Betrug bei britischer Staatsbürgerschaft – Mit dem Knopf im Ohr durch die Prüfung

Foto:Von AS photo studio/shutterstock
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Großbritannien – In einer Undercover-Reportage deckt die BBC den Betrug im großen Stil bei der Einbürgerung auf. Im Vereinigten Königreich bezahlen Migranten Kriminellen rund 2.200 Euro, um durch die Prüfungen zur ersehnten Staatsbürgerschaft zu kommen. Ausgestattet mit einem Ohrhörer, werden ihnen dann in dem Test alle richtigen Antworten ins Ohr geflüstert. Und schwupps – sind sie Briten.

Laxe Sicherheitskontrollen ermöglichen Migranten beim Staatsbürgerschaftstest zu schummeln, hat die BBC London News in ihrer Reportage herausgefunden, berichtet MailOnline. Tausende seien unrechtmäßig in den Besitz der britischen Stsaatsbürgerschaft gelang, so die Vermutung. Die Ohrhörer-Methode ist nur eine in einer Reihe von Betrügereien.

Bereits 2014 hatte die britische Tageszeitung Daily Mail einen Staatsbürgerschafts-Betrug aufgedeckt. Damals kam heraus, dass Migranten, die kein Wort Englisch sprachen, für nur knapp 600 Euro ein Zertifikat kaufen konnten, das besagte, sie hätten einen Sprachtest bestanden.

Im selben Jahr wurde festgestellt, dass hunderte Migranten aus allen Teilen des Landes in ein bestimmtes Testzentrum gefahren wurden. Ermittlungen ergaben, dass dort das Personal gemeinsame Sache mit den Migranten bei der Einbürgerung machten. Als Reaktion darauf versuchte das Innenministerium, die Vorschriften zu verschärfen, indem Migranten nun an Standorten in der Nähe ihres Wohnortes die Einbürgerungstest machen müssen.

In dem heute Abend ausgestrahlten Exposé trifft sich ein verdeckter Reporter mit Abdul Reza Masud, dem Direktor der Ideal Learning Academy im Osten von London. Anstatt Unterricht anzubieten, um den Test zu bestehen, bittet Masud den Reporter um 2.000 Pfund. Dafür bietet er an, ihm beim „Schummeln“ zu helfen.

Mit einem winzigen Ohrhörer ausgestattet betritt der Undercover-Reporter ein Londoner Einbürgerungszentrum, in dem der Multiple-Choice-Test durchgeführt wird. Dort wird ihm die Möglichkeit geboten, die Fragen selbst zu lesen oder per Kopfhörer vorgelesen zu bekommen. Er wählt die zweite Variante und so gelangen die Fragen direkt per seinem versteckten Ohrhörer beim kriminellen Komplizen, der ihm von nun an die richtige Antwort angibt.

Der Komplize habe jede Frage mitgehört und im so durch die Prüfung geführt: „Er hörte die Fragen, er beantwortete die Fragen für mich … Sie schienen wirklich professionell zu sein“, gab der Reporter nach „bestandener Prüfung“ an.

Einer der Betrüger prahlte damit, er wende die Methode bereits seit 5 Jahren erfolgreich nicht nur in London, sondern auch in Birmingham und Manchester an und sei noch nie erwischt worden.

Der ehemalige Einwanderungsbeamte Jay Sudra sagte der BBC: „Das Innenministerium muss dies dringend prüfen. Wie viele Bürger haben wir in Großbritannien, die betrügerisch ein Testzertifikat erhalten haben?“, warnt der Beamte. Es seien möglicherweise Tausende. Der gesamten Prozess müsse in Frage gestellt und geprüft werden, fordert Jay Sudra. Der Vorgang sei „wirklich, wirklich schockierend“, findet er.

Jeder vierte Bewerber besteht den Test zur Einbürgerung, der u.a. Themen wie Verfassung, mittelalterliche Geschichte sowie Kunst und Sport umfasst, nicht.

Die ganze Reportage wird heute Abend in BBC One ausgestrahlt. (MS)

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6 Kommentare

  1. Anscheinend gibt es nur mehr Lug und Trug. Und die Früchte dieser Trickserei müßen von den jeweiligen Bevölkerungen alimentiert werden.

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