VW – die Energiewende kostet viele, viele Arbeitsplätze

Foto: Von ZAO2006/Shutterstock

Zur Freude der Grünen gestaltet sich die Energiewende zum größten Arbeitsplatz-Killer überhaupt. Nach dem Motto „Alle Räder stehen still, wenn es denn der Grüne will“, denkt jetzt auch VW, als großer Verfechter daran, Arbeitsplätze auszubauen. Nicht jeder findet das gut:

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Führung von Volkswagen für die geplanten Stellenstreichungen kritisiert. „Ich bedauere, dass über einen weiteren Arbeitsplatzabbau bei Volkswagen öffentlich diskutiert wird, bevor überhaupt substantielle und intern abgestimmte Planungen vorliegen“, sagte Weil dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Der Autobauer hatte am Mittwoch den Abbau von weiteren 5.000 bis 7.000 Stellen in den Verwaltungen der Marke VW angekündigt.

Das Land Niedersachsen ist nach den Familien Porsche und Piëch der zweitgrößte Aktionär der Volkswagen-Gruppe. Neben Weil sitzt Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) im Aufsichtsrat des Unternehmens. Das neuerliche Sparpaket sei dem Vernehmen nach nicht mit dem Aufsichtsrat abgestimmt worden.

Darüber sei die Landesregierung sehr verärgert gewesen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise. Dies könnte eine bewusste Provokation der VW-Führung sein. Die meisten Arbeitsplätze sollen in Niedersachsen gestrichen werden.

Die Vertreter des Landesregierung kämen damit unter Rechtfertigungsdruck.

Und der Druck ist schon da:

FDP-Chef Christian Lindner hat dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) angesichts der geplanten Personaleinsparungen bei Volkswagen Untätigkeit vorgeworfen. „Von Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Althusmann erwarte ich, dass sie nicht die Hände in den Schoß legen, sondern um Arbeitsplätze kämpfen“, sagte Lindner dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Die Transformation hin zu klimafreundlicher Mobilität dürfe nicht zu neuen Strukturbrüchen führen.

Aber genau das passiert und genau deshalb sind Konzerne wie VW auch so begeistert von der Energiewende – sie sparen Geld und Personal:

Volkswagen hatte in dieser Woche angekündigt, mehr Geld in den anstehenden Umbau in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung zu investieren. Die Marke VW kalkuliert damit, dass zwischen 5.000 und 7.000 Stellen abgebaut werden müssen – überwiegend in Deutschland und in der Verwaltung. Die niedersächsische Landesregierung reagierte auf die VW-Pläne bisher abwartend.

„Das Land erwartet die Vorlage und Diskussion substanzieller und abgestimmter Planungen des Vorstands im Aufsichtsrat und wird zuvor von einer Stellungnahme absehen“, sagte eine Sprecherin. Weil und dessen Wirtschaftsminister, Bernd Althusmann (CDU), sitzen im Aufsichtsrat von Volkswagen. Niedersachsen ist der zweitgrößte Volkswagen-Aktionär.

Lindner forderte angesichts dieser Entwicklungen bei den Antrieben technologieoffen zu bleiben. „Die Politik darf nicht einseitig nur das E-Auto fördern. Sie muss sich in Brüssel dafür einsetzen, dass synthetische Kraftstoffe auf die Flottengrenzwerte angerechnet werden“, so der FDP-Chef.

Der Stellenabbau bei VW zeige, Deutschland gerate wirtschaftlich zunehmend in den Schwitzkasten. „Der Wind auf den Weltmärkten wird rauer. Jetzt muss jedem klar werden: Unser Wohlstand ist kein Rohstoff, der einfach nachwächst. Wirtschaftliche Stärke muss immer wieder neu erarbeitet werden“, sagte Lindner dem „Handelsblatt“. Er forderte dazu auf, die Automobilwirtschaft nicht ständig schlecht zu reden. „Diese Schlüsselindustrie beschäftigt Hunderttausende Arbeitnehmer, sie zahlt Milliarden an Steuern und ist Garant für die Mobilität von Millionen Menschen“, so der FDP-Politiker weiter.

Leider wieder nur Geschwätz von Lindner. Denn dass immer mehr Bürger auf der Straße landen ist beschlossene Sache. Bleibt die Frage, warum alle nach „mehr Fachkräften“ schreien, wenn es für alle bald überhaupt keine Arbeitsplätze mehr gibt. (Quelle: dts)

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14 Kommentare

  1. Nein, das ist kein Geschwätz, das ist die Wahrheit: „Unser Wohlstand ist kein Rohstoff, der einfach nachwächst. Wirtschaftliche Stärke muss immer wieder neu erarbeitet werden“, sagte Lindner dem „Handelsblatt“. Er forderte dazu auf, die Automobilwirtschaft nicht ständig schlecht zu reden. „Diese Schlüsselindustrie beschäftigt Hunderttausende Arbeitnehmer, sie zahlt Milliarden an Steuern und ist Garant für die Mobilität von Millionen Menschen“, so der FDP-Politiker weiter.“

    Wie sieht die Automobilindustrie nach unseren Blockparteien aus?

    Blech wird von Robotern zusammengefügt und verschweißt. E-Motoren werden von Robotern gefügt und verschraubt. Die Bauteile, die früher von den OEMs gefertigt wurden, die werden nicht mehr gebraucht. Ganze Werke werden mit zehntausenden Arbeitsplätzen geschlossen.

    Die zig-tausende Reparaturbetriebe machen dicht.

    Wie in den USA werden hochqualifizierte Leute dann zu Regalauffüllern in Supermärkten. Und dann beschwert sich EZB, IWF darüber, dass in Europa zu wenig konsumiert wird – weil kein Geld da ist. Deutschland verarmt … in den nächsten 50 Jahren.

  2. „Aber genau das passiert und genau deshalb sind Konzerne wie VW auch so
    begeistert von der Energiewende – sie sparen Geld und Personal“
    Die „Herren“ von VW und anderer Großkonzerne werden es wohl nicht mehr so prickelnd finden wenn sich niemand mehr solch einen Elektroschrott leisten können wird.

    Die Gründerväter dieser Konzerne waren zu großen Teilen weitsichtige Geschäftsleute, die „notgedrungener“ Weise auch an ihre Arbeiter dachten. Denn wenn diese kein Geld hatten sich ihre produzierten Waren zu kaufen, produzierten sie ja für die Müllhalde.
    Diese korrupten Manchesterkapitalisten von heute haben nur noch Dollarzeichen in ihren Augen um zu sehen wo sie noch staatliche Subventionen abgreifen können ,die sie sich in ihren immer gierigeren Schlund stopfen können. Ob der Konzern damit an die Wand gefahren wird interessiert dies Leute nur noch, wenn überhaupt, peripher. Hauptsache IHRE Konten platzen vor Geld ! So sind heuer schon etliche ehemals „Marktführer“ von der Bildfläche verschwunden. Und diesen Heuchlern wünsche ich es auch !

  3. Was die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg durch Demontage und die
    DDR-Planwirtschaft später durch Schlendrian erreichte, schaffte Angela
    Merkel durch den Versuch, die Energiebasis des größten europäischen
    Industrielandes per Direktive zu verändern:
    Der deutschen Volkswirtschaft wurde schwerer Schaden zugefügt.
    Äußerst empfehlenswert ist der heutige Morning Briefing von Gabor Steingart.
    Dort kann man die wahnsinnigen Schäden betrachten, die Merkel mit ihrem Unverstand angerichtet hat.
    Und niemand der Knallchargen hat sie gebremst.

    • Und niemand der Knallchargen hat sie gebremst.

      Weil es keine Knallchargen sind, sondern vielmehr willige Helfer die diesen Kurs vorbehaltlos unterstützen und dabei auch noch grandios viel Geld verdienen.

  4. Kleiner Hinweis zur Vollständigkeit. Weil ist Mitglied des Aufsichtsrats von VW. Der will allen Ernstes nichts von Manipulationen gewusst haben???

  5. Diese dummdreisten Regierungsdödel zerstören in Gemeinschaft mit Privatorganisationen wie z.B. Kahanes Stasi-Gemeinschaft oder CO2-Besoffene oder Klimasektierer, alles was irgendwie für Deutschlands überleben nützlich wäre. Sie erfüllen den Nero-Befehl. Die Industrie versucht natürlich so gut es geht, Nutzen daraus zu ziehen. Ein Elektromotor hat ca. 300 Teile, ein Verbrennungsmotor hat ca. 3000 Teile ( willkürliche Zahlen von mir). D.h. doch, es werden etliche Zulieferer, Betriebe selbst, Arbeiter „freistellen“ müssen. 800 000 Arbeitsplätze sind mit Sicherheit weg. Es werden, so befürchte ich, noch mehr werden, da auch die Produktion in Billig-Länder verlegt wird, bzw. der Druck aus China enorm groß wird, deren Waren abzunehmen. Da spielt doch der Preis und die Produktionskosten eine Rolle. Sie haben keine Ahnung, aber davon sehr viel!!!!
    Dem letzten Menschen muss doch klar sein, das alles kann kein Zufall sein. Es geht auf ein sozialistisches Europa los und danach eine „Weltregierung im Namen des Sozialismus“ .

  6. Da werden ja am Ende die bisher Begünstigten in die Mangel kommen.Sind das nicht die SPD/CDU/Grünen Wähler?

  7. Mit dem Ende von Benziner und Diesel, stehen über 800 000 tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel und die der Ausbildungsplätze dürften auch einige Zehntausend sein. Keine Ausbildungsplätze für die Klimakinder, so meine Forderung, denn heute streiken sie wieder dafür und Sozialarbeiter, wird sich der Staat nicht mehr leisten können und nicht mehr brauchen.

  8. Was glaubt Ihr, wieso die Trulla von VW erst vor der AfD in den Betrieben gewarnt hat? Das war die Ankündigung für Schließungen im Osten. Als „Strafe“ sozusagen.

    • Die Autoindustrie hat die vier größten Zulieferer bereits aufgefordert, ihre Preispolitik anzupassen. Wohin? Nach unten. Das wird dann an die Zulieferer weiter gereicht. Wir hatten bereits schon einmal von VW eine Aufforderung erhalten, nachdem sie in die wirtschaftliche Schieflage geraten waren, Rabatte für waren einzuräumen, die aus dem Vorjahr stammten. Also rückwirkende Rabatte. Wer sich daruaf nicht einließ, wurde von der Liste der Zulieferer gelöscht. (Sogenanntes Listingverfahren) Das wurde auch an alle Zulieferer von VW weiter gereicht. Eine sogenannte schwarze Liste. Man wusste es, aber keine traute sich, gegen das liebste Kind der Regierung unter damals Schröder anzugehen.

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