Deutsche Medien feiern 40 Jahre Folter und Unterdrückung

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40 Jahre ist es her, dass die iranischen Revolutionsgarden die Macht an sich rissen und ihre islamische Schreckensherrschaft errichteten. Grund genug, um einen kritischen Blick auf den heutigen Iran zu werfen sollte man meinen. Doch die deutsche Medienlandschaft zeigt mal wieder was sie drauf hat. Von verborgenen Freiheiten für Frauen, großzügige Begnadigungen für Gefangenen bis hin zum Trump-Bashing wegen des Ausstiegs aus dem Atomwaffenvertrag ist alles dabei. Entsprechend die Kommentare der Leser, die sich empört zeigen, angesichts der Propaganda, die ihnen da serviert wird.

(screenshot Twitter)
Donald Trump -Wieder einmal der Einzige, der Klartext spricht: „40 Jahre Korruption, Unterdrückung und Terror – 40 Jahre Versagen“ (screenshot Twitter)

„Damals konnte man wirklich erahnen, dass eine Art Faschismus am Horizont auftauchte“…“Wenn wir heute Menschen sehen, die irgendwo auf der Welt aufbegehren, ermahnen wir sie dazu, sich darüber im Klaren zu sein, wer da nachfolgen wird“….“Das letzte Mal, dass ich im Iran war, war der 31.Dezember 1985 – der Tag, an dem ich floh. Ich bin nie wieder zurückgekehrt.“ In einer kurzen dreiteiligen Serie führte die Neue Zürcher Zeitung im Januar noch einmal durch die vergangenen Jahrzehnte iranischer Geschichte. Dafür interviewte sie drei Exil-Iraner – er lebt noch, der gute alten Journalismus – allerdings in der Schweiz.

Das Bild in Deutschland ist mehr als traurig: „Feiern zum 40. Jahrestag der Ausrufung der Islamischen Republik“ Schlagzeile der Deutschlandfunk und ergeht sich in vermeintlich nüchterner Berichterstattung. „Auf dem zentralen Asadi-Platz in Teheran will sich Präsident Ruhani in einer Rede an das Volk wenden. Auch in anderen Städten des Landes sind Großkundgebungen geplant. Zudem hat die iranische Regierung anlässlich der Feiern Begnadigungen und Straferlässe für 50.000 Gefangene angekündigt.“

Auch t-online wartet mit einem Einspieler von Reuters auf, der völlig unkritisch Machthaber Hassan Ruhanis Aufrüstungspläne 1:1 zitiert – „Wir werden ein gr0ßes Spektrum an Raketen bauen, einschließlich Boden-Luft Raketen, Luft-Luft-Raketen, Boden-See-Raketen und Boden-Boden-Raketen“. Neben der Mitteilung, was das so alles an Vernichtungswaffen gebaut wird, werden Jubel-Bilder des iranischen Staatsfernsehens gezeigt. Spätestens an dieser Stelle fühlt man sich zurückversetzt in alte DDR-Zeiten – Berichterstattung im Propaganda-Stil der Aktuellen Kamera.

Bei der Welt kommt man hinter der Bezahlschranke mit einer „Hintergrund“-Reportage in Sachen Frauen daher. Die Autorin Sonja Gillert will ihren Lesern etwas über „Die verborgenen Freiheiten unter islamischer Herrschaft“ erzählen. Sie zeigt sich scheinbar schwer beeindruckt von Frauen, die im Geheimen Fotos von sich machen lassen und unverschleiert ihre Bodybuilding-gestählten Körper in vor der Außenwelt abgeschotteten Gärten zeigen. Keine Angst vor dem Islam – hinter den Mauern sind die Frauen frei, scheint hier das Motto zu lauten. Weniger beeindruckt zeigt sich im Kommentarbereich die Leserschaft:

„Freiheiten, die im Verborgenen gelebt werden müssen, sind keine Freiheiten. Was für ein beschönigender, um nicht zu sagen, Verlogenheit Titel!“ stellt Bettina D. fest.

„Was für eine unerträglich peinliche Überschrift! Ein bewusste Provokation, um mehr Klicks für den Artikel zu bekommen? Frau Gillert, machen Sie am Besten eine Serie daraus. Ich habe auch schon Vorschläge für Ihre Kolumne: Die verborgenen Freiheiten der Demokraten in Nordkorea, … der Homosexuellen in Saudi Arabien, … der Christen in Indonesien … , … der Juden im Dritten Reich … . Und dann schlage ich vor, dass Sie diesen Artikel in einem Frauengefängnis im Iran vortragen. Ich bin mir sicher, die Iranerinnen dort wären überglücklich, von einer Frau aus Europa etwas über die Freiheiten in ihrem Land erklärt zu bekommen! Sich heimlich fotografieren lassen zu können, ist wirklich das ultimative Freiheitsgefühl!…“, findet auch Kommentator Statler and Waldorf.

Der Schlenker zur großartigen „Ersten Staatsratsvorsitzenden der Bundesrepublik Deutschland“, Kanzlerin Angela Merkel, darf natürlich nicht fehlen: Unter ihrer Führung habe Deutschland zusammen mit Frankreich und Großbritannien die Zweckgesellschaft Instex gegründet, die Ende Januar in Frankreich registriert worden sei, weiß der Spiegel. So wollen die drei EU-Staaten offenbar die US-Sanktionen unterlaufen, weiter mit den islamischen Mullahs Handel treiben und ihn befähigen seinen Raketenbau – der immerhin die Vernichtung Israels im Blick hat – weiter voranzutreiben.

Aufgabe dieser Gesellschaft soll die „finanzielle, juristische und buchhalterische“ Beratung und Dienstleistung für Unternehmen sein. Zweck der Gesellschaft sei es, „den rechtmäßigen Handel mit Iran zu unterstützen“. Geleitet wird das Ganze von dem 69jährigen ehemaligen Commerzbank-Manager Per Fischer, so die wenig überraschende Mitteilung des Spiegel. (MS)

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19 Kommentare

  1. Bei einer Revolution denkt man doch an eine Art Befreiung. Ich habe die Absetzung des Schahs von Persien und die Machtübernahme von Khomeini eher als Rückschritt in die Unfreiheit betrachtet. Und damit liege ich wohl nicht so falsch. Wenn man bedenkt, wie früher persische Frauen rum liefen, eigentlich genauso wie europäische. Und dann kam der Khomeini und hat die Verschleierung wieder eingeführt. Und das soll gefeiert werden? Das ist ein Trauerspiel.

    Aber ok, als Blaupause für D, wenn das so gewünscht ist, dann kann man das natürlich feiern, daß die dort schon weiter sind als wir hier…

  2. „Die verborgenen Freiheiten unter islamischer Herrschaft“ – widerwärtiger und frauenverachtender geht es nicht mehr!

    Meine ganze Hochachtung gilt den Menschen – hier vor allem den Frauen – die im Iran und in allen islamischen Ländern diesem mittelalterlichen und menschenverachtenden Kult die Stirn bieten. Sie kämpfen für ein menschwürdigeres Dasein unter Einsatz ihres Lebens und der Androhung langer Gefängnisstrafen, die Folter nicht ausschliessen.

    Die Mehrheit westlich orientierter Menschen kann nicht ermessen, was es bedeutet unter dem Islam zu leben. Wer so leben möchte, hat 57 Länder zur Auswahl und sollte gehen.

    Europa sollten wir aber vor diesem Rückschritt unter allen Umständen bewahren!

    • Sehe ich auch so. Aber Frauen wir die Roth, Özoguz und KGE finden dieses Leben offenbar erstrebenswert. Krank, einfach nur krank!

  3. Es ist sicherlich richtig den Iran und seine Regierung zu kritisieren. Aber gerade die USA sollten sich mal an die eigene Nase fassen.

    Vor mehr als 50 Jahren regierte im Iran ein demokratisch gewählter Präsident Mossadegh. Kein religiös Verblendeter, nein noch viel, viel schlimmer: ein Rechtsanwalt!

    Und was tat der in seiner Funktion als Präsident? Er bestimmte das das iranische Öl nicht irgendwelchen fremden Firmen gehört (BP), sondern der eigenen Bevölkerung. Also verstaatlichte er die Ölfelder. Wie seit einigen Jahren auch offiziell bekannt wurde er daraufhin, mithilfe der CIA, gestürzt. Ein dem Westen freundlich gesinnter Machthaber wurde installiert. Der Schah, so der persische Name seines Titels, lebte bekanntermaßen in Saus und Braus. Er gab sehr viel Geld im Westen aus… für medizinische Geräte? Für den Straßenbau im eigenen Lande? Ach was, für Waffen natürlich, welche dieser auch gerne gegen die eigene Bevölkerung richten ließ.

    Den Iranern selbst platzte bald der Kragen. Wie der linke Kabarettist Volker Pispers es treffend ausdrückte: „wie groß musste die Verzweiflung in der Bevölkerung sein wenn die sich alle hinter einen Chomeini stellten, nur um den Schah zu stürzen?“ (auch wenn Pispers ziemlich linkslastig ist, ich empfehle jedem seine Geschichte des Terrors: 15 Jahre alt aber treffend bis ins Detail: https://www.youtube.com/watch?v=BxdhpTWw0Tw )

    Dasselbe zogen die USA in Chile durch und in der Ukraine. Parallelen zu Venezuela sind nicht nur zufällig sondern völlig unvermeidbar!

    Also: ja, man darf und muss Regierungen kritisieren dürfen, auch fremde. Warum aber höre und lese ich hierzulande sowenig Kritik über SaudiArabien, dem Mordfall Kashoggi, dem völkerrechtswidigen Einmarsch in den Jemen (mithilfe deutscher Waffen!)? Warum wird nur auf dem (russlandfreundlichen!) Iran rumgeritten, aber unserem Verbündeten (und guten Kunden!) lässt man jede schweinerei durchgehen?

  4. Vielleicht wird irgendwann auch der vierzigste Jahrestag der islamistischen Unterdrückung hier in Deutschland gefeiert. Wenn das hier so weiter geht mit der Islamisierung, kommt der Tag unter Garantie.

  5. Ich glaub es nicht. Nur weil die Stäbe des Käfigs vergoldet werden, sitzt der Vogel immer noch im Käfig. Und wir bejubeln das?

    Arghhhh
    Deutschland ist doch exportweltmeister. nehmt diese Weiber und exportiert sie dahin. so willfährige Frauen findet man selten

  6. Und wenn so dämliche Menschen, wie Claudia Roth in den Iran fahren, werfen sie selbstverständlich das Unterdrückungssymbol über die hässliche Birne.

    Für mich sind die Frauen Heldinnen, die das Kopftuch ablegen und dafür in den Knast wandern. Komisch da protestieren die sogenannten Emanzen und Feministinnen nicht.

    Und das kapiert keiner von denen, indem wir uns an die Steinzeit anpassen und tolerant gegenüber den Intoleranten sind, blüht uns genau das.

    Vor 40 Jahren trugen Frauen im Iran und Afghanistan keine Kopftücher, wurden nicht Ehefrau 1-4 und zwangsverheiratet, haben studiert, gearbeitet, trugen Miniröcke. Mein Opa hat mir einen Fotofundus aus Afghanistan hinterlassen, den zeige ich gerne dummen Gutmenschinnen.

    Bei uns wird es weniger als 40 Jahre dauern.

    • Claudia Roth ist eine üble Ideologin, die nur durch dumme Äußerungen auffällt. Obendrein ist sie eine verlogene Person, die sich mit einem bunten Hippie-Outfit dort einreihen will, wo sie nie hingehört hat. Das Ideal der Hippies war eine friedfertige und tolerante Gesellschaft. Nie hätten die einem solchen Drecksstaat wie dem heutigen Iran gehuldigt. Woodstock ist das Gegenmodell zum Iran und auch zur Kölner Domplatte 2015. Wer’s nicht glaubt, soll mal die Texte z.B. von Jimi Hendrix durchforsten, ob er da irgendwas Linksideologisches findet.

      Roth hatte auch keine andere Wahl, als sich eine Ideologie anzuschaffen, denn diese befreit ja vom eigenen Nachdenken.

    • Normalerweise lehne ich Aussagen über das Aussehen von Menschen ab, aaaber (😊):
      Mein erster Gedanke war derselbe wie Ihr Kommentar. Diese Person macht es ja sogar dem ausgeglichensten Typen schwer, sich nicht fremdzuschämen.

      Angst vor Clowns hatte ich bisher nie. Dann kam Claudia.

      Kasper wie sie machen mich einfach rasend. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass täglich über sie berichtet wird. Im Sinne der Aufklärung.

  7. Das ist wirklich die Krönung – das sich diese linken Vögel Merkel und Maas nicht entblöden Sanktionen zu umgehen um letztendlich den Mullahs die Atombombe zu verschaffen. Das die Presse nach Vorgabe Kanzleramt berichtet ist keine Überraschung.

  8. Wie viele Menschen sind dem Regime des Schahs (und dessen üblem Geheimdienst) zum Opfer gefallen?

    (Bitte erst schätzen – als eigener Maßstab, in welchem Ausmaß selbst massen-medien-kritische Leute indokriniert werden.)

    (Auflösung unten als „Antwort“)

    • Man weiß es aus einem bestimmten Grund ganz genau, wie viele Menschen dem Schah-Regime zum Opfer gefallen sind. Der Grund ist: Der Komeini wollte nach seiner Machtergreifung mitten in Teheran eine riesige Stele aufstellen lassen mit den eingravierten Namen aller Schah-Opfer. Außerdem sollten die Hinterbliebenen eine lebenslange Rente erhalten. (Es ging dabei nicht um die Toten bei den bürgerkriegsähnlichem Kämpfen kurz vor der Machtübernahme von Komeini.) Dem Wunsch des Diktators entsprechend wurde eine Kommission (mit Historikern) eingesetzt, die die Namen der Toten herausfinden sollten. Das zog sich über viele Kahre hin. Aber nicht, weil die Liste so unüberschaubar lang war, sondern weil sich die Kommission nicht traute, ihre Ergebnisse dem Diktator mitzuteilen. Sie haben (wenn ich mich recht erinnere) 326 Personen ermitteln können, davon waren drei fraglich (ob sie nicht im Ausland untergetaucht waren). Einer der Historiker dieser Kommission (ich glaube, er hatte den Iran verlassen) hat nach Komeinis Tod die Untersuchung ins Internet gestellt.

      Nur um nicht falsch verstanden zu werden: Jede dieser Personen ist eine zu viel. Aber Komeini, dieser Verbrecher (nach unseren Maßstäben, nicht nach islamischen), hat schon in den ersten Wochen mehr Menschen in den Hinterhöfen aufhängen lassen.

    • Dann sollte Khomeini dringed für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden, er hat ja alle Voraussetzungen dafür. Vielleicht kann man ihn ihm ja zusammen mit Greta überreichen…

  9. Heute ist die Bevölkerung in den Städten des Irans zum Teil gut ausgebildet. Trotzdem verprügelt die Religionspolizei eine Frau, wenn die unislamisch handelt, also zum Beispiel das Kopftuch nicht korrekt sitzt und etwas vom Haaransatz zu sehen ist.

    Die Polizistinnen sind allerdings Christinnen, denn der Libanon war mal ein christliches Land vor gar nicht allzu langer Zeit. Dann kam der Islam und damit der Bürgerkrieg.

    Manchmal ist das Weiße doch Schwarz.

  10. Dann sollten sie sich aber auch mal die Bevölkerungszahlen von 1979 und jetzt anschauen:

    1979 – 37,25 Mio. Einwohner,
    2019 – ca. 82 Mio. Einwohner.

    Diese Bevölkerungsexplosionen gibt es in allen muslimischen Ländern, z. B. auch Ägypten:
    2000 – 70 Mio. Einwohner,
    jetzt 97 Mio. Einwohner.

    • Stimmt nicht so ganz, bis Juni 2014 war das so.

      Nach dem neuen Gesetz werden Eingriffe wie die Sterilisation bei Männern oder die Entfernung der Eileiter bei Frauen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

      Jegliche Art von Verhütung oder Werbung für Geburtenkontrolle wird ebenfalls als illegal eingestuft und mit zwei bis fünf Jahren Haft bestraft. Das Gesetz verbietet außerdem, Unverheiratete über Schwangerschaftsverhütung aufzuklären. Das Ministerium für Kultur und Islamische Führung wird verpflichtet, Werbung für Geburtenkontrolle zuerkennen, zu ahnden und der Justiz zu melden.

      Das religiöse Oberhaupt des Iran Ayatollah Ali Khamenei plädierte bereits vor zwei Jahren für mehr Bevölkerungswachstum. Seiner Meinung nach soll die Population des Landes von derzeit etwa 78 Millionen auf 150 Millionen Menschen steigen. Er fordert von den Verantwortlichen Maßnahmen, die zumehr Eheschließungen führen sollen.

      Laut der Nachrichtenagentur IRNA soll der Ayatollah Naser Makarem Shirazi dem iranischen Gesundheitsminister persönlich erklärt haben: „Die Geburtenkontrolle ist eine Falle, die dem Land gestellt wurde.“ Er habe den Minister und andere Verantwortliche aufgefordert, jegliche Art von Verhütung als kriminell einzustufen und zu ahnden.

      Aus 2015:
      Die Zeitung Arman zitierte am 10. März Experten, die sich um das Bildungswesen des Iran Sorgen machen. „Unter den Kindern und Jugendlichen, die eine Schule besucht haben, erleben wir oft Personen, die nicht richtig lesen und schreiben können“, sagt etwa der Bildungsexperte Mehdi Hejazi. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Anzahl der Analphabeten trotz Anstiegs der offiziellen Alphabetisierungsrate nicht reduziert. „Sie ist sogar um 400.000 gestiegen“, so Hejazi: „Zurzeit haben 82 bis 84 Prozent der über sechsjährigen Iranerinnen und Iranern eine Schulbildung, aber die absolute Zahl der Analphabeten liegt immer noch bei zehn Millionen.“

  11. Obwohl ich die iranische Führung verachte, ist es schlecht, den Handel abzubrechen – darunter leidet in erster Linie die Unterschicht des Landes.

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