Widersprüche in der Vielfaltsideologie

Young German

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Kürzlich kam ich an einem Plakat vorbei, das mich kurz innehalten ließ. «Erfolg durch Vielfalt und Zusammenhalt» stand dort in bunten Buchstaben. Aber wenn eine Sache gemeinhin bekannt und wahr ist, besteht doch kein Grund dies noch zu betonen. Die Qualität eines Produktes spricht dann für sich und benötigt keine Werbung.

Wenn unendliche Vielfalt gut wäre, müsste man doch eigentlich nicht ständig darauf hinweisen müssen. Dabei fiel mir auf, dass dieses Narrativ eigentlich überall gefahren wird, wenn es um Multikulturalismus geht. Viele Kulturen und Ethnien, die miteinander auskommen müssen, weil die Politik diesen Gesellschaftsweg forciert. Dass es hier zu Spannungen kommt, sollte nicht verwunderlich sein. Und gerade deshalb wird gewohntermaßen häufig von allen Vertretern dieser Ideologie betont, dass Vielfalt den «Zusammenhalt» stärke oder sonst wie positive Eigenschaften hätte, die wir Kritiker nur nicht sehen würde. Vielfalt würde uns bereichern, stärke den Zusammenhalt und verbessere die Demokratie, so das Narrativ.

«Die Bunte Bande! Gemeinsam sind wir stark!» (AktionMensch) als Inklusionsbuch für Kinder fällt mir da ebenfalls sofort ins Auge. Schon früh wird das Märchen erzählt, dass eine immer größere ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt zu mehr Stabilität, Zusammenhalt und Fortschritt führe. Die New York Times brachte schon vor einiger Zeit die Studie eines Harvard Professors namens Robert Putnam in den Diskurs, der feststellte: Umso homogener und weniger vielfältig (ethnisch, kulturell) eine Region, desto mehr Vertrauen und soziales Engagement in der Gesellschaft gibt es. Auf der anderen Seite bedeutet dies, dass umso ethnisch und kulturell durchmischter eine Gemeinschaft ist, desto misstrauischer sind die Menschen und desto weniger engagieren sie sich für die Gemeinde, weil es keine gemeinsame Identität gibt. Zu viel ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt, vor allem die Konkurrenz mehrerer größerer Identitäten in einem Raum, führt zu Konflikten. Das beweist die Geschichte der Nationen und dafür muss man nicht einmal weit in der Historie zurückgehen. Denken wir nur an Tito und Jugoslawien, das sofort implodierte und entlang ethnischer und kultureller Linien in Flammen aufging. Auch die Sowjetunion wurde nur durch Stärke zusammengehalten und zerbrach danach in die vielen Teilidentitäten, die heute eigene Staaten der ehemaligen UDSSR bilden dürfen.

Ein kleines Maß an Vielfalt mag durchaus Bereicherung bringen und der Gesellschaft förderlich sein. Entstehen jedoch Parallelgesellschaften mit Herrschaftsanspruch innerhalb eines Staatengebildes, gibt es keine nationale Einheit mehr und der Konflikt ist vorprogrammiert. Wer also sagt, dass Vielfalt den Zusammenhalt stärke, lügt einfach oder glaubt wirklich, dass die Babylonisierung Europas ein Segen sein wird.

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