Pressearbeit – In der AfD ein Desaster

Foto: Collage

Jouwatch hatte sich schon des Öfteren darüber mokiert, dass die Medien- und Pressearbeit in der AfD auf fast allen Ebenen (Ausnahme der Landesverband Sachsen) eine einzige Katastrophe ist. Hier haben die offensichtlich völlig überforderten und vom Erfolg überraschten Entscheidungsträger personell ins Klo gegriffen und diesen für jede Partei absolut wichtigen Bereich mit Amateuren oder abgehalfterten Profis vollgestopft. Dazu kommt, dass die von Eitelkeit geblendeten Politiker immer wieder in die Falle der Mainstream-Medien tappen und sich das Falsche aus der Nase ziehen lassen, wo man doch wissen müsste, dass die linken Journalisten im Bezug auf die AfD wahrlich nur Böses im Schilde führen. Wie der jüngste Fall aus Bremen jetzt zeigt, wird man aus Schäden auch nicht klug.

Zu diesem neuerlichen Skandal gibt es einen guten Kommentar von Wolfgang Hübner

„Bremen: Ein Kommunikationsdesaster der AfD“

Wenn ein AfD-Bundestagsabgeordneter so brutal gewalttätig attackiert wird, dass auch sein Tod die Folge hätte sein können, dann ist das ein Verbrechen von nationaler Bedeutung und von nicht zu überschätzender politischer Brisanz. Denn bei den noch nicht festgestellten Tätern handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um irgendwelche Kriminelle, sondern um Linksextreme, die den tausendfach in Deutschland verbreiteten Bekundungen „Kein Platz für die AfD“ oder „Nazis raus!“ konsequente Taten folgen ließen.
Sowohl für die Bundestagsfraktion der AfD wie auch für die Parteiführung gilt bei einem solchen offensichtlich politisch motivierten Verbrechen die Aufgabe, das unerhörte Geschehen gegenüber der Öffentlichkeit so wirkungsvoll und aufrüttelnd wie möglich zu kommunizieren.
Es muss leider festgestellt werden: Das ist geradezu desaströs misslungen. Und es kann niemanden verwundern, dass dieses Versagen von all den Kräften, denen an der Diffamierung und Vernichtung der AfD liegt, entsprechend ausgenutzt wird. Damit aber wird die eigentliche Tat, der blutige Anschlag auf den Bundestagabgeordneten, immer mehr in den Hintergrund gedrängt von Mutmaßungen über den Tatverlauf.
Was ist so schlecht gelaufen bei der Kommunikationsstrategie der AfD im konkreten Fall?
1. Es gab offensichtlich überhaupt keine Kommunikationsstrategie für einen solchen nach vielen Vorkommnissen der Vergangenheit keineswegs unwahrscheinlichen Vorgang.
2. Hätte es eine entsprechende Kommunikationsstrategie gegeben, dann hätte der betroffene Bundestagsabgeordnete niemals Auskünfte über den Tathergang geben dürfen – außer gegenüber der Polizei und einem autorisierten Vertreter der AfD.
3. Dieser autorisierte Vertreter der AfD, ob nun aus Bremen stammend oder von der Fraktion aus Berlin nach Bremen entsandt, hätte sich mit der Fraktionsführung absprechen müssen, bevor diese vor die Öffentlichkeit trat.
4. Der betroffene Bundestagsabgeordnete hätte bei einer bereits vorhandenen Kommunikationsstrategie für solche Fälle, spätestens aber nach dem Kontakt mit dem autorisierten AfD-Vertreter, wissen müssen, sich auf keinen Fall und unter keinen Umständen auf Gespräche mit Medienvertretern einzulassen. Dann wäre es auch nicht zu der Verwirrung mit der möglichen Tatvariante „Raubüberfall“ gekommen.
5. Es bestand weder für den betroffenen Bundestagsabgeordneten noch für die AfD in Bremen oder Berlin Grund zu öffentlichen bzw. öffentlich gewordenen Aussagen oder Vermutungen über den Tatverlauf. Die weidlich zum Nachteil des Opfers und der AfD genutzte Debatte über den Gebrauch oder Nichtgebrauch eines „Kantholzes“ als Schlagwaffe hätte so vermieden werden können. Wäre sie doch in die Öffentlichkeit gelangt, dann eindeutig als Folge gezielter polizeilicher Indiskretionen – in Bremen jedoch sicherlich nicht ausgeschlossen.
6. Der Medien-Auftritt des AfD-Fraktionsvorsitzenden Gauland zu dem Fall war schlicht katastrophal: Gauland wirkte müde, alt und sehr unzureichend vorbereitet. Neben ihm stand der ziemlich glatte Pressesprecher der Fraktion, der für mich noch nie einen guten Eindruck der AfD nach außen vermittelt hat. Erkennt dieses Problem niemand in der AfD? Oder wird es einfach ignoriert? Die politischen Gegner machen es jedenfalls wesentlich besser!
Es geht bei dieser Kritik nicht um Besserwisserei. Aber Millionen Wähler und Sympathisanten der AfD haben Anspruch darauf, dass die gewählten Vertreter der Partei, insbesondere der Bundestagsfraktion, sich gerade in solch zugespitzten Situationen professionell vorbereitet zeigen. Denn sonst werden aus möglichen Chancen völlig unnötige Niederlagen. Die Lage in Deutschland ist nicht so, um sich solche Niederlagen leisten zu können. Und die schlechten aktuellen Umfrageergebnisse der AfD erlauben das gewiss auch nicht.

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