Studie sagt Boom für Kompakt-Supermärkte voraus

Foto: Von Dean Drobot/Shutterstock

Berlin – Kompakt-Supermärkte auf kleinster Fläche werden laut einer aktuellen Studie in den nächsten Jahren zu den wenigen Handelsformaten jenseits des E-Commerce zählen, die mit nennenswerten Wachstumsraten rechnen können. „Großes Umsatzpotenzial mit dem kleinen Hunger“ konstatiert das Beratungsunternehmen AlixPartners in einer Studie über die moderne Variante des Büdchens, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Typisch für diese sogenannten Convenience-Stores sei ein hoher Frische-Anteil, etwa in Form von Salat-Zubereitungen und Sandwiches.

„In die Kategorie Frische wird unglaublich investiert. Wer hier nachhinkt, verliert Marktanteile“, sagte Peter Heckmann, Handelsexperte und Managing Partner bei AlixPartners, der Zeitung. Die Läden mit typischerweise um die hundert Quadratmetern Verkaufsfläche und tausend Artikeln sind vorzugsweise dort zu finden, wo lebhafte Kundenfrequenz herrscht, etwa in den Top-Lagen der Fußgängerzonen, an Tankstellen oder in Bahnhöfen.

Klassische Handelsketten sind mit Formaten wie Rewe To Go, dem Edeka-Ableger Spar Express oder dem US-Klassiker 7-Eleven auf den Trend aufgesprungen. Das Umsatzvolumen des Segments erreiche bei überdurchschnittlichen Wachstumsraten in Deutschland inzwischen 13,2 Milliarden Euro jährlich, so Heckmann. Die Vertriebslinien sprächen besonders eine junge, hochmobile Zielgruppe an, die bereit sei, einen erheblichen Preisaufschlag für Lage, Produktauswahl und Frische zu zahlen.

Dadurch erreichten die Kompakt-Läden Umsätze von durchschnittlich 7.000 Euro pro Quadratmeter und Jahr, deutlich mehr als konventionelle Supermärkte. Die überwiegend junge Kundschaft sei für Amazon Go, die neu entwickelten kassenlosen Geschäfte des US-Konzerns, hochgradig empfänglich. 37 Prozent würden „weniger“ oder „deutlich weniger“ in konventionellen Minimärkten, Tankstellenshops oder Kiosken einkaufen, wenn ein Amazon-Go-Store in ihrer Nähe verfügbar wäre, ergab eine Umfrage zu der Studie, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Ob und wann der US-Konzern diese Vertriebslinie in Deutschland aufbaut, ist allerdings offen. (dts)

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9 Kommentare

  1. Solche Shops gab es in den 80ern auch schon, z. B. in Düsseldorf im Hauptbahnhof mit 24-Stunden- und Sonntagsöffnung!

  2. Der Trend geht anscheinend dahin, dass die Konsumenten, die nicht mit dem Cent rechnen müssen und sich nicht mit mühseliger Küchenarbeit befassen, aber dennoch gesund leben wollen, zunehmend frisch zubereitete Sandwiches und fertige Salate kaufen. Diese Frischwaren müssen in den Geschäften in verschiedenen Variationen und in ausreichender Menge präsentiert werden, sind aber nicht über ein- oder maximal zwei Tage hinaus haltbar. Ich fürchte deshalb, dass ein guter Anteil davon liegenbleibt und von den Geschäften „entsorgt“ werden muss.

    • Das ist die Generation der linksgrünen Wiederkäuer. Was übrig ist, geht an die echten Wiederkäuer, denen sie das Grünfutter weggefressen haben.

    • Ja, die Jugend. Die nutzen Messer für was anderes. Aber egal, wenn morgen aller Strom weg ist, keine Handy funktioniert, kein Läppi- dann stehen die ziemlich dumm da

  3. „Die junge hochmobile Zielgruppe“ findet das wahrscheinlich hip… Unterm Strich bedeutet das aber, dass sie sich heute schon zu gut sind, sich selbst einen Salat zu mischen, Zutaten dafür einzukaufen oder ein Brötchen aufzuschneiden. Der Gedanke, dass sie demnächst ohne Smartphone gar nicht mehr wissen, wie sowas geht, tut sich auf. Und wir wollen natürlich unbedingt noch erwähnen, dass da auch ganz viel Verpackungsmüll entsteht.

  4. Das sollte sich die amerikanische Kette schenken. Das funktioniert maximal in den Super Großstädten, denn dem Rest fehlt schlichtweg das Geld dazu

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