Paris ist eine Messe wert: Kundgebung vor Notre Dame im Geiste von Jean D´Arc

Foto: Von Martina Badin / Shutterstock

Paris – Am kommenden Sonntag 12. Mai ruft die katholische Organisation Civitas zu einer Kundgebung: „Alle nach Paris für Notre-Dame und die heilige Johanna von Orleans“ auf. Dies geht aus einem Artikel von katholisches.info hervor. Wie das Plakat mit der kämpferischen Jean D´Arc verrät, soll um 12 Uhr unter freiem Himmel die Heilige Messe im überlieferten Ritus zelebriert werden. Im Anschluss daran folgt ein Picknick sowie  verschiedene Ansprachen. Um 15 Uhr beginnt ein Demonstrationszug durch die Stadt. Um 16.30 Uhr folgen die Schlussansprachen von Abbé Xavier Beauvais und Alain Escade, dem Vorsitzenden von Civitas. Schon ein flüchtiger Blick auf die Webseite des Instituts verrät: Die gesamte Veranstaltung steht im Zeichen des Brandes der Kathedrale von Notre Dame. Er wird als Fanal gesehen, das die Katholiken aufrütteln soll.

Gleichzeitig zieht das Institut Civitas Verbindungslinien zwischen Notre Dame und Jean D´Arc. Beide gelten als große Schutzheilige Frankreichs und genießen im Mai besondere Verehrung. An einem 30. Mai wurde die Jungfrau von Orleans in Rouen von den Engländern als Ketzerin verbrannt. Ihre Heiligsprechung erfolgte am 16. Mai 1920.

In seinem von kaholisches.info wiedergegeben Appell zur Teilnahme an der Kundgebung sagte Hugues Petit, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats von Civitas:

„Nach menschlichem Ermessen ist alles verloren! Angesichts der demographischen Explosion der afrikanischen und asiatischen Kontinente reagiert Europa mit Verhütung, Abtreibung und Gendertheorie. Angesichts der Eroberung des Islams reagiert die Konzilskirche mit religiösem Indifferentismus und Entschuldigungen in alle Richtungen. Öffnen auch wir die Ohren für Seine Stimme wie Johanna von Orleans sie geöffnet hat! Finden wir uns zu Seinen Füßen ein, um das Wunder der Rettung zu erbitten, das Frankreich von den Ideologien des Todes befreit und die spirituelle Vitalität unseres Volkes wiederherstellt, die einst seine Größe ausmachte.“

Brand hat Hass auf das christliche Frankreich ausgelöst

Ähnlich äußert sich auch Pater Laurent sinngemäß in einem bereits im April verfassten Aufruf auf der Webseite von Civitas:

„Vor dem verwundeten Herzen, Notre-Dame de Paris, wird dieses Jahr unsere Parade zu Ehren der Heiligen Jeanne d’Arc stattfinden. Als ob dieses Leiden nicht genug wäre, hat dieses Ereignis einen unvorstellbaren Hass auf die katholische Kirche und das christliche Frankreich ausgelöst. Die wahren Franzosen können angesichts dieser Blasphemie nicht unempfindlich bleiben. Ja, Notre-Dame de Paris, auf der Ile de la Cité, ist das Herz unserer Hauptstadt.“

Dann erinnert der Pater daran, dass der Altar und das Kreuz, das einst Ludwig der XIII der Kirche schenkte, beim Brand wie durch ein Wunder unbeschädigt blieb.

„Denken Sie daran, dass der erste Blick, den die Feuerwehrleute nach dem Brand sahen, genau derselbe Altar war, der noch vom Scheinwerfer beleuchtet wurde. In diesem Heiligtum (Notre Dame) begann auch der Prozess, wodurch die Verurteilung der hl. Jeanne d’Arc für nichtig erklärt wurde. Diese berühmte Heilige erinnert uns daran, dass die Lösung unserer irdischen Dramen zuerst vom Himmel kommt. Die den Nationen zugefügten Plagen sind die Bestrafung der Sünden ihrer Kinder. Diese Verstöße verlangen Wiedergutmachung. Die heilige Kriegerin sagt uns aber auch, dass wir kämpfen müssen.“

Zum Abschluss zitierte Pater Laurent die Worte von Papst Pius X., der in einer Ansprach sagte: „Die Hauptkraft des Bösen ist heutzutage die Feigheit und Schwäche des Guten.“ Ein Schelm, der bei diesen Worten an den aktuellen, und möglicher Weise letzten Papst denkt.

Lasst uns für die Erhaltung unserer Kirchen kämpfen!

Ergreifend ist auch der Aufruf der Juristin Claude Meunier-Berthelot. Die bekannte Buchautorin war laut katholisches.info in ihrer ganzen Berufstätigkeit im Bildungswesen tätig und gehört heute zu den bekanntesten Kritikern des derzeitigen Bildungssystem in Frankreich, das sie als „Niedergang“ bezeichnet. Ende März sprach sie bei einer Civitas-Veranstaltung über „Den großen Austausch der Eliten“.

„Die apokalyptische Vision des Feuers von Notre-Dame machte uns sprachlos, aber auch hoffnungsvoll: Das Kreuz triumphiert, es blieb intakt, strahlend, auf dem ebenso intakten Hochaltar inmitten eines Haufens verkohlter Holzstücke. Das ist mehr als ein Symbol! Die Muttergottes bleibt stehen, wenn auch sicher zerbrechlich! Wir müssen sie beschützen, besonders auch vor den ‚Tempelhändlern‘ die beabsichtigen, ihr lukratives Projekt der Denaturierung dieses heiligen Juwels unseres katholischen Erbes zu verwirklichen.

Lasst uns für die Erhaltung unserer Kathedrale kämpfen, für unsere Kathedralen und unsere Kirchen kämpfen, die immer mehr entweiht und in Brand gesetzt werden…  Betet! Lasst uns die heilige Johanna von Orleans anrufen, die durch ihren Glauben, ihren Mut, ihren Einsatz und mit Hilfe der himmlischen Kräfte Frankreich dazu gebracht hat, über seine Feinde zu triumphieren.

Kommt und betet zu unserer Heiligen, kommt zum Fest der heiligen Jean d’Arc!“

Unsere Feinde sind die Zertrümmerer

Deutliche Worte gegen die neuen Bilderstürmer und Kirchenschänder sind auch im Aufruf von Stephanie Bignon, der Vorsitzenden der Vereinigung Terre et Famille zu hören. Darin heißt es:

„Ob Sie Gelbwesten, Bauern, Handwerker, Beamte, Unternehmer, Eltern, Großeltern oder Alleinstehende sind. Treffen Sie sich am 12. Mai in Paris mit Civitas, um auf andere Weise die Verbundenheit mit unserer Geschichte und unserem Glauben sehen und hören zu lassen! Unsere Feinde sind die Zertrümmerer! Sie ruinieren unser Land und verkaufen es an den Meistbietenden. Sie verachten das Volk der Erbauer, das wir sind. Lassen Sie uns zeigen, dass wir trotz deren schmutzigen Manöver immer noch existieren. Lassen wir sie wissen, dass es der Glaube unserer Vorfahren ist, der die Kathedralen erbaut hat und nicht das Geld der kulturlosen und schamlosen Parvenus!“

Wenn man solche Texte liest und sie mit den Statements deutscher gleichgeschalteter rotgrüner Staatskirchenbeamte vergleicht, sieht man deutlich, dass die katholische Kirche in zwei Lager gespalten ist, deren Abstand so groß ist, dass man kaum noch von einer gemeinsamen „Religion“ reden kann. In dieser Hinsicht hat sogar die Französische Kirche größere Überlebenschancen, weil sie seit der Französischen Revolution keine Staatskirche mehr ist, sondern nur noch von den Menschen getragen wird. Sie ist Bekenntniskirche. (KL)

 

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7 Kommentare

  1. Die französische Kleinpartei Civitas findet in Frankreich bei maximal 140 000 Katholiken Rückhalt.
    Sie steht dem traditionalistischen ( und an lateinischen Messen festhaltenden) Katholizismus der Piusbruderschaft nahe, wobei inzwischen jeder dritte Neupriester in Frankreich ein Piusbruder ist.

  2. Ich selbst habe mit der Kirche nicht viel am Hut, und dennoch, ich weiß schon wem wir es zu verdanken haben, dass in Europa die Frauen nicht in Müllsäcken herumlaufen müssen, Mädchen nicht die Geschlechtteile verstümmlt- oder mit 9 bis 10 Jahren an, 20 bis 30 Jahre ältere, pädophile Männer zwangsverheiratet und vergewaltigt werden. Es ist unsere abendländische christliche Kultur, welche uns, zumindest bis 2015, ein Leben in Wohlstand und Freiheit ermöglichte, dass sollten wir, bei aller berechtigten Kritik an der Kirche, niemals vergessen.

  3. Die EU-Wahl ist die letzte Chance gegen die wahnsinnigen Globalisten, welche unser Europa vernichten wollen. Das Abfackeln von Notre-Dame ist nur ein kleiner Baustein dieses dreckigen Vorhabens. Ich hoffe, die arbeitende Bevölkerung wacht endlich auf. Die sogenannte Elite hat auf der ganzen Linie versagt.

  4. Haben Bettfurz-Strohdumm und der fett gefressene Marx schon ihren Unmut über diese Veranstaltung geäussert? Nach der Tempelbergaktion ist den beiden auch das zuzutrauen.

  5. mit dem heutigen Wissen über den heuchlerischen Klerus, würde Jeanne d’Arc wohl eher selbst Notre-Dame niederbrennen.

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