Lange nichts mehr gehört: Spaghettimonster-Kirche beschwert sich beim Gerichtshof für Menschenrechte

"Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V." (FSM) (Bild: Screenshot)
"Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V." (FSM) (Bild: Screenshot)

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.“ (FSM) hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg Beschwerde eingelegt. Die Beschwerde: Sie werde in Deutschland diskriminiert.

„Das Monster steht vor den Toren des Europäischen Gerichtshofes der Menschenrechte in Straßburg, und das gleich drei mal“, teilen die Pastafaris auf ihrer Homepage in einer Pressemitteilung mit. Zuerst habe die polnische Kirche beim EGMR Beschwerde eingereicht, vor drei Wochen dann die Niederländer, jetzt die FSM Deutschland.

„Der Beschwerdeführer sieht sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft und möchte von seinem Recht auf Weltanschauungsfreiheit Gebrauch machen und seine weltanschaulichen Rituale praktizieren. Dieser Status wird ihm von deutschen Gerichten jedoch abgesprochen und die Ausübung seiner Weltanschauungsfreiheit in Teilen verweigert. Auch findet eine Diskriminierung gegenüber Religionsgemeinschaften in Bezug auf die Gewährung von Privilegien statt“, heißt es laut des FSM-Rechtsanwalts.

Im Unterschied zu den Kollegen in Polen und den Niederlanden fordern die deutschen Pastafari nicht die Anerkennung als Religion: „Wir geben offen zu, dass wir die Lehre vom Spaghettimonster nur als Stilmittel benutzen, um unsere eigentliche Absicht, die Förderung des evolutionären Humanismus, besser umsetzen zu können.“

Mutter des Rechtsstreits waren Schilder am Ortseingang von Templin, die die FSM-Gemeinde dort 2014 anbrachte, um  – wie die evangelische und katholische Kirche – auf ihren Gottesdienst, im FSM-Fall die „Nudelmesse“, aufmerksam zu machen. Der Landesbetrieb Straßenwesen hängte die Schilder ab, die FSM-Gemeinde klagte gegen den Landesbetrieb.

Der FSM gehe es vor allem darum, dass „religiöse und wissenschaftlich orientierte Weltanschauungen“ gleichgestellt werden. Weder das Landesgericht noch das Oberlandesgericht habe sich damit vertieft beschäftigt, dass die Pastafari eine Weltanschauungsgemeinschaft seien.

Die FSM will in Straßburg erreichen, dass sie als eine eigenständige „Konfession“ der Weltanschauung des evolutionären Humanismus bewertet wird. Kritik an Religion und Dogmatismus sei ein integraler Bestandteil humanistischer Weltanschauungen. (SB)

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25 Kommentare

  1. „unsere eigentliche Absicht, die Förderung des evolutionären Humanismus“

    „Huxley [prägte] die Idee des evolutionären Humanismus und des ‚Atheismus im Namen der Vernunft‘. […] Die in Deutschland ansässige Giordano-Bruno-Stiftung bezieht sich ausdrücklich auf Huxleys Vorstellungen und sieht sich deren Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung verschrieben. […] Den Menschen sah Huxley dabei als das höchste Produkt der Evolution und zudem fähig, die Evolution zu kontrollieren und, beispielsweise durch Gentechnik am Menschen, voranzutreiben.“

    „Die britische Eugenikbewegung stand dabei nach einer langen Periode des Liberalismus für eine aktive Rolle des Staates in diesen Politikfeldern und sprach auch klassische ’sozialdemokratische‘ Vertreter, so in der Fabian Society, an.“

    „Die NS-Machthaber ermöglichten den Eugenikern/Rassenhygienikern in Deutschland eine radikalere Umsetzung ihrer Ideen, als dies ihren Kollegen zum Beispiel in Großbritannien, den USA oder Schweden möglich war. [..] Die nationalsozialistische Rassenhygiene diente zur Rechtfertigung der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, etwa in der „Aktion T4“ und der „Kinder-Euthanasie“, und zu Menschenversuchen in Konzentrationslagern.“

    – aus: Euthanasie (wiki, 29. Januar 2019 – 18:05 Uhr) u. a.

  2. „unsere eigentliche Absicht, die Förderung des evolutionären Humanismus“

    „Huxley [prägte] die Idee des evolutionären Humanismus und des ‚Atheismus im Namen der Vernunft‘. […] Die in Deutschland ansässige Giordano-Bruno-Stiftung bezieht sich ausdrücklich auf Huxleys Vorstellungen und sieht sich deren Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung verschrieben. […] Den Menschen sah Huxley dabei als das höchste Produkt der Evolution und zudem fähig, die Evolution zu kontrollieren und, beispielsweise durch Gentechnik am Menschen, voranzutreiben.“

    „Die britische Eugenikbewegung stand dabei nach einer langen Periode des Liberalismus für eine aktive Rolle des Staates in diesen Politikfeldern und sprach auch klassische ’sozialdemokratische‘ Vertreter, so in der Fabian Society, an.“

    „Die NS-Machthaber ermöglichten den Eugenikern/Rassenhygienikern in Deutschland eine radikalere Umsetzung ihrer Ideen, als dies ihren Kollegen zum Beispiel in Großbritannien, den USA oder Schweden möglich war. […]

    – aus: Julian Huxley (wiki, 4. Januar 2019 – 23:10 Uhr) u. a.

  3. Damit haben die sich als Religionsgemeinschaft natürlich disqualifiziert.
    Offen etwas zugeben. passt da nicht – es sei denn, es ist gelogen.

  4. Sowas von unkreativ. Wer besucht denn wegen Spaghetti einen Gottesdienst? Dann aber die Schuld in einer erdachten Diskriminierung suchen, wenn niemand kommt. So was.
    Die sollten lieber eine ordentliche Portion roter Libanese im silbernen Weihrauchkessel durch ihr Gebetshaus schwenken, und ein stürmischer Besucherandrang wäre ihnen gewiss. Das breite Grinsen der Gläubigen und die glasigen Augen werden als Zeichen besonderer Andacht und Gottesnähe erkannt. Lediglich das Gekicher der holden Weiblichkeit wirkt vielleicht etwas albern. Aber darüber kann man dann auch mit einem Lächeln hinwegsehen.

  5. Nudeln sind gar nicht so gesund.
    Zumindest für Leute mit Übergewicht. Diesen Hinweis erwarte ich gerade von einem Verein für verdeckten evolutionären Humanismus.

    Eine „Kirche des Riechenden Edamers“ oder wenigstens eine „Kirche der auf Politiker klatschenden Tomaten“ wäre viel gesünder.

  6. Irre. Ich habe immer geglaubt, die Intention der FSM wäre allen klar, aber dann lese ich hier im Forum und sehe, kaum einer hats gepeilt. Könnt ihr alle echt so dumm sein?

    Wahrscheinlich bekomme ich hier gleich Pfeffer und man unterstellt mir Dummheit. *gewappnet*

    • „Könnt ihr alle echt so dumm sein?“

      Nein, nicht alle. Manche schaffen es einfach nicht, SO dumm zu sein. Du machst hier aber Propaganda für eine kranke Sache, Mein-Name-ist-Hase, und das ganz gewiss nicht aus Dummheit.

      Witzparteien sind erstens durchaus systemkonform, weil nämlich das ganze System ein Witz ist, aber eben ein KRANKER Witz. Das ist so wie wenn Hannibal Lecter einen Witz macht. Daran ist nichts lustig. Nur Kranke lachen über kranke Witze.

      Witzparteien erfüllen zweitens einen bestimmten Zweck: UNS davon abzulenken, wie verbrecherisch das Ganze ist. Wer unter einer narzisstischen Störung leidet, braucht auch keinen „entlarvenden“ Spiegel, wie der Rotzlöffel meint. Er sieht sowieso immer nur sich selbst – findet das aber GUT, was er da sieht. Der „Gutmensch“ findet sich selber GUT, und diese Witzpartei findet sich bestimmt auch GUT.

      Evolutionärer „Humanismus“ ist schon das Letzte (siehe Kommentar oben), in Witzform ist es das Allerletzte. Mein-Name-ist-Hase, ick hör dir trapsen.

  7. Die Aktion ist gut – leider gibt es auch hier nur wenige, die diese Art von Systemkritik verstehen!!!

    • „Ich fordere Pastafari-Unterricht an Schulen!“

      Aso, demnach besteht zwischen Marxismus-Leninismus und evolutionärem „Humanismus“ kein großer Unterschied? Verblüffend. Da der zynische Bachelor aus der „Arbeiterfamilie“ (das war ein bisschen zu kitschig aufgetragen, Bachelor) seine Manipulationen gut streut, ergibt sich nie ein Gesamtbild. Dann holen wir das doch mal nach. Exemplarisch.

      a) Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus (= alte SED-Schule)

      „Nicht das Denken oder das Sprechen sind primär, sondern die ökonomische und materielle Wirklichkeit. Mit grammatischen Spielereien kann man die Wirklichkeit nicht ändern.“ – vor drei Tagen

      „Dass die Entwicklung der Wirtschaft überraschend sei, stimmt nicht. Die Gesetze die hier wirken, sind seit mehr als 100 Jahren bekannt. Ein Blick ins „Kapital“ genügt.“
      – vor acht Tagen

      „Die EU ist nicht sozialistisch. … Leider fallen die meisten Menschen auf diesen Etiketten-Schwindel herein.“ – vor 2 Tagen

      „Eine Weltrevolution erfordert Disziplin, Organisation, die Bereitschaft Macht zu übernehmen und planvolles Vorgehen. Das ist mit solchen Romantikern nicht zu machen. Die sind so revolutionär wie Fußpilz.“ – vor 2 Tagen

      b) Deutschenverachtung, und Leugnung des Wahl- und Umfragebetrugs (= alte SED-Schule)

      „Ich glaube, dass die Umfragen die Meinung der Bevölkerung korrekt wiedergeben. Auf die Dummheit der Deutschen ist Verlass! Ostdeutschland fällt politisch kaum ins Gewicht.“ – vor sechs Tagen

      c) Antipatriotische Hetze gegen Westdeutsche (= alte SED-Schule)

      „Das meiste davon passiert in Westdeutschland. Ich finde das völlig in Ordnung. In Westdeutschland möchte man das so haben!“ – vor sechs Tagen

      „Jetzt weiß ich wieder, warum so viele Wessis echt zum Kotzen sind. Ich habe nur zwei Gegenbeispiele kennengelernt.“ – vor elf Tagen

      d) Pro Gewalt gegen Christen (= alte SED-Schule)

      jouwatch-Beitrag: Indien – Nonnen verprügelt und katholische Schule angezündet

      „Die Institutionen der Kolonialherrschaft lassen sich eben nur mit rabiaten Methoden abschütteln…“ – vor sechs Tagen

      e) Untergangsprophetismus, Irreführung über den Merkelstaat (als wäre er eine Demokratie), Verächtlichmachung der Demokratie und Untergangszynismus

      „Unser Untergang wurde demokratisch beschlossen – möglicherweise ist das gar nicht tragisch.“ – vor 6 Tagen

      f) Anbiederung an nützliche „Biodeutsche“ und der Anregung dienende Gewaltphantasien (auch orientalische Märchenstunde), islamische Gewalt würde selektiv nur Gutmenschen „beseitigen“

      „Die Invasoren werden zuerst die Gutmenschen beseitigen. Dadurch ist das größte Hindernis aus dem Weg geräumt – anschließend zeigen die Biodeutschen den Moslems, was Islamophobie bedeutet.“ – vor sechs Tagen

      „Das waren die Reichsbürger mit ihrem Luftgewehr. … Mehr Mittel gegen Rääächts!“ – vor acht Tagen

      g) Pro Islamisierung, Scharia als Fortschritt

      „Manchmal denke ich, dass die zunehmende Islamisierung ein Fortschritt ist. Muslime scheinen untereinander nicht so giftig zu sein. Die Einführung der Scharia kann das Leben in Deutschland nur besser machen.“ – vor acht Tagen

      – – –

      Das Gesamtbild: Der nach diesen Prämissen nicht-dumme „Biodeutsche“ wäre also ein schariafreundlicher Kommunist, der die Deutschen ob ihrer Dummheit verachtet (also sich selbst???), sich seines bevorstehenden Untergangs bewusst ist, ihn sogar als „Fortschritt“ bejaht. Das dürfte in etwa der „nützliche Idiot“ nach Lenin sein, der bis zuletzt von sich glauben soll, er wäre nicht-dumm. Bis er dann tot ist, der nützliche „Biodeutsche“.

      “ – möglicherweise ist das gar nicht tragisch.“ meint aber unser Bachelor.

      – – –

      Dieser eine Satz klingt fast wie Adorno (der stammte ja auch aus einer ehrlichen „Arbeiterfamilie“):

      „Der Deutsche ist ein Phänomen – solange es jemanden gibt, den er verachten kann, ist seine Welt in Ordnung.“ – vor acht Tagen

      Aber, von wo aus ist das gesehen? Doch wohl von GANZ WEIT außerhalb. Ganz ohne Empathie. Unser Bachelor ist ein großer Hetzer. Aber auch ein großer Anbiederer – an jeglichen „Fortschritt“, der auch mal „Scharia“ heißen kann, wie wir erfahren haben. So geht eben „Weltrevolution“. Solange andere verrecken, ist es „möglicherweise gar nicht tragisch“.

      Wer das NICHT versteht, ist eben ein dummer Deutscher. Und wer das aber versteht, ist ein nützlicher „Biodeutscher“. Alles klar?

      Das ist SO rational, dass eine Ratte es sofort verstehen würde. Beim Menschen ist es schwieriger, der ist noch nicht so weit entwickelt. Da müssen erst noch ein paar „Transformationen“ erfolgen, damit auch er es versteht – ein evolutionärer Schub gewissermaßen.

  8. Das Zeug, dass die sich einwerfen, möchte ich nur ein einziges mal probieren. Will mal – und wenn es nur 2 Minuten sind – wissen, wie es sich anfühlt, sowas von VOLLVERBLÖDET zu sein.

    • Da wäre ich gerne mit dabei… 🙂 Das Zeug muß gut sein, immerhin trauen die sich auf ihrem Trip bis Straßburg. 🙂

    • Oh nein,die sind keineswegs verblödet,ganz im Gegenteil.Besser kann man der Doppelmoral,wenn es um Relegionsfreiheit geht,garnicht den Spiegel vorhalten.

    • Wieso, heutzutage bekommt doch jede beschissene Minderheit mehr Aufmerksamkeit, als notwendig!!! Genau das möchte man hier, auf etwas überspitzte Art und Weise, ausdrücken!!! Außerdem eine wunderbare Methode, diese überflüssigen, fett gemästeten EU-„Behörden“ vorzuführen!!! Wenn die sich damit nicht beschäftigen, einfach wegen Diskriminierung klagen!!!

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