Ministerium: Binnenschiffe werden zum Problem für Luftqualität

Foto: Von Ververidis Vasilis/Shutterstock

Berlin – Kommt bald die gesamte Wirtschaft zum Erliegen? Es sieht so aus, als ob nun nach den Autofahrern die Binnenschifffahrt an der Reihe ist: In deutschen Kommunen, die an stark befahrenen Wasserstraßen liegen, wird sich die Luftqualität in vielen Fällen auch nach einer Nachrüstung älterer Diesel-Pkw und einer Erneuerung der Flotte nicht grundlegend verbessern. Grund dafür ist die zum Teil starke Luftbelastung durch Binnenschiffe – und die wird sich vorerst nicht deutlich verringern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag hervor, über die die „Welt“ berichtet.

In dem Schreiben listet das Bundesverkehrsministerium auf, dass der Ausstoß sämtlicher dort erfasster Luftschadstoffe durch Binnenschiffe seit 2016 angestiegen ist. Das gilt für Stickoxide, Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenstoffmonoxid und flüchtige organische Verbindungen. Spürbar zugenommen hat vor allem der Stickoxid-Ausstoß, von 22.888 Tonnen im Jahr 2016 auf 23.461 Tonnen im Jahr darauf.

Damit verursachen die Fracht- und Passagierschiffe sowie Arbeits- und Sportboote nun 5,2 Prozent des Gesamtausstoßes von Stickoxiden im Verkehrsbereich. Im Jahr 2013 waren es 4,7 Prozent. Bei Schwefeldioxid liegt der Anteil nun bei 0,4 Prozent, nach 0,2 Prozent 2013. Die Bundesregierung verfolgt zwar bei der Verbesserung der Umweltbilanz von Binnenschiffen ehrgeizige Ziele.

„Emissionen von Treibhausgasen und sonstigen Schadstoffen sollen bis 2050 weitgehend beseitigt werden“, teilte das Ministerium mit. Doch angesichts der zurückliegenden Entwicklung glauben Bundestagsabgeordnete nicht an einen Erfolg. „Nichts spricht dafür, dass die Bundesregierung ihre Schadstoffreduktions- und Klimaziele im Binnenschiffsverkehr erreichen wird. Selbst gesteckten Einsparzielen von Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen stehen gestiegene Schadstoffemissionen gegenüber“, sagte Andreas Wagner, Obmann der Linken im Verkehrsausschuss. Das Problem bei den Binnenschiffen ist das hohe Alter der Flotte.

Nach Angaben der Bundesregierung beträgt das Durchschnittsalter der Frachtschiffe in Deutschland 43,4 Jahre, bei Passagierschiffen sind es sogar 46,9 Jahre. Alte Schiffe können oft nicht nachgerüstet werden. „Praktisch ist das oft nicht möglich, weil in den Maschinenräumen nicht genug Platz für die großen Filteranlagen ist“, sagte der Physiker und Verkehrsexperte Michael Schreckenberg. Verschärfend kommt hinzu, dass nur wenige neue, saubere Schiffe ältere Modelle ersetzen. Im vergangenen Jahr wurden nur zwölf neue Frachtschiffe und sechs Passagierschiffe in Dienst gestellt. Die ab diesem Jahr strengeren Abgasnormen gelten nur für die neuen Schiffe oder neue Motoren, die nachträglich eingebaut werden. Ältere Fahrzeuge fallen unter Bestandsschutz.

Das wird sich mit Sicherheit bald ändern. Die Klima-Hysteriker haben ja gerade Oberwasser.

Auch der Zugverkehr könnte bald gewaltig gestört werden:

Die Bahnbranche stellt sich auf schärfere Grenzwerte für Züge mit Dieselmotoren ein. „Ich erwarte, dass es auch für Diesel-Lokomotiven und -Triebwagen verschärfte Auflagen geben wird, was den Schadstoffausstoß angeht“, sagte Susanne Henckel, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV), der „Welt“ (Dienstagsausgabe). Die BAG-SPNV bündelt alle Besteller von regionalem Schienenverkehr im Land.

Dieselzüge werden vor allem im Regional- und Frachtverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt. 40 Prozent des knapp 34.000 Kilometer langen deutschen Schienennetzes ist nicht elektrifiziert. „Die Frage, wie Züge mit Dieselantrieb durch saubere Varianten ersetzt werden können, wird für die Branche immer wichtiger“, so Susanne Henckel, die auch Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) ist.

„Noch fahren die Dieseltriebwagen bis mitten in die Städte. Wenn das aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nicht mehr geht, haben wir ein Problem.“ „Es wird den Menschen kaum zu vermitteln sein, dass sie mit alten Diesel-Pkw einem Fahrverbot unterliegen, Diesel-Züge aber weiter in die Zentren fahren dürfen. Züge, bei denen in den Lenkzeitpausen weiter die Motoren laufen, die nicht über Filter wie Autos verfügen“, sagte Henckel. (Quelle: dts)

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14 Kommentare

  1. Ließe sich aus Dummheit Energie gewinnen, könnte man mit dem Dampf(plauderer)kraftwerk in Berlin ganz Deutschland versorgen, mit dem in Brüssel ganz Europa.

  2. Die Bildungsmisere in Deutschland und in anderen westlichen Ländern kommt voll zum tragen s. Australien. Es bestimmen nur noch Konzerne und NGOs, Staaten und Regierungen sind willige, dumme Erfüllungsgehilfen der Hochfinanz. Länder, insbesondere Deutschland, werden an die Wand gefahren, daraus lässt sich sicher wieder Gewinn schlagen, wie nach einem Krieg. Schlimm nur, daß die Deutschen nicht mehr fähig sind zu begreifen was hier passiert, wir werden deindustrialisiert und zum Entwicklungsland. Seit es um Klimarettung geht, wird die Natur und Umwelt zerstört wie nie zuvor. Die Eliten sind ein degenerierter dummer Haufen die die Welt ins Chaos stürzen.

    • In einem Interview mit einem dieser 1% sagte der Angesprochene.

      „Die Leute wissen was für einen Schaden sie in der Wirtschaft anrichten, aber das ist ihnen egal, sie wollen nur in ein paar Jahren sehr viel Geld verdienen, um sich dann zur Ruhe zu setzen“.
      Eher der letzte menschliche Abschaum, der heute das meiste Vermögen und den größten Einfluss besitzt

  3. 🙂

    Es zeigt sich immer wieder das unsere ach so intelligente Physikerin nur sehr oberflächlich guckt.
    Das es da ausser PKWs noch Züge, Schiffe und LKWs gibt, muss sie doch glatt übersehen haben 🙂

  4. Ja, ja was soll man noch sagen? Also doch wieder Galeeren? Für Straßen Pferdefuhrwerke habe ich ja schon vorhergesagt😉😉 – also prognostiziere ich 1.die Freizeitkapitäne die mit starken Motoren ausgestattet sind, dürfen die Wasserstraßen im innerstädtischen Raum mit ihren Motoren nicht mehr nutzen. 2. Die Ausfahrtsdampfer werden ihre Stationen im städtischen Raum wohl dezimieren oder auf Schaufelrad umsteigen müssen und die Frachtschiff, welche noch auf Elbe, Rhein, Spree fahren, werden wohl über kurz oder lang ihre Fracht vor den Städten umladen müssen. Im Übrigen darf man auf der Spree nicht segeln, man ist gezwungen andere Antriebsmöglichkeiten zu nutzen. So kann man wirklich alles lahm legen, aber unsere „Experten“ machen das schon.

  5. Auch diese Revolution wird ihre Kinder fressen.

    Die Elektrifizierung des Verkehrs in den Städten war einstmals durch die Straßenbahnen schon recht gut vorangekommen, auch der übrige Schienenverkehr wurde zunehmend elektrifiziert.

    Parallel mit dem Aufkommen der Grünen ging es mit der naturwissenschaftlichen Strenge und der kaufmännischen Solidität ebenso bergab wie mit der Risikoabwägung hinsichtlich der unausweichlichen Kehrseiten der zivilisatorischen Errungenschaften, verglichen mit dem romantischen naturnahen Leben auf Hawai mit Bastrock und Holzhütte.

    Eine Zeit lang ist es der Automobilindustrie gelungen, mit immer „umweltfreundlicheren“, und sicheren, auch immer stärkeren Fahrzeugen plus geschönter Abgasmessungen so zu tun, als ob man das Ei des Kolumbus gefunden hätte.

    Schon da war der Pfad der realistischen Betrachtung der Dinge verlassen worden, allerdings wurden dennoch verbesserte Busse entwickelt, Verkehrsleitsystem und andere nützliche Dinge, lediglich eine Rückkehr zur Betrachtung der Dinge im Zusmmenhan war weiterhin eher zu mühsam, und hätte auch echte Kompromisse gefordert.

    Utopien sind da viel attraktiver, und so sind die haltlosen Versprechungen immer weiter vorngetrieben worden.
    Mittlerweile ist daraus eine ganze Industrie entstanden, Stichwort Wenden aller Art und Klimaschutz, Elektromobilität und überhaupt elektrische Energie nicht mehr für alle, dafür Innovation durch Migration, Bertelsmann und Altparteien. .

    Öffentlicher Nahverkehr wird in Zeiten des täglichen Aushandelns des Zusammenlebens, der wachsenden Kriminalität und der zunehmenden Verwahrlosung von Mensch und Material nur schwer an Attraktivität gewinnen

    Jetzt wird erst einmal freitags die Schule geschwänzt im Dienste des Klimaschutzes.

    Damit ist der last exit noch nicht erreicht, es fehlt aber nicht mehr viel.

    Was will man bezahlen für welche Vorteile, und was wird im Interesse aller zurückgefahren, welche Risiken sind unter welchen Umständen tragbar, und welche nicht, das sind die Fragen

    Die Migration hat mehr Tote gefordert als alle Kernkraftwerke zusammen.

  6. Schöner könnte ein Symbolbild nicht sein: Deutscher Koppelverband mit ausländischer Kohle auf dem Weg zu einem deutschen Kohlekraftwerk.
    Klimaschutz vom feinsten, würde ich mal sagen.

  7. Wer ist als nächster dran? Wahrscheinlich die Bauern. Schlepper, Mähdrescher und sonstige Land – und Forstwirtschaftliche Maschinen laufen auch mit Diesel.

  8. Mit dem Ende von Kohlekraftwerke und Atomkraft, dürfte es auch für E-loks schlecht bestellt sein. Wenn die Bahn in Frankreich, Polen oder Tschechien, Strom einkaufen müssen, werden auch Transport und Fahrkosten weiter steigen oder glaubt Minister dicke Lippe, daß Dummerland denn Strom geschenkt bekommt. Wenn nach Berlin ein Fahrverbot für alles was Diesel ist, ich würde nicht traurig sein.

  9. Diese Politiker und NGO sind wie kleine Kinder in der Trotzphase oder später in der Pubertät. Gibt man als Erwachsener nach, geben die nicht Ruhe, sondern suchen sich den nächsten Konflikt. Und Sie können sicher sein, es wird jedesmal durchgeknallter.

  10. Pferde, Kamele, Dromedare, Esel, Maultiere – die Aktien dieser High-Tech-Zukunftstechnologien steigen gerade in das unermessliche. Zurück zur Natur, Dschungel-Verhältnisse hat Deutschland seit 2015 bereits. Da kommt es auf einen grünen Rückschritt auch nicht mehr an. Aus welchen Töpfen dann die Abgeordnetengehälter kommen sollen… das wird eine spannende Frage. Man stelle sich nur vor, Politiker müssten was richtiges arbeiten. Muss sofort los, Kamele kaufen.

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