Was Flüchtlinge so alles brauchen – Sogar einen „Wohnungsführerschein“

Müll trennen will gelernt sein (Foto: Von Aleksandra Suzi/Shutterstock)

Gießen – Hessen machts vor. Um männlichen muslimischen Neubürgern den normalen Umgang mit Frauen klarzumachen und überhaupt mit den Grundlagen des Rechtsstaates vertraut zu machen, hat die Landesregierung bereits 2016 einen viel belächelten Comic herausgegeben (FAZ). Nun hat der Landkreis Gießen nochmal nachlegt und will laut Hessenschau mit einem „Wohnungsführerschein“ Asylbewerbern einfacher machen, eine eigene Wohnung zu finden. Auf dem Lehrplan stehen Mülltrennung, Energiesparen – und der Umgang mit Vermietern.

Aus der medialen Taufe gehoben wurde das Projekt am Freitag in der Gemeinschaftsunterkunft von Pohlheim-Garbenteich, hinter dem Sportplatz, von der Landrätin Anita Schneider. Sie überreichte vier Männern und zwei Frauen aus Afghanistan den sogenannten Wohnungsführerschein. „Ein bisschen ein feierlicher Augenblick“, findet die SPD-Politikerin. Erstmals vergibt der Kreis die Bescheinigung, die Asylbewerbern helfen soll, eine Wohnung zu finden.

Rund 800 Menschen leben nach Angaben der Stabsstelle für Flüchtlingswesen im Kreis Gießen noch in Gemeinschaftsunterkünften, unter ihnen einige, deren Asylantrag anerkannt wurde oder die eine gute Bleibeperspektive haben, die also schon längst in eine eigene Wohnung ziehen könnten – wenn sie denn eine finden würden, berichtet der Leiter der Stabsstelle Achim Szauter.

Neben den Lösungen praktischen Dinge wie Mülltrennung sollen die Flüchtlinge laut Landrätin Schneider über ihre Rechte informiert werden und so in die Lage versetzen, mit den Wohnungseigentümern auf Augenhöhe zu verhandeln. „Wir lernen immer wieder voneinander“, sagt sie.

Dabei sind es nicht die Rechte, sondern eher die Pflichten, die von Flüchtlingen oft vernachlässigt werden. So berichtet Szauter, „dass manchen Flüchtlingen nach kurzer Zeit wieder die Wohnung gekündigt wurde, weil sie nicht in Ordnung gehalten wurde, oder dass der Landkreis die viel zu hohen Nebenkosten-Abrechnungen nicht bezahlen konnte, weil viel zu viel Wasser und Strom verbraucht wurden.“

Den Wohnungsführerschein hat Gießen von anderen Landkreisen übernommen. Im Nachbarkreis Lahn-Dill war er früher Voraussetzung, um eine Wohnung beziehen zu können, inzwischen ist das Programm freiwillig.

Und was sagen die Zuwanderer zum Wohnungsführerschein. Dazu Esmail Ahmadi zum HR: In einer eigenen Wohnung zu leben „wäre ein sehr gutes Gefühl. Ein eigenes Haus ist viel besser als eine Gemeinschaftsunterkunft“, sagt er. Doch er steht noch vor einer anderen Hürde: Zuvor müsste sein Asylantrag bewilligt werden.

Diese „Hürde“ ist wohl eher eine Zeitfrage, und die wird sogar bei kriminellen Asylbewerbern stets positiv entschieden. Wer einmal in Deutschland ist darf für immer bleiben. Nur bei gut integrierten Christlichen Flüchtlingen zeigt das marode System Härte. Nach dem Motto von Tübingens kritischen OB Palmer (WELT): „Anständige werfen wir raus, harte Kerle dürfen bleiben.“ (KL)

 

 

 

 

 

 

 

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