Psychotherapie: Deutschland wird zur geschlossenen Anstalt

Max Erdinger

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Spahns zusätzlicher Psychotherapeut bei der Arbeit - Foto: Imago

Immer mehr Deutsche haben psychische Probleme, die behandlungsbedürftig sind. Es fehlt aber an Therapieangeboten, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) inzwischen einräumt, nachdem er das zuvor bestritten hatte. Die Zahl der Psychotherapeuten soll nun deutlich erhöht werden, um vor allem die Wartezeiten für Patienten zu verkürzen. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink begrüßt Spahns neue Haltung. Bereits das ist ein Indiz dafür, daß es sich um den falschen Ansatz handelt.

Daß wir Deutsche zu einem enormen Teil ein „geisteskrankes Volk“ sind, offenbart sich jeden Tag im öffentlichen Raum – und nicht nur dort. Kein denkfähiger Mensch bringt mehr seine persönlichen Alltagserfahrungen mit den Verlautbarungen im Radio, im Fernsehen und den Mainstream-Medien unter einen Hut. Da er aber nach wie vor ein soziales Wesen ist, das Geselligkeit schätzt, sein eigenes Denken und Fühlen abgleicht mit dem, was er für massenkompatibel hält, erlebt er sich als Einzelner wie einen Sonderling. Er unterstellt, den Anderen ginge es anders als ihm selbst. Er wäre doch gerne nur ein ganz normaler Besucher des politisch-korrekten Volksfestes. Doch ständig bekommt er signalisiert, er sei nicht ganz normal. Hat er ein anderes Bild von Frauen, als ständig propagiert wird, bekommt er gesagt, er sei ein Frauenfeind. Hat er Freude an einem kräftigen Automobil, muß er sich als einen Umweltsünder titulieren lassen. Raucht er gern, wird ihm erzählt, er sei unvernünftig. Kommt ihm beim atonalen Gekrächze des Muezzins die Assoziation mit dem Hustinettenbär, ist er islamfeindlich. Mag er lediglich bestimmte Fremde nicht, dann soll er sich als generellen Fremdenfeind begreifen. Hasst er die Windräder, welche die Landschaft entstellen, die er aus seiner Kindheit noch ohne Windräder kennt, ist er Ökobanause … usw.usf.

Das politische Menschenexperiment

Die Wenigsten dürften sich genügend Verstand bewahrt haben, um zu durchschauen, daß das, was ihnen als die „Realität der Anderen“ vorkommt, nichts weiter ist als Fassade. In Deutschland ist nichts mehr so, wie es dargestellt wird. Kein Wunder, daß das Volk allmählich durchdreht. In Wahrheit ist es nämlich zum Gegenstand eines gesellschaftspolitischen Experiments geworden, das eine linksdrehende politisch-mediale Klasse an ihm vollzieht. Der Deutsche soll – wieder einmal – zum „Neuen Menschen“ werden. Solange er aber nicht durchschaut, was mit ihm angestellt wird, so lange kann er auch nicht geistig gesund bleiben, geschweige denn, daß er dann, wenn er bereits an sich leidet, wieder gesund werden könnte. Psychotherapeuten helfen da überhaupt nicht.

Der Mensch lebt in jedem Moment. Er kann bei dem, was er tut, ganz bei sich sein – und wenn er das ist, dann ist seine Welt in Ordnung. Eine Fahrt von A nach B dient nicht nur dem Zweck, in B anzukommen, sondern sie hat ihren Zweck aus sich heraus. Sie ist ein Erlebnis. Sie verbraucht Lebenszeit. Die Lebenszeit während der Fahrt verbringt man am besten in einem Zustand des „reinen Gewissens“, nicht in dem des „schlechten Gewissens“. Das ist gut für das seelische Wohlbefinden. Viel kreatürliche Lebensfreude schafft seelische Gesundheit. Wer sich allerdings dauernd als einen Sünder begreifen soll bei dem, was er tut, der wird mißmutig tun, was er tun muß. Das ist schlecht für seine seelische Gesundheit. Wenn er als soziales Wesen, das er ist, darüber hinaus noch spitzkriegt, daß er dafür, daß er das schlechte Gewissen, welches er gar nicht zu haben braucht, von denen Mißbilligung erfährt, die glauben, daß er eines zu haben hätte – und sich dann überlegt, wer die anderen mit der entsprechenden Falschinformation gefüttert hat, die ihn „isoliert“, wird er wütend. Seine Wut gilt den Ideologen, welche die anderen angelogen haben. Und das ist schon wieder nicht gut für sein seelisches Wohlbefinden.

Man muß in Deutschland sehr selbstdistanziert sein, sehr gut in der Lage sein, den „äußeren Standpunkt“ einzunehmen, sich selbst in seinen Interaktionen mit den anderen „von außen“zu betrachten, um nicht zu leiden oder durchzudrehen. Wer einmal verstanden hat, daß er ganz rational von außen betrachten muß, was im Ganzen abläuft, anstatt subjektivistisch aus seinen Augen heraus in eine „Umwelt“ zu schauen, zu der er angeblich einen Gegensatz bildet, der hat schon viel Immunität gegen die Pein der Indoktrinierung gewonnen. Weil das so ist – und weil die ideologischen Quälgeister das ganz genau wissen – wird der Subjektivismus stärker propagiert als je zuvor. „Meine Rechte“ (die Pflichten den anderen) , „meine Meinung“, der „wie für mich gemacht Kredit“, „mein gmx“, „mein Möbelhaus“, „meine Tankstelle“ – und über allem – Facebooks „gefällt mir“. Und dann die Diskrepanz: Überall Schilder, die dem „Besitzer von allem bei aller Wertschätzung seiner Meinung“ aufzählen, was er gefälligst zu tun und zu lassen hat. Abertausende von Vorschriften, Gesetzen und Bestimmungen, die bald jeden Aspekt seines Lebens regeln. Ungehorsam wird sanktioniert. Selberdenken wird sanktioniert. Seine ach-so-freie Meinungsäußerung wird zensiert.

Die Freiheit von uns Deutschen existiert nur in unserer Vorstellung. Das wiederum muß so sein, damit die Indoktrination funktioniert. Gestern erst habe ich bei Facebook eine Zeitungsmeldung verlinkt gesehen von einem „Nullchecker“, der es als seine Freiheit begriffen hatte, seinen Körper mit Scheiblettenkäse zu belegen, das Ganze mit Cellophan zu umwickeln, eine Plastiktüte über den Kopf zu ziehen und sich vor einem Heizkörper niederzulassen. So wurde er dann gefunden, der Depp, der sich vielleicht zwei Stunden vorher in seiner ganzen persönlichen Experimentierfreudigkeit noch als „sexuell befreit“ begriffen hatte. Wäre er so rechtzeitig gefunden worden, daß er noch hätte gerettet werden können, dann wäre er heute ein Fall für Spahns zusätzliche Psychotherapeuten. Spahns Psychotherapeuten dienen nicht der Heilung der seelisch Kranken, sondern der Perpetuierung der Zustände. In unserem Land nehmen sich bisweilen Sechsjährige das Leben. Das ist ein Symptom der „freiesten Gesellschaft“, die wir je auf deutschem Boden hatten. In der SPD und bei den Grünen nennt man sie gern die „menschliche Gesellschaft“.

Der Umkehreffekt

Eine völlig lächerliche Methode, damit umzugehen, daß man sich aufgrund einer lediglich propagierten Realität als Außenseiter erlebt, ist es, sich selbst zur Norm für alle anderen zu erklären und anklagend mit dem Finger in deren Richtung zu zeigen. Dennoch hat diese Methode überhand genommen. Immer sind es die anderen, die sich ändern sollen. Allezeit wissen hunderttausend Leute, was hunderttausend andere falsch machen. Auch dieser infantile Zustand wird staatlicherseits gefördert. Nicht der Mittelspurblockierer ist „die Sau“, sondern der Rechtsüberholer. Zur seelischen Gesundung würde aber zwingend gehören, daß man Selbsterkenntnis und Eigenverantwortung propagiert, statt Kindergartengepetze zu fördern. Heilende Wirkung dürfte haben, wenn sich jeder – „Mittelspurblockierer“ hier als Platzhalter für vieles andere – für seine Absicht, einen „Rechtsüberholer“ anzuzeigen, einen Schwinger bei der Polizei einfangen würde, verbunden mit der Auflage, seinen Führerschein zu fressen, um weiteren Prügeln zu entgehen.

Heilend dürfte auch wirken, einem Politiker das ganze Vermögen zu konfiszieren, der einerseits das „umweltschädliche Verhalten“ der Bürger anprangert und Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit befürwortet, andererseits aber Fotos von sich in den sozialen Netzwerken postet, die ihn, gewandet in einen landestypischen Poncho, bei der Neujahrsüberquerung der Anden zeigen. Mal für ein paar Tage zum Freizeitspaß bis nach Südamerika zu fliegen, wäre ja in Ordnung. Nur sollte man dann gefälligst auch sein Maul zur lieben „Umwelt“ und dem Verhalten der anderen halten. Es ist in Deutschland epidemisch geworden, andere für das zu kritisieren, was man selbst tut. Das zeigt einen Grad an Unreife, der durchaus als behandlungsbedürftig durchgeht. Oder kürzer: Das ist krank. Ein Psychotherapeut hilft da überhaupt nicht.

Exemplarisch ist der folgende Fall. Man lese folgendes Zitat: „Sie hat sich zum politischen Sprachrohr nur der einen Hälfte des Volkes gemacht. An die andere Hälfte hat sie keine Signale gesendet, zumindest keine freundlichen, keine werbenden. Sie hat sich nicht als die ***** aller ***** aufgeführt. Hätte sie es getan, dann hätte es nahegelegen, den Bürgern des Landes eindringlich eine Gewissensfrage zu stellen: Wollt ihr wirklich, dass die eine Hälfte des Landes der anderen Hälfte ihren Willen aufzwingt? Und zwar unumkehrbar und für lange Zeit. Wollt ihr wirklich die Verwerfungen, die das zur Folge hätte, in Kauf nehmen?“ – Die Sternchen habe ich gesetzt, um die folgende Frage stellen zu können: Wer hat hier über wen geschrieben? Gut sein könnte zweifellos, daß es sich um einen Text über Angela Merkel handelt, geschrieben von einem deutschen Zeitungsredakteur. Man läge daneben. Es ist ein Zitat aus diesem Artikel in der „Welt“, verfasst von einem Deutschen namens Thomas Schmid. Er schrieb hier über die britische Premierministerin Theresa May und den Brexit.

Keiner von Spahns zusätzlichen Psychotherapeuten wird ihn heilen können. Der Mann befindet sich auf der „Täterseite“ der Indoktrinateure. Er spinnt. Er ist verrückt. Und er will alle anderen infizieren. Der Mann ist ein ideologischer Verbrecher, der mit dem Finger auf andere zeigt, ohne wahrhaben zu wollen, daß er tatsächlich mehr über sich selbst geschrieben hat als über May oder Merkel. Krank macht die Pervertierung des sehr gesunden „Erkenne dich selbst“ zu einem „erkenne die anderen“. Das dient nur dem Säen von Hader und Zwietracht, ohne daß irgendetwas dadurch erreicht werden würde, außer natürlich, daß ein Leben in Hader und Zwietracht ebenfalls nicht gesund ist. Spahns zusätzliche Therapeuten – ich sagte es schon – dienen nicht der Heilung der Kranken, sondern der Perpetuierung der Zustände.

Wie krank ist Deutschland?

Schwer krank. Kognitive Dissonanzen, so weit das Auge reicht. Alles, was Menschen gerne tun, ist bäh. Geistreiche Anzüglichkeiten begehrenswerten Frauen gegenüber sind Sexismus und Belästigung, Freude am Fahren (BMW-Slogan von vorvorgestern) ist Sünde, Glyphosat aber ok, ungezogenen Rotzlöffeln eine zu knallen ist Gewalt, Heimatliebe ist nazi, elterliche Gehorsamforderungen sind autoritär – und Autorität ist oberscheiße, Erziehung zu Ordnungsliebe, Pflichtbewußtsein und Wahrhaftigkeit ist erstrecht nazi, Fast Food ist Gift, Chauvinismus ist ein Verbrechen, „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ ist nur ganz bestimmten Gruppen gegenüber eine solche – Männer zählen nicht dazu, Putin und Orban unterdrücken die Opposition – Macron hingegen hält die staatliche Ordnung aufrecht, Die DDR war ein Einparteienstaat – die BRD ist es nicht, der Verfassungsschutz schützt das Grundgesetz – die Stasi die Partei, Trump ist ein Arschloch – Merkel ist keines, Frauen sind völlig überprivilegiert, dennoch überall unterdrückt, wir haben die freie Meinungsäußerung – tatsächlich haben wir sie nicht, die Volksvertreter vertreten die Interessen des Volkes – tatsächlich vertreten sie die nicht, schlägt der Migrant einen Deutschen, haben wir ein Integrationsproblem – läuft es umgekehrt, haben wir einen schweren Fall von Fremdenfeindlichkeit, fahren wir mit 200 Sachen über die Autobahn, schädigen wir die Atemluft der anderen – fliegt Cem Özdemir für ein paar Tage zum Wandern nach Südamerika, dann schädigt er niemanden, ersticht der Migrant den Flüchtlingshelfer, dann ist es Notwehr und es gibt Freispruch – ein explodierter Polenböller vor einer Moscheetür führt zu knapp zehn Jahren Haft – usw.usf. – die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen.

Einen Psychotherapeuten braucht nur derjenige nicht, der das alles durchschaut als das, was es ist: Systematischer Terror der politisch-medialen Klasse gegen den Geist und den gesunden Menschenverstand, sowie systematische Zersetzung alle tradierten Werte. Wer das nicht durchschaut, erlebt sich als defizitär und wird krank. Spahns zusätzliche Psychotherapeuten kurieren allenfalls Symptome. Meinereiner allerdings hätte exzellente Ideen zur Beseitigung der Ursachen. König von Deutschland müsste er halt werden – und bald wären alle wieder gesund.

Allerdings: Es gibt auch so schon wieder welche, die sich subjektiv völlig gesund fühlen. Die findet man bspw. bei der Grünen Jugend. Das sind die Kränksten von allen. Deutschlands Zukunft, sozusagen, voll subjektivistisch. Also keine Zukunft – und Ziel erreicht.

 

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Die mindestanzahl geistig gestörter ist die Mitgliedzahl bei den grünen. dazu kommen noch die LINKEN.
    Und, um es ganz „böse“ zu sagen: die 18 % der Grünenwähler.

  2. Wenn viele der „Orwellschafe“ erwachen, helfen auch keine Psychotherapeuten
    oder Psychiater, denn mit Ausnahme von älteren Fachärzten dieser Gilde,
    wie Dr. Maaz, sind auch die fast alle indoktriniert und werden dann von der
    „Brutalität der Wahrheit“ getroffen werden..

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