder Windbö und Wolke stark. Zum Ausgleich müssen leistungsstarke Regelkraftwerke vorgehalten werden, die in Bereitschaft stehen oder im Teilleistungsbereich mit geringerem Wirkungsgrad laufen, also mehr Brennstoff für jede erzeugte Kilowattstunde benötigen.  Darüber hinaus werden Gasturbinenkraftwerke als Kaltreserve finanziert, die bei Strommangel schnell anlaufen können. Stillgelegte Kraftwerke, die in Bereitschaft gehalten werden, sollen die Versorgung sicherstellen, wenn eine Dunkelflaute droht. Ihre Anlaufzeit beträgt etwa eine Woche.

Weiter müssen die Niederspannungsnetze erweitert werden, um den Strom von den Wind-, Solar- und Biogasanlagen einzusammeln. Umspannwerke brauchen neue Transformatoren. Hochspannungstrassen sollen Strom von Nord nach Süd bringen. Anschlüsse über Seekabel müssen zu den Off-Shore Anlagen gelegt werden. All diese Kosten sind in den Netzgebühren versteckt. Sie sind Folgen der Energiewende.

Industrieanlagen müssen abgeschaltet werden

Mit jeder neuen Anlage wird immer häufiger Überschuss an Fakepower erzielt. Das Netz wird überlastet und bricht zusammen. Um dies zu vermeiden, müssen Anlagen abgeschaltet werden. Der Betreiber erhält dann eine Ausfallentschädigung von 90 Prozent der entgangenen Einspeisevergütung.  Umgekehrt kommt es in Zeiten hoher Nachfrage und geringer Fakepower Produktion zu einem Strommangel. Es werden dann leistungsstarke Industrieanlagen vom Netz genommen, um die Frequenz zu halten. Im letzten Jahr wurde unter anderem die Aluminium-Elektrolyse von der ALUMINIUM NORF GMBH in Neuss fast 80-mal abgeschaltet. Auch diese Produktionsausfälle werden vergütet und erhöhen die Strompreise. Die geforderte Stilllegung von Kohlekraftwerken wird die Abschaltung von Industrieanlagen weiter erhöhen.

Diese geschilderten „Nebenkosten“ der Energiewende und noch weitere Umlagen führen zu dem oben errechneten hohen Preis für Ökostrom, oder besser Fakepower.

Keine Stromspeicher in Sicht

Unerwähnt sind bisher die Kosten für Stromspeicher, die notwendig wären, um den Überschussstrom aufzunehmen und bei Mangel wieder abzugeben. Ausreichend große und wirtschaftliche Stromspeicher sind bis heute noch nicht einmal ansatzweise erdacht. Die Kapazität von Pumpspeicherwerken und Batterien ist viel zu klein. Die Speicherverluste betragen mindestens 20 Prozent. Hinzu kommen die Speicherkosten. Noch viel teurer wird die Erzeugung von Wasserstoff, der dann in Gaskraftwerken wieder in Strom umgewandelt wird. Hier liegen die Verluste bei etwa 80 Prozent. Durch Speichern werden die Kosten für Fakepower mindestens verdoppelt.

CO2-Steuern und Zertifikate erhöhen den Strompreis

Nun soll die Emission von Kohlenstoffdioxid (CO2) kostenpflichtig werden, um Anreize zu schaffen, die Emissionen zu vermindern.  Im Gespräch sind direkte Steuern oder eine Verknappung von CO2-Zertifikaten.

„Klimaschutz“ und Reduzierung des „Klimagases CO2“ haben in der Politik und den Medien inzwischen den Status von Axiomen erreicht, also Grundsätzen, die keines weiteren Beweises bedürfen. Sie werden nicht mehr hinterfragt. Wer es trotzdem tut, wird als Leugner, Laie, Unwissender oder mit anderen Bezeichnungen öffentlich an den Pranger gestellt. Mit den „Axiomen“ wird jede Kostenerhöhung begründet und Einwände abgeschmettert. So wird wohl in Kürze CO2 mit Kosten belegt, die den Strom weiter verteuern. Wenn die CO2-Certifikate um 20 Euro je Tonne steigen, kostet die Stromerzeugung 1 Ct/kWh mehr. Wollen wir das?

In Zukunft wird mehr Strom gebraucht

Doch wir werden den Stromverbrauch trotz steigender Preise nicht reduzieren. Im Gegenteil. Wir werden in Zukunft noch mehr elektrisch betriebene Geräte einsetzen müssen, um fehlende Arbeitskraft zu ersetzen. Auch das Internet verlangt immer mehr Energie, inzwischen mehr als alle Flugzeuge der Welt. Eine Kilowattstunde, die uns zurzeit als Strom 31 Cent kostet, liefert die Tagesarbeit eines Menschen. Selbst die kastrierten EU-Staubsauger mit maximal 900 Watt haben noch die Leistung von neun Teppichklopfern. An solchen Beispielen wird klar, wir werden den Energieverbrauch weiter steigern und dafür auch Kaufkraftverluste hinnehmen.

Die Verteuerung der Energie durch Fakepower, Steuern und Abgaben ist eine Sackgasse. Wie sich gezeigt hat, werden dadurch noch nicht einmal die politisch geforderten CO2-Emissionen reduziert. Kaufkraftverluste führen zum Abbau von Arbeitsplätzen, denn die Nachfrage sinkt und die Produktionskosten steigen mit höheren Energiekosten. Es ist ein Teufelskreis. Es muss umgehend Schluss mit der Energiewende gemacht werden.

 

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22 Kommentare

  1. Tut mir Leid, aber einen wirklichkeitsfremderen und dümmeren Text als den obigen habe ich noch nie gelesen !
    Photovoltaik macht es ja gerade möglich, dass jeder seinen eigenen günstigen Strom produzieren kann. Wird vom Staat sogar noch unterstützt. Was will man noch mehr ??
    Sogar einen eigenen Speicher habe ich. Alles in wenigen Jahren amortisiert.

    • Haben Sie sich mal wirklich mit dieser Thematik beschaeftigt?
      Wenn, dann widerlegen Sie doch bitte diesen „wirklichkeitsfremden und dummen Text“
      des Prof. Dr. Ing. Hans-Guenter Appel anhand von FAKTEN…

      Die Leser hier waeren/sind sicher sehr dankbar dafuer, da es ja um viel Geld geht.
      Man lernt ja gern hinzu.

      Vielen Dank

      PS: Sie „liken“ Ihren eigenen Kommentar? hm….Seltsam…

  2. Nur Bevölkerungsreduktion weltweit ist sinnvoller und dauerhafter Umweltschutz.

    Bei weiter steigender Weltbevölkerung ist alles Umweltgedöns hirnrissig und nutzlos.

  3. Den Wert des dreckigen Oekostroms kann man auch wie folgt errechnen….

    Gem. der Übertragungsnetzbetreiber wurden 2016 188 TWh Strom (2) Strom aus „Erneuerbaren Energien“ mit 24,9 (1) Mrd. € vergütet. Die Einnahmen aus der Vermarktung des Stroms betrugen 1,2 Mrd. € (1).

    Das bedeutet, dass 95% der Ausgaben für Ökostrom verlorene Subventionen sind.

    Der Vermarktungswert von 1 kWh Ökostrom beträgt damit durchschnittlich 0,6 c/kWh.

    Wenn man annimmt, dass der planbare Strom aus Wasserkraft 10.9 TWh und Biomasse 28 TWh den überwiegenden Teil der Erlöse erzielt hat, liegt der Erlös des Wind- und Solarstroms leicht über 0.

    Wenn man die Kosten für Regelenergie, Netzausbau auf allen Ebenen und Kraftwerke in heißer, warmer und kalter Bereitschaft berücksichtigt, ist der Wert von Solar- und Windstrom deutlich negativ.

    Vergleichbar mit einem Weihnachtsbaum am 29.12 hat nicht bedarfsgerecht erzeugter Strom einen Negativwert. Kaufmännisch wäre es am sinnvollsten die umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen vom Netz zu trennen und zur (öko)religiösen Erbauung der Gläubigen blinken, bzw. sich drehen zu lassen. Dadurch könnte man auch die Kosten für den Netzanschluss sparen.

    Dies ist ein Ausschnitt meiner Analyse „Vision und Realität „Erneuerbarer Energien“ einfach googlen.

  4. Jetzt sollte man nur noch in die Tagesschau kommen mit der Meldung. Hier wissen es schon alle. Aber es ist ein Artikel zum Abspeicherung und Aufheben. So fundierte Sachen sind nicht immer einfach zusammengefasst zu finden. Danke.

  5. Für die Rettung der Welt ist den „Grüngläubigen“ nichts zu teuer.
    Aber allen Anderen kommt diese Religion teuer zu stehen.

  6. Nicht veräppeln lassen. Die Erzeuger von Ökostrom stehen ganz unten in der Nahrungskette.

    Ganz oben stehen wie beim Spritpreis Staat. Dann Kommunen für die Stromtrassen (Konzessionsabgaben). Dann kommt erstmal lange nichts.

    Dann Naturschutzverbände, denen man per Bestechung das Klagerecht abkaufen muss (BUND Goldisthal mal googeln).

    Und zuvorletzt sind die einzig geeigneten Vorrangflächen einer Kommune etwa für Windenergie nach sorgfältiger Naturschutzprüfung, Bürgerbeteiligung und Flugsicherheit immer im Besitz verdienter Genossen.

    Und dann erst: Haltet den Dieb, die profitgierigen Betreiber als Äquivalent zu den „Konzernen“ beim Spritpreis. 🙃

  7. Man muss aber auch die Vorteile sehn:
    Hundertausende armer,echtdeutscher,Familien können so ihre
    Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Ihnen wurde kurzerhand der Strom gesperrt und damit können sie nicht mehr in den sog.“Freien Medien“
    ihre heimtückische Volksverhetzung gegen unsre geliebte Führerin
    betreiben!
    Heil Merkel !
    P.P. Heute Anzeige gegen Merkel wegen Völkermord.
    Siehe fr.Medn

    • Auch der Umkehrschluss ist doch wirkungsvoll, denn die
      Propagandamedien erreichen den Personenkreis auch nicht mehr:-)

  8. 4 x so teuer? Dann gehen wohl bei „einigen“ die Lichter bald aus..oder bei allen (nennt sich Blackout)

  9. Der Preis spielt gar keine Rolle. Ich will doch die Welt retten. Und wir wollen leben, ja leben. Fassen wir uns an die Hände und singen gemeinsam. „We shall overcome.“

    Man hätte gleich im Titel schreiben sollen, dass es nichts nützt und !!!!! 4 x teurer ist.

  10. Mir ist schon einige Male aufgefallen, daß bei böeigem Wind, der E-Herd bzw der Topf der darauf steht, aufhört zu kochen und das man höher stellen muss. Kurze Zeit später kocht es auf Deibel komm raus und es wird wieder kleiner gestellt, einige Zeit später dasselbe Spiel. Bei Windstille wahr das noch nie. Also alten Stromregler hervorgeholt und siehe zwischen 200 und 220 Volt ging es immer hin und her, wie zu Ostzeiten.

  11. Keine Stromspeicher in Sicht. Lt. das GrünX Baerbock*innen wird der Strom doch im Netz gespeichert. Oder doch nicht?

    • Trotzdem mein „Geheimtipp“ wenn die Batterietechnik wirklich mal mindestens so weit ist wie Innotith angekündigt. Solarstromanlage + Speicher zur Eigenversorung, Strompreis ca./unter 10 cents, KEINE Einspeisung, keine Umlage, kein Murks…

    • Offensichtlich sind Sie intelligent genug Ihren eigenen Unsinn nicht zu leben. Andernfalls hätten Sie das Mail nicht schreiben können. In den vergangenen Tagen war die Einspeisung umweltschädlichen Solarstroms gering.

      Die meisten Eigner umweltschädlicher Solaranlagen sind intelligent genug den Anschluss an das Stromnetz zu behalten. Es wird wertloser Solarstrom ins Netz eingespeist und von dort zuverlässiger, frequenzstabiler Strom bezogen. Man nennt dies schmarotzen.

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