Gelbwesten-Demonstrant im Koma: „Wenn Macron seine Revolution haben will, dann kriegt er sie!“

von Bianca Hoekstra

screenshot YouTube
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Paris – Es sind erschreckende Bilder von der 9. Gelbwesten-Demonstration, die die Hilfsorganisation „Demo-Sanitäter“ auf ihrer Facebook-Seite zeigt. Die Polizei setzt nicht nur massiv Wasserwerfer und Gasgranaten ein. Sie schießt jetzt auch scharf mit sogenannten Flashball-Waffen. Ein Demonstrant liegt derzeit im künstlichen Koma, nachdem ihn eines dieser Hart-Gummigeschosse der Polizei traf.

Feuerwehrmann Olivier Beziade hatte an den Gelbwesten-Protesten am vergangenen Wochenende in Bordeaux teilgenommen. Dabei wurde er von einem Hartgummigeschoss aus einer sogenannten Flashball-Waffe von hinten am Kopf getroffen. In einem Video ist zu sehen, wie andere Demonstranten versuchen, dem auf dem Boden knienden und stark blutenden 30-Jährigen zu helfen. Nun liegt der dreifache Familienvater laut MailOnline im Koma. „Die Polizei hat auf uns geschossen, wie auf Kaninchen“, erklärt seine Frau. Nach Angaben seiner Familie habe er eine sehr schwere Kopfverletzung erlitten.

„Die Demonstration war friedlich. Dann kam ein bisschen Panik auf. Wir wollten den Tränengas-Schwaden ausweichen und machten uns auf den Rückweg. Wir waren schon auf dem Rückweg, als mein Mann am Kopf getroffen wurde. Ich bin wütend. Das ist inakzeptabel. Ich werde das nicht hinnehmen“, so die aufgebrachte Ehefrau von Olivier Beziade.

In Frankreich wird nicht mehr nur mit Tränengas, sondern auch mit den „nicht-tödlichen“ Hartgummi-Handfeuerwaffen – sogenannten Flashballs – gegen die Macron-Aufständler scharf geschossen. Die Polizisten haben zwar Anweisung, nicht auf die Köpfe zu zielen, doch das scheint ihnen oftmals nicht wirklich zu gelingen, wie der Fall Beziade beweist. Die Reaktion auf Macrons Kampfansage, die Aufstände gegen ihn niederzuschlagen, bleibt nicht aus:

„Wenn Macron seine Revolution haben will, dann kriegt er sie“, so die Antwort der Gelbwesten laut „Demo-Sanitäter“, einem Hilfsprojekts, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, die aufkommenden Konflikte in Europa zu begleiten und Verletzten zu helfen. Sie veröffentlichen auf ihrer Facebook-Seite erschreckende Bilder der Gewalt und berichten, dass die Polizei Gasgranaten zwecks Tarnung in Gourmet-Transportern anliefern lässt, damit die Wagen vorher nicht von Demonstranten gestoppt werden können.

Angesichts der nicht abflauenden Proteste gegen seine Regierung, flutet Präsident Emmanuel Macron Frankreichs Straßen mit immer mehr schwer bewaffneten Polizeikräften. Die Vorwürfe gegen Teile der Polizei werden immer lauter. Einige von ihnen werden beschuldigt, gewalttätig zu sein – vom unverhältnismäßigen Schlagstock-und Chemie-Waffeneinsatz, von Betäubungsgranaten und Hartgummigeschossen ist die Rede. (BH/MS)

 

Die Polizei in Paris setzt Gasgranaten gegen die Demonstranten ein; Foto: Screenshot
Die Polizei in Paris setzt Gasgranaten gegen die Demonstranten ein; Foto: Screenshot

 

 

 

 

 

 

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