Betr. Schnee: Erdingers Post an Wagner

Max Erdinger - Foto: Jouwatch

Bei der BILD gibt es den legendären Wagner, Franz-Josef Wagner. Seine „Post von Wagner“ ist immer kurz, und insofern meisterlich, als daß er es bisweilen schafft wie kein anderer, maximal viel Schwachsinn in ein Minimum von Wörtern zu packen. Hut ab dafür. Das kann nicht jeder. Von Wagners größter Macke wußte ich. Das ist Angela Merkel. Ich glaube, der Walser und der Wagner haben sich schon einmal darum geprügelt, wer sie zum Essen einladen darf. Seit heute kenne ich Wagners zweite Macke: Mitten in einer Schneekatastrophe wird er zum subjektivistischen Wetterfühligen. Der Mann ist ein Phänomen.

Die Post von Wagner: „Man muss schon ein Idiot sein, um den Klimawandel zu leugnen. Nach der Hitze des Sommers, jetzt die Schnee-Massen.

Es ist kein lieblicher Winter, wo Kinder auf zugefrorenen Teichen Schlittschuh fahren.
Der Winter ist so brutal, wie der Sommer war. Im Sommer hatten wir Dürre, unser Getreide verdurstete, unsere Äcker waren wie Sand, wir konnten nicht schlafen in den tropischen Nächten.

Meterhoher Schnee türmt sich auf den Dächern auf, Dörfer sind abgeschnitten vom Leben, Straßen sind gesperrt, Hubschrauber versorgen die Eingeschlossenen.

Unsere erste Pflicht ist, die Schnee-Opfer zu retten. Unsere zweite Pflicht ist, die Erderwär­mung zu dämmen. Weil wir sonst verdursten in der Hitze oder ersticken in Lawinen.

Wir müssen unsere Erde retten.

Herzlichst,

Ihr F. J. Wagner“

Die Antwort:

Lieber Franz Josef Wagner,

man muß schon ein Idiot sein, um zu behaupten, daß jemand den Klimawandel leugnet. Nach dem Sommer, jetzt der Winter.

Der Winter ist so herrlich, wie der Sommer war. Es ist ein lieblicher Winter, in dem die Kinder auf verschneiten Hügeln schlittenfahren. Im Sommer hatten wir Dürre und Dicke gemischt am Badesee, niemand mußte verdursten, unsere Strände waren aus Sand und in lauen Sommernächten feierten wir ausgelassen bis in die Morgenstunden.

Bis zu einem Meter hoch türmt sich der Schnee pittoresk auf den Dächern, in den Dörfern leben noch alle, da sie von Hubschraubern versorgt werden, weil ein paar Straßen zugeschneit sind.

Unsere erste Pflicht ist, nicht von Schnee-Opfern zu reden. Unsere zweite Pflicht ist, nicht dämmlich daherzuquatschen. Weil wir sonst an Mittelohrvergiftung sterben, alter Schlawiner.

Wir müssen unseren Verstand retten.

Ziemlich herzlich

Ihr Max Erdinger

 

 

 

 

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