Vermisst: „Sag mir wo die Mädchen sind?“

Foto: Durch Joe Techapanupreeda/Shutterstock
Foto: Durch Joe Techapanupreeda/Shutterstock

Berlin – „Sag mir wo die Mädchen sind, wo sind sie geblieben?… Männer nahmen sie geschwind. Wann wird man je verstehen?“, heißt es im berühmten Lied von Marlene Dietrich, das eigentlich ein Antikriegslied ist und zu den Hymnen der Friedensbewegung zählt. In der Tat hinterlässt das spurlose Verschwinden eines geliebten Menschen ein ähnliches Trauma wie ein Krieg. Zurzeit beschäftigen gleich zwei akute Fälle die Medien und damit die Öffentlichkeit. Laut der Zeitung der Westen geht die Polizei im Fall der vermissten Rebecca aus Berlin einer neuen Spur nach und sucht mit einem Boot und mithilfe von Echolot den Herzberger See ab. Auch ein Taucher war am Ufer und im Wasser zu sehen. Die Gegend südöstlich von Berlin steht laut Zeitungsbericht deshalb so im Fokus der Polizei, weil der verdächtige Schwager von Rebecca auf der dort verlaufenden Autobahn A12 Berlin-Frankfurt am Tag des Verschwindens und dem Abend danach unterwegs gewesen sein soll.

Währenddessen macht der Polizei auch ein Fall im Raum Bremen zu schaffen. Seit sechs Wochen wird die 15jährige Katharina aus Langwedel vermisst. „Die öffentliche Suche nach dem Mädchen hat bislang keine neuen Ergebnisse gebracht.“ Schreibt der tag24 und ergänzt, dass letzte Woche Zeugen eine Tramperin beobachtet hatten, die der Jugendlichen ähnlich sah. Es sei noch unklar, ob es sich bei einer in der vergangenen Woche in Verden gesichteten Tramperin um die 15-Jährige handelte, teilte die Polizei am Montag mit.

Katharina war am 12. Februar nach einem Streit nicht mehr nach Hause zurückgekommen. Inzwischen schließt die Polizei ein Verbrechen nicht mehr aus und bittet weiter um Hinweise. „Katharina ist etwa 1,60 Meter groß, von normaler Statur, hat braune Augen und lange schwarze Haare. Vermutlich war die 15-Jährige zum Zeitpunkt ihres Verschwindens mit einer schwarzen Jacke, hellblauer Jeans und weißen Schuhen bekleidet. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Verden unter der Telefonnummer 04231 8060 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen“, heißt es in einer vom tag24 weiterverbreiteten Suchmeldung.

Laut einem Bericht der ZEIT, der sich auf Angaben des Bundeskriminalamtes stützt, wurden 2018 mehr als 11.000 Menschen in Deutschland vermisst. Mehr als 7.000 von ihnen seien unter 18 Jahre alt. Bei mehr als die Hälfte handelt es sich allerdings um mutmaßlich untergetauchte oder weitergezogene „junge unbegleitete Flüchtlinge“, die noch dazu mit mehreren Identitäten unterwegs sind und dementsprechend mehrmals als „vermisst“ eingetragen werden.

„Zum 1. Oktober 2018 galten demnach rund 3.500 unbegleitete Flüchtlinge in Deutschland als vermisst, darunter 902 unter 13 Jahren“, schreibt die ZEIT.

Die Zahl der Vermissten umfasst laut BKA sowohl Fälle, die sich innerhalb weniger Tage aufklären, als auch Vermisste, die bereits bis zu 30 Jahren verschwunden sind. Pro Tag werden nach BKA-Angaben 250 bis 300 Fahndungen nach Vermissten neu erfasst und auch gelöscht. So ist zum Beispiel die seit mehreren Tagen vermisste 12jährige Antonia wieder bei ihren Eltern in Magdeburg aufgetaucht. Eines der vielen Fälle, über die es von Seiten der Polizei im Bericht der ZEIT heißt:

„Erfahrungsgemäß erledigen sich etwa 50 Prozent der Vermissten-Fälle innerhalb der ersten Woche“, teilte das BKA mit. Armin Gartelmann, Leiter der Vermisstenstelle bei der Bremer Polizei, sagte: „Es gibt Menschen, die gehen eine Woche ins Krankenhaus und sagen es keinem. Andere fahren in Urlaub und erzählen es niemandem.“ In anderen Fällen spielen Probleme in der Schule, Ärger mit den Eltern oder Liebeskummer eine Rolle.

Lost in Hessen

Entgegen manchen Annahmen sind Zweidrittel der Vermissten männlich. Vermisste Frauen fallen in den Medien jedoch stärker ins Gewicht, weil die Gefahr einer Entführung oder gar eines Sexualmordes wesentlich höher ist. So sorgte auch das Verschwinden der 18-jährigen Victoria aus Hofgeismar für große Aufregung, da das Mädchen eine Behinderung hat und dementsprechend leicht zum Opfer diverser Täter hätte werden können. (Quelle HNA)

Das Phänomen „vermisster Personen“ scheint besonders in Hessen weit verbreitet. Laut einem Bericht der Bildzeitung sind es nach Angaben des Landeskriminalamtes 6.646 Menschen. Mit steigender Tendenz. Denn im vergangenen Jahr waren es 6.486. Unter ihnen ist auch die 16-jährige Valeria Baloghova aus dem Raum Darmstadt, dessen Fall laut Polizeibericht-Suchmeldung unangenehme Erinnerungen an den Fall von Susanna Feldmann weckt.

„Sie war in der Vergangenheit schon mehrfach von zu Hause abgängig, konnte aber anschließend wieder in Flüchtlingsunterkünften im Raum Wiesbaden aufgegriffen werden. Die bisherigen Fahndungsmaßnahmen der Polizei erbrachten bislang keinen Hinweis zu ihrem derzeitigen Aufenthaltsort.“

Auch sie konnte nach über einem Monat wieder ausfindig gemacht werden. Dennoch bleiben genügend Fälle, die nie aufgeklärt werden. Laut ZEIT gibt es im Raum Bremen 15 Personen, die nicht mehr auftauchten. In drei Fällen vermutet ein Polizeibeamter ein Verbrechen. (KL)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...

10 Kommentare

    • Vermutlich liegen Sie damit richtig, nur will so etwas in den Regierungsmedien niemand auch nur annähernd äußern.
      Lieber stürzt man sich ständig auf den Schwager ( endlich ein Deutscher) und suggeriert, dass er der Täter sein MUSS, obwohl es bisher noch gar kein Opfer gibt.

  1. Sag mir wo das Recht geblieben ist, wo ist es gebliebenen? Sag mir wo die Politiker sind, wo sind sie geblieben? Sag mir was die GROKO, Grünen und Linken tun? Was lassen sie mit uns für Sachen machen? Sag mir wo der Anstand blieb, was ist nur geschehen? Ich kann diese Menschenrechtsverletzter aller Parteien und Justiz bald nicht mehr sehen. Sie sind dabei uns zu verkaufen. Da kann sich der Bürger nur noch die Haare raufen.

    Wer schützt unsere Frauen, Kinder und Mädchen? Wer darf noch helfen, ohne bestraft zu werden? Das ist die Frage, die sich mir stellt. Die Verantwortlichen sind wahrscheinlich nicht von dieser Welt.

    Frei nach Mütze

    • Das muß nicht heißen, daß keine mehr stattfinden. In Regionalbeilagen wird mit ziemlicher Sicherheit noch darüber berichtet, denn in kleineren Orten läßt sich sowas kaum totschweigen

    • Es gibt ja wenig Strafen. Es ist nochmal ein demütiger Prozess. Der Mann behauptet es war einvernehmlich und die Frau muss das Gegenteil beweisen.Wer tut sich das zusätzlich an?

    • Er meinte wohl „in den Medien gemeldet“.
      Alleine 2017 wurde lt. BKA-Statistik bei 2100 Vergewaltigungen Flüchtlinge als Täter ermittelt (die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, denn das sind ja nur die, die gefasst wurden).

  2. Menschenhändler sollten wesentlich härter bestraft werden. Ich würde sogar für die Todesstrafe stimmen.

Kommentare sind deaktiviert.