Narren traurig: Kaum Spenden für „Toleranzwagen“

Symbolfoto:Von Pecold/shutterstock
Symbolfoto:Von Pecold/shutterstock

Düsseldorf – Nicht närrisch genug oder einfach nur einseitig oder gar heuchlerisch? Die Freunde des Karnevalsumzuges in Düsseldorf üben bei der Finanzierung eines so genannten „Toleranzwagens“ gegen Antisemitismus und Diskriminierung vornehme Zurückhaltung. Bislang seien laut Auskunft von Michael Szentei, Mitglied der jüdischen Gemeinde, nur 15.000 Euro von 65.000 Euro gespendet worden.  

Mit dem gemeinsamen Rosenmontags-Mottowagen wollen sich zum ersten Mal Juden, Muslime und Christen gemeinsam präsentieren und so „ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Diskriminierung“ setzen, berichtet der WDR.

Wagenbauer Jacques Tilly hatte den ersten Entwurf des Toleranzwagens bereits Anfang Januar präsentiert. Der Motivwagen ist weder besonders witzig, noch greift er aktuelle politische Vorfälle satirisch auf. Er besteht nur aus einem Art Wandbild, dass vier Religionsvertreter – eine evangelische Pfarrerin, einen katholischen Pfarrer, einen Rabbiner und einen Imam mit Pappnasen zeigt, sowie Kirche, Synagoge und Moschee.

Wie der WDR weiter berichtet, hat sich die Jüdische Gemeinde Düsseldorf für das Projekt mit weiteren Religionsgemeinschaften der Stadt unter dem aktuellen Sessionsmotto „Gemeinsam jeck“ zusammengeschlossen.

„Der Wagen wird in jedem Fall an den Start gehen“, betonte Szentei-Heise – notfalls würde seine Gemeinde das Geld vorstrecken. Zudem erhoffen sich die Organisatoren weitere Einnahmen durch den Verkauf von drei Wagen-Plätzen. Für knapp 2.000 Euro kann man auf dem „Toleranzwagen“ am Rosenmontag mitfahren. (KL)

 

 

 

 

 

Loading...