Berliner Zeitung: Henryk M. Broder beim „rechten Rand“

Max Erdinger

Wo man sich die "Nazis" gerne selber strickt: B.Z. (Foto: Collage)

In der Berliner Zeitung läßt sich ein Autor namens Markus Decker dabei erwischen, wie er versucht, verlogene „Standards“ zu setzen. Der Strich durch seine Rechnung . Die Medienkritik.

In aller Munde war Henryk M.Broder wegen eines Fotos, das ihn lächelnd zeigt, als er gerade von Alice Weidel geherzt wird. „Geht gar nicht!“, hieß es empört von Seiten der üblichen Bigotterieverdächtigen. Auch Broder sagt inzwischen, daß er das Bild besser nicht hätte zulassen sollen. Er hatte eine Rede vor der AfD-Bundestagsfraktion gehalten, die durchaus kritische Töne für die Alternativen bereithielt.

Autoren am rechten Rand – Broder ist kein Einzelfall„, titelt nun Decker aus den Tiefen der linken Mitte heraus. Oder von deren linkem Rand aus, wer weiß. Decker meint ohnehin „braunlinks“, wenn er „rechts“ schreibt und hätte sich bereits dadurch als ernstzunehmend disqualifiziert. Außerdem lügt er.  Decker über Broder: „So distanzierte er sich von der Äußerung des Parteivorsitzenden Alexander Gauland, der den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ bezeichnet hatte.“ Richtig ist lediglich, daß Broder sich von der entsprechenden Äußerung Gaulands distanziert hat. Falsch ist, daß Gauland den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ bezeichnet hätte. Gauland hatte die Dauer der zwölfjährigen Naziherrschaft im Vergleich zu einer tausendjährigen deutschen Geschichte als „Vogelschiss“ bezeichnet. „Zwölf“ darf man im Verhältnis zu „Tausend“ durchaus als „Vogelschiss“ bezeichnen, ohne sich hinterher von instrumentalisierungsgeilen Nazihysterikern verleumden lassen zu müssen.

Bei aller Wertschätzung für Broder: Die Distanzierung von Gaulands Äußerung war überflüssig, weil Gauland nicht das gesagt hat, wovon sich Broder dann distanzierte. Mir ist Broder übrigens nur ein einziges Mal als etwas unempathisch aufgefallen. Das war vor einigen Jahren, als im Zuge des „arabischen Frühlings“ eine mörderische Christenverfolgung in Ägypten eingesetzt hatte. Broder fühlte sich damals zu der wenig klugen Anmerkung veranlaßt, die Christen in Ägypten würden nur deswegen verfolgt, weil es dort keine Juden mehr gebe, die man verfolgen könnte. Das war ein bißchen viel Opfer-Egozentrismus für meinen Geschmack. Genauso gut hätte er behaupten können, die Christen in Ägypten würden nur deswegen verfolgt, weil ihre Verfolger nicht durch Schneeschippen davon abgehalten werden. Was soll ich machen? Mein Mitgefühl gilt allen religiös und politisch Verfolgten. Broder scheint da Abstufungen zu machen, und hinsichtlich seiner damaligen Äußerung frage ich mich, wer da eigentlich etwas aus der deutschen Geschichte gelernt hat: Er oder ich. Das frage ich mich übrigens bei Charlotte Knobloch und Clemens Heni ebenfalls, auch wenn Letzterer wiederum Attacken gegen Broder reitet. Versteh´einer die Welt.

Decker in der B.Z.: „Gleichwohl wird Broder, der auf der einschlägigen „Achse des Guten“ veröffentlicht, unter anderem deshalb seit längerem einer rechtspublizistischen Grauzone zugeschlagen„.

Nice try, Decker! Von wem genau wird Broder jener „rechtspopulistischen Grauzone zugeschlagen“? Doch wohl von denjenigen, die sich anmaßen, die Standards setzen zu dürfen, oder? Und wer wäre das? Um mit den Worten des Altkanzlers Schröder (SPD) zu sprechen: „Die Anständigen“ wären das. Ziemlich selbsternannte „Anständige“, wenn ich das einmal anmerken darf. Dem B.Z.- Decker sei hier mal ein Geheimnis verraten, von dem er offensichtlich noch nie gehört hat. In einer seiner beiden berüchtigten „Posener Reden“ tat Reichsführer SS, Heinrich Himmler, sein Verständnis von „Anstand“ kund – und zwar folgendermassen: „Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Die ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.

Quelle: Smelser, Ronald / Zittelmann, Rainer .“Die braune Elite.“ 22 biographische Skizzen. Darmstadt, 1989 – hier: deutscheundpolen.de
Meinereiner reagiert höchst allergisch auf Typen wie den B.Z.-Decker und seine Genossen von der gutmenschlichen Propagandistenfront, die mit der größten Selbstverständlichkeit zuerst den Anstand für sich selbst reklamieren, um als nächstes Andersdenkende als „unanständig“ abzuqualifizieren. Das entspricht nämlich ziemlich genau Himmlers Verständnis von „Anstand“. Wenn solche Individuen von der „rechtspopulistischen Grauzone“ daherfaseln, die sie in ihrem gnadenlos selbstgerechten Subjektivismus genau da ausmachen, wo es ihnen selbst am besten konveniert, platzt meinemeinen die Hutschnur.
Über Matthias Mattusek ( ebenfalls „nach rechts abgedriftet“, selbstredend)  kommt der B.Z.-Decker dann zu Folgendem: „Als Medien in der Grauzone zum Rechtspopulismus gelten Kritikern schließlich „Tichys Einblick“, verantwortet von dem früheren „Wirtschaftswoche“-Chefredakteur Roland Tichy, das Magazin „Cicero“ und die „Neue Zürcher Zeitung“. Die „Achse des Guten“ und die „Junge Freiheit“ haben die Grenze nach allgemeiner Einschätzung überschritten.“ – Welche Kritiker genau? Wo sind die anzusiedeln? Wer hat sie befugt, allgemeingültige Grenzen zu ziehen? Das sind die Fragen, B.Z.-Decker! Und was, bitteschön, ist am 8.Mai 1945 die vorherige „allgemeine Einschätzung“ noch wert gewesen, hä? Steck´dir deine „allgemeine Einschätzung“ und deine „Kritiker“ samt ihrer „Grenze“ gefälligst sonstwo hin!
In die Kritik geraten ist zuletzt ebenfalls der Blogger und „Welt“-Autor „Don Alphonso“, der mit bürgerlichem Namen Rainer Meyer heißt. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) wirft ihm vor, regelmäßig andere auszugrenzen, etwa Flüchtlinge. Aktueller Stein des Anstoßes ist, dass Meyer in die Jury des Medienpreises des Deutschen Bundestages berufen wurde.
Natürlich kann man Claudia Roth als „Bundestagsvizepräsidentin“ bezeichnen. Allerdings müsste man nicht unbedingt. Die ist nämlich nebenbei noch ein paar ganze andere Sachen, als nur „Bundestagsvizepräsidentin“. Genau genommen sind es diese paar ganz anderen Sachen, die es zum Skandal machen, daß sie „Bundestagsvizepräsidentin“ ist. Genauso gut könnte man einen Hundehaufen als die „Mitte des Marktplatzes“ bezeichnen, sollte er zufällig genau dort zu finden sein. „In die Kritik geraten„, der Don Alphonso, was? „Umstritten“ bei den „die Menschen“, oder wie?
Typen wie der B.Z.-Decker haben mit „Anstand“ absolut nichts mehr zu schaffen. Das sind die, vor denen Ignazio Silone gewarnt hat:  Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Nein, er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.
Chilon von Sparta: „Erkenne dich selbst.„, Decker, anstatt B.Z.-Leser mit deinem unsubstantiierten Gemeine & Gefinde über Andere völlig gar in die „antifaschistische“ Verblödung zu schicken!

 

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5 Kommentare

  1. Die Ausführungen dieses Herrn Decker haben durchaus auch positive Komponenten! Die stramm linke B.Z.-Leserschaft wird sich natürlich an den Ausführungen ergötzen, aber sicher werden auch einige kritischere Gemüter den Text lesen. Die die finden dort interessante Hinweise auf Möglichkeiten, sich tiefer gehend in der Realität zu informieren: Tichys Einblick, Junge Freiheit, Cicero, Achgut, Don Alphonso und eben Henryk Broder. Youwatch ist nicht dabei. Darf man daraus schließen, dass diese Seite dem Schreiberling nicht zu rechtslastig ist?

  2. AfD-Chef Alexander Gauland hat seine relativierende Äußerung über die Nazi-Zeit
    als „missdeutbar und damit politisch unklug“ bezeichnet. „Ich habe
    nichts bagatellisieren, sondern die moralische Verkommenheit ausdrücken
    wollen“, sagte Gauland am Samstag beim Parteitag der bayerischen AfD in
    Nürnberg. Wegen des NS-Regimes habe es 50 Millionen Tote und darunter
    sechs Millionen Juden gegeben. „Dieses furchtbare Missverhältnis kann
    mit dem von mir verwendeten Begriff nicht ausgedrückt werden“, sagte
    Gauland.

    So de Tagesspiegel vom 9.6.2018.

    Der bildhafte Vergleich war missglückt.

    Ein Vogelschiss ist zwar in kurzer Zeit passiert, und mit Vogelschei … verglichen zu werden, drückt Verachtung aus.

    Bedenkt man die Folgen eines Vogelschisses, passt das Bild nicht mehr, denn mit einer Kleiderreinigung oder mit Haarewaschen kann man die Folgen eines Vogelschisses angehen, die Folgen der nationalsozialistischen Diktatur nicht.

    Das hat Alexander Gauland auch nicht gemeint, jeder Verdacht gegen ihn ist böswillig.

    Das wird ihm aber in böswilliger Absicht als Verharmlosung und Geschichtsrevisionismus ausgelegt.

    Alexander Gauland hat mehrfach betont, dass er anhand der Reaktion seiner Eltern bereits sehr genau gespürt habe, welcher Schrecken von den Schergen der Gestapo ausgegangen sei, das wird aber natürlich nicht zur Kenntnis genommen, weil man das Bild, den ganzen Absatz eben als Beweis der Verharmlosung und Relativierung, sogar des Geschichtsrevisionismus auslegen möchte.

    Die Kritik von Henryk Broder ist im Vergleich dazu eine, die bei der Sache bleibt, der Vergleich war unsäglich. Sie wäre besser unterblieben.

    Niemand hat den Saal verlassen, die Kritik von Henryk Broder war ganz anders als die Anwürfe der Frau Charlotte Knobloch im Bayrschen Landtag.

    Und prompt gehen die Journalisten jetzt auf ihn los.

  3. so, so. Rechter Rand.Wiewürde Merkel sagen? Nun ist er halt da. Ach ja, wenn es „rechter Rand“ ist, sich an Völkerrecht – CPPCG – zu halten, dann ist schon auch rechtlichen Gründen richtig, zum rechten Randzu tendieren

  4. Wenn die Linksdummen schäumen, war doch alles richtig. Zurücklehnen und den Moment genießen; morgen gehts dann wieder in den Kampf.

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