Christchurch: Der journalistische Automatismus

Hans Friedrich

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Massaker in Christchurch - screenshot YouTube

Natürlich ist das Massaker von Christchurch schrecklich, Leute die man nicht mag kann man nicht einfach umlegen. Wo kämen wir hin, wenn das jeder tut? Es gibt zivilisatorische Standards und es gibt ein Verhalten, wir Abendländer nennen es oft „christlich“ selbst wenn uns das Christentum nicht so viel bedeutet, das wir einhalten. Jedenfalls die meisten von uns.

Denn zu den 10 Geboten oder deren Sinn kann sich jeder bekennen, so oder so ähnlich läuft es übrigens in allen Religionen.

Darüber besteht also Einigkeit.

Uneins ist man aber über die Motivation der oder des Täter(s). Die alles versimpelnde Presse nennt sie „rechts“ oder „rechtsradikal“. Damit ist nach Meinung einfach strukturierter und zeitgeistgeformter Menschen, insbesondere von Journalisten, bereits alles gesagt.

Und so wird mantraartig alles das wiederholt was man dem konservativen Gedanken zurechnet: Angeblich sei es eine Verschwörungstheorie, daß Europa vom Islam unterwandert wird, die Leistungen der Verteidiger Wiens werden diskreditiert, Rechte neigen per se zur Gewalt, man macht den Ethnopluralismus lächerlich ohne ihn zu erläutern, preßt alle Kritiker des Zeitgeistes und der herrschenden Deutungshoheit in eine Schablone, nennt sie Rassisten, garniert das noch mit einigen gefundenen kritischen Einlassungen zum Klima, zur Ökologie und zur Geschlechtervielfalt und fertig ist der journalistische Aufguß.

Es ist genau dieser Aufguß, der viele Leute ekelt, nur haben gesunde Menschen eine natürliche Bremse und sind nicht so stringent, ihre Kritik in einem Massaker umzusetzen, sondern ergeben sich schweigend den Verhältnissen. Aber es wirkt.

Und es erschlägt wieder jeden Diskurs über die Notwendigkeit über eine ungezügelte Zuwanderung nachzudenken, Konsequenzen zu ziehen, den Islam in seinem Vormachstreben zu bremsen. Der Attentäter hat seinem Anliegen keinen Gefallen getan und denen, die vernünftig und ruhig – und das weltweit – die Ursachen der Ablehnung und der medial begrüßen Veränderungen diskutieren wollen, auch nicht.

Die Journalisten gehen durch die gleiche Schule, sind eher Propagandisten denn sachliche Berichter und leisten dem Haß und der Ablehnung ständig Vorschub. Ganz besonders schießen sie sich auf das Netz ein, auf YouTuber und Thinktanks , hier ist die Gelegenheit, endlich, den gehaßten Nebenbuhlern, den Existenzbedrohern eine reinzuwürgen.

Das Internet und seine Giganten sind schuld, die Plattformen, Facebook und Twitter und YouTube und überhaupt….

Von der Politik können wir eh keine Einsicht erwarten, hier finden wir ohnehin nur rückgratlose Zum-Munde-Reder, schlimmste Opportunisten, selbsternannte Widerständler gegen Hitler – leider 70, 80 Jahre zu spät, sie arbeiten mit der Presse-Kamarilla Hand in Hand.

So ist diese schreckliche Geschehen in Christchurch wieder nicht Anlaß für ein Innehalten und Überdenken, nein, der Abwehrkampf wird verstärkt. Nicht der gegen den Islam oder die Zuwanderer, sondern gegen die konservative Geisteswelt, genannt „Neue Rechte“, die mit der Brutalität eines Terroristen so wenig zu tun hat wie ein Kunstmaler mit einem Anstreicher.

Es ist so, wird so sein und war nicht anders zu erwarten.

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12 Kommentare

  1. In der gestrigen Fokus-online-Ausgabe wurde schon die Ideologie des Mörders von Neuseeland mit der von vielen Deutschen verglichen. Gemeint waren offensichtlich die „Neuen Rechten“ ohne zu unterscheiden von Rechten und Rechtsextremen. So als ob die „Neuen Rechten“ anderen wegen ihrer Meinung Gewalt antun. So als ob die „Neuen Rechten“ andere einfach so abschlachten. Die fast tägliche stattfindende Linke Gewalt gegen Andesrtdenkende, wird von eben diesen Systemmedien nicht erwähnt.

    Vermutlich soll keine Diskusion aufkommen, denn wer jetzt seine, möglicherweise nicht mainsteamgerechte Meinung zu Neuseeland sagt, ist automatisch schon von der „Idieologie“ des Attentäters erfasst und ein zu verachtender potentieller Gewalttäter und Mörder.
    Wenn in anderen Ländern hunderte Opfer von Attentätern mit islamischen Hindergrund den Tot finden, wird kein einziges Wort von unseren Systemmedien verschwendet mit einem Ideologievergleich der Täter mit den Menschen mit islamischen Hitergrund hier in Deutschland. Wenn Islamische Gewalttäter in Deutschland ihre Ideologie an „deutschen Ungläubigen“ ausleben, ist das immer ein „Einzelfall“.

    Sind aber islamische Menschen einem westlichen mit christlichem Hintergrund zum Opfer gefallen, dann ist das als Kollektivtat aller christlichen und westlichen Menschen zu sehen.
    Ist ja auch klar, wir sind ja auch die Bösen, die Nazis.

    Nur…. warum wollen diese „Islamischen Opfer“ dann alle nach Deutschland ?

  2. In der links/grünen Medienlandschaft herrscht ein Dogma vor. Die Gefahr kommt immer von rechts. Ist doch logisch, oder?

  3. MMh

    Ja und? Um so mehr müssen die Nachdenkenden Menschen sich bemühen, ihre Argumentation zu verstärken. Ob den wirren Theorien dieses jungen Mannes Gehör geschenkt wird oder nicht. Er ist, wie so viele vor ihm, übrigens die Meisten davon islamisch, ein terrorist. Man muß aber hier eben auch die Gründe suchen, so wie sie krampfhaft ja auch von den Neulinken um Merkel als Entschuldigung gesucht werden, wenn es mal wieder unsere ehemals friedliche Welt trifft.

    War es nicht einfach eine Antwort auf den täglichen Terror, den wir dank solcher Leute wie Merkel zu erdulden haben, der uns umgibt und stündlich zunimmt. Ist es nicht unser Recht, den Krieg, in welchem wir uns befinden anzunehmen? Was ist die korrekte Antwort auf Gewalt? Die zweite Wange hinhalten, wenn man sie noch hinhalten kann und nicht zerfetzt von Bomben, ausgeweidet, enthauptet,vergewaltigt ist? Das hat weder Jesus gelehrt, noch kann er das gemeint haben.

    Matth. 10

    Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf
    die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert

    • Heutzutage ist fast jedes Verbrechen ein terroristischer Akt im politischen Sinn. Selbst der Diebstahl eines Gesangbuches ist politisch motiviert. Geht’s noch?
      Der Typ hat aus persönlichen Hass gehandelt. Es ist ein Verbrechen der übelsten Sorte, heimtückisch und voller Hass. Das Pamphlet, welches er hinterlassen hat, weckt bei mir nicht den Eindruck, daß er wirklich politisch engagiert ist und so entsprechend motiviert gehandelt hat. Dieses Verbrechen hat ein Geisteskranker vollbracht, mit Ideologie, links oder rechts hat das herzlich wenig zu tun.
      Meine Sicht.

    • Bitte bei Google Fraser Anning, australischer Senator, eingeben. Er hat ein interessantes Interview zu Christchurch gegeben, wurde jedoch umgehend vom Premierminister dafür gerügt.

    • Aus dem Bundesstaat Queensland hat der Abgeordnete Fraser Anning in einem Interview folgendes gesagt: „Heute sind zwar Muslime die Opfer, aber normalerweise sind sie die Täter. Weltweit töten Muslime andere Menschen im Namen ihres Glaubens, und das in erheblicher Zahl.“ Für diese Interview wurde er umgehend vom australischen Premierminister Scott Morrison gerügt.

    • Dann will ich das mit dem Nachdenken mal versuchen, liebe Frau Mehlitz.

      Also, was die Frage betrifft, ob es auch für den Christen Kriege gibt, denen er nicht ausweichen kann, die er also nicht bloß annehmen darf (= Recht), sondern sogar muss (= Pflicht), denke ich, dass Sie recht haben.

      Unmittelbar kann das zwar aus der von Ihnen genannten Bibelstelle nicht hergeleitet werden, meine ICH, weil „Schwert“ an dieser Stelle etwas anderes meint, was man sehen kann, wenn man die gesamte Textstelle her nimmt:

      34 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu BRINGEN, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. 36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. 39 Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.

      Das „Schwert“ meint hier doch zunächst bloß, dass es sogar innerhalb der eigenen Familie, mit den Allernächsten zu Zerwürfnissen kommen kann – wobei man das zunächst bloß auf die Situation derjenigen zu beziehen braucht, die Jesus damals nachgefolgt sind oder im Begriff waren, ebendies zu tun.

      An diese richtet sich dieses Wort ursprünglich. Die konkrete Situation muss man sich immer klarmachen. Obwohl das eigentlich selbstverständlich ist, wird dieser Fehler immer wieder gemacht, auch – heutzutage sogar gerade – von Theologen.

      Und „Leben verlieren“ meint hier auch nicht den Märtyrertod, den Jesus sowieso gar nicht propagiert hat, sondern meint: das ALTE Leben verlieren, um dafür das NEUE Leben zu finden. Womit deshalb zunächst auch nicht ein Leben NACH dem Tod gemeint ist, wenn das auch, aus welchen Gründen auch immer, immer wieder so gelesen wurde – und okkultistisch-lebensfeindlich gerne bis heute weiter so gelesen wird.

      In moderner Lesart, die ich – mit Kant, Hegel, Nietzsche usw. – auch für DIE RICHTIGE halte, geht es hier zunächst um die AUTONOMIE. Die Autonomie ist zwar nicht das Endziel (das ist der Fehler beim Libertarismus, meine ich), aber ein notwendiger Zwischenschritt. Der Preis der Autonomie kann sein: die Entzweiung mit Menschen sogar aus meiner eigenen Familie, zeitweilig oder vielleicht auch endgültig. Das „Schwert“ symbolisiert hier: die unvermeidliche Entzweiung mit allem, was Teil meines alten Lebens ist.

      Mittelbar aber kann hieraus das Recht, Krieg zu führen, abgeleitet werden, wenn ich nämlich als Verteidiger genau dieser Autonomie agiere, für mich selbst oder für andere, meine Nächsten. Das, die Verteidigung der Autonomie, der Freiheit, ist die vielleicht beste Legitimation. Alle anderen Absichten oder Gründe sind nicht oder sind zumindest weniger legitim, nach meinem Verständnis.

      – – –

      Das Schwert taucht ja bekanntlich noch an anderer Stelle (Mt. 26) auf:

      52 Da sprach Jesus zu ihm; Stecke dein Schwert an seinen Ort! denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

      ‚Das Schwert NEHMEN‘ meint vielleicht – aus welchen Gründen auch immer – den Weg der Gewalt gehen zu wollen. Die Frage ist: Wie kann ich – ohne gewalttätige Absicht – Krieg führen gegen einen gewalttätigen Gegner? Welche Mittel der Kriegsführung gibt es denn noch? Und was bedeutet „siegen“, wenn es nicht bedeutet, dem Gegner nur einen willkommenen Anlass zu geben für seinen nächsten „Vergeltungsschlag“? Müsste man nicht die „Spirale der Gewalt“ selbst zerstören? Geht das? Wenn ja, wie?

      Es könnte sein, dass die christliche Antwort darauf RICHTIG ist – aber nur unter einer derart langfristigen Perspektive, dass wir hier und jetzt gar nichts damit anfangen können. Äh…

      – – –

      ODER es ist genau umgekehrt: Wir sollen das bloß immer nur denken, dass wir noch nicht reif sind für den letzten Krieg, und dass wir erst noch ein paar weitere „konventionelle“ Kriege führen müssen, bis wir reif sind für den letzten.

      Der Gegner versucht akut, in einen „singulären“ technologischen Modus zu gelangen, in dem er oder von wo an er unüberwindlich ist. Falls der Gegner hinter dem Gegner nicht schon jetzt eine Maschine ist, ein perverses KI-Programm, programmiert im Auftrag von technokratischen Perversen. Codename: „Digitalisierung“.

      „Es ist höchste Zeit, dass wir uns intensiver mit den Fragen der Digitalisierung beschäftigen. Das ist keine Entwicklung, die sich aufhalten lässt. Sie hat längst unser Leben verändert und sie wird weiter unser Leben verändern.“
      – Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

      Hm. Entwicklungen, die sich nicht aufhalten lassen … das erinnert irgendwie an das Gespenst des Kommunismus. Aber, was hat eigentlich „Digitalisierung“ spezifisch mit christlich zu tun???

      Antwort: NICHTS. „Unser Leben“, das ist Gender- oder Pädo-Sprech. Und das ist DAS GEGENTEIL von christlich.

      Oder der hier:

      „Egal, warum die Menschen über das Meer fliehen: Wenn sie unterwegs in Seenot geraten, brauchen sie Hilfe. Das gebietet die Menschlichkeit. Das gebietet die blablabla…“
      – Manfred Rekowski, Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der EKD

      „EGAL, warum die Menschen über das Meer fliehen“??? Nein, das ist NICHT EGAL. Auch dieses zynische Egalgerede ist Gender-Sprech:

      fliehen
      = vor jemandem, vor ETWAS ausweichen

      Zum Beispiel vor einer Gefängnisstrafe in der eigenen Heimat. Ich gehe davon aus, dass man sich – in Absprache mit Merkel – ganz gezielt insbesondere der Gewaltverbrecher, die der Mainstream gerne „IS-Kämpfer“ nennt, nach Westeuropa ENTLEDIGT hat. Und die EKD weiß das natürlich.

      Oder der hier:

      „Wer für den Frieden eintritt, der tritt für das Leben ein. Macht sich immer wieder von Neuem klar, wie kostbar das Leben ist.“
      – Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Vorsitzender des Rates der EKD

      Auch das soll nur GUT KLINGEN. Das ist aber terminologisch einheitlicher Gender-Sprech. Das verdächtige Friedensgerede (siehe auch das dazu passende Propaganda-Märchen vom friedlichen Islam) ist definitiv NICHT christlich, sondern soll uns einlullen, während wir gleichzeitig permanent angegriffen werden.

      – – –

      In der Bergpredigt (Mt. 5) heißt es zwar:

      9 Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

      Aber was bedeutet „Frieden STIFTEN“?

      Stiften bedeutet BEWIRKEN. Um Frieden bewirken zu können, ist es unvermeidlich, dass Kriegstreiber AUSGESCHALTET und Angreifer wirksam ABGEWEHRT werden. Es ist NICHT EGAL WIE – auch darin zeigt sich die grundsätzliche Friedfertigkeit – aber es ist RICHTIG und WICHTIG DASS. Auch ganz akut, meine ich.

      – – –

      Auch hier nebenbei wieder die Rede von MEHREREN Kindern Gottes. Söhne und Töchter. Natürlich ist das symbolisch zu verstehen bzw. KANN nur symbolisch verstanden werden. Jesus redet in Gleichnissen. Und gleichzeitig muss die Situation berücksichtigt werden. Dann wird es verständlich. Also auch dem Verstand zugänglich. Außer dem Verstand vom Kannitverstan, hehehe. 🙂

      – LG Don

    • Pühh-interessante Gedanken
      Aber zu besagten Bibelstellen
      Es ist für mich eine der zu am schwierigsten zu Deutenden.
      Denn das widerspricht dem christlichen gelehrten Glauben an sich. Eine Familie zu entzweien, um zu glauben?
      Oder ist es nicht mehr der Aufruf zum Kampf (nicht nur spirituell) für den Glauben? Auch um den Preis, das eigene Leben ( nicht materiell, sondern auch physisch) zu verlieren?
      Denn bei all dem, was in die Bibel und das wort Gottes hieininterprtiert wurde und wird- Gott kann nicht wollen, das seine Anhänger vom Antlitz der erde getilgt werden. Das wäre nicht nur unglaublich dumm, das es dann keine Lehre Christi mehr gibt,sondern nahezu perfide.
      Und was den Gendersprech der Neuzeit angeht- da gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht. Leider hat die „frohe verklausulierte Botschaft“ schon sehr viel früher angefangen

    • „Eine Familie zu entzweien, um…“

      …um jemandem nachzufolgen. In der Textstelle kommt das Wort „glauben“ nicht vor. Wenn Sie alles stehen und liegen lassen, um irgendjemandem irgendwohin zu folgen, dann kehren Sie Ihrem alten Leben den Rücken. Die normale Reaktion Ihres Umfelds, sagen wir Ihrer Familie, ist vermutlich Unverständnis. Das ist doch eigentlich eine ganz normale Erfahrung, meine ich.

      Bei Franz von Assisi war es so, dass er deswegen sogar seine üppige Erbschaft ausgeschlagen hat, um fortan in Armut zu leben, was noch mehr Unverständnis hervorgerufen hat, was ebenfalls eine ganz normale Reaktion des Umfelds sein dürfte. Wenn einer alles stehen und liegen lässt und auszieht, um „Rockstar“ oder „Bestseller-Autor“ zu werden und mächtig viel Kohle abzugreifen, wird das im Allgemeinen noch eher verstanden.

      Ich wollte zunächst bloß sagen, dass ursprünglich so etwas gemeint ist, bei der Stelle, auf die Sie sich bezogen hatten. Das ist andererseits aber auch ein Merkmal christlicher Kultur, einer bestimmten Tradition innerhalb dieser Kultur (die ja auch anderen Einflüssen ausgesetzt war), dass GEISTIGES höher veranschlagt wird als MATERIELLES.

      Das ist ein Paradigma. Das Materielle (das Niedrigere) SOLL dem Geistigen (dem Höheren) dienen. Wo das nicht der Fall ist, ist die Kultur keine christliche. Die Referenz, der Bezugspunkt, ist Jesus selbst. Ich sehe hier auch nicht viel Interpretationsspielraum.

      Wenn Sie das Wort „Glaube“ unbedingt dabei haben wollen, dann glaubt der Christ, dass es so auch RICHTIG ist. Allerdings glaubt er dies, weil die Erfahrung lehrt, dass es für alle besser ist, es so zu handhaben – als umgekehrt. Das war schon damals wahr, ist aber nach den 2000 Jahre Geschichte seither nur noch mehr wahr, hat sich seitdem bloß vielfach bestätigt.

      Aus christlicher Sicht ist DIE GIER nicht gut. Keine Form von Gier. Auch die Gier nach Wissen nicht. Das Gegenstatement – der entgegensetzte „Glaube“, das entgegengesetzte Paradigma – kann z. B. (sehr clever) wie folgt formuliert werden:

      „Gier ist gut“ – Gordon Gekko bei Teldar – Wall Street (1987)

    • Nachtrag:
      Man kann für mich aus der Bibel eine allgemeine Lebenseinstellung herauslesen, eine Grundlinie, aber was würde Gott zu dem Islam sagen, den es ja damals noch gar nicht gab?

    • Frau Mehlitz, was Sie „allgemeine Lebenseinstellung“ nennen, ist für mich das eigentlich Interessante und Wichtige. Ich weiß nicht: Warum sollte Gott zu irgendwas irgendwas sagen? Und würde das etwas ändern?

      Ist Gott denn jemand, der etwas sagt? Ist das nicht ein Anthropomorphismus? Wären wir dann nicht das Maß aller Dinge, sogar der Sache, die „Gott“ genannt wird. Warum sollte Gott ein Plappermaul sein wie wir? (Wie ICH zum Beispiel, hehehe.)

      Ist es nicht so: Zunächst sind wir es doch, die zu irgendwas irgendwas sagen. Und wir sind es doch, die alles tun, was auf der Welt passiert, soweit es menschengemacht ist. Es gibt aber natürlich auch natürliche Vorgänge, die nicht menschengemacht sind. Das ist sogar gut. Einiges macht die Natur nämlich richtig, wir aber falsch.

      Ich halte es deshalb für falsch, dass der Mensch vielerorts aufgehört hat, von der Natur zu lernen und naturgemäßer zu leben. Soweit der Mensch selber Natur ist oder WEIL er selber auch Natur ist, kann das dem Menschen dauerhaft nur schaden. Das ist den Technokraten (und pseudo-ökologischen Umwelt-Technokraten) aber EGAL.

      Ich sehe das so: Manche tun Gutes, manche tun Schlechtes und viele – die meisten – tun irgendwas, das vielleicht irgendwo Zwischendrin liegt. Durchwachsenes. Ich stelle mir das vor wie die Gaußsche Normalverteilung. Wenn wir jedenfalls alles von der Welt abziehen, was einerseits menschlich und „allzumenschlich“ und andererseits natürlich ist, bleibt in der Welt vielleicht nichts übrig.

      Das meint jedenfalls „Transzendenz“: Das Reden ÜBER GOTT ist an sich problematisch. Jeder bessere Theologe weiß das. Zum Beispiel Thomas von Aquin. Wenn wir über Gott reden, reden wir eigentlich über uns selbst. Auch – und sogar ganz besonders – die Atheisten.

      Die christliche Lehre von der Ebenbildlichkeit meint deshalb auch nicht, dass Gott so wäre wie wir, sondern eher so, dass etwas in uns so ist wie er. Aber auch das bloß als eine Möglichkeit. Wir Christen (ein paar wird’s schon noch geben da draußen) sagen zum Beispiel, dass diese Möglichkeit in Jesus VOLL sichtbar geworden ist, wie sonst bei keinem vorher oder nachher. Aber das glauben wir nicht, sondern SEHEN es eher. So – und zwar genauso – wie man sieht, dass ein Gedicht gut ist oder ein Film oder ein Musikstück (ok, HÖREN in dem Fall) oder oder oder. Das Gute bleibt in Erinnerung und das Schlechte vergeht mit der Zeit. Die Zeit ist ein Prüfstein.

      Das ist für mich alles nichts mit „Glauben“, sondern eine Frage des Urteilsvermögens. Der verbreiteten theologischen Redeweise vom „menschgewordenen Gott“ kann ich nicht viel abgewinnen.

      Traditionellerweise wird das, diese Möglichkeit, GEIST genannt. Und nicht bloß in der christlichen Tradition, sondern auch in anderen, die sich im Christentum bloß fortsetzen. Zumindest lange fortgesetzt haben – allen Widerständen zum Trotz. Als Christen verehren wir den Geist als „Heiligen Geist“.

      Interessant ist, finde ich, wie die Entsprechung in anderen Sprachen lautet. Im Ungarischen zum Beispiel: „Szentlélek“, wobei „lélek“ eher SEELE bedeutet als Geist, woraus man die Lehre ziehen kann, wenn man eine Lehre daraus ziehen will, dass Geist nicht auf Rationalität zu begrenzen ist. Geist ist mehr als Rationalität. Umfassender.

      Das ist nicht das Gegenteil von Rationalität, sondern wie man vielleicht sagen kann eine Ausrichtung der Rationalität. Rationalität kann nämlich auch in eine kranke Richtung gehen, wie zum Beispiel: Massenvernichtungswaffen. Sind die rational? Das denke ich nicht. Ein „Gleichgewicht des Schreckens“ ist nicht rational, sondern ein zynisches Wortspiel. Das ist auch kein Fortschritt. Wo genau schlägt rational in irrational um?

      Für Westeuropa gilt das vielleicht kaum noch, das mit dem Heiligen Geist, weil dort das „organisierte Christentum“ anscheinend an vielen Stellen bloß noch als Tarnung dient für entgegengesetzte, materialistische, geistfeindliche und zugleich lebensfeindliche Absichten – nach dem Motto: „Die Gier ist gut.“

      Das ist aber kein rationaler und auch kein christlicher Standpunkt. Ob wir die genannte Möglichkeit nutzen, und in welchem Umfang und in welcher Weise, liegt bei uns, wobei das vollständige Wir diese Gaußsche Normalverteilung ist, was aus meiner Sicht auch das Grundproblem der Politik ist. Allerdings von jeher. Wenn die Schlechten am Drücker sind, läuft es so wie jetzt in Deutschland: schlecht, schlechter, am schlechtesten. Daran ist eigentlich nichts verblüffend.

      Zu Ihrer Frage: Was den Islam betrifft, sehe ICH schwarz. Ich sehe ja, was im Koran steht. Genauso wie ich sehe, was der Marxismus-Leninismus „lehrt“. Warum sollte Gott dazu irgendwas sagen müssen? Die Welt steht vielleicht am Abgrund. Ich bezweifle aber, dass das gottgewollt oder „Schicksal“ ist. Das ist alles destruktives Menschenwerk – im Sinne der genannten Gaußschen Normalverteilung. Und die Gier ist eben nicht gut. Wir sollten gut überlegen, wie wir diese Kuh vom Eis holen.

      – LG Don

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