Oh Wunder! – DITIB noch enger an Erdogans Leine

Foto: Durch Christian Mueller/Shutterstock
Haus des Hasses? (Foto: Durch Christian Mueller/Shutterstock)

Köln – Über die Naivität der deutschen Qualitätspresse kann man nur noch den Kopf schütteln. Da ist es doch tatsächlich einem Journalisten der Zeitung mit den „Klugen Köpfen“ aufgefallen, dass „Ankara den deutsch-türkischen Moscheeverband Ditib noch enger an die Leine nimmt“. Der neue Vorstand des Vereins bestehe aus drei türkischen Regierungsvertretern.

Wer eigentlich hätte nach der dubiosen Islamkonferenz mit ranghohen staatlichen DITIB-Vertretern in Köln unter Einbindung von radikalen Islamisten etwas anders als das erwartet? Etwa einen „Neuanfang“? Und so heißt die Überschrift des FAZ– Berichtes von Reiner Burger „Neuanfang ohne Neuanfang“. Man könnte daraus ein Wortspiel machen. Die nihilistische Naivität neoliberaler Nerds über einen nie geplanten Neuanfang im politischen Nirgendwo. Die DITIB hat sich nie verändert oder geändert. Sie untersteht seit Jahr und Tag direkt der staatlichen Religionsbehörde Diyanet in Ankara. Was eher erstaunt sind die vehement verteidigten Dialoge mit Vertretern einer Religionsbehörde, die zum Beispiel bis heute den Völkermord an bis zu einer Million Armeniern und Aramäern abstreiten und Kinder in ihren Moscheen in Uniformen paradieren lassen.

Neuer Vorsitzender weist Kritik zurück und will Islamisten-Kurs fortsetzen 

Wie wenig sich die DITIB in ihrem Verhalten und vor allem Unrechtsbewusstsein geändert hat, beweist jetzt auch der FAZ Artikel in der gestrigen Online-Ausgabe. So meinte der neue Vorsitzende Kazim Türkmen bei einer Pressekonferenz in Köln, der Islam-Dachverband DITIB wolle nach langanhaltender Kritik einen Neustart angehen, seine Arbeit und Struktur aber nicht „abrupt“ ändern. Gleichzeitig wies er die Vorwürfe gegen seine von Ankara gelenkte „Staats-Religionsgemeinschaft“ entschieden zurück. So sagte der Religionsbeamte: „Die DITIB sei zur „Zielscheibe“ geworden, es habe viele „unberechtigte Angriffe“ gegeben. Rückbesinnung auf Sachthemen wären nötig.“ Damit meint Türkem vor allem die Anerkennung als in Deutschland anerkannte Religionsgemeinschaft.

Weiter beklagt der 46-Jährige „eine einseitige Debatte über die DITIB.“ Die Beiträge des Verbandes für ein friedliches Miteinander würden nicht angemessen wahrgenommen. Stattdessen gebe es eine „Eskalation der Debatten“. Viele Muslime fühlten sich inzwischen durch den Verlauf der Diskussion über die DITIB ausgegrenzt.

Nichts Neues also aus der Domstadt. Zuerst 2016 Regimegegner ausspionieren, dann Kinder mit Paraden zu Propagandazwecken missbrauchen, schließlich ein Islamistenkongress veranstalten und eine eigene Islamkonferenz einfordern, und sich dann als Opferlamm darstellen. Die übliche Taquia, die seit mehr als zwanzig Jahren dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche folgt. Und ebenso lang fallen Toleranz besoffene Eliten aus Staat und Kirche auf diese perfide Masche rein. Trotz Verfolgung von Minderheiten und Oppositionellen, trotz Unterdrückung von Andersdenkenden und einer im Alltag praktizierten Scharia – zum Beispiel Zwangsverheiratung, die allen regeln des Grundgesetzes zuwiderläuft.

Woher soll der „Neuanfang“ kommen und warum auch? Nach wie vor schwänzeln die deutschen Eliten um diese Kriegstreiber, die zur Hauptmacht des Orients aufsteigen wollen und mit Panzern in die Nachbarländer einmarschieren herum und versuchen ihren „religiösen“ Arm als Partner für einen flächendeckenden islamischen Religionsunterreicht zu gewinnen. Warum soll es da ein Neuanfang geben? Es geht doch auch mit den Altlasten gut voran.

Jetzt hat sogar eine Erdogan und DITIB-Vertraute den Sprung auf einen guten Posten in der Bundeszentrale für politische Bildung geschafft.  Einer geprügelten Köterrasse kann man jeden Napf vorsetzen. Sie frisst alles. So ist auch das Bild von der „engen Leine“ falsch. Die DITIB braucht keine Leine. Sie selbst ist der frei herumlaufende Schweißhund und Deutschland ist das aufgescheuchte Wild. Bereits vor dem DITIB-Moschee-Bau war alles über die Organisation bekannt. Angesehene Publizisten wie Giordano aber auch Günther Wallraff haben eindringlich vor einem Stützpunkt des türkischen Nationalismus und Islamismus gewarnt. Wer sich heute noch ernsthaft über die DITIB-Politik aufregt oder gar enttäuscht ist, muss mit Blindheit geschlagen sein. Der Rest des FAZ-Bezahl-Artikels ist deshalb sein Geld nicht wert. Außer man will seine kostbare Zeit mit Worthülsen vertreiben. (KL)

 

 

Loading...