China (und nicht nur China) kann mit 5G Städte zu Waffen machen

Niki Vogt

Foto: Von viewimage/Shutterstock

China versucht, sich in der Entwicklung und Installierung von 5G eine „Pool-Position“ zu erkämpfen und die Führungsrolle zu übernehmen. Der ehemalige US-Luftwaffengeneral Robert Spalding sieht hier eine große Gefahr lauern. Seine Bedenken hatte er schon im Januar 2018 angemeldet und ein Memo veröffentlicht, indem er forderte, die US-Regierung müsse die Entwicklung des nationalen 5G-Netzes übernehmen. Er war damals nicht autorisiert, dieses Memo in die Öffentlichkeit zu geben und musste daraufhin seinen Sitz im nationalen Sicherheitsrat räumen. In diesem Memo hatte Spalding eindringlich davor gewarnt, dass eine fremde Macht sehr einfach via 5G umfassende technische Möglichkeiten habe, das Leben in einer Stadt vollkommen in den Griff zu bekommen – oder eben auch ins Chaos zu treiben.

Die 5G-Netze kann man untereinander verbinden – und damit Milliarden von Geräten, die man über dieses Netz nach Belieben ansteuern und lenken kann. Spalding sieht damit – zu Recht – die Möglichkeit für einen Feind, eine Stadt unter seine komplette Kontrolle zu bringen. Die verschiedenen Geräte, zum Beispiel in naher Zukunft selbstfahrende Autos, Operationsroboter, Kraftwerke, aber auch die Kommunikation der Polizei, Sicherheitskräfte, Feuerwehr und Notärzte untereinander wären für jeden Sabotageakt offen und die Kontrolle könnte in so einem Fall auch nur schwer zurückgewonnen werden. Daher plädierte Robert Spalding entschieden dafür, dass die US-Regierung von vorneherein die Kontrolle und Aufsicht über die 5G-Entwicklung, Sendemasten und Geräte und deren Installation hat.

Doch Gesetzgeber und Mobilfunkunternehmen lehnen diesen Vorschlag ebenso entschieden ab. Die Rechtslage ist auf ihrer Seite: Unzulässige Eingriffe in die Privatwirtschaft.

Aber General Spalding gibt nicht auf und meldet sich erneut zu Wort. In einem Interview mit Bloomberg malte er vor wenigen Tagen die erschreckenden Aussichten aus, die ein vom Feind kontrolliertes 5G-Netz einer Stadt diesem bieten würde. Es wäre ein Leichtes, eine ganze Stadt, ja eine ganze Nation in Geiselhaft durch ihre eigenen Geräte und Kommunikationsmittel zu nehmen – und der Feind ist gleichzeitig unangreifbar. Die Stadt selbst würde damit zur Waffe des Feindes.

„Je vernetzter wir sind, und 5G wird uns mit Abstand am meisten verbinden, desto anfälliger werden wir“, sagte Spalding.

An der Entwicklung von 5G-Netzwerken, die schnellere Verbindungen als der derzeitige Mobilfunkdienst der vierten Generation bieten, arbeiten zur Zeit verschiedene kommerzielle Anbieter. Ziel ist es, drastisch höhere Geschwindigkeiten, das Zehn- oder Hundertfache der jetzigen Datengeschwindigkeiten, zu erreichen. Der Individualverkehr ist ja sowieso schon auf der Liste der Dinge, die es in der schönen, neuen Welt nicht mehr geben soll. Mit 5G wird man selbstfahrende Kabinen oder Autos oder Buslinien leicht steuern können und über alles die Kontrolle ausüben und überwachen.

Spalding zeichnet in seinem Memo eine Zukunft, in der China das globale 5G-Netz unter seine Herrschaft gebracht hat. Tatsächlich sticht China mit seiner schon hochentwickelten und ausgetesteten 5G-Netzwerktechnologie durch seinen Dumpingpreis alle anderen Hersteller aus. Die anderen Anbieter sind schlicht und einfach nicht in der Lage, mit den vom chinesischen Staat hoch subventionierten Angeboten von Huawei und dem chinesischen Hersteller ZTE Corp. zu konkurrieren. Die chinesischen Firmen könnten bestimmte Geräte zum Beispiel mit einer kaum auffindbaren Schnittstelle produzieren und ausliefern, über die China von außen spielend leicht in die Netze eindringen und die Gesamtkontrolle übernehmen kann.

Spalding sieht nicht ganz zu Unrecht einen Plan dahinter: „Sobald China den Markt für mit dem Internet verbundene Geräte beherrscht, wird es in der Lage sein, ‚Städte zu Waffen umzuprogrammieren'“, mahnt Spalding in seinem neuen Memo: „Denken Sie an selbstfahrende Autos, die plötzlich ahnungslose Fußgänger niedermähen. Denken Sie an Drohnen, die in die Lufteinlässe von Flugzeugen fliegen.”

Das ist noch recht konservativ-mechanisch gedacht. Da sind noch viel perfidere Möglichkeiten denkbar. Angefangen damit, dass das Klimatisierungssystem großer Gebäude einfach ausgestellt oder auf viel zu hohe oder niedrige Temperaturen geregelt werden kann, während gleichzeitig alle Ausgänge verriegelt werden und die eingeschlossenen Menschen weder Wasser noch Frischluft haben, noch erträgliche Temperaturen – bishin zum bewussten Herbeiführen eines Supergaus in Atomkraftwerken. Aber schon der Ausfall des gesamten Ampelsystems führt in einer Großstadt zum flächendeckenden Stau und nichts geht mehr. Auch Krankenhäuser lassen sich durch das Abdrehen von Strom, Klimanlage und Wasser zu Todesfallen umwidmen. Oder die U-Bahnen dutzendweise mit voller Geschwindigkeit ineinander krachen zu lassen, drei Tage weder Strom noch Wasser für die Stadt – und man hat ein flächendeckendes Untergangs-Endzeitszenario mit marodierenden Banden, Krieg um Wasser und Nahrung und Zigtausend Toten.

In Deutschland hat das Büro für Technikfolgenabschätzung im Auftrag der Bundesregierung eine Studie zum Thema „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ erstellt. Nach schon zwei Tagen wird das Chaos zu Apokalypse. Nichts wäre leichter, als diese Infrastrukturen der „modernen Gesellschaft“ lahmzulegen. Und diese Studie ist aus dem Jahr 2010, wo diese Abhängigkeit von Steuertechnik und Gerätevernetzung noch relativ gering war im Vergleich zu heute… und ganz besonders im Vergleich zu einer per 5G und „Internet of Things“ vernetzten Infrastruktur in zwei bis drei Jahren.

Daher sollte, wie General Spalding in seinem Interview sagt, das 5G-Netzwerkes in den folgenden drei Jahren mit einer implementierten Technologie aufgebaut werden, die die Netzwerkgeräte ständig überwacht und „sie vom Gegner isoliert, wenn sie infiziert werden“. Das Monitoring des Netzes müsse sich auf Verschlüsselung sowie eine sichere Lieferkette stützen, sagt Spalding – und das bedeute eben, die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE zu verdrängen.

Im Oktober 2018 erklärte ein australischer Spionagechef – der Generaldirektor des Australian Signals Directorate, Mike Burgess -, dass seine Cyber-Experten die Forderung der Regierung im letzten August unterstützt haben, Huawei und ZTE vom Aufbau des 5G-Netzwerks in Australien auszuschließen.

„Meine dringende Empfehlung war, Hochrisiko-Anbieter komplett von der Entwicklung der 5G-Netzwerke auszuschließen“, sagte Mike Burgess und fügte hinzu, „die Unterscheidung zwischen ‚Kern‘ und ‚Rand‘ gibt es in 5G-Netzwerken nicht mehr. Was bedeutet, dass, wenn es irgendwo im riesigen Netzwerk eine einzige, potenzielle Bedrohung gibt, das eine Bedrohung für das gesamte Netzwerk ist „. Vereinfacht: Hat der Feind irgendwo in einem Altersheim einen Toaster installiert, der in der Lage ist, Befehle und Signale in das Gesamtnetzwerk zu senden, kann alles übernommen werden. Und zwar blitzartig. Wunderbare Aussichten für Terror.

Mike Burgess: „Die 5G-Technologie unterstützt die Kommunikation und Netzwerke, auf die sich die Australier täglich verlassen, von unseren Gesundheitssystemen und den möglichen Anwendungen der Fernoperationen über selbstfahrende Autos bis hin zum Betrieb unserer Strom- und Wasserversorgung. Die Risiken könnten nicht höher sein.“

Das ist alles wahr und richtig. Nur sind es ja nicht nur die Chinesen, die diese 5G-Technik entwickeln, sondern auch die Amerikaner. Und die können demzufolge dasselbe tun, was sie den Chinesen gerade unterstellen. Jeder Hersteller dieser Technik hat die Möglichkeit dazu, wenn er will, Eingangspforten in die 5G-Netzwerke zu bauen und sie im Ernstfall zu nutzen. Die Amerikaner werden das genauso machen.

Dass man in den USA keine moralischen Probleme mit der Anwendung von 5G gegen Menschen hat, ist schon erwiesen.

Das von der Wellenlänge her knapp unterhalb der Mikrowellenstrahlung arbeitende 5G ist nämlich in den USA als Waffe zur „Crowd Control“ (also zur Beherrschung von revoltierenden Menschenmassen) weiterentwickelt worden. Das heißt in diesem Bereich „Active Denial System“ (ADS) und ist ein modernes Waffensystem des US-Militärs. Es hat allerdings eine höhere Energiedichte, als die normale Mikrowelle. Die freigesetzte Energie soll nur ca. 0,4 Millimeter in die Haut eindringen und die Wassermoleküle in der Haut innerhalb von Sekunden auf ca. 55 Grad aufheizen, was von der angegriffenen Person als brennender Schmerz empfunden wird und sie in die Flucht schlägt. Bei 55° C hat man durchaus schon Verbrennungen ersten Grades, was bei einer betroffenen, großen Hautfläche auch gefährlich wird.

Laut Wikipedia wurde ADS in den 1980er-Jahren von der US-Luftwaffe (Air Force Research Laboratory) und dem Joint Non Lethal Weapons Directorate mit einem Aufwand von mehr als 51 Millionen Dollar entwickelt. Ungefähr neun Millionen Dollar des Investitionsvolumens gingen in die Erprobung am Menschen, mit der man im Jahr 2000 auf der Air-Force Basis Kirtland begann. Das ADS wird heute von dem Rüstungskonzern Raytheon im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt. In Zukunft sollen die derzeit aufgrund der Größe und Masse noch auf Fahrzeugen montierten ADS-Systeme weiter verkleinert werden. Geplant ist die Entwicklung von angepassten Systemen für den Einsatz auf See sowie die Aufstandskontrolle aus der Luft.

 

Hier ein Video zu so einem Test. Welche Stärke dabei eingestellt worden ist und wieviele Sekunden lang die Strahlung einwirkte, wissen wir nicht. Aber Fakt ist, dass man die Strahlung auch stärker und länger einwirken lassen kann, also Menschenhaut verbrennen kann.

 

 

Apropos „aus der Luft“: Es gibt Berichte, denen zufolge bei einem Testlauf in Den Haag mit 5G Hunderte Vögel tot von den Bäumen gefallen sein sollen. Das wurde zwar offiziell dementiert, die toten Stare wurden im Huygenspark unmittelbar nahe dem Testgelände säckeweise eingesammelt.

Schon eine tolle Sache, das schicke 5G.

 

 

 

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