Neuster Berlin-Schock: Es fehlen mindestens 96.000 Wohnungen

Baustelle (Foto: Durch ESB Professional/Shutterstock
Baustelle (Foto: Durch ESB Professional/Shutterstock)

Die Investitionsbank Berlin (IBB) stellt für das rot-rot-grün regierten Berlin in ihrem IBB-Wohnungsmarktbericht 2018 fest: Es fehlen rund 96.000 Wohnungen. Preist man die sogenannte „Fluktationsreserve“, also den Leerstand, mit ein, ergebe sich sogar „ein Defizit von rund 135.000 Wohnungen“.

Mit mehr als 3,6 Mio. Menschen stieg die Berliner Bevölkerungszahl 2017 auf ein Rekordniveau seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Motor des Wachstums bleibe laut des IBB-Wohnungsmarktberichts weiter der „Zuzug von außen“. Wie die IBB in einer Pressemitteilung weiter berichtet, ist die eklatante Verknappung des Wohnraumangebots bereits weit über die Stadtgrenzen Berlins hinaus spürbar.

Obwohl sich die Bauintensität sich auf einem Rekordniveau befinde, fehlten weiterhin weit mehr als 100.000 Wohnungen in der Stadt. Jürgen Allerkamp,  Chef der IBB, stellte bei der Vorstellung des Berichtes am Freitag fest: „Der Wohnungsmarkt in Berlin ist ein Knappheitsmarkt. In der ganzen Stadt stellen wir ein wachsendes, flächendeckendes Angebotsdefizit von derzeit rund 96.000 Wohnungen fest. Unter Berücksichtigung einer für einen funktionierenden Wohnungsmarkt notwendigen Fluktuationsreserve von 2% (dem Markt zeitweise nicht zur Verfügung stehende Wohnungen wegen Umzügen, Modernisierungen etc.) ergibt sich sogar ein Defizit von rund 135.000 Wohnungen.“, so Allerkamp.

Bei einem Niveau von rund 16.000 Baufertigstellungen jährlich – das einspreche der höchsten Bauintensität seit über 20 Jahren – würde es über acht Jahre dauern, um diesen Wohnungsmangel zu kompensieren. „Nur zur Erinnerung: Allein im Jahr 1997 war es gelungen, knapp 33.000 neue Wohnungen in Berlin fertigzustellen. Mehr Wohnungsbau ist also möglich – und notwendig. Deshalb sind die Akteure der Wohnungswirtschaft gefordert, alles nur Mögliche zu tun, um den Wohnungsbau weiter voranzutreiben“.

Die durchschnittliche Fertigstellungsdauer der Bauvorhaben wurde als Hauptgrund für die Bauüberhänge bezeichnet. Projekte, die im Jahr 2017 fertiggestellt wurden, benötigten von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung durchschnittlich fast zwei Jahre. Seit 2008 hat sich die durchschnittliche Fertigstellungsdauer von 15 auf zuletzt 22 Monate erhöht. Vor allem Bauherren von Mehrfamilienhäusern würden in Berlin ein Übermaß an Geduld brauchen. Bei Projekten mit mehreren Wohnungen in einem Gebäude hat sich die mittlere Fertigstellungsdauer seit 2013 um fast ein halbes Jahr auf 29 Monate erhöht.

Katrin Lompscher, die linke Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, die eines ums andere mal ihre Zahlen für bezahlbare Neubauten nach untern korrigieren musste. Neben der Tatsache,  dass die Sozialistin als Bausenatorin dem Senat von Berlin Anfang Dezember 2016 Andrej Holm, einen ehemaligen Hauptberuflichen Mitarbeiter der Stasi (der seine Angaben zu seiner Stasi-Tätigkeit gegenüber seinem bisherigen Arbeitgeber, der Humboldt-Universität, gefälscht hatte), als Staatsekretär vorschlug, wird Lompscher für ihr investorenfeindliches Klima kritisiert.

Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin, Beatrice Kramm, sagte am Freitag: „Wir brauchen keine ideologisch aufgeheizten Debatten sondern mehr Wohn- und Gewerberaum in Berlin. Und da hilft nur eins: Bauen! Es ist Aufgabe der Politik, Wohnungsbau zu ermöglichen.“ In anderen Städten gelinge das ja auch, so Kramm laut der Morgenpost. Wenn über Enteignung von Wohneigentum laut nachgedacht wird, wie es ein Volksbegehren für Immobilienfirmen vorsieht und links-grüne Bauvorschriften das Bauen verteuern, brauche sich zudem nicht zu wundern, wenn das sozialistische Konzept in Berlin nicht aufgeht und immer weniger Investoren bereits sind, Wohnraum zu schaffen. (SB)

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41 Kommentare

  1. Mit Kameradrohnen, so ’ne Art Völkerschau. Oder besser ein Ballon außer Schußweite mit empfindlichen Kameras. Sind bestimmt noch welche vom Afghanistaneinsatz übrig.

  2. Dieser Finanzausgleich muß aufhören. Wenn Berlin unbedingt Kalkutta werden will, dann soll man das nicht mit von mir bezahlter Farbe übertünchen.

  3. Wie sagte Wowereit einst – Berlin ist arm aber sexy. Nun davon kann man als Normalbürger nicht leben.
    Wir haben nach 34 Jahren Leben in Berlin die Stadt verlassen müssen. 2019 kehrten wir zurück. Großes Glück, bezahlbare Wohnung – Warmmiete, bezahlbar. Allerdings wollen das viele andere nicht, denn es ist ein Plattenbau, wie man ihn auch in Frankfurt, Köln, Hamburg oder anderswo findet. Wenn der Senat aber die Grundstücke an Spekulanten verkauft wird sich an der Wohnungssituation nichts ändern. Angeschmiert sind die Normalbürger. Danke R2G.

    • ich halte Dir alle Daumen, dass Du nicht Deine Wohnung an Goldstücke geben musst. Das wäre nicht das erste mal.
      aber die wollen meist nicht in Plattenbauten, Die wollen besseres.
      Meine meinung: in berlin kann man nur wohnen, wenn man im Eigentum wohnt. Ich habe mal vor xx jahren einer Berlinerin eine Eigentumswohnung in B, ein paar Km nur vom Bundestag und am Rand des Parkes verkauft. Die E-Wohnung hat damals nur etwa (wie ich mich erinnern kann) etwa 200.000 DM gekostet. Die wäre heute wohl an die 400.000 € wert.
      Wenn Du einen kriesensicheren Job hast (z.B. Beamter) ist es gerade die beste Zeit sich so etwas anzueignen. Bei den Zinsen!!! Lange Festschreibung ist z.Zt. angeraten.

    • Ich bin 75 Jahre alt und bin mein Leben ohne Wohneigentum sehr gut ausgekommen. Das wird sich auch nicht ändern.

    • Weil Berlin auch schöne Ecken hat und es unsere Heimat ist. Allerdings hat es uns in den Osten gezogen.

    • Das wusste ich nicht. Nein, mit 75 jahren macht man solche Finanzierungen nicht mehr.
      Wenn ich nicht schon vor xx Jahren das gemacht hätte, würde ich das heute auch nicht mehr machen: ich bin 78. 🙂
      aber mit 30… 35…40? Ein Klasse alter dafür.

    • Das ist die Voraussetzung! Fester Job und hoher Verdienst, trotz niedriger Zinsen. Ich hatte mir mal den Spaß gemacht das für einen Geringverdiener auszurechnen. Bei 200000,- Euro übersteigen die Zinsen, nebst Nebenkosten (Hausgeld) da bereits das Einkommen. Essen, Trinken usw. braucht der Mensch irgendwie auch. Bei 100000,- Euro und weniger wird es trotzdem eng. Das dumme ist das es keine anständigen Wohnungen unter 200000,- Euro in Berlin gibt. Es sei denn du kaufst eine komplette Bruchbude oder in einem Bezirk wo du dich nicht auf die Straße traust.

    • mein letzter Berlinaufenthalt war ca. 1989. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann hat sich diese Stadt total geändert.

    • O.K. für den ahnungslosen Wessi. Es gab in West Berlin, stell dir vor das zählte zur Bundesrepublik obwohl wir nur einen Behelfsmäßigen Ausweis hatten, Plattenbauten. Die Gropiusstadt ist so ein Plattenbau Gebiet. Immerhin 19000 Wohnungen, davon waren einmal 17000 Sozialwohnungen!!! 1967 Betrug die Miete 225,- DM und war damit recht teuer.

      Aber Plattenbauten gab es im gesamten Bundesgebiet. Um es noch schlimmer zu machen die Plattenbauten in West Berlin, Hamburg & Co wurden z.T. in der DDR produziert und von Grenzgängern aufgebaut.

      Also Plattenbau ist wirklich keine DDR Spezialität. Wobei das schlimme ist das die West Plattenbauten mit Asbest zugekleistert wurde, die in der DDR nicht.

    • Irrtum. Meinen Sie die Hochhäuser in den Großstädten des Westen sind Stein auf Stein gebaut?

    • Noch etwa zur Geschichte. Die erste Plattenbausiedlung wurde 1927 in Berlin-Karlshorst gebaut. Bekannt unter dem Namen Splanemann-Siedlung.Und die steht heute noch.

    • Ich habe grundsätzlich nichts gegen einen Plattenbau. Aber warum habt ihr euch nicht informiert? Es hätte keine Platte sein müssen. Aktuell baut eine Wohnungsbaugesellschaft in ganz Berlin Häuser, ähnlich Stadtvillen (6-8 Mietparteien). Mietpreis mit WBS 6,50 Euro kalt. Günstiger bist du bestimmt in der Platte auch nicht weg gekommen und wenn die noch „energetisch saniert“ werden muss, kannst du mit 150,- – 350,- Euro mehr im Monat rechnen.

    • Wir haben uns informiert und umgesehen. Und wir sind glücklich, dass wir diese Wohnung gefunden und bekommen haben. Das Haus ist saniert und die Miete wird nicht kalt sondern warm berechnet und ist dennoch bezahlbar. Für ältere Menschen stehen für beschwerliche Arbeiten, wie z.B. Gardinen abnehmen und wieder aufhängen, kostenlos Kietzhelfer zur Verfügung. Auch eine Haushaltshilfe wird organisiert, wenn man es will. Wir sind rundum zufrieden und das ist doch die Hauptsache.

    • Die werden über die Mieten aller Mieter bezahlt, genau wie der Concierge. Das nennt man solidarische Gemeinschaft.

  4. Die Präsidentin der IHK Frau Kramm gefällt mir,und Sie bringt es auf den Punkt.1997 gab es auch noch die großen Bau Firmen,wie Hoch Tief,ROM,Strabak usw.die haben von dem Fundament bis hin zur Schlüsselübergabe gebaut.und heute bekommen einhundert Betriebe die Aufträge,die wiederum vieles an subscheinfirmen und so schleift alles.zu dem Thema Senat Berlin muss ich nix mehr sagen,(ausser über das Chebli ! ).Hoffentlich werden in Berlin bald viele Wohnungen frei,vorzugsweise für Berliner.ps wenn der BER wieder abgerissen wird,Bau ich da eine Gartenlaube hin!

    • Nicht doch, wir freuen uns jedes Jahr auf das neue das der Eröffnungstermin verschoben wird. Aktuell wurde wieder einmal Publik das die Kabelstränge im Terminal 1 so verlegt sind das weder jemand weiß wofür sie sind noch ob das auch nur annähernd den aktuellen Bestimmungen entspricht.
      Das kommt dabei heraus wenn Politiker glauben sie könnten es besser als Fachleute. Da hatte man HochTief einen Korb gegeben, weil zu teuer!!! Keine Ahnung ob das tatsächlich aktuelle Zahlen sind, das weiß wahrscheinlich niemand aber auf Flughafen-Berlin-Kosten stehen erstaunliche Zahlen. Täglich kostet der BER 1,1 Millionen Euro. Davon könnte man täglich jedem Obdachlosen, der bei Frank Zander einmal im Jahr eine Gänsekeule bekommt, 367,- Euro am Tag!!! zahlen.
      Wie sagte es Buschkowsky (SPD) so schön? Die Politik muss Prioritäten setzen und das sind die Einheimischen eben nicht.

  5. Eine Lösung: Zuzug nach Berlin nur bei Nachweis einer Ganztagsbeschäftigung! Kein Hartz 4 wenn eine Stelle auf dem Land oder in einer Kleinstadt nicht angenommen wird. Flüchtlingen kann man einen Wohnort zuweisen nach jetziger Gesetzeslage!! Wer als Junkie lieber in Berlin wohnen will geht einfach zum Amt… vielleicht Nachweis eines Minijobs von 200 Euro und schon kann er bleiben !!

  6. Das Geld, Land und der politische Wille ist da. Einzig die Unternehmen spielen nicht mit. Warum?

    Die Wohnungsbaugesellschaften rechnen mit einem Zuzug nach Berlin von jährlich!!! 40000 Wohnungssuchenden bis 2030. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. D.h. wird nicht gebaut kann man die Mieten maximieren, deshalb werden fast ausschließlich Luxus Wohnungen gebaut aber die reduzieren in keinem Fall den Druck bei Sozialwohnungen.

  7. Ach, der linke Berliner Senat enteignet einfach ein paar Vermieter – dann bauen die sicher ganz schnell neue Wohnungen, damit man die dann wieder enteignen kann …

    Irrsinn ich fange an Dich zu lieben!

  8. Wir bauen zunächst einfach so ne Art Parkdeck, erst hier in Irrenhausen….und später dann über ganz Deutschland! So müßte es klappen.

  9. Sollen sie doch den Bundestag in ein Neubürger-Wohnheim umbauen. Gestapelt passen da sicherlich sehr viele rein und ein Anfang wäre gemacht.

    • Wer gesehen hat wie das auf Ellis Island aussah, kann das ganze Prozedere nur als Luxus Problem verstehen.

  10. Hauptsache ist doch, dass die „Gäste“ komfortabel untergebracht sind. Für Deutsche ist Platz genug unter Brücken und in den zahlreichen Parks. Die kalten Nächte sind bald vorbei, da lässt es sich in einem gemütlichen Laubbettchen doch angenehm schlafen. Und für den nächsten Winter hat die über alles herrschende Diktatorin sicher schon eine allen genehme Lösung parat.

  11. Was soll`s, wenn der Trampel Merkel den ungebremsten Migrantenzuzug fördert kommt sowas dabei raus.!!!!!!!!!!!!!!!

    • nun… es gibt auch total intergrierte Musels. Ich kenne so einen. Lebt und handelt wie ein deutscher. Allerdings, sein Bruder ist glaube ich das Gegenteil. Aber: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, oder?

  12. Wer unbegrenzte Migration im Auftrag zuläßt und mit Zahlenspielen um
    Obergrenzen und Familiennachzug die ÖR-Affinen beruhigt und sich dann , überrascht zeigt dass bezahlbarer Wohnraum ein knappes Gut wird, ist
    für mich unglaubwürdig.

    • Unglaubwürdig ist ein sehr nettes Wort für das was diese …….. dort, und auch anderswo, veranstalten.
      Das Perverse daran ist, daß diejenigen, die mit ihren Steuern durch Arbeit den Zugereisten die Wohnungen finanzieren (wobei es denen komplett schnuppe ist was die Miete kostet – Amt zahlt ja) am Ende des Monats eben nicht mehr das Geld haben um sich eine ordentliche Wohnung leisten zu können.
      Glücklicherweise betrifft mich das nicht (mehr) persönlich, aber ich könnte kotzen, wenn ich sehe, wie sich manche im Niedriglohnbereich abrackern und am 20.ten nix mehr zu Essen im Kühlschrank haben während andere von vorne und hinten ohne jede Gegenleistung gepampert werden.

    • Ich denke harte Worte helfen nicht weiter sondern nur ein Systemchange
      und der wird m.E. nicht mit Wahlen möglich sein.
      Ansonsten volle Zustimmung.
      Um als Mieter einigermaßen sicher zu leben muss ich rund 40% meines
      Einkommens für Wohnen aufwenden.

    • Das Problem liegt an dem dummen Pöbel, der den Zusammenhang nicht herstellen kann zwischen „Niemandem wird etwas weggenommen“ und einem immer höheren Mietanteil am verfügbaren Einkommen. Irgendwann werden die aber auch aufwachen, obwohl sie dann immer noch nicht verstehen. Krieg den Palästen!

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