Das „Framing Manual“: Im Kampf gegen Fakten setzt die ARD auf bewährte Methoden

Ramin Peymani

Foto: Von Africa Studio/Shutterstock

Manchmal fragt man sich, wie es der öffentlich-rechtliche Rundfunk fertigbringt, 8 Milliarden Euro im Jahr auszugeben. Das entspricht fast dem doppelten Bruttosozialprodukt Montenegros und liegt nur ein Viertel unter der Jahreswirtschaftsleistung Maltas. Mehr als 70% dieser Summe verschlingt allein die ARD. Die unvorstellbaren Größenordnungen müssten jede Diskussion über Beitragserhöhungen eigentlich augenblicklich zum Stillstand bringen.

Nicht so in Deutschland. Hierzulande ist die Politik so stolz auf ihren Staatsfunk, dass sie den Bürgern für dessen Ausweitung gar nicht tief genug in die Tasche greifen kann. Ermöglicht wird dies durch eine Konstruktion, die dafür sorgt, dass die von der Propaganda ihrer öffentlich-rechtlichen Claqueure lebende Regierungskaste darüber entscheidet, wie viel dem mehr oder weniger folgsamen Stimmvieh dessen Erziehung wert zu sein hat. Bei der ARD holt man sich als gefühlter Erziehungsberechtigter auch schon einmal teuren externen Rat, wie beim nun bekannt gewordenen „Framing Manual“.

Der Rundfunkbeitrag wird nebenbei bemerkt mit einer Härte beigetrieben, die für manchen Straftatbestand wünschenswert wäre. Beitragsverweigerer sind neben Falschparkern und Steuersäumigen die am schärfsten verfolgte „Tätergruppe“. Da, wo das Geld auf der Straße liegt, weil man direkten Kontozugriff hat, funktioniert unsere Justiz prächtig. Nun soll Recht bleiben, was Recht ist, und niemand kann ernsthaft wollen, dass Gesetze nach Gutdünken befolgt werden. Dass aber andererseits bei schwersten Verbrechen auch schon einmal akribisch nach mildernden Umständen gefahndet wird, mag vielen nicht recht einleuchten.

Das Optimierungspotenzial des selbstempfundenen Indoktrinierungsauftrags der ARD ist noch lange nicht ausgereizt

Die Untiefen der Justiz sollen uns hier jedoch gar nicht beschäftigen, auch wenn das Gebaren der Senderverantwortlichen geradezu nach einer rechtlichen Bewertung schreit, zieht man in Betracht, dass sie ihre Treuhänderfunktion mit erschreckender Laxheit wahrnehmen. Geldverschwendung fällt nun einmal umso leichter, je einfacher das Beschaffen zusätzlicher Mittel gemacht wird. Wir kennen das aus der Berufspolitik, die trotz eines ständig steigenden Steueraufkommens vor milliardengroßen Haushaltslöchern steht. Da sie aber außer vom Wähler von niemandem zur Rechenschaft gezogen wird und man sich das lästige Wahlvolk zwischendurch jahrelang vom Hals halten kann, wird fröhlich weiter Geld für allerlei Unsinn zum Fenster hinaus geworfen. Noch einfacher hat es der Staatsfunk, der so gerne ab sofort „gemeinsamer, freier Rundfunk“ heißen würde. Zumindest, soweit es die ARD betrifft, die extra ein Gutachten für eine neue Kommunikationsstrategie in Auftrag gegeben hat, um das herumliegende Gebührenzahlergeld loszuwerden. Auf über 85 Seiten bescheinigt ihr darin eine geschäftstüchtige Wissenschaftlerin, dass das Potenzial zur Optimierung des selbstempfundenen Indoktrinierungsauftrags noch lange nicht ausgereizt ist. Bei der ARD hält man Elisabeth Wehling, die Verfasserin des erst jetzt geleakten „Framing Manuals“, für eine Koryphäe, seit sie verschriftlicht hat, dass es dazu lediglich einer radikalen Änderung der eigenen Sprache bedürfe. Zunächst einmal intern, um den überwiegend jungen und für moralisierende Narrative besonders empfänglichen Mitarbeitern den richtigen Kampfjargon einzutrichtern.

Die Autorin des „Framing Manuals“ hat sich während ihres Studiums auf die Propaganda im Dritten Reich spezialisiert

Am Ende soll die Herrlichkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit dem erlernten Vokabular aber auch Zuschauern und Zuhörern eingehämmert werden, nachdem die als „Nachrichten“ maskierte Einteilung der Welt in Gut und Böse bei Lieschen und Michel bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Derweil besteht die ARD-Generalsekretärin darauf, dass es sich bei der Handlungsanweisung – denn genau darum geht es in einem „Manual“ – angeblich bloß um eine „Arbeitsgrundlage“ und einen „Denkanstoß“ handelt. Dabei setzt die ARD auf Intransparenz und kanzelt Kritiker damit ab, dass „die Aufregung um dieses Papier“ nur funktioniere, wenn man dessen Kontext nicht kenne oder ignoriere. Die abenteuerliche Argumentation lässt bewusst außer Acht, dass es einerlei ist, ob das Gutachten, das unter anderem die private, nicht mit Zwangsbeiträgen am Leben erhaltene Konkurrenz diffamiert, nur in den ARD-Workshops zum Einsatz kommt. Denn die öffentliche Kritik richtet sich gegen das Selbstverständnis eines anmaßenden Apparates, der sich ähnlich wie Parteien und Zeitungsverlage immer weiter von seinem ursprünglichen Auftrag entfernt. Die Autorin des Gutachtens, über dessen Kosten man nur mutmaßen kann, hat sich übrigens nach eigenen Angaben während ihres Studiums auf die Propaganda im Dritten Reich spezialisiert. Dass sie ihr Fach versteht, muss also niemand in Zweifel ziehen. Ob sie damit aber die Richtige ist, um dem von der Generalsekretärin beschworenen „gemeinwohlorientierten Auftrag der ARD für die gesamte Gesellschaft“ gerecht zu werden, darf man zumindest hinterfragen. Beim Sender wird man wissen, warum man sich so entschieden hat.

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28 Kommentare

  1. Framing = Neusprech.

    Den Rest über die Methoden totalitärer Systeme kann man bei George Orwells „1984“ nachlesen.

  2. Würden ARD und ZDF sachlich und ausgewogen über die AfD berichten, hätte die unter Garantie über 30%. Aber der linke Erziehungsauftrag der Sendeanstalten lässt eine faire Diskussion über und mit der AfD erst gar nicht zu. Und die Altparteien die den Sendeanstalten die Knete zuschustern, haben panische Angst davor, das die AfD eine ernstzunehmende Kraft in Deutschland bleibt. Und da die Sender dem Merkelsystem in den Arsch kriechen um weiter ihre eigene Selbstbedienungsmentalität ausleben zu können, wird sich am Status Quo der gemeinsamen Arbeit von Regierung Und Sendern nichts ändern. Nur die Wähler haben alle vier Jahre dazu die Chance und werden jedesmal vorher belogen und betrogen, das sich die Balken biegen.
    Deutschland, ein Land in dem wir gut und gerne Leben ? Wen hat Merkel mit „wir“ gemeint, als den Spruch los gelassen hat. Damit war unter Garantie ein anderer „Wir“ gemeint, als in „Wir schaffen das“, das war die deutsche Bevölkerung bzw Steuerzahler…

  3. Der Rundfunkbeitrag dient nichts weiter als der kollektiven Finanzierung „Medienschaffender“ und der verbrieften Gebühreneintreiberei mit Staates Segen.

    Ein Umlageverfahren, schon vor Urzeiten etabliert, welches nun durch Steuergelder und „Stiftungen“ der Demokratie zu Diensten weiter ausgebaut wird.

    Da sind Leute, die haben studiert, „Geistes-, Sprach- oder Unsinnswissenschaften“, und fordern nun eine Anstellung, gern beim Staat und zur Not auch im Stiftungsbereich.

    Denn so ist es:
    Alles besser als 8 Stunden auf dem Feld Kartoffeln in einen Sack oder Schubkarre zu verfrachten.

    So denken diese Leute, meist grün angehaucht, und haben ja auch Recht.
    Wer sucht so einen Job freiwillig und aus ideologischen Gründen?

    Die Realität ist nur ein Wimpernschlag von der brutalen Realität der linksgrünen Automaten-Steckdose entfernt.
    Sie wissen das, und das schweisst sie zusammen.

    Und wer der Realität eine Plattform gibt, der ist ein Nazi.

    So einfach ist das!

  4. Selbst FAZ und Spiegel berichten über das „Framing Manual“ und zwar keineswegs regimekonform. Interessant ist, dass dieses „Manual“ bereits 2017 klammheimlich erstellt wurde, aber erst jetzt geleakt wurde.

    Ich hoffe zutiefst, dass der Michel endlich aufwacht.

    • Zitat: „…Ich hoffe zutiefst, dass der Michel endlich aufwacht….“

      Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt … ich habe sie, was das angeht längst begraben.

  5. Dass das Merkelregime dieselben Propaganda-Methoden einsetzt, ist nicht neu. Neu ist nur, dass das Regime jetzt alle Hemmungen verloren hat und das nicht einmal mehr zu vertuschen versucht.

  6. Ich bekomme jedes Mal das Kotzen, wenn ich diese geklonten, faltigen ewig 60 jährigen Ansageweiber sehe.

  7. Die BRD ist aus dem Nationalsozialismus entstanden sagt Frau Merkel wortwörtlich.
    Die BRD als Rechtsnachfolgerin des III. Reiches sagt Frau Gerster vom ZD, darf nicht von Einzelpersonen verklagt werden, das verstoße gegen das Völkerrecht.

  8. Auf Publico finden sich interessante Hinweise auf die Auftraggeberin des „Framing Manuals“ .
    „To frame“ , kann man mit betrügen, hereinlegen übersetzen, sinngemäß wäre es also ein „Handbuch zur Betrügerei“!

    • natuerlich ist es das…. zumindest „arglistige taeuschung“ ….
      da es auch noch „gewerbsmaessig“ geschieht und in derartigen jaehrlichen summen, ist das schon ein deftiger brocken…..

    • weitere Übersetzungen für „to Frame“ sind laut dict.cc:
      verleumden, reinlegen, einem Unschuldigen etwas anhängen

  9. Die „Unbestechlichen“ meldeten heute, dass die Autorin des Manuals sich
    schon im Studium mit den Propagandamethoden des „Dritten Reiches“
    intensiv beschäftigt hat.
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  10. Ich habe aktuell ARD und ZDF eine Frist bis zum 4. März 2019 gesetzt, damit die ihre vertraglichen Aufgabe, ausgewogen zu berichten nach § 11 Rundfunkstaatsvertrag, nachkommen. Sollten sie über den 4. März hinaus vertragsbruch begehen, gilt der Vertrag als gekündigt und ich habe gegenüber dem Beitragsservice keinerlei Verpflichtungen mehr.

    • Stellen Sie bitte ihr Auto in die Garage und schließen Sie diese ab! Bei einem anderen Gebührenverweigerer wurde das Auto eines Nachts abgeholt und erst nach Zahlung eines saftigen Erpressungsgeldes (ca. 2000 Euro) wieder rausgerückt.

    • damit haben sie jedoch diesen angeblichen „vertrag“, der eben NICHT „zu lasten dritter“ gehen darf anerkannt, herr borgmann. (so legen die das aus).
      ok, sie haben ein zeichen gesetzt. sehr gut.

      ich habe seit ca einem jahr nun endlich vor denen, die nicht kapieren wollen, dass man zwar eine wohnung in germany hat, jedoch im ausland lebt und eine „wohnung“ sich nun mal weder ard, noch zdf oder sonst irgendwas anschauen und/oder anhoeren kann, mangels AUGEN & OHREN, ruhe…
      (ich habe das tatsaechlich so geschrieben).

      natuerlich habe ich mir die besten argumente noch aufgehoben, denn man soll ja nicht mit kanonen auf spatzen schiessen 😉

      ich fuegte zwar name (hier also die whg-nr.) und anschrift der wohnung bei (ich lies sogar die „wohnung“ unterschreiben, nicht lachen 😉 ) , teilte der „gez“ mit, dass ich (also als wohnung) z.zt. arbeitslos (mangels bewohner) bin , jedoch ueber ein einkommen in hoehe der miete monatlich (also als wohnung) verfuege,
      nutzte allerdings NICHT deren, sondern ein eigenes „aktenzeichen“… 😉

      seitdem ist ruhe… 😉

      viel erfolg fuer sie und bleiben sie weiterhin standhaft.

      best regards

    • Ich habe mit diesen Herrschaften auch seit Jahren Krieg. Wie bei der Bundespressekonferenz, wenn sie nicht weiter wissen heißt es, keine weitere Antworten mehr, sie können ja klagen.
      Die wollen mich in meiner Glaubensfreiheit einschränken und berufen sich auf das neueste EU Urteil, von wegen alles rechtens. Jetzt sollen sie mir schriftlich belegen ob es auch im EU Urteil steht, Menschen finanziell zu erpressen die weder Fernseher noch Radio haben oder die Glaubensfreiheit eingeschränkt werden darf, also gegen das Grundgesetz verstoßen.
      Außerdem sind die in der Beweispflicht, also Mahnbescheid vorlegen – tun sie auch nicht (können wohl nicht).
      Ich habe mit einem Herrn W. in Köln zu tun und dem habe ich jetzt, sobald sich hier der Wind dreht (Rom regierte auch nicht ewig) angedroht, ich behalte mir vor gegen ihn Strafanzeige zu stellen wegen Verdacht auf finanzieller Erpressung, Psychoterror und Rufmord durch Androhung der Zwangsvollstreckung / Vollstreckung. – Kopie ging an den GV, welchem ich vor Monaten klar gemacht habe das er als Unternehmer für alles haftet und ich meine Rechnung zu bezahlen pflege. Dazu habe ich freiwillig meine Einkommensverhältnisse dar gelegt incl. Pfändungsschutz meines Kontos. Noch ließ er sich nicht blicken. Mal sehen was jetzt aus Köln kommt.

    • schau dir zu diesem thema mal den blog von heiko schrang (schrang tv) an. da gibt es einen sehr guten beitrag ueber mgl. der befreiung.
      bitte den neueren artikel nutzen, ca 45 min. ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.
      nach dem lesen deines kommi’s denke ich, dass da nichts mehr , ausser ein paar bettel- & drohbriefen kommt.
      der gv wird die ganze sache wegen offensichtlicher unpfaendbarkeit wohl einstellen und zurueckschicken.
      wenn es ein privater gv ist, wuerde ich ihn fragen, was er mit „verwaltungsvollstreckungsrecht“ zu tun hat.
      der beitragsservice kann eh nicht vollstrecken lassen, da nicht rechtsfaehig.
      wenn es dein zustaendiger rundfunk tut, ist es ebenso lustig, da es sich hier um privatfirmen handelt. dort greift das verwaltungsrecht ebensowenig.
      es macht viel mehr spass, solche herrschaften ordentlich zu verwirren, statt sich aufzuregen. die phase der aufregung habe ich bereits hinter mir und habe gemerkt, dass die sich dann lieber auf die aengstlichen stuerzen, statt auf jene, die sich gekonnt wehren.
      auf eine klageschrift von denen warte ich noch heute 😉

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      bitte den neueren artikel nutzen, ca 45 min. ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.
      nach dem lesen deines kommi’s denke ich, dass da nichts mehr , ausser ein paar bettel- & drohbriefen kommt.
      der gv wird die ganze sache wegen offensichtlicher unpfaendbarkeit wohl einstellen und zurueckschicken.
      wenn es ein privater gv ist, wuerde ich ihn fragen, was er mit „verwaltungsvollstreckungsrecht“ zu tun hat.
      der beitragsservice kann eh nicht vollstrecken lassen, da nicht rechtsfaehig.
      wenn es dein zustaendiger rundfunk tut, ist es ebenso lustig, da es sich hier um privatfirmen handelt. dort greift das verwaltungsrecht ebensowenig.
      es macht viel mehr spass, solche herrschaften ordentlich zu verwirren, statt sich aufzuregen. die phase der aufregung habe ich bereits hinter mir und habe gemerkt, dass die sich dann lieber auf die aengstlichen stuerzen, statt auf jene, die sich gekonnt wehren.
      auf eine klageschrift von denen warte ich noch heute 😉

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