Die zweite „Entartung“ und Verfolgung von Emil Nolde durch den Mainstreamfaschismus

Klaus Lelek

Emil Noldes Bild "Hohe Sonnenblumen" wurde als Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Bundeskanzler Helmut Schmidt zur Verfügung gestellt (Aushang im Kabinettsaal). Foto: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F062676-0006 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5470634

Berlin – Eine Nolde-Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin schlägt gerade in den gleichgeschalteten Medien hohe Wellen und hat in fast allen Zeitungen zu gleichlautenden Überschriften geführt, die sinngemäß lauten „Nolde war ein Nazi“. Merkel als Mutter der Moral ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat den Künstler aus dem Kanzleramt verbannt. Die FAZ jubelt, aber jeder halbwegs normal tickende Kunstliebhaber kann über diesen hysterischen Akt nur noch den Kopf schütteln.     

Emil Nolde, der genialste und kühnste aller deutschen Expressionisten droht nach seiner Verfemung durch die Nationalsozialisten und öffentliche Vorführung 1937 in der berüchtigten Ausstellung „Entarteten Kunst“, 74 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, eine neue ähnliche Einstufung als „Verfemter“ wie zur Zeit des Hitlerfaschismus. Grund dafür sind seine protofaschistischen und teilweise auch antisemitischen Ansichten, die er mit vielen namhaften Intellektuellen aus jenen unruhigen Jahren nach dem 1. Weltkrieg teilte. Zum Beispiel mit Gerhard Hauptmann, C. G. Jung, Gottfried Benn, Luise Rinser, Jean Sibelius, Richard Strauß und viele andere Künstler aus jenen Jahren. Selbst das Vorbild ganzer Generationen von Friedensbeweger, Mahadma Ghandi, war von Hitler fasziniert und angetan.

Doch nun will man Nolde an den Kragen und führt den genialen Künstler wie seinerzeit seine späteren Gegner in einer negativ verzerrten, ideologisch verblendeten Kunstausstellung wieder vor. Fokussiert auf eine Weltanschauung, die der Maler mit Millionen vorübergehend teilte. Die Ausstellung findet im Hamburger Bahnhof in Berlin statt und trägt den Titel „Emil Nolde eine Deutsche Legende“. Sie soll die Nähe des Malers zum Nationalsozialismus beweisen. Das hat bereits die letzte große Retrospektive im Staedel-Museum in Frankfurt getan. Doch die Berliner Ausstellung hat noch einen anderen Duktus. Sie stinkt nach Hexenjagd, Bilderstürmerei und Scheiterhaufen bornierter linksgrüner Eliten, die vom Ehrgeiz besessen, die Geschichte der Kunst neu schreiben wollen.

Hämische Kulturfuzzis geben sich die Klinke in die Hand und texten Headlines wie „Emil Nolde der Abgehängte“ (Tagesspiegel) oder fragen wie der SPIEGEL provokant „Was tun mit den Bildern eines Judenhassers?“, unterstellen ihm gar Erfinder eines „Entjudungsplanes“ zu sein. Begleitet wird der Shitstorm der gleichgeschalteten Mainstreammedien, von der fast wie eine Inszenierung wirkenden Verbannung des Meisters aus Muttis Kanzlerbunker, abgehängt von der Frau, die tausende von islamistischen Kriegsverbrechern, Messerstechern, Schläger und Vergewaltiger durch offene Grenzen winkte, darunter Amri, der durch inzwischen nachgewiesene Mitschuld der Behörden 12 Menschen kaltblütig ermordete. Eine Moralapostelin, die über allen Zweifel erhaben, Jahr für Jahr, einmal sogar tief dekolletiert, einen der wohl größten antisemitischen Künstlern, Richard Wagner, ihre Ehrerbietung erweist.

Bei so viel doppelter Moral wird einem fast übel, ebenso wie bei der Frage des Tagesspiegel-Kunstkenners „Warum sind die Nordseewellen so martialisch?“ Vermutlich weil Wellen selten politisch korrekt auf den Strand aufschlagen, sondern wie bei Tsunamis sogar hundertmal höher sein können. Immerhin ringt sich der Tagesspiegel am Ende zu der Erkenntnis durch, dass eine weiße Wand auch keine Lösung ist und spielt auch direkt auf Bayreuth an, gefolgt von den Schlussätzen „Im Jahr 2019 wünschte man sich: eine Regierungschefin, die sich zur Geschichte der Kulturnation bekennt. Sei es, indem sie sich zu Nolde erklärt, sei es, indem sie sich für ein Kunstwerk entscheidet, das auf andere Weise von Deutschland erzählt. Und wenn sie Besuch bekommt, sagen wir aus Israel? Die Wahrheit ist auch Staatsgästen zumutbar.“

Weiter geht die wilde Nazi-Jagd durch Noldes bunte aber inzwischen „braune“ Bilderwelt. „Schattierungen von Braun“ erkennt plötzlich das Handelsblatt in Noldes farbenfrohen Gemälden. Aber auch bei der FAZ tropft und trieft der Faschismus aus allen Poren der Sonnenblumen. Zitat: „Die Blumen sind nicht nur reif, sondern überreif, ihre braunen Kerne tropfen förmlich aus den zerfledderten Kelchen. Dennoch hat das Bild nichts sinnlich Lockendes. Sein Sujet ertrinkt im schwarz gerahmten Himmelsblau wie in einem Kältebad.“

Für den FAZ-Schreiber Andreas Kilb ist das Abhängen der Nolde Bilder nachvollziehbar. Ja, es klingt fast wie ein Vorwurf, dass sich die Raute erst jetzt zum Bildersturm entschließen konnte. „Warum erst jetzt? Vielleicht, weil es nach der Berliner Ausstellung tatsächlich kein Zurück mehr gibt zum Nolde der Nachkriegszeit. Das Urteil, das sie spricht, ist von einer Endgültigkeit, die jede Widerrede ausschließt, und der dreihundert Seiten lange Quellenband, der neben dem Ausstellungskatalog erschienen ist, liefert dazu das nötige Material“.

Den Startschuss zum Bildersturm der FAZ hat bereits Anfang April Martin Kaube, Feuilletonchef und Herausgeber, abgefeuert. Wird Nolde bald in den Kellern der Museen verschwinden? Steht Deutschland ein Bildersturm linksgrüner Eliten bevor? In der Tat ist Nolde nur die Spitze eines Eisbergs eines neuen dekadent anmutenden Kunstverständnisses, dass böse Erinnerungen wachruft.

Gründlich wie Nazijäger nun mal sind, hat man pünktlich zur Ausstellungseröffnung auch die Wikipedia-Seite des Niebüller Meisters aktualisiert und bereits als Oeuvre dem Maler den Nazistempel aufs Brevier geheftet. Wenn es heißt: „Er war, obwohl als sogenannter „entarteter Künstler“ verfolgt, „Rassist“, „Antisemit“, und „überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus“.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigt, dass an allen Fronten halbgebildete Akademiker mit Tunnelblick und sehr einschlägigem Fachwissen die Kunstgeschichte neu schreiben wollen. Immer wieder steht Josef Beuys am Pranger, dessen Fett- und Filz-Kriegsgeschichte längst als Legende entlarvt ist und Platz für einen Künstler gemacht hat, dem man die Nähe zu einer „rechten Sekte“ und „völkischem Gedankengut“ unterstellt (WELT). Klar, man will Platz für islamistischen Mummenschanz machen, Stelen für Asylzuwanderer aufstellen, Raum für Graffiti Kunst und die Ergüsse des Zentrums für politische Schönheit schaffen. Immer öfter geraten auch Denkmäler und Bauten aus unliebsamen Zeiten ins Visier und werden bedingt durch einen kranken Zeitgeist im wahrsten Sinne des Wortes zu Steinen des Anstoßes. Im Gegenzug fragt man sich, wieso Bauten neuer Antisemiten wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Foto: Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F062676-0006 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5470634

 

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31 Kommentare

  1. Wie wirr es im Merkelkopf zugeht,
    müßte nunmehr endlich jedem dadurch aufgegangen sein,

    daß sie den polygamen und blutrünstigen Mohammed und seinen menschenverachtenden Koran grundgesetzlich geschützt und Kritiker daran verfolgt wissen will,

    während sie gleichzeitig Nolde ausgrenzt, der keine Juden mochte ( wobei aber unklar ist, welches Schicksal genau er ihnen wünschte)

    und gleichzeitig Wagner verehrt, der auch keine Juden mochte ( wobei auch unklar ist, welches Schicksal genau er ihnen wünschte)

  2. Wann werden entlich die Autobahnen weggerissen und verbietet endlich diesen unsäglichen Fackellauf bei der Olympiade… und wo ihr schon dabei seid könnt ihr auch jede Groß und Urģroßmutter verhaften welche mit einem Soldaten verheiratet war!! Grund: Beihilfe!!
    Richard Wagner gehört auf den Index, eigentlich gehört alles Verboten was jemals einem Deutschen aus Hitlers Zeiten gefiel, gebaut oder erfunden wurde!! Sowie jede Firma die direkt oder Indirekt am WK2 beteiligt war…

    Was ist nur los?? Sind wir schon (wieder) so weit? Wann werden wieder Bücher verbrannt, wann die ersten offiziellen Gefängnisse für Andersdenkende usw???

  3. Hexenverfolgung im 21. Jahrhundert oder doch nur „Haltet den Dieb“?
    Wann wohl Arno Breker wieder zum staatstragenden „Künstler“ erklärt wird? Frau Riefenstahl hat ja schon immer die ungeteilte Begeisterung der Herrschenden erfahren.
    Und aus den Ergüssen der Journaille trieft „der Stürmer“….

  4. was sagt man in 20 jahren zum heutigen zustand der republik und dessen kriminellen verwaltern.

    so etwa….. der/die: es war ein verblendeter merkel, jagt ihn fort und zerstört sein eigentum…brrrrrrrrrr
    deutschland und seine vollidioten, ohne ausnahme, klar.

  5. Wann dürfen wir die Bilder übernehmen? Sie wurden mit Steuermitteln angeschafft und gehören dem Volk. Wer so abartig reagiert wie unsere Kanzlerin zeigt, welchen Geist sie vertritt. Wann werden die Bilder vernichtet? Ich klaufe sie gern für einige symbolische Euros an, denn auf dem internationaölen Kunstmarkt sind ja nicht alle so verblödet, wie es zur Zeit in Deutschland Mode werden könnte. Die Monumentalwerke aus ihrer Vergangenheit sind ihr wohl lieber. Es zeigt den Arbeitenden mit all seinen Fazetten. Im Engelsgarten in Wuppertal, direkt neben dem Engelshaus steht ein überdimensionaler, nackter Arbeiter in Ketten. Er wurde von einem zwischenzeitlich verstorbenen Bildhauer aus Österreich geschaffen. Das wäre das Richtige. Ein Stadt-Kämmerer lässt sich mit sich reden und gibt es gegen eine angemessene Summe ab. Die Stadt ist klamm. Allerdings hat der OB mit zu rden, der aber SPD ist.

    • Ihr liegen eher die schwülstigen Klänge eines Herrn Wagners. Mit liegt er nicht, auch wenn ich jetzt ein schlimmer Finger sein soll. Er war ja auch nicht ganz ohne. Darum ist sie ein großer Verehrer seiner Kunst. Die Prominenz anreisen, wenn sie nicht abseits stehen wollen. Die schrecklichen Arbeiterbilder der früheren DDR werden bald die Wände des Kanzleramtes zieren, denn im Bundestag sitzen genug alte Recken aus DDR-Zeiten, die gern wieder die künstlerische DDR-Sonne im Wasser scheinen sehen möchten.Wie viele ehemaligen Kommunisten sitzen dort. Grass, so hat mein Vorschreiber recht, war braun. Der Bertelsmannverlag gab sogar einem Leib- und Hofdichter eine Chance, als das glorreiche 1.000-jährige Reich endlich in sich zusammen viel. Will Vesper arbeitet als Lektor (Übrigens stammt er aus NRW). Da sieht man wieder einmal, was die neue Groko und Opposition alles auf den Weg bringt.

    • Sie sagen es. Ob Frau Dr. Dr. hc. Merkel dass überhaupt weiß? ;-))). Hat man ihr das nicht gesagt? Ironisch gemeint.

  6. Ohja, das „tief Dekolletierte“ hat sogar das Froschmetallik- oder Goldmarie-Outfit der „mächtigsten Frau der Welt“ an Geschmacklosigkeit übertroffen. Insofern — kein Grund, sich deren Meinung über Kunst und Ästhetik zu eigen zu machen.

    • ich kann mich noch gut an dieses geschmacklose Kleid erinnern, fast so hässlich wie dieses Weib das darin steckte. Damals bekam ich einen Lachanfall, jetzt könnte ich nur noch k….n

  7. Günter Grass war noch viel mehr „Nazi“ als Emil Nolde es je hätte sein können! Grass war sogar in der Schutzsstaffel – und das sogar freiwillig!

    • Das spielt keine Rolle. Genau so wenig, wie @Jutta Lotz-Hentschel richtig anmerkte, dass Hitler ein Wagner-Verehrer war. Es kommt immer darauf an. Der grüne Hügel wird sogar mit Steuermitteln am Leben gehalten. Ob die Besucher sich im klaren sind, wen sie jedes Jahr in großer Robe huldigen;-))?

  8. Ich harre eigentlich nur noch darauf, das die ersten Bücher öffentlich verbrannt werden. Dann wird eines Tages die Inschrift über dem Bundestageingang “ Dem Deutschen Volke “ Mit Reperaturmörtel entfernt. Dann war es das mit Deutschland, der letzte macht das Licht aus.😭😭😭

  9. Bevor die Linken und Grünen die Bildverbrennung anordnen, bin ich bereit diese Bilder aufzunehmen und hänge sie bei mir zu Hause auf. Es ist kein Problem für mich.

    • Ich bin auch bereit einen Teil dieser Ach so schändlichen Bilder bei mir aufzuhängen. Wäre ja schlimm wenn der Kanzlette und ihrem Gesocks noch schlecht wird. Aus keinem Land der Welt hört und liest man sowas, nur aus Deutschland 🇩🇪 unglaublich ekelhaft und perfide unser Land und deren Kultur abgeschafft wird

  10. Hauptsache der Obernationalsozialist und Kriegsverbrecher Hans Maria Globke hängt als Riesenporträt an seinem Ehrenplatz im Kanzleramt.

  11. Hauptsache der Obernazi und Kriegsverbrecher Hans Maria Globke hängt als Riesenporträt an seinem Ehrenplatz im Kanzleramt.

  12. Da unsere hochgeliebte Sonnenkanzlerin,die Rose der Uckermark,in
    direkter Nachfolge solch gekrönter Kotzbrocken wie der deutsch-russisch-
    en Zarin Katharina der geilen oder Friedrich dem Grossen schwulen,
    steht,ist es nur natürlich,sich aus der königlichen Schatzkammer das
    passende Interieur für die königliche Kabinette auszuwählen !
    Bei dem kulturellen Horizont unserer geliebten Despotin empfehle ich
    allerdings einen röhrenden Hirsch und die Poker spielenden Möpse !!
    Eimer !! Den großen ! Pronto !

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