Gauland ist nicht nach rechts gerückt, die Gesellschaft ist nach links gerückt

Michael Klonovsky

Foto: Imago

Wie allgemein bekannt sein dürfte, kreuzen sich meine Wege in den Räumlichkeiten des Bundestages bisweilen mit jenen des Oppositionsführers, er ist sogar mein Büronachbar, will sagen: Der Mann ist mir, bei aller Sphinxhaftigkeit seines Wesens, nicht völlig unbekannt. Diese präludierenden Worte sollen auf einen Artikel der Berliner Zeitung überleiten, als dessen Autor ein Journalist namens Harry Nutt erscheint, aber Helmut Markwort hat immer gepredigt: Keine Namenswitze!

Es ist auch egal, der Text steht hinter der Bezahlschranke, ich kenne ihn nicht, mir genügt seine These, welche wiederum die These eines Buches spiegelt, das Jana Simon geschrieben hat, die ich auch nicht kenne, die aber, wie in der Wikipedia zu lesen steht, eine Enkelin von Christa Wolf ist, von der ich immerhin „Kassandra“ gelesen habe, am nächtlichen Diensttisch des UvD bei der Dritten Batterie der Geschosswerferabteilung 9 der neunten NVA-Panzerdivision in Eggesin-Karpin, aber danach kein weiteres Buch von diesem Klageweib mehr. Die Enkelin also, führt Wikipedia aus, hat als freie Journalistin für die tazBerliner Zeitung und den Tagesspiegel gearbeitet, wenn man Journalismus Arbeit nennen will, und seit 2004 ist sie Autorin der Zeit – eine Karriere, die für politische Ausgewogenheit spricht. („Simon schreibt aber auch für andere Zeitschriften“, setzt das online-Lexikon in drolligem Entschuldigungston hinzu, was gewiss nicht so gemeint ist.)

Nun freilich Schluss mit der Gevatterin und hin zur erwähnten These. Für ihr neues Buch „Unter Druck“, notiert die Berliner Zeitung, habe Frau Simon von 2013 bis 2019 den Erdenwandel von sieben Menschen und obendrein auch „den sozialen Wandel in Deutschland“ begleitet. Ihr Buch handele unter anderem von „Statuspanik“, vor allem indes gehe es darin um die Frage, „warum sich jemand wie Alexander Gauland radikalisiert, von der Mitte nach rechts rückt“.

Ich gestatte mir, das rundheraus zu bestreiten. Gauland ist keinen Meter nach rechts gerückt, sondern dort stehengeblieben, wo er immer stand. Die Gesellschaft aber ist als Ganze nach links gerückt, meinetwegen auch in Richtung Narrenhaus. Malen Sie sich nur einmal aus, Sie befinden sich im Jahr 2000, und Ihnen wird geschildert, dass Deutschland knapp zwei Dezennien später aus der Atomkraft und der Kohle aussteigt, an die zwei Millionen überwiegend analphabetische Afrikaner und Orientalen ins Land lässt, sie solide durchfinanziert und die Grenzen immer noch nicht schließt (obwohl die Neuankömmlinge schon mehr Menschen kaltgemacht haben als Honeckers Mauerschützen), sich mit Russland, England und Amerika gleichzeitig überwirft, aber die „Ehe für alle“, ein drittes Geschlecht und Zensurgesetze absegnet, immer neue Milliarden gen Südeuropa überweist, um die dortigen Volkswirtschaften „zu retten“, sich von Brüsseler Spitzen die Gurkenkrümmung, die Staubsaugersaugkraft und die Gedanken normieren lässt, sich für die „Rettung“ Afrikas und des Weltklimas verantwortlich erklärt, das offizielle Freitagsschulschwänzen als säkularen Kult um eine an Asperger laborierende schwedische Nachwuchsheiländin einführt, den Verbrennungsmotor abschafft, Polygamie und Minderjährigenehe legalisiert, Volksfeste mit Wachtürmen, Zäunen und Betonsperren sichert, überall Moscheen aufstellt, den Islam zu Deutschland und Kopftücher zum Stadtbild gehören lässt, nach dreizehn Jahren Bauzeit den Haupstadtflughafen immer noch nicht fertigbekommt, dafür aber das gesamte Land mit Windrädern übersät, die es von Greifvögeln, Insekten und Fledermäusen säubern… – ich breche hier erschöpft ab, es fehlt noch einiges, aber ich muss den Satz an ein Ende bringen: Malen Sie sich also aus, man würde Ihnen das anno 2000 prophezeien, Sie hätten, je nach Naturell, dem Orakellaller einen Vogel gezeigt oder herzlich gelacht. Tja…

Also, Madame, Gauland ist weder nach rechts gerückt, noch hat er sich radikalisiert. Dasselbe gilt für nahezu die gesamte AfD. Sie suchen das Rucken, Rücken und Radikalisieren am falschen Ort. Ende der Durchsage.

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19 Kommentare

  1. Die einfachste Systemstrategie, Parteien wie die AFD kaltzustellen lautet: schiebt sie in die rechtsextreme Ecke, damit wird die AFD für grosse Teile der Gesellschaft ausgegrenzt bleiben und unwählbar, Koalitionen werden erst garnicht angedacht und die Ausübung einer liberal-konservativen Mehrheit/Macht im Land bleibt ungenutzt. Aber das System brauchte die AFD garnicht in diese Ecke schieben, das passierte teilweise ganz von selbst, welche ein Geschenk für uinsere linksbesoffenen Medien. Und eines war schon immer klar, komische Typen mit realitätsfernen oder altmodisch-nationalen Auffassungen, wie unsere Gesellschaft auszusehen hat, wie die Vergangenheit zu bewerten ist, werden von der politikuninteressierten Mehrheit nicht gewählt, schon garnicht bei unserer Vergangenheit und schon garnicht in unserer mittlerweile multikulturellen Gesellschaft. Mit dem Abgang von Lucke und Petry gab es auch ein Aderlass an bürgerlich toleranten Mitgleider in der AFD, was für die Akzeptanz einer solchen Partei wichtig ist. Es läuft wie geschmiert fürs System, zumindest in den alten Bundesländer sind AFD und jegliche Demo-Bewegungen vollkommen ausgegrenzt. Ähnliches Schicksal wie die PDS/Linke gegangen ist, nur auf der anderen Seite.

    • Ihre Analyse ist resignativ und falsch dazu. Hätten Sie Recht, gäbe es a) überhaupt keine AfD; b) würde die Zustimmung zu ihren Zielen nicht mit großem Stimmenzuwachs belohnt werden, c) hätte das Parteienkartell keine Lügen in Permanenz über die AfD nötig und würde seine rote Schlägertruppe Antifa nicht ständig in Bewegung halten; d) hätte der derzeitige Bundespräsident (fällt schwer, das angesichts dieses Mannes auszuschreiben) es nicht nötig gehabt, zu dem Hass-Konzert in Chemnitz einzuladen; e) wäre diese Gesellschaft auch nicht gespalten.

  2. Ich stimme dem Artikel in einem wichtigen Teil nicht zu, weil es zu undifferenziert ist:

    „Die Gesellschaft aber ist als Ganze nach links gerückt“

    Der „Linksschwenktmarsch“ begann mit der SED Merkel; warum dieser Schwenk als psychologisches Merkel-Konstrukt stattfand, das ist mir relativ egal. Die politische Gesellschaft aus SE(P)D, GRÜNE, LINKE waren schon immer links(extremistisch). Die CDU vor der SED Merkel definierte für sich die gesellschaftliche Mitte darzustellen; in der Tat war diese „normale“ CDU auch getragen vom Mittelstand, von der staatstragenden Angestellten- und Beamtenschaft, vom beruflich-selbstständigen Mittelstand. Jedoch mit der SED Merkel ist alles anders geworden.

    Ist dieser Schwenk nach links, der auch in vergangenen Jahren von Systemzeitungen beschrieben wurde, durch SED Merkel entstanden? Meine Vermutung: nein, die USA-Demokraten Clinton/Obama hatten den Linksschwenk begonnen und – so meine Vermutung – die westliche Politelite eingebunden: der Linksschwenk des Westens! Bis auf Osteuropäer (nun, sie sind ja nach Clinton erst aufgewacht) waren und sind noch nicht auf der Spur. Die Strategie der USA-Demokraten Clinton/Obama für Europa war, eine Europa- Diktatur einzurichten und über die EU- Vorgaben (Befehle) die Länder der EU auf den Linksschwenk auszurichten.

    Mit größter Wahrscheinlichkeit war ein Strategiepapier der USA-Demokraten Clinton/Obama erstellt worden, wie dieser Linksschwenk realisiert werden sollte. In diesem Strategiepapier wurde mit aller Wahrscheinlichkeit die Ausrichtung der Presse (Informationslandschaft) und des Fernsehens vorgegeben. Wer sich erinnern kann, Süddeutsche und Zeit begannen vor einigen Jahren die Funktion der Presse zu hinterfragen: sind wir Nachrichteninformanten oder sollten wir „aufklären“ / belehren; und das Belehren führt genau zu dem, was heute passiert: die Presse und das Fernsehen sind zu Umerziehungsinstrumenten in diesem westlichen Linksschwenk geworden.

    Die SED Merkel ist nur Erfüllungsgehilfin in einem Linksdiktat der USA-Demokraten Clinton/Obama mit ihrem Deep State.

  3. Stimmt !! Wenn Gauland nach Rechts gerückt wäre, würde er nicht
    mit Friedrich Merz (Blackrock) sympathisieren und als
    Schlüssel für eine Koaltition mit der CDU betrachten.

  4. Wo Herr Gauland wirklich steht ist für mich die „Eine Million- Dollar- Frage“.
    Wer öffentlich äußert er könne sich eine Koalition mit dem Blackrock-Merz
    vorstellen wenn dieser die CDU führen würde, ist doch schon ziemlich
    nahe an die Globalisten herangerückt.
    Und diese Strippenzieher der Hochfinanz benutzen die internationalen
    Sozialisten. Das sollte auch beim Autor Fragen aufwerfen.

  5. Ja, Herr Klonovsky, genauso ist es! Nur- diese Tatsache, diese Wahrheit oder wie immer wir das nennen wollen, ist nutz- und sinnlos. Warum? Weil nur eine kleine Minderheit das so objektiv und klar sieht und überhaupt noch in der Lage ist, zu denken. Und diese Minderheit hat keine Bedeutung in einem Land, das sich fast einstimmig und mit Begeisterung dafür entschieden hat, den Rattenfängern zu folgen ins
    gelobte Li- la- links- gender- Greta- Angie- Zensur- Islam- Agrarland- wissenschaftsverneinende- bunte- Weiße und Christen hassende Wunderland. Wir sind jetzt hier die Aussätzigen , die, die es einfach nicht raffen, die verdammten Nazis eben. Und aus der Nummer kommen wir auch nicht mehr raus, egal wie viele kluge Artikel von klugen Menschen noch geschrieben werden. Die Übermacht ist einfach erschlagend. Die Niederlage ist uns sicher.

  6. Danke für Ihren ausgezeichneten Beitrag, Herr Klonovsky! Es tut einem wachen Geist sehr gut, so klare Worte zu lesen.
    Weshalb schreiben Sie nicht häufiger???

  7. Die Gesellschaft „ist“ nicht nach links gerückt, sie „wurde“ dorthin gerückt. Ohne Mitwirkung der lügenden Medien hätte sich Gesellschaftlich wohl nicht so viel verändert. Die Medien versuchen nach wie vor mit aller Kraft das „Ausbrechen“ des gesunden Menschenverstandes zu verhindern, — für mich ist die spannende Frage, ob ihnen das langfristig gelingen wird, oder ob sie irgendwann gezwungen sein werden, ganz heftig zurückzurudern. Hoffentlich dauerts, so oder so, nicht mehr so lange, bin nicht mehr der Jüngste 😁.

    • Die,die das vorangetrieben haben sind die Besitzer des Geldes und der Medien.Insofern muß Grundsätzliches passieren um umzukehren.Schauen Sie Barbara Lerner Spectre und Sacha Mounk bei youtube

    • Oder noch besser: Lesen Sie bei ‚morgenwacht – für freie europäische Völker‘ … oder, wenn sie Englisch so halbwegs beherrschen, auf dem ‚Occidental Observer‘ … – da werden sie geholfen! Könnte im Anfangsstadium allerdings auch bei sich schon aufgewacht Wähnenden Symptome schwerer Übelkeit verursachen…

    • Danke für die Morgenwacht.Bereichert meine schon vorhandenen Erkenntnisse.Den Occidental Observer werde ich mal durch den Übersetzer schicken müssen.

    • Das ‚Ausbrechen des gesunden Menschenverstandes‘ zu verhindern…

      Das haben Sie schön gesagt! Es klingt wie der Versuch, eine schwere Krankheit oder eine Seuche am Ausbruch zu hindern. Und … genau so ist es ja auch. Aus DEREN Sicht! Aus deren Sicht sind ‚wir‘ tatsächlich die, die eine schwere Krankheit (mindestens) oder gar eine (tödliche) Seuche repräsentieren.

  8. Es genügt schon, sich das ehemalige Parteiprogramm der CDU aus dieser Zeit durchzulesen. Im Prinzip findet man dort alle Punkte wieder, welche die AfD heute vertritt – nur jetzt ist es auf einmal „rechtspopulistisch“.

  9. Ich bewundere meinen Parteikollegen Alexander Gauland sehr, ein Mensch in diesem Alter hält noch solche Anfeindungen aus. Viel Glück Herr Gauland.

  10. Es gilt, mit Klonovky eisern daran festzuhalten, daß die deutsche Gesellschaft nicht einfach nach links gerückt ist ( was eine verlogene Verharmlosung wäre), sondern unwiderlegbar in Richtung Narrenhaus ( Irrenhaus, Tollhaus)

  11. Ein Klonovsky eben. Wie er leibt und lebt.
    Besser kann man diesen Wahnsinn, der über unser Land gekommen ist, nicht mehr beschreiben.

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