Elmar Brok: Wenn ein Gierlappen überzieht

Foto; Imago

Brüssel – der Dienstälteste EU-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) soll fast 18.000 Euro in die eigenen Taschen gesteckt haben. Pauschalen, die die Parlamentsverwaltung Besuchern erstattet, zahlte er nicht aus. Stattdessen bat er Besucher mit 150 Euro pro Kopf zur Kasse, berichtet das Magazin Cicero und beruft sich dabei auf das englischsprachige Nachrichtenportal Politico.  

Laut Recherchen des Politikportals hat sich der heute 72-jährige EU-Apparatchick Elmar Brok an den Besuchergruppen im EU-Parlament regelmäßig bereichert.  Danach hat Brok über längere Zeit von seinen Besuchern 150 Euro pro Kopf verlangt, um die Kosten für deren Aufenthalte zu begleichen.

Dieser Betrag wurde ihm jedoch, wie auch allen anderen Parlamentariern, die Gästegruppe betreuen, von der Verwaltung des Parlamentes erstattet. Das Geld der Besucher blieb also als Reingewinn von fast 18 000 Euro angeblich in den Taschen des CDU-Mannes hängen, der mit einem Jahresgehalt von etwa 100 000 Euro nicht gerade von Brosamen leben muss und überdies noch andere Vergünstigungen genießt, wie ein Weltartikel eindrucksvoll belegt.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Portal wehrt sich Brok gegen die Vorwürfe der Bereicherung und gibt an, dass die Erstattungsbeträge seitens der EU-Verwaltung die Unkosten nicht deckten. Laut Politico liegen hingegen Unterlagen vor, die zeigen, dass die Kosten pro Kopf weit weniger als 150 Euro betragen.

Wohin das überzählige Geld geflossen ist, beantwortete der Parlaments-Veteran nicht. Warum auch. Er wird auf eigenen Wunsch nicht mehr für eine weitere Legislaturperiode zu Verfügung stehen. Bei der Landesvertreterversammlung der NRW-CDU hat er sich deshalb nicht als Kandidat für die nicht EU-Wahl aufstellen lassen. Der 72-jährige Brok gehört dem EU-Parlament seit 1980 an und ist damit länderübergreifend der EU-Parlamentarier mit der längsten Amtszeit. (KL)

 

 

 

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