Die dürfen das: Kurden und Linke stürmen WDR-Studio

Links: IB klebt Plakate bei der TAZ, Rechts: Kurden und Linke stürmen das WDR-Studio; © jouwatch Collage
Links: IB klebt Plakate bei der TAZ, Rechts: Kurden und Linke stürmen das WDR-Studio; © jouwatch Collage

Bielefeld – Während der Mainstream nach der Plakatklebeaktion der Identitären Bewegung am Montag „Angriffe auf Redaktionsgebäude“ herbeiphantasierte und der Staatsschutz eingeschaltet wurde, waren es am Donnerstag nur „Demonstranten“, die in das Bielefelder WDR-Studio eindrangen, um einen Bericht über ihre terroristischen Genossen zu erzwingen. Der Sender verzichtet selbstredend auf eine Strafanzeige. Vom Staatsschutz und dessen Ermittlungen ist weit und breit nichts zu sehen. 

Ein „ungewöhnlicher Vorfall“ habe sich am Donnerstag im Studio Bielefeld des öffentlich-rechtlichen Rundfunks des WDR ereignet, berichtet die Neuen Westfälische (NW). Gegen 11 Uhr 30 Uhr stürmen neun kurdische und linke „Aktivisten“ in den Eingangsbereich des Studios mit dem Ziel, eine Fernsehberichterstattung über Hungerstreikende in der Türkei zu erzwingen, so die NW im Plauderton. Der Studioleiter habe die Polizei zehn Minuten nach der Stürmung informiert, da sich die „Aktivisten“ nicht mit dem Versprechen, das mitgebrachte Schriftstück weiterzuleiten, zufriedengeben wollten. Die „Demonstranten“ bestanden auf der Zusicherung für eine Berichterstattung durch den Sender.

Laut Angaben der Polizei war die Stimmung vor Ort sehr aufgebracht, da die „Aktivisten“ deutlich machten, das Gebäude nicht mehr verlassen zu wollen. Der Einsatzleiter erklärte den kurdischen Stürmern, die für ihren Terrorchef, den PKK-Führer Abdullah Öcalan um Aufmerksamkeit „werben“ und ihren linksextremistischen Unterstützern, dass ihr “ Thema durchaus seine Berechtigung habe“. Jedoch dürfe eine Medienberichterstattung nicht erzwungen werden. Zudem teilte er den Eindringlingen mit, dass der Sender auf Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch verzichten werde, wenn sie friedlich wieder abziehen würden. Laut NW nahmen die „Aktivisten“ das Angebot an und verließen das Gebäude.

Während der Mainstream das gewaltsame Eindringen von Kurden und Linksextremisten in eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt zu einem harmonischen Stelldichein von ein paar Aktivisten mit angeblich berechtigtem Thema verklärt, wird von den Qualitätsmedien ein ganz anderer Ton angeschlagen, wenn es um die Identitäre Bewegung geht.

So titelte die Welt am Dienstag: „IDENTITÄRE BEWEGUNG – Angriffe auf Redaktionsgebäude und Parteizentralen“. Dem Leser wird suggeriert, dass die patriotische Jugendbewegung marodierend in das ARD-Hauptstadtstudio oder das Redaktionsgebäude der taz eingedrungen sei. Tatsächlich initiierte die IB eine bundesweite Aktion, bei der die Aktivisten friedlich Plakate an den Gebäuden von Parteizentralen und Mainstreamredaktionen angebracht hatten. Wahrheitswidrig behauptete eine Mitarbeiterin der taz, von einem IB-Mitglied angegriffen worden zu sein. Auf einer Videoaufzeichung ist jedoch eindeutig zu sehen, dass die Aggression von benannter taz-Mitarbeiterin ausging (jouwatch berichtete).

Im Gegensatz zum gewaltsamen Eindringen in das Bielefelder WDR-Studio durch eine neunköpfige Kurdentruppe samt linksextremistischer Unterstützung, stellte die taz sehr wohl Anzeige gegen die IB wegen Hausfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Und sehr wohl ermittelt der Staatsschutz, so die Mitteilung der tagesschau in einem ausgiebigen Artikel. Die Stürmung des WDR-Studios in Bielefeld war dem regierungstreuen Nachrichtenportal, wie auch den meisten anderen „Qualitätsmedien“, indes keine Silbe wert. (SB)

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