Sozialdemokraten von heute: Frieden den Palästen, Krieg den Hütten

Wolfgang Prabel

Die neue SPD-Parteizentrale? (Symbolfoto: Shutterstock)

„Friede den Hütten, Krieg den Palästen“, verkündete Georg Büchner 1834 im Hessischen Landboten. So ähnlich wollen es nun die Linken, Grünen und Sozialdemokraten erst mal in Berlin umsetzen. Allerdings sollen nicht die Paläste enteignet werden, da sie diese ja teilweise selbst bewohnen, sondern die Hütten der Wohnungsunternehmen.

In Rumänien regieren die Sozialdemokraten seit 2012 fast ununterbrochen. An ihnen kann man das sozialdemokratische Verhältnis zu Hütten und Palästen besonders eindrucksvoll abbilden.

Nicht nur in Buzescu und Toflea fährt man durch die Häuserschluchten der Superreichen, auch im siebenbürgischen Huedin habe ich ein Tal der Könige entdeckt.

In Huedin waren bei der letzten Volkszählung nur 9 % Roma, die gute Hälfte Rumänen und ein Drittel Ungarn. Das Straßenbild dominieren die Königspaläste der Roma.

Vor wirklichem kriminellen Reichtum kapituliert nicht nur die Berliner Blutraute, auch die rumänischen Sozialdemokraten lassen die Clans ungestört wirtschaften. Ohne die Gefahr von Enteignungen.

Das Romasystem hat mit Kapitalismus nicht das Geringste zu tun. Es ist eine archaische Kastengesellschaft. Es sind in unseren mitteleuropäischen Augen bedrückende Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse, die in Asien und Afrika fast überall existieren und die dortige Kultur ausmachen. Der Kapitalismus ersetzte in Teilen von Europa das Leibeigenschaftssystem durch ein Lohnsystem ohne persönliche Bindungen. Arbeiter und Kapitalist konnten sich im Frühkapitalismus jederzeit voneinander trennen. Das ist aber im Romaclan nicht vorgesehen. Was die Betroffenen kaum stört, weil alles tradiert ist.

Asien und Afrika, aber auch Griechenland und Albanien beherbergen Gesellschaften, in denen die Familien- und Stammesbande den Staat beherrscht, soweit man überhaupt von einem solchen sprechen kann. Oft ist er nur die Beute des stärksten Stammes. In Berlin, Bremen und NRW ist die Tribalisierung, das heißt die Herrschaft von Großfamilien und Stämmen schon weit fortgeschritten und wird in absehbarer Zeit zur Machtübernahme führen.

Die stalinistischen Regime in der Tschechoslowakei, in Rumänien und Bulgarien haben versucht, die Roma zu „normalen“ seßhaften und gesetzestreuen Untertanen zu erziehen und sind grandios gescheitert. Lediglich Ungarn hat einige Erfolge vorzuweisen, was aber einer sehr langfristig angelegten Politik geschuldet ist, die bis in die k & k-Zeit zurückreicht. In Merkel-Berlin macht man noch nicht einmal den Versuch deutsches Recht durchzusetzen und redet sich die im Bürgerlichen Gesetzbuch und im Strafgesetzbuch nicht berücksichtigten Clanstrukturen als „bunte Vielfalt“ schön.

In Rumänien klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Unter der sozialdemokratischen Regierung fährt man an Hütten und immer größeren Palästen vorbei, die vorrangig von deutschen Steuern und Sozialabgaben erbaut werden.

Es ist nicht alles schön, was teuer ist.

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10 Kommentare

  1. Die BRDDDR-Demokratie liegt den SPD-Demokraten förmlich im Blut,die haben eine andere Vorstellung von der Herrschaft des Volkes ,halt spezialdemokratisch und immer am linken Rand fischend ,nur ist jetzt die Zeit gekommen diese immer gegen das Volk agierenden Opportunisten ein für Allemal zu verscheuchen,lernt wieder ehrlich zu arbeiten,und vergesst die plärrende ,dicke Trulla Nahles nicht,nee keine Stiftung,Umschulung zum Nettosteuerzahler,Erwerbstätigkeit…ist kein Fremdwort.

  2. Am jungsozialistischen Rand gehen die Sozialdemokraten ja schon fließend in Faschisten über.
    Aber man sollte nie vergessen: der Abstieg begann mit den Sozialistengesetzen in den 1880ern, als sich die SPD nicht radikalisierte, sondern nach und nach zu den Bonzen überlief.

    Seit der Zustimmung zu den Kriegskrediten, 1914, ist sie unwandelbar die Partei der Arbeiterverräter, heute der Volksverräter.

    • Bitte beachten: Kommentare, die nichts mit dem Artikel zu tun haben, geben wir nicht frei! De facto arbeiten wir mit Filtern. Das ist nötig. Wir würden auch gerne darauf verzichten, aber das geht leider nicht.

    • Na ja, vor einiger Zeit war ja mal die NSA-Totalüberwachung in den Medien. Da durften dann ein paar handverlesene Bundestagsabgeordnete nach großem Tam-tam die Suchbegriffe einsehen. Erfahren hat die Öffentlichkeit natürlich nichts.
      Schätze, wenn man nach der Revolution die Suchbegriffe, auch die von Jouwatch, einsehen kann, wird’s einem wie Schuppen von den Augen fallen.

    • Wären alle User zuverlässig, bräuchten wir keine Filter. Auf „die Revolution“ warten Sie vergebens, fürchte ich.

    • Wären alle User zuverlässig, bräuchten wir keine Filter. Auf „die Revolution“ warten Sie vergebens, fürchte ich.

  3. Die links-grüne Politik der Konsens-Parteien und Medien ist dabei genau
    auf das Niveau von Rumänien abzudriften.

  4. Das mit den Enteignungen ist nicht so einfach wie das dargestellt wird. Da wird sich mancher wundern, weil jahrelang geklagt wird.
    Es soll doch nur wegen angeblichen „Flüchtlingen“ Wohnraum geschaffen werden.
    In Sibirien ist genug Platz. Mit Putin kann man sicher reden.

    • Könnte wäre das richtige Wort.
      Könnte, wenn sie den mit ihren blödsinnigen Sanktionen nicht geärgert hätten.

  5. Wer von der Sozialdemokratie Hilfe für das kleine Volk erwartet, hat schon verloren.. Tut mir leid, aber so sieht es schon lange aus. Und die Linke ist auch nicht besser, sie hat längst vergessen, um wen und was es geht. Beide reden nur davon, etwas für die kleinen Leute tun zu wollen. In Wahrheit geht es ihnen nur noch um das gute Leben für sich selbst.

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