Quittung für naive Katholiken: Islamistenkonferenz in Ditib-Moschee

Ditib-Moschee (Symbolfoto: Von Uwe Aranas/Shutterstock)
Ditib-Moschee (Symbolfoto: Von Uwe Aranas/Shutterstock)

Köln – Die Kölner interreligiöse Dialog-Gemeinde ist entsetzt. „Laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers haben mutmaßlich führende Islamisten aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft in der letzten Woche an einer Konferenz in Köln teilgenommen.“ Dies berichtet die kirchliche Medienplattform Domradio. Und weiter heißt es in der KNA-Meldung: „Dieses II. Treffen der europäischen Muslime“ war vom türkisch-Islamischen Moscheeverband Ditib und der türkischen Regierung mit ihrer Religionsbehörde Diyanet organisiert worden.“

An der dreitägigen Konferenz in der Kölner Ditib-Zentralmoschee haben nach Angaben des Veranstalters mehr als 100 Teilnehmer aus 17 Ländern teilgenommen. Wie jouwatch berichtete, sollen unter den Teilnehmern auch Muslimbrüder gewesen sein, die zu den radikalen Islamisten gerechnet werden. Die Muslimbruderschaft, die ihren Ursprung in Ägypten hat, wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Aber nicht nur die radikalen Kräfte der Konferenz, auch die Veranstalter selbst fanden in Köln und in Kirchenkreisen geteiltes Echo. Im Interview des Domradios kritisiert Pof. Dr. Thomas Lemmen, Referat für Interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln, die Konferenz hinter verschlossenen Türen und wies dabei nochmal explizit auf die unmittelbare Einflussnahme der türkischen Regierung hin. So hätten hochrangige Funktionäre der Religionsbehörde Diyanet das Treffen geleitet. Darunter Vertraute Erdogans wie Präsident Ali Erbas.

Welch Überraschung! Die Ditib will trotz aller Kritik ihren bisherigen Kurs beibehalten. Sogar noch auf eine breitere Machtbasis stellen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Lemmen wenn er sagt, er fände es problematisch, dass diese Konferenz auch dazu diente, den Einfluss der Diyanet über die Ditib hinaus offenkundig auf die anderen islamischen Organisationen in Deutschland und Europa auszudehnen, um damit den Führungsanspruch der Türkei in der islamischen Welt gegenüber anderen konkurrierenden Mächten noch einmal deutlich zu machen.

Wie Domradio richtig feststellt, trug diese Islamkonferenz als geschlossene Gesellschaft unter Beteiligung von Islamisten dazu bei, dass sich Fronten verhärten und die gemäßigten, liberalen Moslems zurückgedrängt werden. Gegen Ende des Interviews brechen allerdings alte Wunschvorstellungen und eine Realitätsverweigerung wieder durch. So sagt der Professor zum Thema fundamentalistischer Islam, er glaube, “dass die große Mehrheit der Muslime, die weder radikal noch liberal sind, sich auch in diesem Land integrieren und Teil dieses Landes sein will. Mit einer solchen Konferenz werden sie im Grunde vor die Wahl gestellt, sich entweder für hier oder dort zu entscheiden.“

Die Entscheidung auf welcher Seite ein Muslim steht, war von Anfang an klar. Statistiken und vor allem das Wahlverhalten der Deutschtürken belegen, dass mindestens 60 bis 70 Prozent auf Seiten eines Erdogans und damit auf Seiten der Ditib stehen. Und so kommt wenigstens die Domradio-Mitarbeiterin Dagmar Peters zu einer realistischen Bewertung beim Stellen ihrer letzten Frage:

“Das sind keine guten Signale für den interreligiösen Dialog, die Stärkung der liberalen Muslime, für Austausch und Verständigung. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?“

Immerhin ist Lemmen so ehrlich, den Ball an die Politik weiterzugeben. Da ist von einer grundlegenden Neubewertung der Ditib die Rede. Für den Leser bleibt allerdings eine wichtige Frage unbeantwortet. Wie blind und naiv muss man sein, um jahrelang mit einer Organisation „Dialoge“ zu führen, die schon immer radikal, fundamentalistisch, chauvinistisch, nationalistisch, intolerant und in ihrem Heimatland zu tiefst christenfeindlich war? (KL)

 

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