Bundeswehrlos in der Mitte Europas

Durch Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock
Symbolfoto Durch Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock

Man möchte dieser Tage lauthals gackern, wenn man als Betrachter von außerhalb ein Auge auf unsere Bundeswehr und die Sicherheitsarchitektur Deutschlands wirft. Deutschland ist außenpolitisch isoliert in Europa und kann sich bei seiner eigenen Sicherheit nicht mehr auf die eigene Armee stützen, noch erwarten, dass der engste Partner unserer Bundesrepublik, Frankreich, uns zur Seite springt. Macron erschien nicht zur wichtigen 55. Münchener Sicherheitskonferenz und ließ schon im Vorfeld durch seinen Diener und Generalstabschef Francois Lecontre verlauten, dass man Deutschland im Ernstfall keine Kontrolle über die nuklearen Streitkräfte Frankreichs geben wird. Macron betreibt zumindest auf diesem Feld eine nationale Politik und interessiert sich kaum für die Idee der europäischen Armee. Vielleicht hat er ja eingesehen, dass die marode Bundeswehr im Krisenfall eher ein Klotz am Bein und das fünfte Rad am Radpanzer wäre.

135 Millionen Euro soll die Sanierung der Gorch Fock gekostet haben, die noch nicht einmal abgeschlossen ist und womöglich zum BER der Bundeswehr werden könnte. Ihre Reparatur kostete das Zehnfache und machte das Schiff gerade einmal schwimmfähig, wie die Presse spöttisch berichtet. Hinzu kommt ein Untersuchungsausschuss für Ursula von der Leyen, die in ihren Jahren der Amtszeit als Verteidigungsministerin nicht nur die peinliche Hetzjagd auf ihre eigenen Soldaten zu verantworten hat, sondern auf deren Konto auch der sogenannte «Verhaltenskodex» und der «Maulkorberlass» gehen. Sie wusste nie etwas mit der Bundeswehr anzufangen, war augenscheinlich inkompetent und als das Murren in der Armee immer lauter wurde, kam sie mit Maulkörben und Gesinnungsschnüffelei aus der Ecke. Sie hat nie etwas vom Dienstethos ihrer Soldaten verstanden und betreibt eine gnadenlose Misswirtschaft, die bisher für sie ohne Konsequenzen blieb, aber die Truppe in Grund und Boden ruinierte. Wer bei der ansonsten eher kleinlauten Generalität doch mal etwas sagte, war entweder im Ruhestand oder wurde gegangen. Währenddessen schäffelte sie sich im Ministerium augenscheinlich über Mckinsey selbst Geld zu(David von der Leyen ist Associate by McKinsey und am Gewinn daher beteiligt) und vergab Aufträge nach Gutsherrenart, als würden die Regeln des Staates für sie nicht gelten. Ein Dschungel aus Beratern scheint sich fürstlich für dubiose Ratschläge in der Kasse des Steuerzahlers bedient zu haben. Wirklich gebessert hat sich trotz hoher Millionenausgaben aber nur wenig. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft und nimmt die Indizien sehr ernst. Derweil hat sich der große Skandal um Franco A. in Luft aufgelöst, nachdem sich der Verdacht des Rechtsterrorismus nicht erhärtete (WELT). Damals genügte dieser Mann noch, um eine rechte Schattenarmee bei der Bundeswehr herbei zu fantasieren, Bildersturm zu betreiben und etliche Disziplinarverfahren einzuleiten, während von der Leyen der Truppe ein generelles Haltungsproblem unterstellte. Entschuldigt hat sie sich dafür übrigens nie, obwohl sie ja nun offensichtlich mit ihren Anschuldigungen daneben lag.

Keine U-Boote, keine Panzer, keine Flugzeuge, kein gar nix

Dass Minister und Staatspräsidenten regelmäßig am Boden bleiben müssen, weil unsere Flugzeuge der Bundeswehr sie nicht mehr befördern können, ist da nur eine Randnotiz. Weder die U-Boote noch die persönliche Ausrüstung der Soldaten funktioniert. Das System «Soldat der Zukunft» hat sich kaum weiterentwickelt und wessen Kompanie in den Einsatz geschickt wird, darf sich monatelang amüsieren, weil die Kompanieführung das benötigte Material für die Soldaten, darunter so simple Dinge wie Schutzwesten, von anderen Einheiten leihen muss. Dabei gibt Deutschland nur knapp 1,5 Prozent seines BIP für die Verteidigung aus. Wo versickert das Geld, außer in den üppigen Bezügen der Stabsoffiziere und den Beraterhonoraren?

Mit den etwa 200 noch funktionstüchtigen Leopard 2 der Bundeswehr, die längst nicht auf dem neuesten Stand sind und wovon einige mittlerweile als Ersatzteillager herhalten müssen, besitzt die Bundeswehr auch auf dem Land keinerlei Drohpotenzial mehr. Müsste sie die norddeutsche Tiefebene verteidigen, sollte sie bei den Polen fragen, die mit deutschen Panzern aufgerüstet haben und längst als stabilerer Partner innerhalb der NATO gelten. Früher war die Bundeswehr das zentrale Standbein der westlichen, europäischen Streitkräfte in Europa. Heute bildet sie das traurige Schlusslicht. Müsste die Bundeswehr kämpfen und Deutschland verteidigen, könnte sie es nicht, selbst wenn sie es wollte.

Eigentlich sollte die Karriere von Ursula von der Leyen vorbei sein. In einem normalen Land müsste sie zurücktreten und hätte das längst getan. Ja, in einem normalen Land würden Staatslenker und hohe Würdenträger für ihre Fehler Verantwortung übernehmen und abtreten, wenn sie versagen. Aber es scheint sich hier nicht um eine funktionierende Republik zu handeln, in der noch die Verantwortungsethik des alten Preußens gilt. Dabei wären Rücktritte und eventuell sogar die komplette Einstampfung des bisherigen Verteidigungsministeriums ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn es mal besser werden soll, muss es Konsequenzen für die Verantwortungsträger geben. Das Abwicklungssystem «Ursula von der Leyen», das mehr Zerstörung bei der Bundeswehr angerichtet hat als jeder ausländische Feind jemals vermochte, geht wahrscheinlich tief in das Ministerium der Verteidigung hinein. Beamte, Angestellte, hohe Offiziere – sie alle duldeten und profitierten vielleicht sogar von diesem Irrsinn.

Aber letztendlich kriegt jedes Volk die Regierung, die es verdient.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com

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9 Kommentare

  1. Unsere Soldaten und Polizei kann man hier nur Bemitleiden in so einer Regierung. Heute würde ich keinen Eid aufs Vaterland mehr ablegen.
    Aufrichtig und ehrlich ein Danke an alle Soldaten und Polizisten welche trotz schlechter Bezahlung und teils schlechter Ausrüstung einen gutem Job verrichten.

  2. 1984-85 bin ich am G-3 ausgebildet worden und das war eine Waffe auf die Verlaß war, auch das MG war nicht von schlechten Eltern, außer das man den Lauf nach 50 zig Schuß wechseln mußte, zumindest habe ich die goldene Schützenschnur geholt und das sagt schon einiges für die Waffen aus und heutige soll das G-3 schlecht sein? Kann ich mir fast nicht vorstellen! Naja ist ja auch schon ein paar Jahre her und es ändert sich alles, wäre ja schlimm , wenn es nicht so wäre

  3. Genau so ist es denn warum war sie bei den Bilderbergern eingeladen.
    Bei denen hat sie Rückendeckung für ihr Zerstörungswerk.

  4. Inzwischen ist es wohl In Deutschland in allen Belangen dem Erdboden gleich zu machen 😪 – dieses einst stolze Land ist durch seine Politiker der Lachhaftigkeit der ganzen Welt ausgesetzt – und ja alle Verantwortlichen sollten den Hut nehmen und auf der Anklagebank sitzen

    • Was wollten wir machen? Sofort mit Baseballkeule und E-schocker oder gar Knarren losziehen? Von daher kann man nur hoffen, dass auch aus der Fraktion Tag-und Nachtträumer einige erkennen, dass jegliche Warnungen nicht aus der Luft gegriffen waren und eben den jetzigen Zustand verhindert hätte werden können

  5. Wir haben Karneval, da darf man gackern und lachen. Und die Bundeswehr ist neben einigen anderen ein lukratives Objekt über das man lachen kann. Es tut mir nur leid um die Soldaten, die dieses Dilemma ausbaden müssen.

    • Achwo, die müssen einem nicht leidtun. Augen auf bei der Berufswahl. Das sind Söldner. Die wollen es nicht anders. Und im Zweifelsfall schießen die auf uns. Falls ein Gewehr schußfähig sein sollte…..

  6. Ein Verwandter bei dem ich grad bin und der Berufssoldat war bis vor einigen Jahren,dem trieb es vorhin nach lesen dieses Artikels die Tränen in seine Augen!
    Seine Fäuste sind geballt vor Wut!

    Diese ganze Groko Regierung muss weg!!!
    Nicht nur die Betonfrisur!

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