Digitalschock: Google-Suche findet deutsche Nationalhymne

Foto: Durch GiorgioMagini/Shutterstock
Da-da-da ... Foto: Durch GiorgioMagini/Shutterstock

Wir alle wissen, daß die Nationalhymne seit der Wiedervereinigung aus der dritten Strophe des Deutschlandliedes besteht. „Einigkeit und Recht und Freiheit …“. Zwar versteht im Jahr 2019 kein Mensch mehr, was Einigkeit und Recht und Freiheit mit Deutschland zu tun haben sollen, aber mit der ersten Strophe wäre es auch nicht anders. „Deutschland, Deutschland über alles …“ ist dennoch genau das, was Google bis vor wenigen Tagen für den Suchbegriff „Deutsche Nationalhymne“ ausspuckte. Und zwar gelegentlich, nicht jedes Mal. Das war natürlich ein gelegentlicher Aufreger, wie t-online zu berichten weiß. Die Realsatire.

Nachdem t-online eine Sprecherin von Google mit der rechtsextremistischen Sauerei konfrontiert hatte, und trotz des Ausprobierens verschiedenster Browser, Browsereinstellungen und der Verwendung verschiedener Rechner nicht herauszubekommen war, nach welchen Kriterien sich die Google-Suche einmal für die erste – und dann wieder für die dritte  Strophe als Suchergebnis entschied, ist es jetzt so, daß die Suche 100-prozentig die dritte Strophe als Suchergebnis für „Deutsche Nationalhymne“ anzeigt. Da sind wir gerade nochmal am Hitler vorbeigeschrammt. Das war wieder knapp.

Da aber „gerade wir als Deutsche“ durch unsere famose Bundeskanzlerin aufgefordert sind, allezeit „konstruktiv“ und „gemeinsam“  mitzudenken, schlage ich vor, das unzeitgemäße Lied der Deutschen als Nationalhymne überhaupt abzuschaffen. Stattdessen sollten wir „Angie“ von den Rolling Stones zur Nationalhymne machen. Mick Jagger trägt die deutsche Sehnsucht nach weiteren hundert Merkeljahren bereits so vor, als hätte ihm eine dicke Frau in die Eier getreten. Sollte „Angie“ als Nationalhymne nicht gewünscht werden, wäre „Kumbaya“ im Joan Baez-Style noch eine Möglichkeit. Sollte dieser Vorschlag durchgehen, müsste man ihn freilich dadurch gesetzlich ergänzen, daß nur noch Frauen die Nationalhymne singen dürfen. Vorausgesetzt natürlich, daß von den Islamverbänden keine Einwände kommen.

Obwohl, wenn man es sich recht überlegt, bergen diese beiden Vorschläge doch zu viele Unwägbarkeiten. Wir brauchen eine sichere Nationalhymne, keine, die irgendwie mit Freiheit in Verbindung gebracht werden könnte, weil das nur zu Mißverständnissen führt.

Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht„, wäre vermutlich die beste Textzeile für eine deutsche Nationalhymne. Deswegen hier der ultimative Vorschlag: „Da-da-da“ von Trio. (ME)

Wandere aus, solange es noch geht!
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6 Kommentare

  1. Nach der Wiedervereinigung erklärte Bundespräsident Richard von Weizsäcker dann 1991 ausschließlich die dritte Strophe zur Nationalhymne.

  2. Die Hymne ist durch Heuchelei und Missbrauch eigentlich verbrannt… irgendwie beschmutzt und unappetitlich. „Unsre Heimat“ passt besser.

  3. 🙂

    Ich würde ja Somewhere over the Rainbow vorschlagen

    Irgendwo,über dem Regenbogen, ganz oben,

    Gib’t es ein Land von dem ich einmal in einem Wiegenlied hörte.

    Irgendwo,über dem Regenbogen, ist der Himmel blau,

    Und der Traum, den du wagtest zu träumen,

    wird wirklich wahr.

    Irgendwann werde ich mir wünschen auf einem Stern zu sein, und aufzuwachen, wo die Wolken ganz nah hinter mir sind.

    Wo die Probleme hinweg schmelzen wie Zitronen Bonbons.

    Weg von den Schornstein-Spitzen,

    Dort wirst du mich finden.

    Irgendwo, über dem Regenbogen, fliegen blaue Vogel

    Vögel fliegen über den Regenbogen.

    Warum denn – oh, warum kann ich’s nicht?

    Irgendwo,über dem Regenbogen fliegen blaue Vögel,

    Jenseits des Regenbogens;

    Warum – oh, warum kann ich’s nicht?

    Wenn glückliche blaue Vögel fliegen,

    Jenseits des Regenbogens;

    Warum – oh, warum kann ich’s nicht

    (Text nach Judy Garland)

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