„Israel“: Ahmad Mansour vs. Aiman Mazyek

Foto: Durch Dan Josephson/Shutterstock
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Beim Thema „Israel“ streiten sich nicht nur die Geister. Hier wird schnell deutlich wer sich auf welche Seite geschlagen hat, wer differenziert oder islamische Positionen verbreitet. Dazu eine interessante Auseinandersetzung auf Facebook zwischen Aiman Mazyek und Ahmad Mansour:

Zuerst der Islamist:

„In einem Land, in dem sich die Mehrheit der Bevölkerung für ein »Nationalstaatsgesetz« ausspricht, das Israel zum jüdischen Staat erklärt, Arabisch zur Hilfssprache degradiert und den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau befürwortet, kann man mit versöhnlichen Tönen nur schwer punkten. Jüngsten Umfragen zufolge lehnen 52 Prozent der jüdischen Israelis israelisch-palästinensische Freundschaften ab, 54 Prozent sprechen sich grundsätzlich für eine Segregation beider Bevölkerungsgruppen aus, 41 Prozent fordern für sich mehr Rechte ein als für ihre palästinensischen Mitbürger. Die bereits vor der Abstimmung feststehenden Wahlverlierer sind die Demokraten im Land, die immer weniger werden, und vor allem die Palästinenser.“(Quelle: JungeWelt)

Und hier der Besonnene:

Herr Mazyek zitiert hier eine fragwürdige Umfrage! Lieber erzähle ich ihm kurz von der Realität. Davon, dass die Mehrheit der arabischen Israelis, in israelischen Firmen gemeinsam mit ihren jüdischen Kollegen arbeiten, sich gegenseitig besuchen, zusammen feiern, essen und oft leidenschaftlich über Politik streiten! Davon, dass mehr als die Hälfte der Araber nicht wählen gegangen sind und dadurch Netanyahu den Sieg gaben, weil ihre arabischen Parteien sie im Stich lassen und sich nur um Gaza oder die Westbank kümmern! Ja, das Land hat Probleme, gewaltige sogar, verursacht durch Radikale. Dennoch wäre es fair auch von den Radikalen auf der anderen Seite zu erzählen, nämlich davon, wie Palästineser mit Hass groß werden! Von Menschen, die von ihren Familien, ihrer Kultur, Religion und Tradition unterdrückt werden und dafür die Israelische Besatzung verantwortlich machen! Hoffnung haben beiden Völker, diese darf nicht sterben! Aber dazu brauchen wir auf beiden Seiten mutige Politiker mit dem Mut für große Entscheidungen. Keine Mazyeks, die den Moralapostel spielen.

Wandere aus, solange es noch geht!
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2 Kommentare

  1. Dem israelischen Araber Ahmad Mansour kann ich nur zustimmen.

    Das Problem scheint aber auch mir unlösbar. Ich erinnere mich an die Aussage von Martin van Creveld, dem bekannten Militärhistoriker, die war etwa so: „Jedes Volk, daß unter der katastrophalen Unterdrückung lebt wie die Palästinenser, würde sich genauso wie sie verhalten“. Eben mit Widerstand und Antifada. „Und jedes Volk unter der Bedrohung, unter der Israel leidet, würde sich ebenso wie dieses verhalten“. Mit militärischer Dominanz und asymmetrischer Kriegsführung.

    Natürlich gibt es auf jeder Seite Heißsporne und Besonnene, aber in der Summe sind sie ähnlich. Auf dieser Grundlage kann man weiter diskutieren.

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