Altersbestimmung Flüchtlinge: Jetzt wird erstmal eine 1-Million-Studie gemacht

Röntgen Altersbestimmung (Foto:Von Tridsanu Thopet/shutterstock)
Röntgen Altersbestimmung (Foto:Von Tridsanu Thopet/shutterstock)

Immer wieder bricht Streit aus, wenn es um die Altersbestimmung von sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geht. Jetzt pumpt Gesundheitsminister Jens Spahn erst mal eine Million Euro Steuergelder in eine Studie, die untersuchen soll, ob Ultraschall zur Feststellung des angegebenen Alters genutzt werden kann. 

Gerne wird von Asylbewerbern ihr wahres Alter runtergerechnet – als „unbegleitete Minderjährige“ können sie nicht abgeschoben werden und haben das sofortige Recht  auf den Schulbesuch oder eine Ausbildung.

Seit Jahren wird über die Methodik gestritten. Obligatorische Alterskontrollen mittels Röntgenuntersuchungen seien ein „Eingriff in das Wohlbefinden“ der Neubürger, aus ethischen und medizinischen Gründen abzulehnen, befand die Bundesärztekammer und würgte einen entsprechenden Vorschlag des Gesundheitsministeriums im vergangenen Jahr ab.

Auf der Suche nach einer Alternative steckt CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn laut Deutsche Welle jetzt 1 Million Steuer-Euro in eine Studie, um herauszufinden, ob Ultraschall zur Altersbestimmung herangezogen werden kann. Das Fraunhofer-Institut hatte ein ein kleines tragbares Gerät, dass nicht viel größer als ein Schuhkarton ist, dafür entwickelt.

„Ich kann verstehen, warum Ärzte bei der Bestimmung des Alters junger Migranten nur ungern Röntgenstrahlen verwenden“, erklärte der 38-jährige Spahn. „Aber wir müssen das Alter bestimmen. Weil dies Auswirkungen auf das Asylverfahren und – im Zweifelsfall – auf Gerichtsverfahren hat. Deshalb müssen wir einen Weg finden, um dies so minimalinvasiv wie möglich zu machen.“

Die Ergebnisse der 1-Millionen-Euro-Studie sollen bis Ende 2020 vorliegen. Immerhin. (MS)

 

 

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