Weil er kein Linker ist? TU Dresden beendet Zusammenarbeit mit Werner J. Patzelt

Werner J. Patzelt (Bild: Mehr Demokratie - Jubiläumstagung: 25 Jahre Mehr Demokratie; CC BY-SA 2.0; siehe Link)
Werner J. Patzelt (Bild: Mehr Demokratie - Jubiläumstagung: 25 Jahre Mehr DemokratieCC BY-SA 2.0; siehe Link)

Dresden – Die TU Dresden hat den Antrag des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner J. Patzelt auf eine Seniorprofessur nicht unterstützt. Die Leitung der staatliche Uni begründete ihre Entscheidung damit, dass Patzelt „auf unzulässige Weise die wissenschaftliche und die politische Rolle vermenge“.

Patzelt wird zudem eine Nähe zur AfD nachgesagt. Auch die aktuelle Beteuerung des  65-jährige Politikwissenschaftlers auf Facebook, wie auch seine Trauer darum, dass kaum einer der berichtenden Journalisten zur Kenntnis genommen habe, wie er „wirklich“ zur AfD stehe, ändert an der Kritik und schlussendichen Entscheidung der mutmaßlich linkspolitisch orientierten Universitätsleitung nichts.

CDU-Mitglied Patzelt, der am Wahlkampfprogramm der sächsischen CDU für die kommende Landtagswahl mitschreibt, weist den Vorwurf der Unileitung, er vermische wissenschaftliches mit politischem zurück.  Patzelt macht gegenüber der Dresdner Neuesten Nachricht (DNN) geltend, dass er sich immer nur für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eingesetzt habe – auch gegenüber seinen Feinden und Gegner.

Vor zwei Wochen erklärte Patzelt im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Bremer AfD-Vorsitzenden, dass hiermit in der Gesellschaft ein neuer Höhepunkt der Verrohung der politischen Sitten erreicht sei. Gewalt gegen andere sei offensichtlich kein Alleinstellungsmerkmal von Rechtsradikalen: „Beginnend mit Lust auf Gewalt gegen Sachen, etwa auf die Büros und Wohnungen von politischen Gegnern, entgrenzt sich politische Feindseligkeit bis zur Verletzung der Menschenwürde durch Schläge und Tritte“, so der Politologe der seine Facebook-Stellungnahme mit dem Wunsch abschloss: „Hoffentlich gelingt es uns, wieder ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem sich jeder Gedanke daran verbietet, einem Gegner anders als mit Argumenten zuzusetzen. Doch leider ertragen es viele nicht mehr, mit einem Andersdenkenden zu streiten, sondern wollen allein schon dessen Existenz nicht mehr hinnehmen. Wer solchen Empfindungen folgt, der dient aber nicht unserer pluralistischen Demokratie, sondern verhält sich als ihr Feind“.

Werner Patzelt ist seit 1991 in Dresden Politikprofessor an der TU und war Gründungsprofessor des Dresdner Instituts für Politikwissenschaft. Patzelts bisherige Professur an der staatlichen TU Dresden endet somit regulär Ende März. (SB)

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