Islamismus-Broschüre: Religion des Friedens? Wohl kaum

Waren Muslime früher immer pazifistisch? Ist der Islam vielleicht doch die Religion des Friedens? Wer sich mit der Geschichte Europas seit dem frühen Mittelalter beschäftigt, der sollte schon einmal etwas von der Schlacht von Tours und Poitiers gehört haben. Oder von den Belagerungen Wiens.

Am 13. Februar trat der Verfassungsschutzausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zusammen, um über eine neue Broschüre zu diskutieren, die das Amt herausgibt. Sie widmet sich dem Islamismus.

Darin findet sich eingangs sogleich die Warnung, Islam und Islamismus gleichzusetzen. Das ist auch nicht meine Absicht, allerdings ist die mitschwingende Aussage, all der gegenwärtige Ärger mit Islamisten – von 9/11 über Scharia bis Anis Amri – habe nichts mit dem Islam zu tun, auch lächerlich. Die Wahrheit liegt da in der Mitte.

Der gewaltbereite Islamismus wird so eingeordnet:

Historisch geht islamistisches Denken auf die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zurück. Angesichts des Bedeutungsverlusts, den der Islam in der muslimischen Welt infolge des westlichen Kolonialismus im 19. zum 20. Jahrhundert erlitten hatte, sprachen sich seinerzeit religiöse Reformer für die Erneuerung von Religion und Gesellschaft durch die „Rückkehr zu den reinen Ursprüngen des Islam“ aus. Reform und Erneuerung des Islam sowie anti-koloniale – und damit auch anti-westliche – Motive bestimmten in der Folge auch das Entstehen islamistischer Bewegungen – so etwa der von Hassan al-Banna 1928 in Ägypten gegründeten ‚Muslimbruderschaft‘ (MB).

Mit anderen Worten: Die Ausdehnung des Islam mit Feuer und Schwert ab dem siebten Jahrhundert wird ausgeblendet. Darüber steht kein Wort in dem 74seitigen Heft. Und an der Radikalisierungsbewegung der Neuzeit ist der Westen wenigstens teilweise selbst schuld, weil er als Kolonialmacht aufgetreten ist. Die kannten nicht genug Diversity im britischen Empire…

Später heißt es 99 Prozent der Muslime in Deutschland seien rechtstreue Bürger, die die hiesige Rechts- und Gesellschaftsordnung achten. Ich halte das für überoptimistisch, belegen doch allerlei Studien in der gesamten muslimischen Welt eine klar antiwestliche Stimmung. Ich erspare uns hier eine lange Linkliste, nur dies: Eine aktuelle Studie aus Niedersachsen im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat herausgefunden, dass 36 Prozent aller muslimischen Schüler in Niedersachsen sagen, andere Religion als der Islam seien minderwertig. Alles klar?

Ich habe dann auch eine Sure zitiert (nicht mein Spezialgebiet), die belegt, dass die Aussage, der Islam verbiete Mord und Selbsttötung (Seite 24), widerlegt. Seht, was im Protokoll der Sitzung dazu steht:

Ronald Gläser (AfD) meint, die Broschüre sei verharmlosend. Es werde behauptet, dass es den gewaltbereiten Islamismus erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts gebe. In den Jahrhunder- ten davor habe es allerdings auch schon eine gewalttätige Ausbreitung des Islams gegeben. Die Moslems hätten sich in Europa bis nach Spanien und Sizilien ausgebreitet und die Völker dort teilweise unterdrückt und die Ungläubigen bekämpft. Durch eine gemeinsame Kraftan- strengung europäischer Völker sei die Ausbreitung des Islams vor Paris gestoppt worden. In der Broschüre werde so getan, als handele es sich beim gewaltbereiten Islam nur um ein neu- zeitliches Phänomen. – Auf Seite 18 werde behauptet, dass 99 Prozent der Muslime die hiesi- ge Rechts- und Gesellschaftsordnung achteten. Es gebe weltweit Umfragen, wonach in mus- limischen Ländern 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung mit dem IS zumindest sympathisierten. Es gebe eine viel weiter verbreitete Sympathie für islamistisches Gedankengut, auch wenn nur 0,6 Prozent Gefährder ausgemacht worden seien. – Laut einer Studie des Bundesfamili- enministeriums habe 2015 ein Drittel der befragten muslimischen Schüler in Niedersachsen die Frage, ob sie bereit seien, für ihre Religion in den Kampf zu ziehen, bejaht. Manche seien offen und tolerant gegenüber Extremismus und Terror. Ein Viertel bis ein Drittel hätten der Aussage zugestimmt, dass andere Religionen weniger wert seien als der Islam, dass sie für diesen kämpfen und ihr Leben riskieren würden und dass die Gesetze der Scharia wichtiger und besser seien als die deutschen Gesetze. – Er bezweifle, dass das Problem so minimal sei, wie es in der Broschüre beschrieben werde. Kennzeichnend für Islamisten sei – so die Broschüre –, dass sie die Scharia nicht nur als Rechts- und Werteordnung begriffen, „sondern als ein politisches und gesellschaftliches Ord- nungsprinzip“. Er bitte, den Unterschied zu erklären. Für ihn sei dies fast identisch. Auf Seite 24 stehe, dass der Islam Mord und Selbstmord verbiete. Er bitte daher, Sure 2, Vers 191 zuinterpretieren: „Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von woher sie euch auch vertreiben.“ – Es gebe niemanden mehr, der sich auf derartige Passagen der Bibel berufe, aber es gebe Terroristen, die sich auf solche Koranverse beriefen. – Auf Seite 69 setze die Broschüre sich kritisch mit Islamkritikern auseinander. Er wünsche sich bei künftigen Veröffentlichungen mehr Substanz.

Die Reaktionen der anderen Parteien könnt ihr euch ausmalen. Häresie! An den Galgen mit ihm! Das Übliche, wenn jemand Mut zur Wahrheit aufbringt.

Mein Rat: Ladet euch die Broschüre runter und lest sie selbst. Ist nicht alles falsch, was da drinsteht – aber sie wirkt an mehreren Stellen verharmlosend.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf ronaldglaser.de

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3 Kommentare

  1. Was für ein lächerlicher Versuch, vom „guten Islam“ einen „bösen Islamismus“ abtrennen zu wollen. Das geht natürlich nur mit einer Verbindung von inferiorem Wissen und hanebüchener Logik.

    Auf Seite 8 heißt es noch „der Islam beansprucht die Lebenswelt der Gläubigen umfassend zu regeln“, aber schon auf Seite 11 heißt es dann „Als ‚Islamisten‘ werden ausschließlich die Anhänger der politischen Ideologie des Islamismus bzw. des politischen Islam bezeichnet“ – als ob die durch den Islam „umfassend geregelte Lebenswelt“ mit ihren Werten und bis ins kleinste Detail vorgeschriebenem Denken und Handeln sich nicht ebenso umfassend und bis ins kleinste Detail in der Politik widerspiegeln müsste.

    Nach diesem absurden Kunststück von der Trennung der „Lebenswelt“ der Menschen und ihrer Politik, versucht der Rest der Broschüre dann nur mehr mit dem simplen Denkmuster hausieren zu gehen: Wer nicht konsequent zwischen „Islamismus“ und Islam unterscheidet, ist entweder islamophob oder Islamist.

    So sollen etwa nur „Islamisten“ auf die umfassende Einführung der Scharia bestehen – was für eine Beleidigung der 57 muslimisch geprägten Staaten, die 1990 in Kairo ihre Form der Menschenrechte mit der Scharia als einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels formulierten.

    Auch der Versuch, den bösen, gewalttätigen „Islamismus“ historisch aus der Rückbesinnung der muslimischen Welt infolge eines Bedeutungsverlustes durch den westlichen Kolonialismus im 19. zum 20. Jahrhundert abzuleiten, ist geradezu lachhaft.

    Erstens ist der überwiegende Teil der geschätzt 270 Millionen Toten durch die gewaltsame Ausbreitung des Islams bereits vorher ums Leben gekommen (120 Millionen Afrikaner alleine durch den von Muslimen seit jeher betriebenen Sklavenhandel, 60 Millionen Christen, 80 Millionen Hindus, 10 Millionen Buddhisten – „Tränen des Dschihad“), sind also durch ganz normale Muslime massakriert worden – denn „Islamisten“ soll es zu dieser Zeit ja noch gar nicht gegeben haben.

    Und zweitens hätte diese „Rückbesinnung“ der „Islamisten“ auf die fundamentalen Werte des Islams gar keine gewaltaffine Ausformung hervorbringen können, wenn nicht die Grundlage dafür dort bereits angelegt gewesen wäre.

    Selbst wenn die „Islamisten“ vorher nicht gewußt hätten, dass man Ungläubige kreuzigt und ihnen Hände und Füße wechselseitig abhackt (Sure 5:33), sie dem Feuer aussetzt oder über ihre Köpfe heißes Wasser gießt, damit zum Schmelzen gebracht wird, was sie in ihrem Bauch haben, und ebenso die Haut (Suren 22:19, 20) und jedesmal, wenn ihre Haut verbrannt ist, man sie gegen eine andere Haut austauscht, damit sie die Strafe kosten (Sure 4:56), oder ihnen einfach die Köpfe abschlägt (Sure 47:4), sie jedenfalls tötet, wo immer man sie findet (Sure 9:5) – im Koran und in den Hadithen hätten sie die Anweisungen dafür gefunden.

    Bleibt nur noch der Versuch, den Koran als etwas so Kompliziertes hinzustellen, dass man ihn ohne Exegeten gar nicht richtig interpretieren könne, dass also Allah, der Allwissende und Allmächtige, seinen Koran nicht einmal für JEDEN verständlich hinbekommen hätte, obwohl er das mehrfach behauptet (Suren 6:114, 11:1, 12:1, 16:89, 27:1, 41:3, 54:17, 57:9) – damit wird diese Broschüre zu gu­ter Letzt auch noch zu einer wüsten Beleidigung Allahs (swt).

  2. Islamismus gibt es nicht, es gibt nur den Islam und der ist für mich eine menschenverachtende Ideologie die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist. Und Mohammed selbst hat Juden geköpft und den Geschlechtsverkehr mit einer 9, andere sagen 11 jährigen vollzogen. Der europäische Menschenrechtsgerichtshof hat im Sommer 2018 ein österreichisches Gerichtsurteil bestätigt, das Mohammed nicht als Pädophiler genannt werden darf, da das die Religion beleidige.

  3. offenbar fehlt dem VS die Erkenntnis, daß hier nicht Arabien ist, sondern der europäische, ethno-kulturell nicht islamische Kontinent ist, und somit stellt sich die Frage gar nicht. Das indigene Erbe ist unantastbar und weder Eigentum des VS, noch von politischen Parteien und deren Gespinnste. Es gibt auch so was wie Erbunwürdigkeit.

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