Reinhard Mey: Keinen Cent für die Öffentlich-Rechtlichen

Reinhard Mey (Bild: Shutterstock.com/Von 360b)
Reinhard Mey (Bild: Shutterstock.com/Von 360b)

Herzkino, Sport, Talkshows, Quiz- und Ratesendungen, Karneval, da schaltet der Liedermacher erst gar nicht ein. Auch beim Tatort lasse inzwischen das Interesse rasant nach. Und bezahlen  – wäre die Höhe ihm überlassen – würde er  für das öffentlich-rechtliche Angebot „nix“, keinen Cent. Das sind die Antworten, die der 76-jährige Reinhard Mey der SZ im Rahmen einer „Wie sehr lieben Sie den Staatsfunk“- Befragung gegeben hatte. Des Weiteren bezeichnet der Barde den ÖR als „anspruchslos, ohne Ideen und langweilig.

Den öffentlich-rechtlichen Programmmachern empfiehlt Mey laut der SZ: „Einrichtung einer vernunftbegabten Fernsehspielredaktion, die endlich wieder Qualität statt der dümmlichen Freitagsfilme auf dem festen Deppenplatz 20.15 Uhr im Ersten bietet. Endlich wieder Literaturverfilmungen wie in den Sechzigern, wie einst ‚Langusten‘, ‚Der Biberpelz‘ oder ‚Die Zeit und die Conways‘.“

Weniger staatsfern und deshalb mutmaßlich auch unkritisch Meys Statement zur täglichen  Nachrichtenshow: Für gute Filme oder Fernsehspiele wäre er indes bereit, zu zahlen. So viel, wie er jetzt für Filme auf Abruf bezahle.

Ein öffentlich-rechtlicher Pressesprecher war sofort zur Stelle um Reinhard Meys Aussage zu „framen“. Man nehme jede Kritik sehr ernst. Bei der SZ-Serie gehe es um ein Stimmungsbild mit kritischen, aber auch positiven Stimmen. Denn, wenn man die SZ-Ausgabe mit dem Bergsteiger Alexander Huber nehme, dann zeige sich auch eine andere Auffassung. Reinhard Meys Idee, die Tagesschau als Aufgabe politischer Bildung in staatliche Hände zu legen, widerspreche aber  der Grundidee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Denn, wie wir alle wissen: gerade dessen Staatsferne sei ein wesentliches Element der Rundfunkfreiheit und der programmlichen Unabhängigkeit, macht uns der menschgewordene ÖR-Lautsprecher klar. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört ausschließlich der Allgemeinheit und wird nur von dieser kontrolliert“. (SB)

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33 Kommentare

  1. Hahaha! Der ÖR wird von Kartellparteien kontrolliert und die Kartellparteien werden von Orwellschafen gewählt und die Orwellschafe vom ÖR gemacht.

  2. Heimatlos
    Reinhard Mey:

    Doch du bist heimatlos,
    Belogen,
    Betrogen,
    Übern Tisch gezogen,
    Wie von ‘nem schwarzen Loch aufgesogen.
    Heimatlos,
    Abgezockt,
    Trocken gedockt,
    Schwer geschockt,
    In die Falle gelockt,
    Und wie ein Schaf an den Hinterbeinen angepflockt.
    Ein blödes Gefühl,
    Du findest kein Asyl,
    Du bist nackt und bloß,
    Heimatlos.

  3. …Denn, wie wir alle wissen: gerade dessen Staatsferne sei ein
    wesentliches Element der Rundfunkfreiheit und der programmlichen
    Unabhängigkeit, macht uns der menschgewordene ÖR-Lautsprecher klar. „Der
    öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört ausschließlich der Allgemeinheit
    und wird nur von dieser kontrolliert“….

    Entweder hat dieser Zeitgenosse keine Ahnung, wer die „Programmacher“, nämlich die Aufsichtsräte, sind, die im Parteienproporz zusammengewürfelt und daher alles andere als „staatsfern“, oder hier lügt jemand dreist das Blaue vom Himmel herunter.

    All die „Framing“-Aktionen – und bei der SÜDDEUTSCHEN und ihren Lohnschreibern ist von nichts anderem als „Framing“ im Sinne des „Mainstreams“ der Herrschenden auszugehen – sind inzwischen Rohrkrepierer, weil sich täglich mehr und mehr Menschen aus anderen, zuverlässigeren Quellen zur Informationsgewinnung bedienen, statt sich weiterhin von Tendenzblättern wie SÜDDEUTSCHE oder den hofberichterstattenden Staatspropagandamedien wie ARD und ZDF einseifen zu lassen.

    Die Zeit ist längst über solche Leute hinweggegangen und diese wären – ohne ihre Zwangsgebühren von rd. 8 Mrd. EURO im Jahr – entweder schon längst ausgestorben wie die Dinosaurier oder zumindest im HARTZ-IV-Bezug gelandet.

    Reinhard Mey hingegen hat von A-Z Recht und ist mit seinen 76 Lenzen moderner, fortschrittlicher und vor Allem schlauer als jenes Prachtexemplar eines medialen Betonkopfs aus der eingestaubten Propagandaabteilung der „Alpen-Prawda“, eines in München ansässigen KÄSEBLATTS, das sich die volkstümliche Verhohnepipelung seines Namens wieder einmal zu recht verdient hat !

  4. Da hat er was falsch verstanden – die Tagesschau kommt ja längst aus dem Bundeskanzleramt. Aber in dem Alter kann man ihm das nicht mehr vorwerfen. Meine Eltern glauben auch immer noch die CDU wäre eine konservative Partei.

    • Der Glaubwürdigkeitsgrad der „TAGESSCHAU“ aber auch die „ATLANTIK-BRÜCKE“-Propagandasendung „heute“ des KLEBER-ZDF dürfte inzwischen etwa jenes Niveau erreicht haben, was einst die „AKTUELLE KAMERA“ des DDR-Fernsehens einnahm.

      Und ja : Nur noch die Generation der schon leicht nach Erde Riechenden springt darauf an als „die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, die da auf die Öffentlichkeit losgelassen wird.

    • Das kann ich als ehemaliger DDR-Bürger nur bestätigen. ARD und ZDF Sind schon lange die neue Aktuelle Kamera der neunen DDR 2.0,, die Merkel hier installiert.Ich komme mir vor, wie in Zeiten von Ulbricht und Honecker. Ein Albtraum, der leider Realität ist.

  5. Mey hatte 1996 in seinem Lied „Sei wachsam“ genau das beschrieben, was heute passiert.

    Von politischen Heuchlern und Kriminellen. Mey, ein Visionär sozusagen. Top aktuell Darin kommt ein Satz vor, der bis heute Allgemeingültigkeit hat: „Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt. Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!“ Seine kritische Einstellung zu allen Institutionen, die wie der ÖRR die Meinungsfreiheit einschränken oder manipulieren, kommt daher nicht von ungefähr.

  6. Reinhard Meys intelligente Texte höre ich immer wieder gern. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist er leider kaum noch vertreten, weil kritische Geister dort nicht gefragt sind.

    • Na, seit seinem vom Text her ewiggültigen Klassiker „Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden“ dürfte Reinhard Mey bei den Granden des Staats und seiner ARD/ZDF-Propagandaabteilung „unten durch“ sein.

  7. Wird nicht gerade politisch angedacht, die Rundfunkgebühren automatisch regelmäßig zu erhöhen, so wie die Politikerdiäten? Da braucht es keine Debatte mehr und keine Begründung. Läuft.
    Wie machen das eigentlich andere Länder mit der Finanzierung?

    • Dänemark : Rundfunkgebühr drastisch gesenkt, den medialen „Wasserkopf“ drastisch eingedampft !

      Polen : hat die „Rundfunkgebühr“ vor rd. 2 Jahren ganz abgeschafft

      Schweiz : Referendum zwar für die Beibehaltung, aber Beiträge zur „BILAG“ gesenkt.

      Nur DEUTSCHLAND muß wieder Sonderwege gehen und den Rundfunkapparat nebst Zwangs-Beiträge weiter aufblähen !

  8. Reinhard Mey bleibt ein Freigeist, der sich, anders als
    die Staatsbarden Grönemeyer und Campino, vor keinen
    politischen und ideologischen Karren spannen lässt.
    Dies gilt in der DDR 2.0 bereits als potentiell verdächtig.

    • Für die vom Bundes-UHU Steinmeyer faktisch geadelten „Faule Sahne Fischfilet“ und Konsorten reicht nicht mal die Bezeichnung „falsche Fuffziger“ !

    • Reinhard Mey und Campino in einem Satz zu nennen, ist so beleidigend, wie wenn man Viktor Orban und Merkel in einem Satz nennt.

  9. So ein GEZ-Kasper mit seinem Framing-Versuch, der voll in die Hose ging.

    Reinhard May: 👍🏼Der hat gern schon immer den Finger in die Wunden gelegt, intelligente Liedtexte geschrieben!
    Das ist kein Dummkopf, alles Andere!!!

    • Jetzt vergleiche man mal Mey mit Grölemeyer, Lindenberg und den anderen sattsam Bekannten – ein „Niveau“, bei dem man auf der Grasnarbe noch Höhenangst bekommt, wenn man auf die runterschaut!

  10. „Keinen Cent für die Öffentlich-Rechtlichen“

    Diese Auffassung Meys teile ich zu100%.
    Dann hätte sich auch das Problem „Bildungsauftrag“ voll und ganz selbst erledigt!

  11. Selten so gelacht!

    Tzzz,
    Reinhard Meys Idee, die Tagesschau als Aufgabe politischer Bildung in
    staatliche Hände zu legen, widerspreche aber der Grundidee des
    öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Denn, wie wir alle wissen: gerade
    dessen Staatsferne sei ein wesentliches Element der Rundfunkfreiheit und
    der programmlichen Unabhängigkeit, macht uns der menschgewordene
    ÖR-Lautsprecher klar. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört
    ausschließlich der Allgemeinheit und wird nur von dieser kontrolliert“.

    Jawoll, Lügenpresse, in jeder Hinsicht!

  12. “ „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört ausschließlich der Allgemeinheit und wird nur von dieser kontrolliert“.

    Lügenpresse – Lügenpresse – Lügenpresse
    😀

    • Was kontrolliert denn die ominös-diffuse „Allgemeinheit“ bei ARD und ZDF ?

      Eher das Gegenteil ist der Fall, insbesondere beim pünktlichen Bezahlen über deren Inkassobüro in Köln !

    • Das kratzt mich nicht !

      Habe bereits 15 Jahren keinen Fernseher mehr und ich fühle mich seitdem erheblich besser !

      Zudem ist Linear-„Fernsehen“ ein Dinosaurier des 20. Jahrhunderts. Wer richtet denn heute noch seinen Tagesablauf nach einem vorab festgelegten Sende-Schema im Zeitalter jederzeit abrufbarer Inhalte per Internet aus ?

      Doch nur noch die Generation 65+ ………

  13. Denn, wie wir alle wissen: gerade dessen Staatsferne sei ein
    wesentliches Element der Rundfunkfreiheit und der programmlichen
    Unabhängigkeit, macht uns der menschgewordene ÖR-Lautsprecher klar.

    „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört ausschließlich der Allgemeinheit und wird nur von dieser kontrolliert“. (SB)

    Hahahahahahahahahaha. Ich kann nicht mehr!

    • Nicht lachen. Denn wie Napoleon schon wusste:
      „Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden – die Deutschen glauben sie.“

    • Kann Napoleon zwar nicht leiden, aber seine Einschätzung der Deutschen ist noch heute zutreffend.

      Es reicht der Blick auf das Polit-Personal, das uns heute regiert………………..und von lediglich 13 Prozent der teilnehmenden Wahlberechtigten abgelehnt wird !

    • Aber es stimmt! Der ÖR gehört doch allen Gemeinen, noch besser, allen Gemeinsten Subjekten, die die der Staat je nach seinem menschenfeindlichen Bild geformt hat.

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