So ein Zufall – Asylbewerber flüchtet vor Abschiebungstermin aus Kirchenasyl

Foto: Collage

Solingen – Ein Iraner (28) flüchtete kurz vor seiner geplanten Abschiebung aus der Kirche der Luthergemeinde. Die Kirchenverwaltung kann sich das angeblich nicht erklären.

Eigentlich ist Frankreich für sein Asylverfahren zuständig. Deshalb sollte der 28-jährige Asylant aus dem Iran abgeschoben werden. Beim Evangelischen Kirchenkreis Solingen hatte der Mann Kirchenasyl erhalten und befand sich dort seit Anfang März 2018. Seine plötzliche Flucht könne man sich da nicht erklären und sie sei „gänzlich unerwartet“, behauptet der Kirchenkreis laut rp-online.de.

Der Iraner hatte behauptet, Christ zu sein und habe sich angeblich schon ein wenig in der Gemeinde engagiert. Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf sah jedoch in ihm einen Mann ohne Bleibeperspektive, der abgeschoben gehört. Schließlich hatte er in Frankreich zuerst europäischen Boden betreten und nach den Schengen-Regelungen ist damit das westliche Nachbarland für seinen Asylantrag zuständig. Schon im Januar hatte man versucht, den Mann abzuschieben, scheiterte aber am Widerstand der rheinischen Landeskirche. Die Verwaltung stellte dem Iraner eine Frist, in der er Deutschland zu verlassen habe.

Michaela Rohr, Christian Menge und Christian Lech, die Gemeindepfarrer, zeigten sich überrascht über die überstürzte Abreise des Iraners, den sie nach eigenen Aussagen nicht mehr auffinden können. Er habe ganz plötzlich vor der geplanten Abschiebung scheinbar das Weite gesucht. Die Kreisverwaltung Wesel ließ verkünden, dass der Iraner zur Fahndung ausgeschrieben sei und in Abschiebehaft genommen werden soll, wenn man ihn findet. (CK)

 

 

Loading...

12 Kommentare

  1. Recht und Gesetz sind derzeit wohl durch „einige Verantwortliche ein wenig außer Kraft gesetzt“.

    Das allgemeine Leben wird geregelt über die Befindlichkeiten.

    Die fleißige inländische Bevölkerung am täglichen Arbeitsplatz hat für diese Befindlichkeiten aufzukommen.

    Die derzeit wankende Kirche unterstützt das alles und bringt auch noch den Staat ins straucheln.

  2. Die Fristsetzung für die freiwillige Ausreise ist im Aufenthaltsgesetz geregelt. Das Oberlandesgericht Koblenz hat aber festgestellt, daß keiner mehr wegen illegalen Aufenthalts in Deutschland bestraft werden kann, weil das Aufenthaltsgesetz seit 2015 faktisch nicht mehr existiert.
    Außerdem machen sich die Leute in der Verwaltung lächerlich, wenn sie glauben, daß ein illegaler Migrant sich an Gesetze hält. Der wird schon wieder auftauchen und vielleicht stellt er einen neuen Asylantrag. Ist bei uns inzwischen alles drin. In jeden Fall wird der deutsche Michel weiter für ihn bezahlen.

    • Der taucht spätestens dann wieder auf wenn er Geld braucht, wahrscheinlich unter anderem Namen. Dann kann er gleich einen neuen Asylantrag stellen.

  3. Ich habe wahre Christen schon mal unterstützt, hier zu bleiben (nicht illegal!) weil Christen, Eziden und andere wahre verfolgte Minderheiten besonders schlechte Chancen für Asyl haben unter unserem System. Da kann jeder in einem Boot aus Afrika kommen und hier einen neuen sozialgesicherte Heimat finden, aber weh man ein echter Grund zum fliehen hat! Dafür ist unsere Flüchtlings Politik nicht da!

  4. wer heute noch Kirchensteuern zahlt, unterstützt dieses System. Einfach aus der Kirche austreten, die wird eh genug über normale Steuern von Bund und Ländern finanziert.

  5. Nein, also wie konnte denn das…. Hoffentlich nimmt er sich noch ewas mit auf seinen Weg…Ich wünsche es den unterstützenden „Menschen“ vom Herzen….Wirklich.

  6. Versteckt er sich unter der Bettdecke einer Heiligen oder hat er woanders einen neuen Antrag gestellt, diesmal als Syrer.

  7. Die Kirchen und ihre Verbände müssen dafür in Haftung genommenen werden. Ich habe diesem heuchlicheren Verein schon lange den Rücken gekehrt und empfehle jedem es auch zu tun.

    • Schade ,das es nur einmal möglich ist aus diesem Verein auszutreten.
      Ich würde es gern jedes Jahr wiederholen.

Kommentare sind deaktiviert.