Konsequent: Orbán droht der EVP mit Austritt

Wolfgang Prabel

Foto:Von Alexandros Michailidis/shutterstock
Foto: Von Alexandros Michailidis/shutterstock

Der Magyar Hirlap berichtete gestern über ein Interview des Ministerpräsidenten mit einem französischen Politiker. Hintergrund ist sicher auch der Streit über den Verbleib der Regierungspartei FIDESZ in der Europäischen Volkspartei. Orbán argumentiert logisch und macht es seinen Gegnern nicht leicht. Nach der türkischen und russischen Fremdherrschaft pocht er auf Eigenständigkeit.

Philippe de Villiers, Staatssekretär der Chirac-Regierung in den achtziger Jahren, dann MdEP und später der Gründer und Präsident der französischen Souveränitätsbewegung, veröffentlichte in dieser Woche einen Aufsatz mit dem Titel „Ich habe den Faden der Lügen und alles, was danach kam“. In einem Kapitel schreibt er über seinen Besuch in Budapest im vergangenen Dezember und sein Interview mit dem ungarischen Regierungschef.

Viktor Orbán sagte: „Ich habe keine Angst vor Brüsseler Klagen. Meine Großmutter hat mich gelehrt, demütig zu sein. Ich muss das ertragen. Ich muss es in die Hände des Herrgotts legen.“ Er fuhr fort: „Was unseren Gegnern am meisten schadet, ist, dass wir in unsere Verfassung geschrieben haben: Ungarn hat christliche Wurzeln; Für Multikuturalismus ist kein Platz bei uns.“ Ein Kind habe das Recht, einen Vater und eine Mutter zu haben, und daß unser Volk das Recht hat, seine Grenzen zu verteidigen, die auch die Grenzen der Europäischen Union sind.

„Das ungarische Volk hat eine lange Tradition des Widerstands gegen die „eingeschränkte Souveränität“, fuhr er fort. Zuerst waren da die Herrscher des Deutsch-Römischen Reiches, dann das mächtige Mongolenreich, gefolgt vom Osmanischen Reich, dann die Sowjetgenossen und ihre Truppen. Sie alle wollten das Ende Ungarns. Die Ungarn widerstanden jedoch in diesem endlosen germanischen und slawischen Meer. Das ist ein Rätsel, sagte der Premierminister.

Auf die Frage, ob wir Gefahr laufen, uns zu zerstreiten, antwortete Viktor Orbán: Er sehe die Gefahr der Zersplitterung der Union. Es besteht die Gefahr einer Trennlinie zwischen Europa, wo ein Teil islamisch ist und der andere sich nicht islamisieren möchte. „Wenn Sie uns in Ruhe lassen und uns nicht zum Islam zwingen, könnte Europa als Verein der freien Nationen weiterleben. Desintegration ist also nicht ausgeschlossen „, erklärte er.

„Die Anschuldigung, dass wir keine Europäer sind, ist ein echter Witz. Für ein halbes Jahrhundert nach der sowjetischen Besatzung und der kommunistischen Unterdrückung, als wir unsere Freiheit wiedererlangten, als der Westen seine Arme öffnete, dachten wir, wir wären zurück zu uns selbst. Ungarn für Europa. Wir sind Europa, wir sind immer Europäer, selbst wenn wir in Yalta verkauft wurden oder als wir 1956 verlassen wurden. Nachdem die Sowjets gegangen waren, dachten wir, wir könnten unseren Platz in dieser Familie freier Nationen in Europa wiedererlangen. Selbst in unseren schrecklichsten Albträumen hätten wir nicht gedacht, dass Europa 29 Jahre nach der Befreiung der Nationen und der Wiedervereinigung des europäischen Kontinents wieder imperialistischen Zielen ausgesetzt wäre, die nicht mehr von außen, sondern von innen kommen.“ Der Ministerpräsident ergänzte: „Europa ist kein Schmelztiegel, sondern ein Haus der Nationen.“

Ende März steht die Entscheidung über den Ausschluß der FIDESZ aus der Europäischen Volkspartei EVP an. Einige kleine Parteien, die aber nur etwa 20 % der EVP-Parlamentarier stellen, haben den Rausschmiß verlangt. Es wird an den deutschen und bayrischen Christdemokraten liegen, ob daraus was wird.

Orbán spricht eigentlich für ganz Osteuropa, wenn er Yalta als Schuld des Westens bezeichnet. Ein westeuropäischer Sozialdemokrat hatte kürzlich mal wieder Dankbarkeit und Gefügigkeit wegen der EU-Fördermittel verlangt. Der Osten sieht das Geld eher als Wiedergutmachung. „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen“ (Schiller).

Die Einwanderungsparteien würden Fidesz in der Europäischen Volkspartei (EVP) angreifen und versuchten, die gesamte EVP in eine internationale Einwanderungsorganisation umzuwandeln, und die Ungarn wollen das aufhalten“, sagte der amtierende Fidesz-Präsident Viktor Orbán am heutigen Freitag.

Er sagte, es sei kein Kompromiss beim Schutz der christlichen Kultur und Migration möglich, „man kann über alles andere reden“.

„Wir haben verschiedene Optionen, und es wird von Fidesz entschieden, ob wir innerhalb oder außerhalb der Europäischen Volkspartei sind“, sagte Viktor Orbán.

Der Premierminister sprach über mehrere Gespräche an diesem Tag, zum Beispiel mit Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, mit Manfred Weber, mit Premierministern und ehemaligen Premierministern. Er wird nach Polen reisen, um der NATO-Mitgliedschaft zu gedenken. In dieser Hinsicht sagte er: „Wenn wir in Europa etwas Neues entwickeln müssen, endet diese Debatte möglicherweise mit der Tatsache, dass unser Platz nicht in der Volkspartei, sondern außerhalb liegt – obwohl ich die Partei vorziehen würde.“

Es ist natürlich ein Unterschied, ob man aus einer Körperschaft rausgeworfen wird, oder ob man die Mitgliedschaft selbst beendet. Bei einem Austritt der FIDESZ aus der EVP droht eine Kettenreaktion. Einige Beobachter mit entsprechenden Ortskenntnissen rechnen mit weiteren Austritten von Parteien, die den Europawahlkampf der EVP schwer belasten würden.

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41 Kommentare

  1. weber hat sich gemeldet … er möchte zu Orban nach Ungarn kommen …… und BETTELN für Orban’s Entschuldigung.
    Na ja, wenn Ministerpresident Orban ZEIT hat, dann darf Herr weber von der Rand der Teppich melden.
    OHNE der FIDESZ 12-14 Votums wird Herr weber nicht EU-President.

  2. warum man Europa unbedingt islamisieren will ,begrife ich absolut nicht ?.. und unsere dämlichen Politiker wieder mit dabei – sogar in vorderster Reihe ! …das können nur Vollidioten oder geschmierte Verbrecher sein ! ..

  3. Na ja ,der Herr Orban sagt alles was wahr und wichtig und aufrecht ist. Europa ist ein Kontinent und er wird von verschiedenen Staaten, Nationen, Völkern bewohnt. Die meisten wollen souverän und demokratisch sein und bleiben. Einige wollen der Moloch, die Hydra sein und die anderen in eine Zwangsgemeinschaft führen, für ein paar Leckerlis, sollen sie sich unterwerfen unter die Größenwahnsinnige in Frankreich, De.Niederlande, Belgien und Luxenburg.

  4. Ungarn hat eine klare Führung. Ungarn ist ein souveräner Staat. Was hat SOROS dem Weber bezahlt oder besser womit wird Weber erpresst? Es gibt keine natürliche Erklärung dafür das man einen Menschenfeind wie SOROS nicht nur in Schutz nimmt, sondern souveräne Staaten erpressen will.

    Vor allem der EVP Block könnte bei einem Rauswurf der Fidesz Partei gespalten werden. In den souveränen christlichen Block und den Marionetten Verein der nach Soros Pfeiffe tanzt.

  5. Herr Orban , meinen tiefsten Respekt.
    Vielleicht würde ja eine CDU CSU auch so ticken, wenn die Türken damals nicht vor Wien gestoppt sein würden, sondern erst vor Berlin.
    Diese Deutsche Regierung hat einen Plan, Eu Zentralstaat, also die softe Methode als was Hitler vorhatte.
    Sie müssen gebremst werden diese „Sozialisten“ . Ein und die selbe Suppe. Ob 1939 hartcore oder 2019 weichgespült aber mit gleichen Ziel .

  6. Da wird nicht nur Soros Sodbrennen bekommen, da gehen auch die Emire und Scheichs gemeinsam speien: verdammt noch-eins! Europa sperrt sich auch.

  7. Bravo Herr Orban.

    Auch wenn ich nicht um die Hintergründe genau weiß, aber Ungarn hat 1989 den eisernen Vorhang zerrissen und die Warschauer Pkt Staaten zum Wanken gebracht hat.Ein Land,das so stolz auf seine Vergangenheit,so heroisch für die Freiheit ist, ein land, was eine so schöne Architektur bewahren konnte, voll mit anmutigen Landschaften und einer wirklich großartigen Natür, gepaart mit der ungarischen Liebenswürdigkeit und der höchst vergnüglichen Lebensfreude hat alles Recht,zu verlangen,seine Souveränität zu bewahren.
    Ungarn hat damals den Weg für die Freiheit geebnet,und ich glaube, sie werden es wieder tun.

  8. Österreich ist die Schutzmacht von Ungarn.
    Die werden schon dafür sorgen, dass Ungarn nichts ernsthaftes passiert, die Österreicher können alle Beschlüsse in der wahnsinnigen EU blockieren.
    Kurz sollte Orban in Nibelungentreue beistehen.

  9. Orban und seine FIDESZ-Partei stehen nach wie vor für Werte, die unsere Politiker schon lange verraten haben.

  10. „“Er fuhr fort: „Was unseren Gegnern am meisten schadet, ist, dass wir
    in unsere Verfassung geschrieben haben: Ungarn hat christliche Wurzeln;
    Für Multikuturalismus ist kein Platz bei uns.““

    Paah, in Idiotland bemalen sich Genderfrauen die Bäuche. Zynmodus!

  11. Machen Sie’s, Herr Orban! Die EVPler versuchen noch, mit markigen Tönen ihre Angst vor dieser Kettenreaktion zu überspielen. Bei Juncker und Asselborn stehen schon für den Fall der Fälle viele Gin-Flaschen bereit, damit sie sich hemmungslos einen Ischias antrinken können, weil sie es anders nicht ertragen können, wenn ihr EUdSSR-Imperium zerfällt.

    • Sie haben den größenwahnsinnigen Zerstörer der Nationalstaaten, Frans Timmermans vergessen. Eine der gemeingefährlichsten Personen überhaupt in dieser Volkskammer. Der ersetzt den Junker ab Anfang April.

  12. Wenn man(n) es etwas differenziert sieht, könnte Orban auch den „Preis“ für den Verbleib in der EVP hochtreiben, d.h. noch mehr BRD-Steuergeld nach Ungarn. Mitmachen muss er in Ungarn dann immer noch nicht.

  13. Orban, ich verneige mich vor Ihnen und Ihrer Standhaftigkeit. Die korrupten und mafiösen Politiker in Deutschland und Frankreich sollen sich zum Teufel scheren, denn dorthin gehören sie. Die EU in der jetzigen Form ist menschenverachtend und demokratiefeindlich. Die ungezügelte Migration vom Verbrecher Soros ausgedacht zerstört ganze Völker. Widerstand ist nötig. Bei uns ist es die AfD, die den letzten Funken Anstand besitzt und eine Eurodiktatur verhindert. Und im Übrigen ist Trump besser als die meisten Präsidenten vor ihm!

    • weber hat sich gemeldet … er möchte zu Orban nach Ungarn kommen …… und BETTELN für Orban’s Entschuldigung.

      Wenn Ministerpresident Orban ZEIT hat, dann darf Herr weber von der Rand der Teppich melden.
      OHNE der FIDESZ 12-14 Votums wird Herr weber nicht EU-President.

    • Ich tippe mal, wenn Weber zu Orban kommen darf, gibt es einen eisigen Emfpang. Langes Wartenlassen und kein Händeschütteln. Dann wir Orban eine Entschuldigung von Weber verlangen. Orban wird ihm schon zeigen, wer der Chef im Ring ist.

    • Ich tippe mal, wenn Weber zu Orban kommen darf, gibt es einen eisigen Emfpang. Langes Wartenlassen und kein Händeschütteln. Dann wir Orban eine Entschuldigung von Weber verlangen. Orban wird ihm schon zeigen, wer der Chef im Ring ist.

    • Nein, es wird nicht so sein. Orban ist deutlich (100-mal) bessere Stratege, und deutlich bessere Berater hat.
      Es wird laaaannnge Haendeschüttel, laaanggeee Keep Smiling …. und wenn Weber wird schon super glücklich sein (schon traeumt von der spitze Pressenermittlung, usw.) dann wird Minisrepresident Orbán der Weber fragen: Wie geht’s Dir? Was sucht Du hier? Stadtrundfahrt, oder sucht Du eine ruhige, friedliche Stadt wo kein Terroristen sind ?

  14. persönlich hoffe ich, dass Fidesz aus der EVP austritt. Die christlichen Grundsätze der Fidesz sind mit den islamischen Umvolkungsträumen der EVP ohnehin völlig inkompatibel

    • Soros ? Lebt der noch ?
      Klimaschonendes ableben wäre wünschenswert. 59 Tonnen CO2 produziert der Mensch beim ausatmen. Habe gerade irgendwo gelesen in einem Bericht über eine geistesgestörte SPD Kinderhasserin „wegen Klima verzichte ich auf Kinder…“

  15. Der Mann hat Mut und Rückrat alle Achtung. Die Ungarn können von Glück sagen das sie solchen Politiker haben.

  16. „Bei einem Austritt der FIDESZ aus der EVP droht eine Kettenreaktion.“
    Na, dann wollen wir mal auf diese Kettenreaktion hoffen!

  17. Nun ja, er soll nur nicht so tun als hätten wir im Jahre des Herrn 955 nicht auf dem Lechfeld ein ungarisches Problem dieser Art gelöst. 🙂

  18. Schön zu sehen dass es noch ein paar vernünftige Menschen in der EU gibt. Sollte es noch schlimmer werden gibt es zumindest ein paar Länder in die man auswandern kann.

  19. Fidesz gehört nicht mehr in die linksgüne EVP, die dem Weg der Raute-Union gefolgt ist. Herr Orban, bitte bleiben Sie Ihren Überzeugungen treu.

    • weber hat sich gemeldet … er möchte zu Orban nach Ungarn kommen …… und BETTELN für Orban’s Entschuldigung.

      OHNE der FIDESZ 12-14 Votums wird Herr weber nicht EU-President.

      Herr weber hat sich stark verkalkuliert.

  20. Er sollte den Schnitt machen! Mit den Zerstörern der europäischen Kultur, der Völker und Länder hat er nichts gemein. Orban sollte sich klar auf die Seite der konstruktiven Kräfte stellen und die Konservativen gemeinsam mit den Sozialisten ins politische Nirwana wandern lassen!

  21. worauf wartet er? Er sollte die Stimmen nicht der EVP zugute kommen lassen, die so viele Hasser des europäischen Kontinents und seiner autochthonen Völker beherbergt

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