AIDS – ein Tabuthema bei Flüchtlingen aus Afrika und die Gefahr einer nicht mehr zu beherrschenden Katastrophe

Niki Vogt

Afrikanische Einwanderer auf dem Weg nach Europa. Foto: Screenshot

Die „ÄrzteZeitung“ adressierte das Thema schon im Frühjahr 2018: „Fast ein Drittel der HIV-Neudiagnosen entfallen auf Migranten. Doch nach der Diagnose werden sie oft allein gelassen. (…) Viele Flüchtlinge haben offenbar Angst, wegen ihrer HIV-Infektion abgeschoben zu werden“.

Dabei bezieht sich die ÄrzteZeitung auf die neuesten Zahlen des Robert Koch-Institutes (RKI). Bis zu 15% dieser Neuinfektionsfeststellungen beziehen sich auf Einwanderer aus Ländern in Afrika südlich der Sahara, dabei macht diese Gruppe nur 0,25% der Bevölkerung in Deutschland aus. Die Mehrheit dieser Neudiagnostizierten hatte sich die Infektion im Ausland geholt, bzw. die Krankheit von dort mitgebracht. (Stand Juli 2015)

Der relative Anteil von HIV-Neudiagnosen bei Menschen deutscher Herkunft fiel nach Angaben des RKI von 68% der Neudiagnosen auf 64%. Im Vergleich zum restlichen Bundesgebiet wurde das Virus mit 12,9 Betroffenen auf 100.000 Einwohner am häufigsten in Berlin diagnostiziert. Thüringen hatte mit 1,9 von 100.00 Einwohner mit einer positiven HIV-Diagnose die niedrigste Rate in Deutschland. Der Bundesdurchschnitt lag 2015 bei 4,4. Insgesamt verzeichnete die Bundesrepublik damals 30% mehr Neudiagnosen.

Das Problem ist schon lange bekannt…

Schon 2013 schrieb der Spiegel „AIDS in Südafrika – Fast ein Drittel aller Schulmädchen ist HIV-positiv“ und zeigte sich schockiert. Der österreichische Standard meldete im Juli 2016, dass die HIV-Situation katastrophal sei. Jeder Fünfte, also 20%, sei infiziert. In Botswana und Swaziland sehe es aber noch schlimmer aus. Die Organisation SOS-Kinderdörfer nennt AIDS in Afrika eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit:

Südlich der Sahara ist die Epidemie die häufigste Todesursache. Zwei Drittel aller HIV-Infizierten weltweit sind Afrikaner. Die Armutskrankheit Aids hat verheerende soziale und auch wirtschaftliche Folgen.“

Die Zahlen, die hier aufgeführt werden, sind unmissverständlich:

  • Etwa 36,7 Millionen Menschen sind weltweit mit HIV infiziert, darunter 2,1 Millionen Kinder
  • Rund 25,5 Millionen der Infizierten leben in Afrika südlich der Sahara.
  • 2016 waren 730.000 Aids-bedingte Todesfälle in der Region zu beklagen.
  • Mehr als zwei Drittel der weltweiten HIV-Neuinfektionen entfallen auf Subsahara-Afrika. Damit ist die Region am stärksten von der HIV/Aids-Pandemie betroffen.
  • Von den insgesamt 25,5 Millionen Infizierten in Afrika südlich der Sahara sind 1,85 Millionen jünger als 15 Jahre.
  • Zu den am stärksten unter der HIV-Epidemie leidenden Ländern gehören die afrikanischen Staaten Swasiland, Botswana, Lesotho, Malawi, Namibia, Nigeria, Kenia und Simbabwe.

…und kommt nun langsam nach Deutschland

So beredt diese Organisationen zu diesem Thema sind, wenn es darum geht, Hilfe und Spenden für Afrika und die notleidenden, AIDS-infizierten Menschen dort zu sammeln, so schmallippig sind die staatlichen und medizinischen Institutionen hier in Deutschland, wenn es darum geht, die Fakten und Probleme zu benennen, die Einwanderer und Infektionsträger aus diesen Ländern mit sich hierher bringen.

Die Deutsche Aidshilfe schickte bereits 2015 einen Hilfeschrei. Auf der Seite der Organisation erschien ein Beitrag mit der Überschrift „Wir sind längst an der Grenze unserer Belastbarkeit“. Die wachsende Zahl von Asylsuchenden überfordere nicht nur viele Kommunen, sondern stellt auch Aidshilfen vor Probleme.

Wir sind längst an der Grenze unserer Belastbarkeit“, sagt Natalie Rudi, Geschäftsführerin der Aidshilfe Oberhausen. Anderthalb feste Stellen stehen aktuell für die Betreuung ihrer rund 150 Klienten bereit. Ein Drittel von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Darunter sind auch 15 Asylbewerber, die auf einen Aufenthaltsstatus hoffen – 15 von 1.000 Asylbewerbern, die derzeit in Oberhausen leben. Für dieses Jahr werden bis zu 700 weitere erwartet. Wie viele davon die Unterstützung der Aidshilfe brauchen werden, kann jetzt noch niemand einschätzen.

Ortswechsel. Auch in Freiburg im Breisgau ist die Arbeit im Bereich Asyl und Migration in den letzten Jahren deutlich angewachsen. Derzeit kümmert sich die lokale Aidshilfe um 65 HIV-positive Asylsuchende.“

Verlässliche Zahlen sind Mangelware

Das Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung (vormals Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) ist nach eigenen Angaben ein führendes Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung in Deutschland und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es wurde 1926 gegründet und arbeitet seit 1943 in rechtlicher Selbständigkeit als eingetragener Verein; es dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken. „Gesundheit“ gehört mit zum Kompetenzbereich des Instituts.

Am 08. Januar 2019 veröffentlichte das RWI den Beitrag „Sie sind wahrscheinlich HIV-Positiv“, in dem darüber aufgeklärt wird, wie man selbst schnell und sicher testen kann, ob man HIV-positiv ist oder nicht. Nämlich per Schnelltest aus der Apotheke. Es wird einiges zu dem Test erklärt und erläutert, z.B. wie wahrscheinlich ein falsch-positives Ergebnis sein könnte.

Dazu stellt das RWI eine Überschlagsrechnung an, und hier finden wir Zahlen.

In Deutschland leben laut dem Statistischen Bundesamt etwa 69 Millionen Menschen, die älter als 18 Jahre sind. Von ihnen sind geschätzt etwa 11.400 infiziert, ohne es zu wissen: davon 2.700 durch heterosexuelle Kontakte, die anderen durch Sex zwischen Männern oder intravenösem Drogengebrauch (www.rki.de). Von je 6.000 Deutschen ist also etwa einer infiziert (69 Millionen dividiert durch 11.400). Dieser wird mit Sicherheit (100 Prozent) positiv testen. Unter den 5.999 Personen, welche nicht infiziert sind, erwarten wir jedoch weitere 12, die ebenfalls positiv testen. Das folgt aus der Falsch-Alarm-Rate von 0,2 Prozent.“

Das muss man zwar mehrfach lesen, um es zu verstehen, das ist aber nicht der Punkt.

Es geht um die Zahlen. Deutschlands Bevölkerung ist nicht 100% deutsch. Es gibt dementsprechend keine 69 Millionen Deutsche, die älter sind als 18 Jahre. Die vom RWI getroffene Aussage „von je 6.000 Deutschen ist also etwa einer infiziert (69 Millionen dividiert durch 11.400)“ ist daher falsch. Es gibt laut Destatis 72,32 Mio. Deutsche…

 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150613/umfrage/anzahl-der-deutschen-mit-und-ohne-migrationshintergrund/

 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/

 

Davon sind also 68,25% volljährig (2,63+2,68+15,75+24,1+5,38+17,71).  Es geht demnach um eine Größenordnung von 49,35 Millionen Erwachsenen. 49,35 Millionen dividiert durch 11.400 ergibt aber 6.431,58 und nicht 6.000. Das heißt, von 6.431 Deutschen wäre einer infiziert. Ein Blick auf die Welt-Aids-Karte zeigt, dass die afrikanischen Länder der Subsahara – also südlich der Sahara – die zehnfache Aidsrate der Europäer haben. (Nämlich 4,1% statt, wie in Europa, 0,4%):

 

Sogar die Mainstreammedien schreiben ganz offen, dass Deutschland für die Migranten aus Schwarzafrika, nämlich diese Länder der Subsahara, das Hauptzielland ist.

 

https://www.welt.de/politik/ausland/article174796884/Millionen-Fluechtlinge-aus-Afrika-Zweite-Phase-der-Migration-hat-laengst-begonnen.html

 

Betrachten wir die Zahlen bis 2017, leben 53 Prozent aller in der EU 2017 anerkannten Flüchtlinge in Deutschland.

 

https://www.welt.de/politik/ausland/article177733806/Neue-EU-Migrationsstatistik-Die-meisten-Asylsuchenden-kommen-nach-Deutschland.html

 

Am 01. 08. 2017 veröffentlichte „Die Welt“ ein paar hochinteressante Zahlen:

Mittlerweile haben auch 2,3 Millionen Menschen ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Das ist ein Zuwachs von fast 51 Prozent im Vergleich zu 2011. Auch die Zuwanderung aus Afrika gewinnt an Bedeutung. Rund 740.000 Menschen sind afrikanischer Herkunft, das sind gut 46 Prozent mehr als im Jahr 2011. Die Türkei ist nach wie vor mit Abstand das wichtigste Herkunftsland, hat aber in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren.“

 

 

Gehen wir von der Zahl von 740.000 Menschen aus Afrika aus. Wenn 4,1% davon tatsächlich AIDS infiziert sind, ergibt das 30.340 Aids-Infizierte (von 2014 bis 2017) in Deutschland.

Der Tagesspiegel vom 30.11.2018 schreibt:

Insgesamt leben in Berlin etwa 14.900 Männer und Frauen mit HIV, allerdings wissen mehr als 10 Prozent (etwa 1600) davon (noch) nichts.“

Berechnet man nur die in der AIDS-Weltkarte für Europa dokumentierten 0,4% HIV-Infizierten für die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland von 82.790.000 (Zweiundachzig Millionen Siebenhundertneunzigtausend), dann bedeutet das, dass ein Prozent 827.900 (Achthundertsiebenundzwanzigtausend Neunhundert) beträgt. Das mit 0,41% multipliziert ergibt 331.160 HIV-Infizierte in Deutschland. In Worten: Dreihunderteinunddreißigtausend Einhundertsechzig Infizierte in Deutschland. Und das bei 0,4% Infektionsrate.

Wenn von 6.000 Deutschen nur einer infiziert wäre, dann hätten wir in der Bundesrepublik 13.798 HIV-Infizierte, eine Zahl, die um ein paarhundert Prozent zu niedrig ist. Denn 0,4% von 6.000 sind schon 24 Infizierte, nicht nur einer. In Bezug auf AIDS werden wir also eindeutig massiv angelogen. Und bei einer Einwanderung von weiteren Afrikanern mit einer HIV-Infektionsrate von 4,1% wird die Zahl noch deutlich steigen. Selbst, wenn die „Durchseuchungsrate“ von AIDS sich nur auf 2% einpendeln würde, hieße das, dass in Deutschland 1.655.800 AIDS-Infizierte Menschen leben. Das ist eine Großstadt.

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben bereits im Jahr 2011 fast 600 Millionen Euro für die medikamentöse Therapie ausgegeben. Die Kosten einer gängigen Dreifachtherapie für einen Patienten liegen zwischen 14.000 und 21.000 Euro pro Jahr. Das würde bedeuten, dass bei einem Schnitt von 18.000 €/Jahr allein heute schon die HIV-Infizierten Zuwanderer 546.120.000 € kosten, also eine halbe Milliarde pro Jahr. Bei einer Infektionsrate von zirka eineinhalb Millionen Menschen in Deutschland wären das 27 Milliarden €, die nur für HIV-Therapien fällig würden. Was wahrscheinlich unser Gesundheitssystem gar nicht mehr leisten könnte.

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