Islamexperte: Deutsche Moscheen fest in Hand von Salafisten

Symbolfoto: Neulich beim Appell/Shutterstock
(Symbolfoto: Neulich beim Appell/Shutterstock)

Köln – Die Erkenntnis ist nicht neu, aber immer wieder gut, sie auch aus dem Mund von Insidern zu hören. „Antworten auf religiöse Fragen bekommen muslimische Jugendliche in Deutschland nach Einschätzung des islamischen Theologen Samet Er fast ausschließlich von Salafisten.“ Dies berichtet der in Köln ansässige Deutschlandfunk. Untermauert wird die Behauptung des 27-jährigen Absolventen der Tübinger Universität durch eine Analyse der Konrad Adenauer Stiftung, wonach die Moscheen aus finanziellen Gründen nach wie vor kaum deutsche Imame einstellen. Der Theologe sieht dringenden Handlungsbedarf, dies zu ändern.

Weiter heißt es im Bericht des Deutschlandfunkes:

„Das Problem sei, dass die jungen Menschen in vielen Moscheen hierzulande keine Antworten fänden, sagte der Berater niedersächsischer Gefängnisse im Deutschlandfunk. Die Imame dort hätten kein Verständnis für deren Alltag.“

Nach Ansicht des Islamexperten stoßen hier zwei Welten zusammen:

„Was bringt mir ein Imam, der 20 Jahre an der größten islamischen Universität studiert hat, aber keine Antworten auf den deutschen Kontext hat? Mit dem kann ich hier in Deutschland nichts anfangen.“

Samet Er betont, dass die muslimischen Jugendlichen „gegen die radikalen Angebote von Salafisten immunisiert werden“ müssten.  Außerdem beklagt er indirekt, dass in den Moscheen oft in der jeweiligen Landessprache gepredigt wird. Es sei aber wichtig, dass die jungen Muslime auf Deutsch über ihren Glauben sprechen könnten.

Samet Er gehörte laut dem theologischen Magazin „Feinschwarz“ zu den ersten 30 Studenten der islamischen Theologie an der Universität Tübingen. Heute arbeitet er als Theologe in den niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und ist Koordinator des Imamweiterbildungsprojekts am Institut für islamische Theologie an der Universität Osnabrück. (KL)

 

 

 

 

Loading...

4 Kommentare

  1. Selbst wenn es nicht so wäre, dass die Moscheen fest in der Hand der Salafisten sind: Im Koran steht auch ohne Salafisten genug Übles drin, insbesondere die (nach Hamed Abdel-Samad) 25 Tötungsaufforderungen, gezielt auf Andersdenkende.

    Wem das nicht reicht für ein Verbot des Koran, dem sind solche Kleinigkeiten, wer in den Moscheen das Sagen hat, auch egal.

  2. ich kann keine „deutschen Moscheen“ erkennen. Nur weil irgendwelche sich Landrechte anmaßenden Bürgermeisters haben bestechen lassen, Boden, welcher ihnen nicht gehört, sondern den autochthonen Menschen, zur Verfügung zu stellen oder gar zu verhökern, ist das noch lange nicht Grund, Deutschland Moscheen zuzuordnen. Das war Landraub und völkerrechtlich nicht zulässig, da es indigenes, germanisches Territorium ist. Und da waren/sind Heiden, Christen, Juden, Agnostiker, nicht aber Moscheevereinigungen die Eigentümer und zugrundelegende religiöse Kultur. Ein Blick in Heimatkunde-/historische Asservate beinhaltende-Museen würde den verrückten Blick auf Tatsachen schnell wieder gerade rücken

Kommentare sind deaktiviert.