Eine rote Aristokratie, die Revolution spielt

Foto: Marc Lozano, Flickr/ CC BY-SA 2.0

von Daniel von der Ruhr

Owens Jones, Journalist für den englischen Guardian und oft gesehenes Gesicht im Fernsehen, entstammt aus einer Familie von Kommunisten. Seine Eltern lernten sich in einer Gruppe militanter Trotzkisten kennen. Er selbst studierte, ist akademisch gebildet und verkehrt in den besten Kreisen der britischen High Society – er eilt von Sektempfang zu Galadinner, bevor er sich widerwillig zum nächsten Wahlkampfstand der Labour-Party karren lässt, wo er schwunglose Reden für einen demokratischen Sozialismus hält. Er gehört genau wie sein Freund Corbyn zu den Verteidigern der Diktatur in Venezuela und ist bekannt dafür, dass er gerne Adjektive aneinander reiht und sie seinen politischen Gegner an den Kopf wirft. Jones ist schwul, sehr wohlhabend und würde man ihn länger als ein paar Stunden mit den klassischen Arbeitervertretern seiner Partei in einem Raum einsperren, würden sie ihn schnell demaskieren.

Ein politischer Schauspieler, ein junger Aristokrat in einem Land, das die Aristokratie auf die Spitze getrieben hat. Er ist einer, der in seinem Privatleben keinerlei Verbindungen zum einfachen Mann oder zur einfachen Frau hält, aber sich anmaßt in ihrem Namen zu sprechen. So ähnlich machen das auch die Sozialdemokraten in Deutschland, die mit Frontfrauen wie Manuela Schwesig, Andrea Nahles und Typen wie Kevin Kühnert die Herzen ihrer Wähler gewinnen wollen.

Als ehemaliges Mitglied der SPD habe ich irgendwann erkannt, dass die Sozen von damals schlichtweg alt und satt geworden sind. Das gilt sowohl für England als auch für Deutschland. Beide Länder kenne ich ausgesprochen gut und habe viel Zeit in beiden verbracht. Früher kämpften die Sozis und Gewerkschafter durchaus noch für die Rechte der einfachen Leute, setzten sich ein im Kampf der Arbeiter und gegen den Abbau von Industrie und damit für den Erhalt von Arbeitsplätzen in strukturell schwachen Regionen. Nur sind sie schlichtweg alt und dick geworden, nachdem sie vielerorts den politischen Kampf gewonnen haben. Die Sozialdemokraten im Ruhrgebiet und in NRW sind Kinder eines spießbürgerlichen Akademikertums, die vor fünfzig Jahren den Aufstieg aus den sozial niederen Schichten geschafft haben. Sie sind irgendwann erfolgreich geworden und haben sich im republikanischen System ein Nest gebaut, sind umgezogen in die besseren Viertel und haben sich dort mit den akademischen Linken vereinigt. Die heutigen Sozen sind eine eigenartige Mixtur aus verhätschelten Wohlstandskindern und greisen Champagnersozialisten, die Revolution spielen wollen.

Bei den Grünen kann man zumindest sagen, dass sie nah an ihren Wählern stehen und einen guten Draht zu den urbanen Bürgerlichen haben. Die Sozialdemokraten hingegen sind so stark von ihren eigenen Wählergruppen entfremdet und von ihren eigenen Wurzeln abgetrennt, dass sie gar nicht merken, wie sie jene vergraulen, die sie mal gewählt haben. Sozis vom Schlage eines Kurt Gscheidle oder Georg Leber gibt es einfach nicht mehr. Als ich vernahm, dass auch Martin Schulz zum angeblich konservativen Seeheimer Kreis der SPD gehörte, dem ja auch Altkanzler Schmidt die Treue hielt, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Die SPD hat sich kulturell selbst besiegt. Nicht anders sieht es im industriellen Herz Englands aus, wo die weißen Arbeiter mehrheitlich für den Brexit und damit gegen die Linie ihrer eigenen Partei gestimmt haben. Auch in Großbritannien sind die Labour-Parteimitglieder eine eigenartige Mischung aus islamischen Fundamentalisten, harten Kommunisten und ideologisch wandelbaren Gewerkschaftern, die man eher zur neuen, roten Aristokratie zählen sollte.

In England spielt die Labour-Partei ganz offen mit revolutionärer Rhetorik. Sie stellt sich auf eine Veränderung der britischen Gesellschaft ein, die sie selbst mit der Politik von Multikulti zu verantworten hat. Ihre neuen Wähler glaubt sie in den sozial abhängigen Schichten der Migranten aus Zentralasien gefunden zu haben. Diese immer zahlreicheren Wähler sollen jene ersetzen, die sie mit ihrer Politik systematisch vergraulen. Ob diese Taktik wirklich so klug ist, wird sich zeigen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com

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9 Kommentare

  1. Das ist doch alles ein alter Hut mit den Linken. Mein Vater ein Kommunist hat nach 45, entlassen aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, versucht mit seinen alten Kampfgenossen, aus Berlin, Kontakt aufzunehmen die aus der Immigration aus der Sowjetunion zurück kamen und sich schon die Posten von Stalin gesichert haben lassen.Er bekam nie eine Antwort. Dabei wollte er gar keinen Posten. Der klagte schon damals das die nur noch unter sich bleiben wollten und nur noch die Fleischtöpfe verteidigten. Damals sagte man noch nicht Fleischtöpfe sondern benutzte das Wort Krippe.

  2. Diese Vita von diesen Soy-Boy, sein Umfeld, erinnert mich an diese Boheme, verzogene Fratzen, arrogante überhebliche Berufssöhne und -töchter, die die Gesellschaft mit Haß, oft rücksichtslos und grausamst bekämpft. Mit ihren egozentrischen Intellekt tiefe Spaltungen bis hin zum Bürgerkriege, Revolutionen, also maßloses Elend, gebracht haben. So ein Typus wurde, so vermute ich mal, vor kurzen beim Spiegel entsorgt, was aber diesen Spiegel kein besseres Image gibt, im Gegenteil. Aber nicht nur da laufen solche schreibende bevormundende Egozentriker herum.

  3. Oh, da ist er ja, der große Bruder der Klima-Grete! Schmale Oberlippe, verstrichenes Philtrum, flacher Nasenrücken, kurze Nase… FASD!

  4. Kommunismus hat noch nie überlebt. Es ist die Ideologie mit zweithöchsten verursachten Toten, geschätzt über 150 Millionen. Heute sind sie überall, aber sie werden fallen, sehr bald mit der Veröffentlichung ihrer pädophilen Vergangenheiten und Gegenwart durch Trump ! Sie sind die Hölle, die Satane, der Tiefenstaat !
    Ja diesmal wird es für immer sein und ausgemistet bis in kleinste Amtsstuben !!!

  5. Oh nein, erstmal werden sie siegen und viel Unglück über die Völker bringen, weil diese Völker einfach nicht bereit sind, die Wahrheit hinter diesen Salonbolschewiken zu sehen und diese auch immer wieder wählen.

    • Mag sein. Aber wer treibt denn schon jahrelang die Parteien vor sich her? Genau die Grünen mit ihren paar Prozent. Sie werden überall hofiert. Selbst die Medien stehen geschlossen hinter Grünen/Linken.

    • Alles richtig. Aber wer greift die Linken an?
      Mauertote, Folter, Zwangsadoptionen, aber kein Richter oder STA fragt mal nach oder klagt an.
      Wer nicht mindestens 90 ist und ein paar Nazis bekocht hat, dem passiert hier nichts.

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