Die WerteUnion – eine Handvoll Irre in der Wüste

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Alexander Mitsch, Vorsitzender der WerteUnion, bekommt einen Absatz auf einer halben Seite auf der Welt-Online, um dort vorsichtige Kritik am Linkskurs der CDU üben zu dürfen. Die Union solle sich nicht mit den Grünen in einer Koalition zusammentun, sagt er und merkt wohl nicht, dass er wie ein Prediger in der Wüste keinen nennenswerten Resonanzraum hat. Man will den gut meinenden Mitsch einfach nur umarmen und ihm sagen: «Alles ist gut, alles ist gut. Es ist vorbei. Hör auf.» Wie ein fanatischer Notfallsanitäter versucht er einen kürzlich endgültig Verstorbenen mit sinnlosen Herzdruckmassagen wiederzubeleben. Keiner hat wohl den Mut es ihm zu sagen. Die CDU, wie sie mal war, ist tot.

Einige mögen sagen, dass mit der Unterstützung von Hans Georg Maaßen und Werner Patzelt jetzt zwei Schwergewichte ihren Hut für die WerteUnion in den Ring werfen und diese Gruppierung dadurch stärken. Das mag stimmen, wird jedoch an den Machtkonstellationen nichts grundlegend ändern. Es wird das Leid der Konservativen innerhalb der CDU nur weiter verlängern, wenn sie durch den dünnen Hoffnungsfaden einer Achse Maaßen-Patzelt-Mitsch irgendwie an der Stange gehalten werden, statt den Ausweg zu suchen. Dabei täuschen sie sich jedoch nur selbst. Schwarz-Grün ist die logische Folge, falls und wenn die Koalition mit der SPD scheitern sollte. Es ist eine Allianz, die schon seit den frühen 2000er Jahren vorbereitet wird. Ich habe die Zeit selbst miterlebt und weiß, dass die Idee dort seit geraumer Zeit bei vielen, die heute an den Schalthebeln der Union sitzen, Konsensmeinung ist. Die Grünen gelten bei der Union als neuer, besserer und angeblich bürgerlicher Partner, der die SPD und zum Teil auch die FDP ersetzen kann. Über letztere braucht man sowieso kein Wort verlieren, weil ihr Einfluss keiner ist, der Berge versetzt. Sie wird sich einer Schwarz-Grünen Koalition nur zu gerne anschließen, um dann doch endlich mitzuregieren.

Alexander Mitsch, der wirklich oft kluge und vernünftige Vorschläge macht, ist nicht zum Politiker geboren. Er inspiriert nicht und Mehrheiten versammeln sich hinter ihm sowieso nicht. Nur die politische Schutzstaffel der alten CDU, die an Wunderwaffen und eine herbei fantasierte Entsatzarmee (WerteUnion) glaubt, vermag die blutigen Rückzugsgefechte der letzten Konservativen in der Union noch positiv zu bewerten. Für alle anderen rechts von Merkel heißt es nur, dass sich die ganze Situation nur noch weiter verhärten wird.

Was für eine Wüste, durch die sich Mitsch und seine Getreuen schleppen. Selig sind die Toten. Denn nur sie haben das Ende des Krieges gesehen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com.

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23 Kommentare

  1. Solche total verblödeten Bunczelbürger die diese „Voll muttiviert“ Plakate hochhalten gönne ich jede kulturelle Bereicherung. Einfach nur widerlich. Mir kommt gleich der Kaffee wieder hoch.

  2. „Die WerteUnion – eine Handvoll Irre in der Wüste“

    Wohl wahr!

    Denn wenn es zum Schwur kommt, stehen sie in Treue fest zur CDU.

    So geschehen beim UN-Migrationspakt, als die Mitglieder der „Werte-Union“ gegen einen AfD-Antrag stimmten.

    Obwohl auch sie im Vorfeld (mit Petition und Unterschriften-Aktion) so getanm hatte, als würd auch sie den ablehnen.

    Kanns’te vergessen, die bosbachen auch nur ‚rum.

    Und diese Bosbachs funde ich eigentlich am übelsten!

    Weil sie genau wissen, WAS schief läuft, aber dann trotzdem der Parteilinie folgen.

    Die wirklich aufrechte Konservative war Erika Steinbach, die die CDU verlassen hat, weil sie das nicht mehr mittragen konnte.

  3. Die WerteUnionist nichts als der Versuch, die CDU wählbar werden zu lassen.

    Nieder mit der CDU – keine Stimme mehr für die CDU !

  4. Die AfD hat bundesweit ein Sympathiepotential von ca. 30%. Trotzdem würden sie derzeit nur 14-15% der wahlberechtigten Bürger, also etwa die Hälfte, wählen. Warum also nicht 30% ? Weil vielen konservativen Wählern diese AfD noch zu ungefestigt, zu uneinig, zu chaotisch, zu unprofessionell und teilweise auch zu rechts ist, weswegen sie nach wie vor diese kaputte CDU wählen. Daher wäre es doch sinnvoll, wenn sich der konservative Teil der Union von der linken Mutterpartei trennen und eine neue konservative Partei gründen würde, die auch die Wähler anspricht, die die Ziele der AfD zwar teilen, aber sie aus eben genannten Gründen nicht wählen wollen. Mit bekennenden konservativen Politikern wie Mitsch, Maaßen, Patzelt, Willsch, Pantel, Bellmann, etc. hätte sie eine glaubwürdige, professionelle Spitze, vielleicht mit einem Vorsitzenden Maaßen, und wahrscheinlich über 100 Tsd. Mitglieder. Wenn so ein bürgerlich-konservatives Bündnis auch keine Mehrheit hätte, so käme doch endlich Bewegung in die festgefahrene Situation. Deutschland braucht endlich eine Ruck, die AfD alleine kann es nicht, zumindest nicht im verwöhnten Westen. Natürlich muß so eine Abspaltung erst mal sehr gut vorbereitet werden.

    • Tausend Gründe, mache falsch, manche vielleicht richtig, keiner trifft den Kern. „Strategien“ machen die Politik zum Selbstzweck, Analysen bewegen nichts. Ich gehe nicht mehr zur Wahl. Es ist sinnlos.
      Die Wende kann einzig auf der Straße herbeigeführt werden. Das Land lähmen wie ein Python seine Beute, mit Gelbwesten und Schweigeblockaden. In der DDR haben sie gezeigt, dass es geht.

    • Bitte nehmt mein Konzept zur Rückgewinnung von Deutschland wahr und setzt das um, anders geht es nicht. Wir müssen geschlossen handeln oder wir gehen geschlossen unter:

      Wir Normalbürger, die wir eine gewisse Ordnung gesellschaftlich sichergestellt haben wollen, haben nur eine Chance:

      – Sprecht mit Euren Eltern, mit Euren Kindern, mit Euren Freunden, ganz ruhig, und erklärt denen an diesem konkreten Beispiel, wie Deutschland zu einem Unrechtsland wird.

      – Erklärt denen, dass die Blockparteien CDU-SPD-GRÜNE-Linke die Schuld tragen, dass unsere gesetzlichen Rechte immer mehr verkommen.

      – Erklärt denen, dass wir nur eine Chance haben: die AfD wählen, beziehungsweise mitzuhelfen, dass die in den Ländern sich ausweiten.

      Wer das nicht macht, der trägt die Verantwortung dafür, dass wir zurückfallen in DDR- Unrechts- Zustände. Wollt Ihr das???

      Warum sind die älteren Verwandten wichtig? Sie wählen CDU und manche von ihnen SPD und haben eine Nibelungentreue zu dem, was sie mal gewählt haben. Sie wählen nicht, weil sie überzeugt sind, sie wählen, weil sie immer so gewählt haben. Da sich die Grundüberzeugungen der Blockparteien CDU-SPD-GRÜNE-Linke geändert haben, können diese schalten und walten wie sie wollen. Das müssen wir verhindern und in der Demokratie geht es nur über das Wahlverhalten.

      Bevor wir geschlossen untergehen, sollten wir auch die Kröte AfD zeitweise schlucken !

  5. Vor einigen Jahren waren CDU/CSU rechte Parteien bevor der Begriff RECHTS mit bòse bewertet wurde. Der Spruch “ Es darf keine andere Partei rechts der CDU/CSU geben “ bezeichnet die Parteien eigentlich immer noch als RECHTS was sie aber nicht zugeben wollen denn RECHTS is bòse. Die AFD ist RECHTS und die sind bòse NAZIS, POPOLISTISCH, RECHTSEXTREM auch wenn sie alles das sagen was uns frùher die CDU/CSU erzàhlt hat.

  6. Zitat: „…Nur die politische Schutzstaffel der alten CDU, die an Wunderwaffen und eine herbei fantasierte Entsatzarmee (WerteUnion) glaubt, vermag die blutigen Rückzugsgefechte der letzten Konservativen in der Union noch positiv zu bewerten….“

    Echt gut formuliert. Schutzstaffel, Wunderwaffen, Ersatzarmee, blutige Rückzugsgefechte… ich sehe Bruno Ganz förmlich vor mir, als Hitler, wie er im Bunker hockt und nach der Armee Wenck fragt und von der großen Wende und neuen Offensiven faselt …

  7. Ich hätte da einen Namen für diese neue Partei: DEPP (Deutsche Einheitliche Präkommunistische Partei)

  8. Wenn in einer Partei eigens eine Gruppierung mit dem Namen „Werteunion“ gegründet wird, dann impliziert diese Handlung, dass der andere Teil der Partei keine Werte hat…

  9. Die „Werte-Union“ ist N*U*R dazu da, konservative Wähler mit falschen Versprechungen und handfesten Lügen am Absprung zur AfD zu hindern. Und der CDU-Wähler hat sich so ans Verarscht-Werden gewöhnt, dass es offensichtlich nicht mehr ohne geht.

  10. Ich habe mir schon zu DDR Zeiten geschworen, nie eine Menschengruppe zu wählen die im Namen „Partei“ zu stehen hat!
    Ich habe das durchgehalten und gehe jetzt zur Wahl!

    • Materialkiste wäre auch nicht schlecht, als Biodeutscher kommt man da nur nicht ohne weiteres ran!
      Wahlzettel…………würden die irgendwas verändern, wären sie verboten.
      Welche Alternative bleibt noch…………Nichtwähler? Oder aber wählen und den anderen Verräterparteien wenigstens den Daumen zeigen.
      Es ist mir schon seit längerem klar, das die Alternative keine wirkliche Alternative darstellt, solange sie sich von den Leistungsträgern distanziert und diese ausschließt. Sie ist auch keine Alternative weil sie sich nicht mit anderen gewaltfreien Organisationen und Gruppen wie Pegida oder die IB zusammenschließt! (nicht als Partei, sondern inhaltlich) Das wäre nämlich das Potential was man braucht um Bewegung in dieses Land zu bringen! Schöne inhaltsvolle Reden im BT nutzen allein nichts die Alternative muss die Massen bewegen, sie muss allen Anfeindungen zum Trotz die Öffentlichkeit suchen und Mobil machen!

  11. So wie die Grünen ihren Palmer hat die Union jetzt ihren Maaßen. Alles nur Alibifunktionen um zu zeigen: Wir sind ja so tolerant.

    • Früher hätte man „politischer Gegner“ dazu gesagt, aber ja, heute ist der Ausdruck „Feind“ wohl angebracht. Denn es gibt nur noch zwei Parteien, und die Größere davon ist knallhart auf die Zerstörung der Kleineren gepolt.

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