Antirassismus-Schach: Schwarz beginnt, Weiß gewinnt und Hornbach stinkt

Max Erdinger

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Schachweltmeister Magnus Carlsen - Foto: Imago

Für die Nicht-Schachspieler: Beim Schach eröffnet immer Weiß die Partie. Alter Schachspruch: „Weiß beginnt, Schwarz gewinnt“. In Oslo gab es jetzt ein 12-stündiges Antirassismus Schachturnier. Alle Partien wurden von Schwarz eröffnet. Ob Knast drohte für den Fall, daß das ein Spieler mit „Schwarz beginnt, Weiß gewinnt“ kommentiert hätte, ist unklar.

Der Schaukampf war Teil der zur Zeit laufenden Kampagne „Dingsbums gegen Rassismus“ (oder so ähnlich). Der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen und der niederländisch-russisch-nepalesische Großmeister Anish Giri erklärten die Motivation für den Farbtausch. Das Ganze spielt auf die seit dem 19. Jahrhundert gebräuchliche Regel an, nach der jede Partie mit den weißen Figuren eröffnet wird. Dadurch ist Weiß natürlich immer „einen Zug voraus“.

Carlsen gewann die Weltmeisterschaft erstmals 2013, als er Viswanathan Anand aus Indien vom Thron stieß. Im Vorjahr verteidigte er seinen ersten Weltranglistenplatz gegen den US-Amerikaner Fabiano Caruana. Großmeister Giri wiederum befindet sich in der Elo-Rangliste momentan (nur) auf dem vierten Platz.

Die Tagesstimme: „Es sei schwierig, seine Denkweise an einen umgekehrten Beginn anzupassen, so Giri. Aber wenn dies im Spiel gelinge, könne man Menschen dabei helfen, “im echten Leben umzudenken”. In einer Aussendung fügt Carlsen hinzu, dass man das Brett gedreht habe, um “mit dem Schachspiel die Gleichheitsdebatten um eine neue Sichtweise zu bereichern”.

Wo da das große Umdenken gelegen haben soll, weiß der Geier. Giris Gewäsch erklärt aber ganz gut, warum er nur auf Platz vier in der Weltrangliste rangiert. Weil es drei Klügere gibt, die so einen Käse nicht denken würden. Wenn man nur das Brett dreht und die Figuren wie üblich aufstellt, ändert sich nichts. Die weiße Dame steht links neben dem König, die schwarze gegenüber rechts. Lediglich die Feldfarbe ist verkehrt. Ansonsten läuft die Partie wie sonst auch, wenn unter diesen Voraussetzungen Schwarz beginnt. Man hätte schon das Brett mitsamt den korrekt aufgestellten Figuren drehen müssen, um „spiegelverkehrt“ zu spielen. Gleichheitsdebatten sind aber auch unter diesen Voraussetzungen langweilig. Es ging halt darum, daß die schwarzen Figuren „einen Zug voraus“ sind. Das ist zum Gähnen.

Gleichheits-Schach

Interessanter wäre gewesen, Waffengleichheit herzustellen, etwa, indem man dem Weltmeister sozusagen einen Arm dadurch auf dem Rücken festbindet, daß man ihm nicht mehr gestattet, mit der Dame, der spielstärksten Figur also, nach den alten Regeln zu ziehen. Denen zufolge vereinigt die Dame in sich die Zugmöglichkeiten von Turm und Läufer. Man hätte sie um die Läufereigenschaft amputieren können, so daß sie nur noch wie ein Turm ziehen darf. Damit hätte man die Gewinnchancen für den Großmeister gegen den Weltmeister verbessert. Analog zur sozialen Gerechtigkeit hätte man dann in diesem Fall von einer gewinnerischen Gerechtigkeit sprechen können. Mit ziemlicher Sicherheit hätte der Viertplatz-Giri dann gewonnen. Dumm nur, daß Weltmeister Carlsen mit Schwarz spielte, so daß Weiß wieder gewonnen hätte. Hätte Carlsen mit Weiß gespielt, dann hätte man auch die weiße Dame amputieren müssen. Wenn Großmeister Giri dann mit den schwarzen Figuren gewonnen hätte, hätte es wieder geheißen, die Schwarzen bringen nichts auf die Reihe, wenn man ihnen nicht hilft.

Alles in allem war es wohl einfach eine saublöde Idee, dieses Antirassismus-Schach.

Vorschlag zur Güte: Quotenschach

In Zukunft müssen die Bauern – acht an der Zahl auf jeder Seite – zur Hälfte wie Bäuerinnen geschnitzt sein. Vielleicht kann man ja Zöpfe drankleben. Das wäre dann eine Bäuerinnenquote. Allerdings müsste man dann auch von einem „Bäuerinnenopfer“ reden, statt immer nur von einem Bauernopfer. Obwohl: Damit werden die Feministen vermutlich nicht einverstanden sein. Schließlich sind Feministen nicht dazu auf der Welt, um sich zu opfern. Also kein Vorschlag zur Güte. Jetzt aber zu etwas völlig anderem …

Hornbach stinkt nach Rassendiskriminierung

Die Baumarktkette Hornbach steht wegen eines Werbespots schwer unter Beschuß, wie die Stuttgarter Nachrichten melden. In dem Spot sind kräftige weiße Männer zu sehen, beileibe keine Beaus, die mit Hornbach-Werkzeugen im frühlingshaften Garten werkeln, schaufeln und schuften, wobei sie natürlich ins Schwitzen kommen. Nach getaner Arbeit entledigen sie sich ihrer durchnässten Arbeitsklamotten und verpacken sie luftdicht in Plastikbeuteln. Am Ende des Spots öffnet eine asiatisch aussehende Frau die Beutel, schnuppert daran, verdreht glückselig die Augen und währenddessen kommt die Texteinblendung: „So riecht das Frühjahr.“

Da kommen also Geschmacklosigkeit, Sexismus, Chauvinismus und Rassismus zusammen daher, als wollten sie einen wehrmachtsartigen Blitzkrieg gegen die Political Correctness gewinnen. Dementsprechend groß war die Empörung. Die arme asiatisch aussehende Frau! Hornbach verneint aber irgendwelche Diskriminierungsabsichten.

Dass diese Szene eine Protagonistin asiatischer Herkunft zeigt, hat keinen tieferen Hintergrund. Es hätte auch ein junger Mann aus dem Silicon Valley sein können, oder ein älterer Mann aus einer europäischen Bankenmetropole.“ Der Werbespot sei sowohl in Deutschland als auch in Österreich vom Werberat geprüft worden, sagte ein Unternehmenssprecher der Baumarktkette. Schon wieder ins Fettnäpfchen getreten. Er hätte „Werberat und Werberätin“ sagen müssen. Jedenfalls lehne Hornbach jede Form von Diskriminierung entschieden ab.

So leicht kommt der Baumarkt-Luftikus aber nicht davon. Ungeachtet seiner Beschwichtigungen startete eine auf englisch verfasste Online-Petition gegen den frühlingshaften Schweißspot. Die Petitenten erkennen eindeutig die herabwürdigende Darstellung einer asiatischen Frau und werfen Hornbach Rassismus vor. Die Petition hatte bis zum frühen Freitagnachmittag Tausende Unterstützer.

Vorschlag zur Güte: Gartenarbeit

Die Petitenten verbringen in dieser schönen Jahreszeit, die so viel Arbeit in Feld und Flur mit sich bringt, eindeutig zu viel Zeit vor dem Computer, während draußen ganze Landschaften verwildern. Hornbach versorgt sie mit Werkzeugen – und dann zack-zack raus ins Grüne zum werkeln, schaufeln und schuften. Frische Luft ist gesund fürs Hirn und man kommt auf ganz andere Gedanken. Gesellschaftlicher Frieden gesichert, Problem gelöst. Das sollte funktionieren.

 

 

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50 Kommentare

  1. OK, von mir aus spiele ich eben nur noch mit schwarz. Dafür darf ich dann allerdings drei Damen haben.

  2. Also dann, „Mensch-ärgere-dich-nicht“ mit soooviel bunten Männeln. Allerdings sollte der Würfel rund sein, ohne Ecken und Kanten, eine Kugel eben. Nicht daß die Muselmanen Anstoß nehmen…

  3. Offensichtlich konnte Breyvick nicht den ganzen Nachwuchs der norwegischen Kulturmarxisten ausschalten.

  4. Schach ist doch sowieso voll rassistisch mit diesem schwarz und weiß. Und dann noch König und Königin mit verschiedenen Bewegungsfähigkeiten, und der „Diverse“ fehlt völlig. Das Spiel gehört doch sofort verboten….

  5. Ich dachte immer Araber spielen keinen Schach:

    die mächtigste Figur ist die Königin (eine Frau),
    Sie kann sich frei und ohne Begleitung bewegen und:
    Sie kann nur einmal geschlagen werden!

  6. Schach ist außerdem zutiefst chauvinistisch. Nur eine Frau pro Seite und was ist mit dem dritten Geschlecht?

  7. Probieren Sie es mal mit einem islamischen Klavierstück.
    .
    So etwas ähnliches wie von Liszt oder Tschaikowsky.
    .
    Sowas wie den Czerny werden die ja auch haben.
    Zum Einüben.

  8. als ich die Werbung das erste mal sah wusste ich das da etwas nach kommt. Als Durex (Kondome) nur mit weißen warb die geschlechtskrankheiten hatten regte sich keiner auf. Wäre ein Schwarzer dabei gewesen der gesagt hätte „….. und ich habe Aids“ wäre ein Skandal ausgebrochen. Ich finde es Rassistisch das weißen hasser mit ihrem hass auch noch Geld verdienen, juckt nur keinen.

  9. Ein Politisch korrektes Schachspiel besteht aus 32 schwarzen Figuren auf einem weißen Brett.
    Selbstverständlich können die schwarzen Figuren machen was,ähm…ziehen wie sie wollen!

  10. Nette Glosse, da könnte man noch unendlich weiterblödeln.
    Übrigens „Werberat“: sollten wir uns auf „Werberatende“ einigen?

  11. Der Rassismus beginnt doch schon damit, dass sich weiße und schwarze Figuren gegenüberstehen, anstatt gleichberechtigt nebeneinander zu marschieren.

    Bei einem politisch korrekten Schach hat natürlich jeder Spieler gleichviel weiße wie schwarze Figuren: Vielfalt ist Stärke.

    Da funktioniert Schach dann endlich wie das wirkliche Multikulti-Leben.

    • Dann müsste es ja eher so sein, dass die weißen Figuren arbeiten, während die schwarzen am Rand stehen und zugucken….

    • Auf dem Schachbrett arbeitet man nicht. Man bringt einander um.

      Ihren Kommentar sollten Sie deshalb leicht überarbeiten.

  12. Wenn da anstatt der Bauern Bäuer*innen am Brett stehen, muß man denen dann eine Burka überstreifen?

  13. Ein Gedanke.
    .
    Spiele ich jetzt mit den schwarzen Figuren (meine sind eher dunkelbraun), und ich verliere, bin ich dann ein Rassist?

  14. Auch das Brettspiel „Dame“ erscheint mir ebenfalls
    sozial konstruiert und sollte entsprechend als eine
    „queere Identität“ in „Divers“ umbenannt werden.

  15. Nun haben die Doofen die gesamte Welt auf den Kopf gestellt. Und wo ist der Gewinn für die Menschheit?

  16. Gähn… Die Asiatin hätte es wirklich nicht gebraucht. Da ist den Machern wohl die Phantasie durchgegangen…

    • Wahrscheinlich sollte darauf angespielt werden, daß Reinigungen und Waschsalons überwiegend von Asiaten betrieben werden. Zumindest im englischsprachigen Raum.

  17. Ich würde Hornbach dringend den Götz von Berlichingen empfehlen. Anders kann man diesen Idioten einfach nicht mehr begegnen.

  18. die Menschheit kann nur gerettet werden,wenn sich normal gebliebenen Menschen von den Selbsthassern,Selbstzerfleischern und Selbstrassisten rigoros abgrenzt

  19. Ich warte auf die Afrikanerquote beim Profischach. Bisher waren alle Weltklasse-Schachspieler entweder weiß oder ostasiatisch. Ich vermute allerdings, dass uns die Afrikaner so haushoch überlegen sind, dass niemand den Mut hat, gegen sie anzutreten (man kann es auch politisch weniger korrekt formulieren).

  20. Schwarz beginnt, weiß gewinnt. Ich finde das hat was. Dann haben Schwarze endlich auch eine plausible Entschuldigung weshalb die Weißen immer gewinnen. Davon abgesehen: „Kennt jemand einen Schwarzen oder auch Araber der wirklich gut Schach spielt? Ich nicht. Das nächste und viel größere Problem könnte nämlich noch kommen. Wenn Weiße mit schwarzen Figuren spielen, könnte man mit Fug und Recht behaupten der Weiße Mann würde die Schwarzen wie Schachfiguren hin und her schieben und die armen Schwarzen müssten für ihn ihren Kopf hinhalten. Gewinnen würde aber nur der Spieler, also der Weiße. Vieleilcht sollte man dieses diskriminierende Spiel am Besten einfach verbieten. Sexistisch ist es ja dazu auch noch, steht und fällt das Spiel doch mit dem König und die arme Königin muss immer rum rennen und die Drecksarbeit erledigen. 😉

  21. Mit solchen Dumpfbackennachrichten wird den Menschen das Hirn zugemüllt, damit sie sich über Nichtigkeiten aufregen. Und so bleiben die tatsächlichen Probleme ausgeblendet.

  22. Auf dem Klavier dürfen demnächst nur Tonleiter benutzt werden, die
    genausoviele schwarze Tasten benutzen wie auch weiße.

    Bei „schwarze und rote Zahlen schreiben“ werden aus roten Zahlen nun weiße Zahlen.

    • Der Akkord C-Dur wird abgeschafft, weil man dazu nur weiße Tasten benötigt. Wer ihn dennoch spielt, wird mit Gefängnis nicht unter 2 Jahren bestraft.

  23. Der Aufschrei beim Hornbach-Spot wäre sicher nicht, hätte das 1/5 Frau, 3/5 Mann und 1/5 irgend etwas aus dem Genderwahn, an dem Beutel gerochen. Nur noch voll verblödete.

    • Frohe Nachricht: Für Genderschach gibt es auf dem traditionellen Schachbrett zu wenig Felder. Somit wird ein 10×10 Brett entwickelt.
      Traditioneller Schach wird wegen Diskriminierung und Rassismus verboten.

    • Frohe Nachricht: Für Genderschach gibt es auf dem traditionellen Schachbrett zu wenig Felder. Somit wird ein 10×10 Brett entwickelt.
      Traditioneller Schach wird wegen Diskriminierung und Rassismus verboten.

    • Denken Sie das nicht zu laut, Sie meinen dies als Scherz, aber wehe wenn Ihren Beitrag ein*e Grüner*inn zu lesen bekommt. Der/die/das wird Himmel und Hölle in Bewegung setzen um das durchzusetzen.

    • Ja, da ist man(frau) dann Schach-matt wenn die Dame gefallen ist – ach nein, die ist ja unantastbar. Das gibt glatt einen neuen Lehrstuhl für „Gender-Schach-Regeln“

  24. so ist es mit den Antirassismus :pfeifen auf alle Regeln oder Gesetzte und Merkel spiel die Blockflöte dazu.

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