Handball WM: Das Nazi-Halbfinale der deutschen Mannschaft

Max Erdinger

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Zu deutsch, zu weiß? Handball WM 2019 - Foto: Imago

Heute um 20:30 Uhr beginnt das Halbfinale bei der Handball WM. In der deutschen Nationalmannschaft gibt es nicht einen Spieler, der beispielsweise Badu, Buba oder Mesut mit Vornamen heißt, geschweige denn, daß einer so aussieht. Das ist ganz arg schlimm, erklären uns Frau Prof. Dr. Carmen Borggrewe und Herr Prof. Dr. Klaus Cachay bei watson.de. Dem deutschen Handball fehlt der Migrationshintergrund, sagen sie. Und daß das zum Problem werden wird für den teutonischen Handball. So weit das Auge reicht in der Sporthalle: Nur Weiße am Start.

jouwatch hat nachrecherchiert und kommt zu noch viel schrecklicheren Ergebnissen. Auch beim Halbfinalgegner, der norwegischen Nationalmannschaft: Nicht ein einziger Badu, Buba oder Mesut. Stattdessen massenhaft weiße Spieler aus deutschen Vereinen. Wir fragen voller Sorge: Was soll das sein? Ein arisches Nazi-Halbfinale vielleicht?

Wir wollten wissen, wie es mit der fehlenden Integration in anderen Weltgegenden aussieht und untersuchten Sportarten, die ebenfalls keine globale Popularität genießen, so wie der deutsche Handballsport.  Unser Korrespondent in Port Moresby, Papua Neuguinea, hat sich im dortigen Vereinsregister umgesehen. Schockierende Erkenntnis: Nicht ein einziger Weißer ist in den Kopfjäger-Sportvereinen der Beoni und der Asmat im Hochland von Papua-Neuguinea registriert. Obwohl der Kannibalismussport dort bis vor wenigen Jahrzehnten so populär gewesen ist wie in Deutschland der Handballsport heute. Mangelnde Integration, so unsere Schlußfolgerung, ist ein weltweites Problem. Insofern ist die deutsche Handball-Nationalmannschaft gut in die globale Nichtintegration integriert und alles wäre in bester Ordnung.

Die beiden Akademiker bei watson.de sind zu kurz gesprungen. Aber woran liegt es, daß so wenig vielfältig aussehende „die Menschen“ im deutschen Handball zu finden sind? Eine mögliche Antwort: Handball ist ein deutscher Sport, der nicht überall auf der Welt gespielt wird. Es fehlt beispielsweise im Morgenlande, in Rhodesien, aber ganz besonders auch in Papua Neuguinea, eine Tradition beim Handball. Es interessierte sich niemand dafür. Beim Fußball war das ganz anders.

Der teutonische Handballsport feierte am 29. Oktober 2017 seinen 100sten Geburtstag. Geboren wurde die Ballwurfsportart,  als der Berliner Oberturnwart Max Heiser (1879–1921) an jenem denkwürdigen Tage im Herbst des Jahres 1917 festlegte, das zwei Jahre zuvor von ihm – für Frauen – entworfene Spiel „Torball“ (von „törichte Frau„) solle aus Antidiskriminierungsgründen für alle Zeiten „Handball“ heißen. Ebenfalls an jenem Oktobertage im Ersten Weltkrieg legte Oberturnwart Heiser verbindliche Spielregeln fest. Schon haben wir den historischen Salat. Berlin ist eine deutscher Ort, Oberturnwart ist ein deutsches Wort und Handball ist ein deutscher Sport. Daß der Handballsport selbst in Deutsch-Südwestafrika nie populär wurde, liegt nur an der Ungnade seiner späten Geburt. Noch ehe dort eine rein weiße Mannschaft zu internationalem Ruhm und der dazugehörigen Ehre kommen konnte, war der Erste Weltkrieg vorbei und Deutschland insgesamt auf dem ganzen Globus sehr unpopulär. Dreißig Jahre später wollte erstrecht niemand eine deutsche Ballsportart ausüben.

Außerdem gibt es für das Stoßen des Balls mit dem Fuße wesentlich mehr Geld als für das händische Werfen, was den Handballsport als eine Folge des deutschen Idealismus erscheinen läßt, mit dem kein Badu, kein Buba und kein Mesut in Verbindung gebracht werden möchte.

Aber das Schlimmste kommt noch: Handball wird vor allem in deutschen Klein- und Mittelstädten gespielt, dort also, wo sich AfDler und der Gartenzwerg „Gute Nacht“ sagen. In den Umkleiden deutscher Handballer müffelt es wie im Inneren von Wolfgang Petersens U-Boot. Und dann war da auch kürzlich erst dieser deutsche Handball-Star Stefan Kretzschmar in aller Munde mit seiner völlig an den Haaren herbeigezogenen Behauptung, in Deutschland sei die Meinungsfreiheit so gut wie mausetot. Handballer sind höchst verdächtige Individuen. Und die Freunde ihres Sports erstrecht. Ganz bestimmt wäre es besser, man würde den Handballsport und seine Anhänger zum Prüffall für den Verfassungsschutz erklären.

Sollten Sie also am heutigen Freitag um 20:30 Uhr das Handball-WM Halbfinale im Fernsehen anschauen wollen: Besuchen Sie jemanden, den Sie nicht leiden können und überreden Sie ihn, seinen Fernseher einzuschalten. Dann können Sie den Ihrigen ausgeschaltet lassen und niemand kann registrieren, daß er zum fraglichen, verfassungsfeindlichen Zeitpunkt gelaufen ist. Außerdem: Entfernen Sie den Energiespeicher aus ihrem tragbaren Funkfernsprechgerät, damit Sie nicht geortet werden können. Und sprechen Sie um Himmels Willen am morgigen Samstag mit niemandem über das, was Sie am Freitag ab 20:30 Uhr gesehen haben. Bedenken Sie: Handball ist „voll nazi„.

 

 

 

 

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