Historikerin: Europas Eliten haben Notre Dame verraten – dreimal krähte der „rote Hahn“

Klaus Lelek

Foto: Von Zabotnova Inna/Shutterstock

Rom – Viel Unsinn war nach dem Brand der Notre Dame in den gleichgeschalteten Medien zu lesen. Doch die wenigen guten Berichte und Statements leuchten dafür für Fixsterne in der Dunkelheit bornierten Halbwissens und aufgeblasener Plattitüden. Zu diesen Artikeln gehört mit Sicherheit der von der WELT bruchstückhaft wiedergegebene Kommentar der römischen Historikerin Lucetta Scaraffia, einer früheren Autorin in Vatikan-Medien. Sie hat in der italienischen Zeitung „Quotidiano“, den Laizismus in Frankreich für den Brand von Notre-Dame verantwortlich gemacht. Weiterhin kritisiert die Autorin, dass linke Eliten zur Freude der Islamisten „die Erwähnung der christlichen Wurzeln“ verhindert hätten. Dies spiegelt sich auch in den meisten Artikeln nach dem Brand wider. Die wenigsten linksliberalen Autoren kennen den wahren Charakter einer Kathedrale. Die architektonischen Weltwunder sind steinerne Buchseiten der Johannesapokalypse und zugleich ein Abbild des himmlischen Jerusalems.    

Der französische Staat, der seit 1905 Eigentümer des Bauwerks ist, hat viel Geld aus der Kathedrale als Touristenattraktion eingenommen, aber die Einnahmen lieber in „laikale“ Projekte gesteckt als in die Restaurierung, kritisiert Scaraffia den Umgang der Pariser mit ihrem bedeutenden gotischen Bauwerk aus dem Hochmittelalter. „Und jetzt, vor ihrem rauchenden Skelett, wachen die Franzosen auf; in den Straßen des säkularisierten Paris gibt es sogar Gruppen, die beten und das Ave Maria singen, während sich TV-Kommentatoren plötzlich erinnern, dass wir am Beginn der Karwoche stehen“, schrieb die Historikerin. Auch sie thematisiert anders als der politisch korrekte Totschweigemainstream den Jubel in den fundamentalistischen und islamistischen Internetseiten und die oberflächliche „öffentliche Bestürzung weltweit“. Dies mache deutlich „wie dumm und oberflächlich die Debatte war, die vor Jahren die Erwähnung der christlichen Wurzeln in der Europäischen Verfassung verhinderte. Die Geschichte existiert, auch wenn wir sie vergessen wollen, und die Erinnerung kann schlagartig geweckt werden, wenn die Folgen unserer Entscheidungen uns schon nur noch zu Asche und rauchenden Trümmern bringen“, so Scaraffia.

Fast alle gotischen Kathedralen sind steinerne Apokalypsen

Grast man weiter über die grünen Wiesen der Gleichschaltungsmedien so findet man Haufenweise Meldungen und Kommentare, die sich darüber auslassen, wie Rechte den Brand für ihre Zwecke instrumentalisieren. Und natürlich darf dabei, zynisch verpackt, der Begriff „Untergang des Abendlandes“ nicht fehlen. Was die bornierten Linkseliten nicht wissen: Die Kathedralen selbst sind ein steinernes Untergangsszenario, deren künstlerisch wertvollster Teil die „Westfassade“ mit seinen drei Tympanons gekrönten Portalen eine Art Blick in die „Endzeit“ darstellt. So zeigt auch das mittlere Hauptportal von Notre Dame, ähnlich wie in vielen anderen Kirchen, als Hauptmotiv „das Jüngste Gericht“ entnommen der Offenbarung des Johannes. In der Mitte „Jesus als Weltenrichter“. Darunter ein Erzengel, der die Seelen wiegt und die Anhänger des Bösen gleich einem Teufel weiterreicht. Unter den Weggefährten befinden sich auch Könige und Bischöfe, die Eliten des Mittelalters. Die Sonne geht im Westen unter. Danach beginnt die Nacht, die Dunkelheit. Der Chor dagegen ist nach Sonnenaufgang ausgerichtet. Richtung Jerusalem, zur Geburts- und Wirkungsstätte Jesu. Diese uralte Symbolik hat man auch beim Bau der Kirchen bewusst gewählt. Ganz wenige Gotteshäuser besitzen das Privileg eines Westchores. Unter anderem die Peterskirche in Rom und der Mainzer Dom.

Auch der Ostteil einer Kirche, der Chor, entspricht der Apokalypse. Abt Suger von St. Denis sah in den Kirchenfenstern des Chores ein Abbild des himmlischen Jerusalems, jenes Paradieses, dass nach der Apokalypse die hiesige Welt ablöst. Die Mauern dieser aus dem Judentum abgeleiteten Sphärenwelt besteht aus 12 unterschiedlichen Edelsteinen. Die versuchte man durch große bunte Glasfenster zu imitieren. Das Ergebnis war eine architektonische Revolution, die es ohne das in den Dreck getretene „Christliche Abendland“ nie gegeben hätte. Die Skelettbauweise. Im Gegensatz zu den primitiven Kuppelbauten einer bestimmten Weltanschauung schufen die mittelalterlichen Baumeister lichtdurchflutete Hallen von bis zu 49 Meter Gewölbehöhe – zum Beispiel in Bauvais – mit mehr als 15 Meter hohen Fenstern, die oftmals nur durch ein schmales Stabwerk voneinander getrennt wurden. Weil auf diese „Glaswände“ kein schweres Deckengewölbe mehr passt, baute man, um den gewaltigen Druck abzulenken, nach außen hin ein raffiniertes Strebewerk bzw. Pfeilervorlagen. Diese Bauweise fand durch die Neugotik Anfang des 19. Jahrhunderts zuerst Eingang in die Industriearchitektur und später sogar in den Hochhausbau.

Hier schließt sich der Kreis und es öffnet sich der Teufelskreis der Moderne, die ein auf christlichen Wurzeln auch architektonisch gewachsenes Europa in den Dreck tritt. Ein Blick in das Bauhüttenbuch des Villard de Honnecourd verrät, dass die Baumeister der Kathedralen Universalgenies waren, Uhren, Maschinen und tragbare Miniöfen erfanden. Daneben hatten sie große Ehrfurcht vor der Antike und sahen sich als Scholastiker zugleich als Bewahrer griechischen und römischen Erbes. Dass der Historikerin Scaraffia angesichts der dümmlichen linksgrünen Eliten, die Galle übergeht, ist nachvollziehbar. Die heutigen politischen und intellektuellen Eliten beweisen ein historisches Halbwissen, dass fast Parallelen zur römischen Dekadenz der Spätantike aufweist, als niemand mehr die Wasserleitungen reparieren konnte und ein Boetius das Licht ausmachte, bevor Europa in jahrhundertelanger Dunkelheit versank, aus dem es erst durch die Erbauer der Kathedralen wieder befreite wurde.

 

 

 

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22 Kommentare

  1. Aus jahrhundertelanger Dunkelheit befreit wurde Europa (in chronologischer Reihenfolge) von Nominalisten, Enzyklopädisten, Humanisten, Aufklären. Endgültig besiegelt wurde die mittelalterliche Finsternis durch die französische Revolution.
    Das Christentum hat NICHT aus der Finsternis herausgeführt, vielmehr war die Katholika diese Finsternis.

    • Setzt sich Ihr Wissen ausschließlich aus Ignoranz zusammen.
      Ach ja, die Große Revolution: 300 000 Bewohner der Vendee wurden abgeschlachtet.
      Und warum?
      Sie wollten katholisch bleiben und Ihren König behalten.

    • Sie wollten katholisch bleiben? Na ja, mindestens die Hälfte der sudanesischen Mädchen will auch die Klitoris rausgeschnitten bekommen, jedenfalls sagen sie das hinterher. Man kann viel mit Menschen machen…
      Die 300000 Bauern der Vendee hätten sich Mal nicht von ihren Pfaffen gegen die Revolution aufhetzen lassen sollen.
      Woraus sich mein Wissen zusammensetzt?
      Immerhin ist mir in Erinnerung geblieben, daß der Papst nach der Erklärung der Menschenrechte die schnellste Enzyklika aller Zeiten verfasste, und sicher selten ein solch wüster Geifer, eine solch üble Hetze gegen die Menschenrechte zu lesen war, wie dort.

  2. ….römischen Dekadenz der Spätantike aufweist, als niemand mehr die Wasserleitungen reparieren konnte…
    Heute koennen sie auch nicht mehr bemannt, oh, befraut, oh sexuell desorientiert usw., zum Mond fliegen, weil ihnen die Bauplaene abhanden gekommen sind.

    • Mond? Wir bekommen ja nicht einmal mehr einen Flughafen für den irdischen Verkehr gebaut.
      Und selbst die Regierung hat keine Flieger mehr, in die man einsteigen möchte.

  3. Lucetta Scaraffia trifft in ihrem Beitrag genau den Punkt. Etwas anderes noch.Ich habe nicht jeden Beitrag in den letzten Tagen verfolgen können, drum weiß ich nicht ob an folgendes Ereignis gedacht wurde. Erinnert man sich an Dominique Vennon und seinen Freitod am 21.05.2013 in der Kathedrale Notre- Dame? Seinen Abschiedsbrief nochmals zu lesen ist wie ein Dolchstoß in unser europäisches Herz. Aber liest selbst……….

  4. Der Staat kassiert die Einnahmen und bekommt jetzt eine milliardenschwere Komplettrenovierung. Da hätte ich als Staat aber auch sofort die Weisung herausgegeben, es kann keine Brandstiftung gewesen sein…

  5. Sehr interessant auch, dass der eingestürzte Turm nicht originalgetreu wieder aufgebaut werden soll, sondern eine modernere Variante ausgewählt werden soll. War er zu hoch, zu erhaben?Soll der Neuaufbau nicht mehr so prominent Richtung Himmel zeigen? Wie das optisch passen soll, ist die nächste Frage. Wird da ein viele jahrhundertealtes Gebäude verhunzt, damit es nicht mehr so ein mächtiger Zeitzeuge ist, der die Menschen für ein paar Minuten ehrfürchtig staunen lässt?

    • Sie bekommen heute so etwas einfach nicht mehr gebacken. Und es muss ja „modern“ und „zeitgemäß“ sein und darf nicht so „phallisch“ in den Himmel zeigen, sonst bekommt eine vorbeidefilierende Kampfemanze ein mentales Metoo…

    • Da werden sich schon die entsprechenden Lobbyisten einfinden um die Gelegenheit zu nutzen ihren „Fäkalhaufen“ auf der europäischen Hochkultur zu hinterlassen!

  6. Die Verkommenheit unserer selbsternannten, sogenannten Eliten ist schier unerträglich. Elite bezeichnet soziologisch eine Gruppierung überdurchschnittlich qualifizierter Personen, eigentlich.
    Ich sehe weder in Deutschland noch in EUropa irgendwo solche im idealen Sinne Lichtgestalten, sondern nur massenweise linksgrün und neomarxistisch versiffte Dümmlinge und Nieten, die hauptsächlich damit beschäftigt sind sich selbst auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern und zu besaufen – ein Herr Juncker als mahnendes Vorbild (?), nein als Menetekel, als die Flammenschrift des Belsarzar in Heinrich Heines gleichlautender Ballade.
    Und die steuerzahlende, stinkende Masse (das Pack, das Sch****Wahlvolk in seinen Shitholes und failed cities wie z. B. Essen, Duisburg, NRW-gesamt und besonders Berlin) soweit als möglich zu entreichern, zu gängeln, mit Verboten jeder Art zu fesseln, um mit dem ihnen aus diesem Teufelssystem zuwachsenden Einfluss Schindluder, Betrug und Machterhalt zu betreiben.
    Ja Frau Merkel. Sie stehen für dieses System wie kein anderer.
    Stichworte Energiewende, CO2-Wahn, Genderirrsin, Refugeewelcome-wir-schaffen-das-Größenwahnsinn, Enteignungen, überbordende Abgabenlast, Verachtung und Verächtlichmachung des Christentums bei gleichzeitiger Förderung des Islam(ismus) ja es ist ein und dasselbe, sowie last not least die unsägliche Befeuerung des unsäglichen psychopathologischen Greta-Wahns (diese Schulschwänzer sollten eher zwangsweise dagegen geimpft werden als gegen Masern) u.v.a.m..

  7. Es gibt Menschen die sehen einen Apfel der Wurmstichig ist und rühren ihn nicht an.
    Die Anzahl derjenigen immer kleiner wird.

    Und es gibt Personen die Herzhaft hineinbeissen mit der Hoffnung eine „gute Stelle“ zu finden,,
    Bei jeder Stelle des noch fauliger werdenden Apfels wird die Hoffnung grösser und somit der Appetit.

    Ich beisse in keinen faulen Apfel und ignoriere jede Pseudoinformation dieses transatlantischen Schmierenblattes.

  8. Die heutigen politischen und intellektuellen Eliten beweisen ein
    historisches Halbwissen, dass fast Parallelen zur römischen Dekadenz der
    Spätantike aufweist, als niemand mehr die Wasserleitungen reparieren
    konnte und ein Boetius das Licht ausmachte, bevor Europa in
    jahrhundertelanger Dunkelheit versank, aus dem es erst durch die Erbauer
    der Kathedralen wieder befreite wurde.

    Und so wird es wieder kommen, wenn wir nicht endlich etwas tun!!
    Schon heute will ja keiner mehr ins Handwerk gehen – nein, alle wollen studieren!
    Was wird dann aus unserer Infrastruktur???
    Wir gehen schlimmen Zeiten entgegen.

  9. ..“Dies mache deutlich „wie dumm und oberflächlich die Debatte war, die vor Jahren die Erwähnung der christlichen Wurzeln in der Europäischen Verfassung verhinderte…“

    Das ist ein sehr bedeutsamer Satz!
    Erklärt auch vieles in der jetzigen Situation!
    Wir, die Ureinwohner werden offiziell verleugnet. Mit allem was wir waren, sind, und haben!
    Es gibt euch nicht! ist die Botschaft.
    „Europäische Werte“, fällt mir da noch ein.
    Die Werte der Verleugnung!
    Wie oft presst man das noch mit Gewalt in die Köpfe?
    Widerstand!
    Immer und überall!

    • Solange die derzeitigen selbsternannten „Eliten“ an der Macht sind, kann und wird sich nichts ändern! Das ist immer wieder das ceterum censeo! Das muß die breite Masse der Bürger begreifen sonst nehmen die Dinge ihren weiteren fatalen Verlauf!

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