Der geistige Offenbarungseid des Alan Posener

Patrizia von Berlin für P.P.

Foto: Imago

Vorab: Jede Redaktion braucht seinen Kasper, seinen Hampelmann, seinen dummen August, sein Rumpelstilzchen. Ansonsten würde der eh schon triste Arbeitsalltag in den Mainstream-Medien (Hilfe, die Auflage sinkt, egal was wir schreiben) noch unerträglicher sein.

In der „Welt“-Redaktion heißt dieses mediale Hohlmantelgeschoss Alan Posener, der mit seinen hoch toxischen Hass-Triaden auf alle, die sich gegen faschistische Ideologien auflehnen, manchmal sogar noch Pöbel-Ralle von der SPD übertrifft.

Alan, das Waschweib, hat nun wieder zugeschlagen und den Kollegen David Berger, die Kollegin Patrizia von Berlin und die Leser von P.P. beleidigt.

Das blieb natürlich nicht ohne Reaktion, die wir hier präsentieren:

Der Journalist Alan Posener („Welt“) nimmt die Enthüllung einer möglichen Springer-Soros Connection zum Anlass für wütende Hasstiraden gegen Philosophia Perennis, David Berger und meinen Artikel. Eine Replik.

Eigentlich sollte man ja auf das Niveau des Gegenüber eingehen, so lehrt die Kommunikationswissenschaft. Aber dann habe ich mich doch entschlossen, meine Replik auf Alan Posener nicht in populistisch-propagandatistischer oder gossentauglicher Sprache zu schreiben.

WARUM HOFIERT DIE WELT GEORGE SOROS?

Wie begann alles? Mir war aufgefallen, wie wohlwollend die Welt über den höchst umstrittenen US-Milliardär George Soros und dessen Eingriffe in europäische Politik schrieb. Und zwar nicht nur einmal, sondern seit Jahren, wie ich herausfand. Dass ein politisch linksstehender Mensch wie er von einer sich als konservativ verstehenden Zeitung so hoch-geschrieben wird, fand ich merkwürdig und suchte nach Gründen. Ich wurde auch fündig und zwar in mehreren Punkten.

Das wiederum veranlasste Alan Posener zu folgender Hasstirade, die bemerkenswert ist und in der Folge Fragen aufwirft. Posener schreibt:

„Orbans antisemitische Anti-Soros-Kampagne greift nun auf Deutschland über. Der katholische Erzreaktionär David Berger lässt unter Pseudonym gegen Springer hetzen, und nicht zufällig steht ein Jude – Martin Varsavsky – im Zentrum der raunenden Verdächtigungen. Widerlich.
Längst gehen Islamhass und Antisemitismus eine Verbindung ein. In diesem Zusammenhang muss auch die Absage der Konferenz der Visegrad-Staaten in Israel gesehen werden, bloß weil Israels Premier es gewagt hat, darauf hinzuweisen, dass im Zweiten Weltkrieg mörderischer Judenhass nicht allein in Deutschland zu finden war. Das antisemitische Hemd ist halt am Ende näher als der prozionistische Rock.“

Wenn jemand mit Schlamm wirft, so mein Eindruck, hat er meist sonst nichts zu bieten und nimmt deswegen das, wovon er genug hat. Aber, der Reihe nach.

IST PATRIZIA VON BERLIN EIN PSEUDONYM VON DAVID BERGER?

Sehr geehrter Herr Posener,

Sie behaupten, Patrizia von Berlin sei David Bergers Pseudonym. (Foto l.: David Berger und sein Pseudonym auf einem Foto? Posener scheint sehr wundergläubig zu sein. Achtung liebe Verschwörungstheoretiker: Villa Rothschild im Hintergrund)

Das verletzt mich etwas. Schließlich sind wir uns schon mal begegnet. Bei einem Festakt der „Jüdischen Rundschau“. Als Sie in der Reihe am Eingang hinter uns standen und sich dann so charmant mit David Berger unterhielten, nachdem er mich Ihnen vorgestellt hatte. Fazit: Fake News Nr. 1

Dann verletzen Sie mich schon wieder, in dem Sie mir „Hetze“ unterstellen. Mein Artikel Gibt es eine Soros-Springer-Connection? enthält sachliche, belegte Informationen und klar benannte Spekulationen und eine extrem hart formulierte Absage an die üblichen Soros-Verschwörungstheorien. Fazit: Fake News Nr. 2

ANTI-JÜDISCHE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Als nächstes behaupten Sie, dass absichtlich ein Jude im Zentrum „raunender“ Verdächtigungen stünde. Ich weiß ja nicht, wie Sie es geschafft haben, in mein Gehirn einzudringen, um meine Gedanken auszulesen, aber ich würde Ihnen empfehlen noch etwas an ihrer Methode zu arbeiten. Sie liefert nämlich fehlerhafte Ergebnisse.

Martin Varsavsky ist einer der Verbindungsknoten zwischen Springer und Soros. Ich habe belegt, dass die beiden neun Jahre und sehr erfolgreich zusammengearbeitet haben. Und ich habe belegt, dass Varsavsky im Aufsichtsrat bei der Springer SE sitzt. Davon ausgehend habe ich spekuliert, dass ich die üblichen Verschwörungstheorien für falsch hielte und das sehr hart ausgedrückt.

Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Sie meinen Text, über den Sie sich so zünftig echauffieren, gar nicht gelesen haben: das Wort „Jude“ kommt dort nämlich gar nicht vor, auch nicht indirekt und auch nicht als Anspielung. Mit einer Ausnahme. Als es um seine Verhaftung in Syrien ging, war es sachlich notwendig diese Information zu geben, denn es war, nach seinen Angaben, der Grund für seine Verhaftung.

Dass Varsavsky ein nicht praktizierender Jude ist, wusste ich Anfangs gar nicht. Das erfuhr ich erst über einen seiner Blogbeiträge zum Thema Religion. Es ist ja auch komplett irrelevant. Auch wenn er das Spaghettimonster anbeten würde, würde das nichts an seiner Zusammenarbeit mit Soros oder seinem Aufsichtsratmandat ändern. Die von mir gezogene Verbindungslinie Soros-Springer ist also nicht vom Bekenntnis einer Person abhängig. Fazit: Fake News Nr. 3

SIE PRODUZIEREN 3 MAL FAKE NEWS, HERR POSENER …

… und das in einem Satz. Respekt Herr Posener. Man könnte meinen, Sie hätten eine Wette mit Polenz am Laufen.

Oder:

Was für eine peinliche Vorstellung, Herr Posener.

GIPFEL DER FRECHHEIT: ANTISEMITISMUS-VORWURF

„Islamhass und Antisemitismus“ – unterstellen Sie mir das? Oder schwafeln Sie zusammenhanglos nur so vor sich hin, weil diese beiden Worte immer gut sind, wenn man einer sachlichen Auseinandersetzung das Schlammwerfen vorzieht?

Ich bin islamkritisch, ja sicher, denn ich stehe für die Werte unserer Verfassung und des freien Westens. Hass ist mir als Christin verboten und den empfinde ich auch nicht. Nicht für die Ideologie und schon gar nicht für die Gläubigen, die man nur individuell beurteilen darf.

UND WAS FINDEN SIE SO TOLL AM ISLAM, HERR POSENER?

  • Ich gehöre zwar selbst einer Opfergruppe des Islam an, aber ich frage für eine Freundin, deren Familien über Jahrhunderte verfolgt und Genoziden ausgesetzt waren, nur weil sie Jesiden waren.
  • Ich frage für eine andere Freundin, die aus dem Iran fliehen musste und auf die in ihrer alten Heimat die Todesstrafe wartet.
  • Ich frage für die zahlreichen LGBTs, die in Ländern, in denen diese Ideologie herrscht, schlimmste Verfolgung erdulden müssen.
  • Ich frage für die verfolgten Christen in diesen Ländern.
  • Und ich frage nicht zuletzt für meinen Freund, der aus Deutschland wegzog um seinen schulpflichtigen Sohn vor dem Islam zu schützen. Der ist nämlich Jude.

Dass Sie selbst David Berger angreifen, indem sie ihn als „erzkatholisch“ betiteln und damit genau das machen, was Sie mir fälschlicherweise und unbelegt vorwerfen, das geht Ihnen vor blindem Zorn wohl gar nicht mehr auf? Was für eine peinliche Vorstellung, Herr Posener.

SIE SIND VERANTWORTUNGSLOS, HERR POSENER

Grass Fan bei der Al Quds Demonstration

Meine Position zu Israel und den Juden kann jeder nachlesen. Die Idee und der Text zu unserer Sonderseite „70 Jahre Israel“ ist von mir, ebenso wie andere Artikel zu dem Themenbereich.

Ich habe mehrfach bei der Al Quds Demonstration in Berlin recherchiert und zwar mittendrin, um die Dinge nachlesbar zu dokumentieren. Das ist etwas anderes, als vor seiner Tastatur im bequemen Sessel zu sitzen und jemanden aus sicherer Entfernung als Antisemiten zu beleidigen. Sind Sie wenigstens stolz auf Ihren Gratismut?

ENTSCHULDIGUNG FÄLLIG, HERR POSENER

Aber lassen wir mal meine Verletzung beiseite, viel schwerer wiegt die Verantwortungslosigkeit ihrer Anwürfe. Sie enttabuisieren Antisemitismus, indem Sie den Vorwurf leichtfertig und völlig ungerechtfertigt verwenden. Damit betreiben Sie in letzter Instanz das Geschäft derer, die sich eine Entwertung des Vorwurfes „Antisemitismus“ wünschen. Man kann das analog zum Missbrauch des Begriffs „Nazi“ sehen.

Jedem, der wie ich, es als Aufgabe ansieht dem Antisemitismus entgegenzutreten, erweisen Sie mit Ihrem Verhalten einen Bärendienst. Und wofür? Für einen billigen, momentanen, scheinbaren Augenblicksvorteil.

Was für eine peinliche Vorstellung, Herr Posener.

Ich erwarte Ihre Entschuldigung und eine Rückkehr zum demokratischen Diskurs, den Sie mit Ihrer Entgleisung verlassen haben.

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

Anm.d.R.: Wir erwarten keine Entschuldigung von Herrn Posener, diese Größe hat er einfach nicht.

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22 Kommentare

  1. Wie üblich trieft dieses katholische Hetzblatt vor Hass gegen das friedliche und humorvolle Spaghettimonster, Sie werden uns nicht einschüchtern, Herr Berger!

  2. Die Gedanken der Herrschenden sind nun mal die herrschenden Gedanken. Neuerdings nennt man das „Framing“. Da stören Blogs, die eine andere Perspektive eröffnen und den fehlenden Part ergänzen. Die etablierten Medien erzählen ihren Kunden nämlich nur die Hälfte. Wer aber nur die Hälfte weiß, weiß gar nix. Damit es so bleibt, legen sich Leute wie Posener ins Zeug.

  3. Das Problem ist, dass links- und liberalradikale Gestalten, wie dieser Posener, solch eine Plattform und Reichweite haben, um ihre krude, menschenverachtende Ideologie unter die „Menschheit“ zu bringen.

    Typen, wie Posener, bezeichne ich im Allgemeinen, als den „Feinspüler beim Hirnwaschgang“.

    MfG
    R. K.

  4. Alan Posener, das war doch der mit dem Bullshit-Buzzer einst auf Welt-Online, der dabei selbst nur Bullshit produzierte.
    Wie schreibt Harry G. Frankfurt in seinem Essay „On Bullshit“:
    „Ist der Bullshitter seinem Wesen nach ein geistloser Banause? Ist sein Produkt in jedem Fall grob und unsauber gearbeitet?
    Das Wort shit verweist natürlich darauf. Exkremente sind niemals in besonderer Weise gestaltet und gearbeitet.»

    • Nicht gestaltet und bearbeitet? Super! Könnte DAS neue Thema für die moderne Kunst sein. Zur Zeit drückt man noch mit Farbe gefüllte Eier aus der Mumu auf die Leinwand. Das entspricht dem postmodernen Denken. Mein Opa würde dazu Folgendes sagen: „Kunst ist Kunst, gesch*ssen ist gesch*ssen. Wie der den Ar*ch gedreht hat, möchte ich wissen.“

  5. ich glaube nicht das Posener dumm ist sowas zu sagen oder schreiben,Jeder Mensch hat seinen Preis und 500 Euro haben ihm bestimmt nicht gereicht.Aber die Wirkung oder Nachwirkung ist ihm nicht klar,aber wenn der Horror beendet ist,hoffe das jemand eine Liste hat.

  6. Schon ein bißchen alt, aber immer noch zutreffend: Gesicht wie ein Romikaschuh, reintreten und sich wohl fühlen. (Ist Satire, wie wenn man es über Gauland gesagt hätte.) 😉

  7. „Jede Radaktion braucht seinen Kasper“?
    Und das von einer Journalistin, deren Werkzeug die Sprache ist?
    Es heißt DIE Redaktion, folglich braucht sie IHREN Kasper!
    Schade um unsere schöne Sprache!

    • Das sind mittlerweile schon Feinheiten, die (fast) niemandem mehr auffallen…

      Und – nicht die Sprache ist das Werkzeug der Journalisten, sondern Ideologie, die Sprache ist nur das vernachlässigbare Mittel zum Zwecke der Verbreitung.

  8. Ich habe Herrn Posener auf einer Albanien-Rundreise kennengelernt. Er hört bei Gesprächen nicht zu, sondern will nur seine eigene Meinung bestätigt sehen. Er war sehr unsympatisch, weil rechthaberisch.

    • Typisch, der Clown. Wenn es die Westkommunisten und Maoisten tatsächlich ernst gemeint hätten, wären sie in die DDR übergesiedelt. Das hat aber außer Schernikau keiner von diesen Salonbolschewiken gemacht. Warum wohl? Weil das linke Getue nur Fassade ist, mit dem man von den ererbten Privilegien ablenken kann.

    • Immer wenn ein Soros-Merkel-besoffener Linksmensch wild mit Nazi-Begriffen um sich schlägt, sollte man das Thema vertiefen. Da steckt Potential drin.

  9. Posener ist kein Einzelfall. Bis auf einige ehrenwerte Ausnahmen schreiben und kommentieren WELT-Journalisten auf einem Niveau, dass man sich noch vor einigen Jahren nicht hat vorstellen können. In früheren Jahrzehnten waren WELT und WamS Pflichtlektüre, heute eignen sich diese Blätter nur noch als Abdeckmaterial für Heimwerker.

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